Immergrüne & heimische Gehölze für den Garten

Rhododendren gehören zu den beliebtesten heimischen Gehölzen Heimische Gehölze sind ideal für einen so genannten naturbelassenen Garten. Das Nebeneinander heimischer Pflanzen empfinden viele Gartenbesitzer als angenehm. Zudem können die naturnahen Gärten viel für den Artenschutz von Vögeln, Kleinsäugern und Insekten tun. Heimische Gehölze gelten als ideale Vogelschutz- und Vogelnährgehölze.

Verbreitete immergrüne Gehölze in unseren Gärten

Immergrüne Gehölze setzen Farbkleckse im Winter. Sie bringen in den langen tristen Monaten Farbe in den Garten und hauchen ihm so Leben ein. Zu den

klassischen immergrünen Gehölzen zählen natürlich unsere Nadelbäume, ausgenommen der Lärche. Es gibt aber auch jede Menge laubtragende immergrüne Gehölze. Zu ihnen gehören:
  • die Fruchtende Garten-Hülse auch Stechpalme genannt (Ilex aquifolium),
  • die Gelbbunte Garten-Hülse (Ilex x altaclarensis  'Golden King'),
  • die Fruchtende Strauch-Hülse (Ilex meservae 'Blue Princess'),
  • Gold-Liguster (Ligustrum ovalifolium 'Aureum'),
  • das Rote Ganzblatt (Photinia fraseri 'Red Robin'),
  • die Lorbeerkirsche (Prunus laurocecerasus-Sorten),
  • der Feuerdorn (Pyracantha-Sorten),
  • Rhododendren,
  • die meisten Bambussorten und einige mehr.
Unsere heimischen Gehölze blühen meist im Frühjahr. Im Herbst und im Winter liefern sie häufig Beeren für unsere Vögel. Wildarten werden meist sehr groß und sprengen häufig den Rahmen kleinerer Gärten. Sie müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie nicht zu üppig wachsen. Die Artenauswahl sollte sich nach den Standortgegebenheiten richten. Einige besonders schöne heimische Gehölze haben wir hier für Sie aufgelistet:
  • Hängende Felsenbirne (Amelanchier laevis 'Ballerina') - blüht von April bis Mai, hat eine besonders schöne Herbstfärbung und die Beeren können zum Naschen, als Korinthenersatz, zur Marmeladenherstellung und für Vögel verwendet werden
  • Kornelkirsche (Cornus mas) - blüht reichlich und wunderschön von März bis April, die Früchte können für Marmelade, Konfitüre, Gelee, Säfte und Vögel genutzt werden
  • Frucht-Sanddorn (Hippophaerhamnoides-Sorten) - für Gelee, Säfte, Konfitüre und Vögel geeignet
  • Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii-Sorten) - die verschiedenen Sorten blühen von Juli bis Oktober in vielen Farben und locken massenhaft Schmetterlinge an. Sie sehen besonders schön aus, wenn man verschiedene Farben dicht zusammenpflanzt, das ergibt einen großen Strauch, der in vielen Farben blüht.
  • Holunder (Sambucus-Sorten) - blüht je nach Sorte von April bis August mit angenehmem Duft, aus den Beeren kann man Suppe, Säfte, Marmelade, Gelee und Sirup machen. Auch Vögel mögen die Beeren. Roh dürfen sie nicht verzehrt werden!
  • Winterblüte (Chimonanthus praecox) - blüht von Dezember bis Februar und riecht nach Vanille. Ein Highlight für den winterlichen Garten.
src="images/stories/holunder2_fl.jpg" alt="Holunder ist ein üppiges Gehölz, das auch verwertbare Früchte bietet" style="margin-right: 6px; margin-left: 6px; float: right;" />Man kann diese Liste nach Belieben fortsetzen, es gibt viele schöne einheimische Gehölze, eine Menge davon sind auch noch nützlich für uns Menschen oder aber für Vögel.

Gehölze sind wichtige Elemente der Gartengestaltung

Als "Gehölz" werden Pflanzen bezeichnet, die mehrere Jahre alt werden und beim Wachsen verholzen, also Zellstrukturen ausbilden, die von einiger Stabilität und Dauerhaftigkeit sind. Neben den Gehölzen stehen Ihnen nur noch die Stauden für eine Bepflanzung zur Verfügung, die Ihren Garten für längere Zeit zieren wird. Die Gehölze, also lange Zeit überdauernde Bäume und Sträucher, haben damit zunächst erheblichen Einfluss darauf, wie viel Ihrer Zeit Sie für die Gartenpflege opfern müssen und wie oft Sie den Garten einfach nur zur Erholung genießen dürfen. Denn wenn Sie die Bäume und Sträucher für Ihren Garten einmal

geschickt auswählt und gepflanzt haben, beschränkt sich der ganze Pflegeaufwand auf gelegentlichen Beschnitt und ansonsten vielleicht noch auf die Ernte von Früchten, was dann aber schon wieder zu den wirklich erfreulichen Arbeiten gehört.

