Rhododendron - Pflege, Überwintern und Schneiden

RhododendronDer Rhododendron gehört zu den schönsten Frühlingssträuchern. Von April bis Mai bringt er prachtvolle, stark duftende Blüten hervor, die sich leuchtend von seinen robusten, dunkelgrünen Blättern abheben.

Ausschlaggebend für gutes Wachstum ist der richtige Standort: Rhododendren bevorzugen lichten Schatten oder Halbschatten. Wenn sie zuwenig Licht bekommen, blühen sie mager und schlecht. Bei zuviel Sonne vertrocknen sie leicht. Besonders wohl fühlen sich die Pflanzen nahe kleiner Bäume und Sträucher.

Pflege des Rhododendron

Sehr wichtig ist ein kalkfreier, saurer und lockerer Boden mit einem pH-Wert von 4,5

bis maximal 6. Gedüngt wird am besten mit verstärkt magnesium- und eisenhaltigem Dünger.

Vorab ein kleiner Einkaufstipp, denn Rhododendren sind nicht gerade billig: Kaufen Sie nur Pflanzen mit gedrungenem Wuchs, gesundem Laub und vielen kräftigen Knospen. Kaufen Sie nie Pflanzen mit gelben oder insgesamt fleckigen Blättern - dies könnte ein Zeichen für eine Wurzelerkrankung sein!

Rhododendren pflanzen

Nach der wichtigen Standortwahl kann gepflanzt werden, wobei die beste Pflanzzeit von Anfang März bis Ende Mai und Mitte Oktober bis Ende November ist.

  • Bei guter Pflege erfreut der Rhododendron mit kräftigen, farbintensiven BlütenDas Pflanzloch muss dreimal so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen sein.
  • Auf den Grund des Pflanzlochs sollte eine 3 Zentimeter dicke Rindenschicht gestreut werden.
  • Mischen Sie den Aushub mit Rhododendronerde bzw. Moorbeeterde im Verhältnis 1:1.
  • Von der Mischung soviel in das Pflanzloch füllen, dass die eingesetzte Pflanze ein wenig herausragt.

Nach der Pflanzung sollte unverzüglich angegossen werden, da Rhododendren stets feuchte Wurzeln bevorzugen. Ballentrockenheit ist unbedingt ebenso zu vermeiden wie unablässige Staunässe. Während der Blütezeit auf ausreichende Düngergabe achten, spezielle Rhododendrondünger (am besten als Granulat) gibt es im Handel. Auch hält sich die Bodenfeuchtigkeit gut, wenn man mit Laubkompost mulcht.
 

Ausführliche Informationen zum Schnitt vom Rhododendron erhalten Sie hier: Rhododendron Schnitt und Vermehrung.

Pflegeanleitung für Rhododendren

Mit folgender kleiner Pflegeanleitung für das ganze Jahr kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen:

  1. Frühjahr: Pflanzen Sie neue Sträucher. Ältere Sträucher, die zu dicht wachsen, können jetzt problemlos umgesetzt werden. Düngen Sie mit einem kalkfreien Volldünger.
  2. Spätes Frühjahr: Entfernen Sie abgeblühte Blütenstiele, ohne die Neutriebe zu beschädigen. Halten Sie die Sträucher gleichmäßig feucht. Brechen Sie einzelne Neutriebe aus, das regt die
    Verzweigung an.
  3. Spätsommer: Lassen Sie die Erdoberfläche ruhig mal ein wenig austrocknen – allzu viel Feuchtigkeit regt die Pflanze zu unerwünschtem Austrieb an.
  4. Herbst: Reduzieren Sie das Gießen. Bei starkem Frost und gleichzeitiger praller Wintersonne kann es zu Trockenschäden kommen. Abhilfe: für Schatten sorgen, zum Beispiel mit Schilfmatten oder Schattenleinen. Gießen hilft nicht.

Rhododendron beschneiden

Der Rhododendron ist durchaus ein Gewächs für bequeme Gärtner - wenn Sie sich beim Kauf genau informieren und einen Rhododendron kaufen, der nicht zu groß für seinen Standort werden wird, können Sie sich beim Schnitt darauf beschränken, abgeblühte Triebe zu entfernen, um Platz für neue Blüten zu machen.

