Hopfen (Humulus lupulus)
Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der HanfgewächsePflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
Blütezeit: Juli bis August mit grünen, tannenzapfenähnlich geschuppten, eiförmigen und hängenden, angenehm duftenden Blüten, die auch Hopfenzapfen genannt werden
Belaubung: Große, dreifach geteilte, am Rand gesägte Blätter in grün oder gelb
Wuchs: Kletterpflanze, benötigt ...
Kletterhilfe. Schneller Wuchs, meist jedoch erst ab dem zweiten Standjahr. Triebzuwachs kann dann an heißen Tagen bis zu 10cm betragen. Oberirdische Triebe sterben im Winter ab
Inhaltsstoffe: Lupulin (siehe auch unten Geschichte), welches in den Hopfendolden zum Schutz vor Tierfraß und Bakterien gebildet wird
Höhe: 2,50m bis 8m
Standort: Sonnig bis halbschattig. Normaler, im Sommer stets feuchter Gartenboden
Pflanzzeit: Frühjahr. Oberkante des Wurzelballens oder der nackten Wurzel mindestens 5cm tiefer als Erdoberfläche und schräg zur Kletterhilfe geneigt setzen
Schnitt: Wenn Triebe abgestorben entfernen. Nur beim Zierhopfen im Frühjahr alle Triebe bis auf 3-5 Stück entfernen
Vermehrung: Zimmerhopfen durch Kopfstecklinge (siehe auch unten Vermehrung)
Pflege: Erde im Sommer nicht austrocknen lassen. Alle vier bis ...
sechs Wochen im Sommer düngen oder alternativ Langzeitdünger mit einer Wirkzeit von drei Monaten im Frühjahr verwenden. Ab Juli auf stickstoffhaltigen Dünger verzichten, damit Triebe bis zum Herbst noch gut ausreifen können
Überwinterung: Ist vor allem in jungen Jahren für Winterschutz mit Reisig dankbar
Krankheiten/Probleme: Problemlos
Besonderheiten:
Im Mai starker Pollenflug
Arzneipflanze des Jahres 2007, welche auch als grünes Gold bezeichnet wird
Hopfenhochburg ist Bayern mit weitläufigen Hopfengärten
Eignet sich sehr gut als Sicht- oder auch Windschutz
Arten
Goldhopfen (Humulus aurea)
Blüht monatelang mit gelben Hopfenblüten. Goldgelbe Belaubung. Im Frühjahr bodennah zurückschneiden
Zierhopfen
Höhe 2,50m. Blüht von Juli bis August. Im Frühjahr bis auf drei bis fünf Triebe alles bodennah entfernen
Zimmerhopfen
Höhe 2-3m. Zimmerpflanze. Halbschattiger heller Standort. Lässt sich gut durch Kopfstecklinge vermehren (siehe auch unten Vermehrung)
Geschichte
Wer an Hopfen denkt, ist mit seinen Gedanken meist auch beim Bier, dessen wichtiger Bestandteil Hopfen ist.
Doch bereits viel früher war die Pflanze als Medizin bekannt. Früher sammelten Frauen die Dolden, um damit Enzzündungen und Infektionen zu behandeln. Erst durch die Erkenntnis der antibakteriellen Wirkung des Hopfens wurde die Arzneipflanze für die Bierbrauerei interessant, denn die Frauen mischten ihn in das Biergebräu, um dieses haltbar zu machen.
Die Benediktinerin Hildegard von Bingen berichtete bereits im 12. Jahrhundert, daß Hopfen die Fäulnis vom Bier fernhielte. Erst viel später erkannte man die anderen für das Bierbrauen interessanten Eigenschaften des Hopfens, der für die charakteristische Bitterkeit ebenso wie für die Schaumstabilisierung verantwortlich ist. Das enthaltene Lupulin ist ein Gemisch aus Bitterstoffen und anderen Substanzen, die das Bier bitter machen
Überlieferungen zufolge soll der englische König Georg III. (1738-1820) einen mit Hopfenzapfen gefüllten Leinensack zum besseren Einschlafen genutzt haben. Das oben bereits angesprochene Lupulin scheint nicht nur die typische Bitterkeit des Bieres zu verantworten zu haben, sondern auch für die schlaffördernde Wirkung des Hopfens verantwortlich zu sein
Vermehrung
Ca. 6-8cm lange Triebenden abschneiden und in einen vorgequollenen Torftopf setzen. Mit einer Blumenspritze werden die Triebe besprüht und schließlich mit einer Plastiktüte abgedeckt, damit eine hohe Kluftfeuchtigkeit gewährleistet ist. Ob die Vermehrung ein Erfolg war, erkennt man an einem frischen Austrieb und wachsenden Wurzeln.
Diese Vermehrungsform nennt man Vermehrung mit Kopfstecklingen und sie kann bei dem Zimmerhopfen zwischen Februar und Mai durchgeführt werden
Verwendung
Lebensmittelbranche
Den meisten ist bekannt, daß die Hopfenblüten (Hopfenzapfen) in Deutschland nach dem traditionellen Reinheitsgebot wichtiger Bestandteil bei der Bierherstellung ist
Medizin
Ein Extrakt aus Hopfen erleichtert das Einschlafen und sowohl Reizbarkeit als auch Nervosität werden deutlich gelindert. Im Handel sind viele Fertigpräparate, aber auch Tees mit Hopfenextrakt erhältlich. Besonders gut sollen Präparate aus Hopfen und Baldrian wirken, da Hopfen das Einschlafen fördert, während Baldrian eher Langzeitwirkung hat und so zum besseren Durchschlafen beiträgt
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