Hängekätzchenweide - Pflege, Schneiden

Das typische Erkennungsmerkmal der HängekätzchenweideDie Hängekätzchenweide ist einer der schönsten und pflegeleichtesten Zierbäume. Sie ist ein Kunstprodukt und besteht aus einer Weide (einer normalen Wald- und Wiesenweide), auf die die Kätzchenweide aufgepfropft wurde. Durch diese Operation ist das Wachstum der Hängekätzchenweide stark eingeschränkt.

Sie wächst eigentlich nur an der Veredlungsstelle, ansonsten wächst sie im Umfang und die Krone wird dichter.

Pflegehinweise zur Hängekätzchenweide
  • Die Hängekätzchenweide ist sehr genügsam. Sie gedeiht sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten.
  • Ihre kleinen grünen Blätter wirft sie im

    Winter ab, im Frühjahr ergrünt sie erneut.
  • Dann bilden sich zur Blüte die schönen kleinen Kätzchen aus, die wir immer mit der Osterzeit in Verbindung bringen.
  • Die Hängekätzchenweide sollte nach der Blüte im März und April unbedingt geschnitten werden ...
... und zwar muss man dabei gar nicht so ängstlich vorgehen. Man sollte die Zweige ruhig radikal einkürzen, sie wachsen wieder und es bilden sich auch wieder neue Kätzchen aus. Man sollte jedoch vermeiden, nur die neuen Triebe zu kürzen. Dort würden sich dann Verästelungen bilden und die Kätzchen kämen nach einiger Zeit nur noch an den neuen Trieben zum Vorschein. Besser ist es, das gesamte Astwerk einkürzen. Die Hängekätzchenweide treibt danach wieder aus. Das hat sie mit den wilden Verwandten gemeinsam.

Weiden gehören zu den genügsamsten Bäumen überhaupt. Wenn man nach einer Trockenperiode meint, die Bäume wären eingegangen, so genügt schon ein Regenschauer und sie treiben wieder aus. Deswegen werden die Weiden auch so gerne zu lebenden Zäunen verarbeitet. Aber das muss man mit der Hängekätzchenweide natürlich nicht veranstalten.

Den Astschnitt der Hängekätzchenweide kann man gut häckseln und unter den Kompost mischen. Es soll ein hervorragender Dünger sein, da die Weide Acetylsalicilsäure (Aspirin) enthält und dieses ein wirksamer Dünger sein soll. Das muss man ausprobieren. Schaden kann man jedenfalls nicht anrichten damit.

Hängekätzchenweide im zeitigen <div align=
Frühjahr" style="margin-bottom: 6px; margin-right: 6px; float: left;" height="167" width="250" />Besonderheiten der Hängekätzchenweide

Die Kätzchenweide oder Hängekätzchen-Weide wird auf eine Salweide veredelt, eine Salix caprea. Die neu entstehende "Weiden-Kombination" bekommt natürlich einen eigenen Namen, im Fall der Hängekätzchenweiden sogar mehrere eigene Namen. Wenn Sie diese spezielle Form der Weide erwerben möchten, müssten Sie nach einer Salix caprea "Kilmarnock" oder "Pendula" oder "Weeping Sally" suchen. Bei den ersten beiden Namen handelt es sich um männliche Exemplare, deren Kätzchen attraktiver sein sollen, wahrscheinlich trägt deshalb auch die weibliche Hängekätzchenweide den Namen "Weinende Sally".

Diese Weiden (oder ihre Ausgangsgehölze) sind in Nordeuropa heimisch und halten jedem deutschen Winter mit einer Frosthärte bis minus 32 Grad ohne Probleme stand, brauchen als Flachwurzler jedoch einen Standort, der keinen starken Winden ausgesetzt ist. An einem solchen Standort sind sie mit ihrer frühen Blüte ab März/April eine wertvolle ökologische Ergänzung für jeden Garten, da die samtigen Kätzchen zu den ersten Nahrungsquellen gehören, die Bienen und viele andere Insekten bei uns finden. So profitieren knapp 60 Schmetterlingsarten von den Weiden, darunter knapp 20 im Bestand gefährdete Arten.

Die flauschigen Blütenzweige mit den Weidenkätzchen oder Palmkätzchen werden in vielen Regionen am Gründonnerstag oder am Palmsonntag (dem Donnerstag bzw. dem Sonntag vor Ostern) geschnitten und in die

Vase gestellt, damit sie am Karsamstag mit bunten Eiern zum Osterstrauß geschmückt werden. Die auch als Palmzweige bekannten Zweige werden auch vielfach an häuslichen Kruzifixen, Heiligenbildern und Spiegeln angebracht, das soll Haus und Bewohner schützen. Außerdem sind die Palmzweige ein Teil der sogenannten Palmbuschen, die in der Palmsonntags-Prozession zur Kirche getragen und geweiht werden, und früher sollen die Bauern sogar die Ecken ihres Ackers mit ihnen markiert haben, um den Palmzweigen, um den Korngeist abzuschrecken.

Aufgebrochene Knospen der HängekätzchenweideEs gibt noch viele andere Weiden für Ihren Garten

Die Salweide, aus der die Kätzchenweide bzw. Hängekätzchenweide gezüchtet wird, gehört zur Familie der Salicaceae oder Weidengewächse, zu der weltweit 300 Arten der Gattung Salix gehören, in Mitteleuropa immerhin noch über 30. Sie haben also noch einige Weiden mehr zur Auswahl, die Ihren Garten zieren möchten:
    • Die Salix matsudana (Chinesische Weide) ist bei uns in der Zuchtform Salix matsudana "Tortuosa", Korkenzieherweide oder Zickzackweide, wegen ihrer bizarren Wuchsform sehr beliebt.
    • Die Salix alba, Silberweide oder Trauerweide verzückt mit vornehmen silbrigen Blättern und wurde deshalb bei uns 1999 zum "Baum des Jahres" gewählt.

  • Den ganzen Sommer über zu blühen scheint die Harlekinweide Hakuro Nishiki, eine kleinere Japanische Zierweide mit botanischem Namen Salix integra HakuroNishiki.
  • Ein echter Exot ist die Salix myrsinifolia (= Salix nigricans), umgangsprachlich Schwarzwerdende Weide, deren Blüten sich rot verfärben und deren Blätter beim Trocknen schwarz werden.
  • Da kann nur noch die Salix melanostachys oder gracilistyla var melanostachys mithalten, die eine glänzend grüne Belaubung mit schwarzen Blütenkätzchen kombiniert.