Beim Zurückschneiden von Rhododendren benötigen Sie lange AstscherenNur wenn Sie unbedingt eine Sorte in Ihrem Garten haben wollten, der beachtliche Größen erreichen kann, werden Sie einen solchen Rhododendron wohl irgendwann bremsen müssen. Sie haben die Wahl: Sie können

nach der Blüte rundherum vorsichtig ein wenig stutzen (vorsichtig deshalb, weil Sie auf eventuell brütende Vögel Rücksicht nehmen müssen) oder Sie versetzen dem Rhododendron alle paar Jahre einen entschiedenen Radikalschnitt, nach dem er rundherum neu austreiben wird. Ein solcher kräftiger Schnitt sollte dann aber vor der Brutzeit (1. März bis 30. September) erledigt werden.

Krankheiten und Schädlinge der Rhododendren

Auch für eine besondere Empfindlichkeit gegen Krankheiten und Schädlinge ist der Rhododendron eigentlich nicht bekannt, wenn Sie doch Fehlentwicklungen feststellen, sollten deshalb zuerst einmal Standort, Haltung und Pflege gründlich überprüft werden. Wenn sich eine Pflanze nicht richtig wohlfühlt, haben sowohl Schädlinge als auch Krankheiten leichten Zugriff als auf eine gesundes widerstandsfähiges Gewächs.

  • Geschwächte Rhododendren werden gelegentlich von Pilzen befallen, dann sollten Sie zunächst alle betroffenen Pflanzenteile wegschneiden und außerhalb des Gartens auf dem Abfall entsorgen und dann die Kulturbedingungen überprüfen und ggf. umstellen.
  • Wenn diese Maßnahmen nicht dazu führen, dass der Rhododendron pilzfrei in die nächste Saison startet, empfiehlt es sich nicht, unkritisch zu einem Fungizid zu greifen. Denn die im Haus- und Kleingarten zugelassenen Fungizide können gegen viele Pilzarten nichts ausrichten!

Dann ist die Anwendung nicht nur sinnlos, sondern nach den Vorschriften des im Hausgarten zwingend zu beachtenden integrierten Pflanzenschutzes sogar verboten (wenn jeder sinnlos Fungizide versprüht, werden alle Pilze irgendwann resistent und die Menschheit von ihnen gefressen). Dann müssten Sie also entweder Pilz und Gegenmittel erkunden (Ihr örtliches Umweltschutzamt sagt Ihnen, wo und wie) oder sich von dem Rhododendron trennen und ein für diesen Standort besser geeignetes Gewächs ansiedeln.

  • Der Pilz könnte durch die Rhododendronzikade eingeschleppt worden sein, die nach dem Sieg über den Pilz mit im Haus- und Kleingarten zugelassene Spritzmittel gegen beißende und saugende Insekten bekämpft werden kann. Zeigt sich nur die Rhododendronzikade, kann ein geringer Befall auch durchaus toleriert oder durch Absammeln der Larven mechanisch eingedämmt werden.
  • Ähnlich sieht es aus, wenn Ihr Rhododendron von Blattläusen, Wanzen oder Weißen Fliegen ausgesaugt oder angeknabbert wird. Erst empfiehlt sich die Bekämpfung durch Absammeln oder Abduschen (in anderen Artikeln auf Hausgarten.net erfahren Sie, welche "mechanischen" Methoden wo geeignet sind) und die Behandlung des Rhododendrons mit einem Pflanzenstärkungsmittel.
  • Im schlimmsten Fall ist Ihr Rhododendron vom aus Amerika eingeschleppten Dickmaulrüssler oder von der japanischstämmigen Rhododendron-Gitternetzwanze befallen (was eigentlich nicht vorkommen dürfte, wenn Sie ihn in einem Fachbetrieb erwerben). Gegen den Dickmaulrüßler sollen Nematoden helfen, und in Bezug auf die Gitternetzwanze könnten Sie sich (wie bei starkem Befall mit Blattläusen und Co.) im Fachhandel erkundigen, ob es ein für den Haus- und Kleingarten zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen diese Eindringlinge gibt.

Aber nicht selten ist es dann für Sie und den Rest des Gartens gesünder, wenn Sie nicht den ganzen Garten unter Chemie setzen, sondern sich von dieser Pflanze trennen und das nächste Mal in einer Gärtnerei einkaufen, in der man Sie besser bedient und berät.