So ist nicht schwer nachzuvollziehen, warum die Gehölze schon immer zu den wichtigsten Grundbestandteilen einer Gartenanlage gehörten. In der Regel sind sie die ersten Pflanzen, die bei der Planung einer Bepflanzung eingefügt werden. Diese Vorrangstellung bekommen die Gehölze durchaus zu Recht, denn sie sind es, die dem gesamten Garten Struktur geben, die prägnanten Blickpunkte setzen und die Linien der Hauptwege festlegen. In jeder Gartenkultur spielten die Gehölze eine große Rolle, ob es sich um die antiken Gärten der ersten Hochkulturen handelte, um die Gärten mittelalterlicher Mönche oder neuzeitliche Landschaftsgärten.

Heimische Gehölze - sinnvoll und pflegeleicht

Jede Gartenkultur hat auch die einheimischen Gehölze bevorzugt, deren ökologische Bedeutung im Verbund der gesamten Mitwelt schon früh erkannt und gepflegt wurde. Heute nimmt ihr Stellenwert eher noch zu - wo immer mehr Menschen in einer Umgebung mit ausschließlich gestaltetem Grün leben, entstehen ohnehin ganz neue Pflanzengesellschaften.

So gibt es in den Städten völlig neue Bemühungen, dem Stadtbewohner eine Umgebung zur Verfügung zu stellen, in der er nicht auf Pflanzen verzichten muss, denn Natur im Umfeld ist für viele Menschen eine der Grundbedingungen für ein glückliches Leben. Dabei wird viel experimentiert, neben kleinen Parks und grünen Hinterhöfen auch mit bepflanzten Dachgärten oder der Anlage vertikaler Beete für die Eigenversorgung vom Balkon aus, das sind alles keine Wuchsareale und -bedingungen, bei denen die Menschen auf lange Erfahrung zurückgreifen können.

Immergrüne heimische Gehölze sind Kernelemente bei der GartengestaltungDie Ausbildung solcher neuen Pflanzengesellschaften sollte dann nicht noch durch Einmischung von Gewächsen erschwert werden, die für unser Klima eigentlich nicht gut geeignet sind. Außerdem zeigt sich auch hier wieder ein Vorteil der heimischen Gehölze, diesmal beim Blick auf das Wörtchen "heimisch": Was hierher gehört, wächst hier auch gerne (meist sogar in einem teilweise veränderten Umfeld), und das ohne viel Pflege, ganz im Gegensatz zu den Exoten.

Nadelhölzer und exotische Immergrüne - Zurückhaltung üben

Auch wenn es Ihnen kaum in dieser Deutlichkeit bewusst sein wird: Die Nadelhölzer sind meist nur zu Gast bei uns, die Mehrzahl der „grünen Säulen“ in unseren Gärten wurde aus fremden Regionen eingeführt. Wie auch viele immergrüne Laubsträucher, die sich natürlich vor allem in den Tropen und in den Subtropen entwickeln, wo ihnen ganzjährig Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Mit der Konsequenz, dass das mit dem "immergrün" nicht immer stimmt, weil diese immergrünen Gewächse mit unseren klimatischen Bedingungen höchstens im Kübel zurechtkommen und im Garten einfach wegfrieren. Das kann Ihnen z. B. mit dem oben genannten Schmetterlingsstrauch passieren, der eigentlich in China und Tibet beheimatet ist, wo er kaum Minustemperaturen ertragen muss. Er lebt zwar schon lange in Europa, wo er sich sogar ausgewildert hat, hat jedoch seine Herkunft nicht ganz vergessen, jeder Winter, bei dem die Temperaturen unter minus 20 Grad fallen, macht ihm ziemlich sicher den Garaus.

Oder mit der Konsequenz, dass eine Gartenanlage zur "ökologischen Sünde" wird, weil weder Vögel noch Insekten mit dem ausgedehnten Nadelbaum-Bestand etwas anfangen können. Denn die Nadelbäume sind für unsere Insekten und Vogelarten nicht so der "Hit", die in ihnen weniger Schutz und Brutmöglichkeiten und auch weniger Nahrung als in Laubbäumen finden. Dafür "säuert" ein üppiger Nadelbaum-Bestand aber Ihren Gartenboden gut ein, Sie dürfen sich dann bald über viel Moos in Ihrem Rasen freuen.