Pflege des Tulpenbaums - Steckbrief - Schneiden, Vermehren

Geöffnete Blüte des amerikanischen TulpenbaumsFür einen Tulpenbaum ist der Standort von entscheidender Bedeutung. Er benötigt viel Platz. Einige Exemplare können bis zu 8 Meter hoch werden und gehen auch entsprechend in die Breite. Der Standort sollte sehr geschützt und sonnenreich sein. Ein kalkarmer und leicht säuerlicher Boden ist ideal. Darin sollte etwas Torf eingearbeitet werden, damit der Boden einen niedrigen pH-Wert erhält. Wasserstau und Bodenverdichtung gilt es zu vermeiden.

Pflegetipps in Kürze
  • Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. In

    den ersten Jahren benötigen Tulpenbäume sehr viel Wasser. Sie müssen regelmäßig gegossen werden, vor allem während warmer und sonniger Perioden.
  • Drohen frostige Nächte, können die Tulpenbäume mit einem Gemüsevlies geschützt werden.
  • Tulpenbäume sind Flachwurzler. Vorsicht also beim Unkraut jäten, damit man die Wurzeln nicht verletzt.
  • Tulpenbäume sollten nicht oder nur sehr wenig beschnitten werden. Abgestorbene Zweige werden natürlich entfernt.
  • Die Baumkrone kann durch einen sanften, fachgerechten Schnitt etwas eingedämmt werden. Schnittwunden heilen schlecht und aus mehrjährigem Holz treiben keine neuen Zweige mehr aus.
Erscheinungsbild des Tulpenbaums

Derzeit sind rund 15 verschieden Arten des Tulpenbaums im Handel erhältlich, wobei besonders die kleineren Arten, auch als Magnolien bekannt (Magnolia x soulangiana), Einzug in die deutschen Gärten erhalten. Daher fällt auch die Farbe der Blüten recht unterschiedlich aus und zeigen vielfältige Nuancen zwischen weiß und rot. Der ursprüngliche Tulpenbaum (Liriodendron
tulipifera
, Magnoliaceae) kann bis zu 35 m hoch werden. In jungen Jahren zeigt er eine pyramidenartige Krone, die später eine rundliche Form annimmt. Nachfolgend einige Merkmale des Tulpenbaums:
  • Blätter: Die Blätter ähneln gestutzten Ahornblättern, die auf der oberen Blattseite grün, auf der unteren aber bläulich gefärbt sind. Sie werden etwa 20 cm lang.
  • Blüten: Der Tulpenbaum hat tulpenähnliche Blüten, die gelblich-orange-grün blühen und eine Länge von etwa fünf bis zehn Zentimetern annehmen. Zu beachten ist, dass sich beim großen Tulpenbaum erst nach 20 Jahren ein Blütenstand einstellt. Die kleineren Magnolienarten blühen bereits nach einem Jahr. Die Blätter verfärben sich im Herbst in ein attraktives Goldgelb.
  • Überwinterung: Der Tulpenbaum ist frosthart, allerdings ist das Wurzelwerk empfindlich und auch die Blüten können von Spätfrost gefährdet sein.
Dichtes Blattwerk des afrikanischen Tulpenbaums - windgeschützt vor einer HauswandTulpenbaum schneiden

Abgebrochene oder abgefrorene Äste werden am besten im April geschnitten. Dabei werden sie bis zum lebenden Holz gestutzt. Bei größeren Arbeiten, wie dem Ausdünnen der Krone oder dem Absägen eines dickeren Astes, bietet sich der Juni an. Beim Absägen ist zu beachten, dass der Ast nicht abreißt: Dazu sägt man den Ast zunächst ein wenig von unten an, um ihn dann von oben durchzusägen. Der Abstand vom Stamm sollte dabei mindestens 10 cm betragen. Nachdem der Ast entfernt wurde, kann der Stumpf näher am Stamm abgeschnitten werden, ohne jedoch den Astkragen zu beschädigen. Der Astkragen ist die Ansatzstelle des Astes, an der er in den Stamm übergeht.

Düngen des Tulpenbaums

Der Tulpenbaum braucht einen lockeren, feuchten und humusreichen Boden. Er zeigt sich gegenüber Kalk empfindlich, indem seine Blätter sich bei zu großem Kalkgehalt gelblich verfärben und die Äste spröde werden. Am besten gedeiht der Tulpenbaum

in einem leicht sauren Milieu, weshalb ein alkalischer Rhododendron-Dünger ideal ist.

Vermehrung und Anzucht

Der Tulpenbaum kann über Samen vermehrt werden, allerdings gestaltet sich die Anzucht recht kompliziert. Falls man sich doch entscheidet, den schwierigen Weg zu gehen, kann die Anzucht aus Samen ganzjährig im Haus erfolgen. Dabei müssen die Samen etwa 24 Stunden vorquellen und anschließend drei bis vier Monate im Kühlschrank gelagert werden. Danach kann der Samen in Kokohum oder spezieller Anzuchterde, versetzt mit einem Drittel Sand oder Perlite, 0,5 cm tief eingepflanzt werden.
  • Keimtemperatur: 15-20 °C, hell, feucht
  • Keimzeit: vier bis sechs Wochen
  • Zöglinge ab einer Größe von 2 bis 4 cm vereinzeln
  • Ein bis zwei Jahre im Kübel überwintern, danach im Frühjahr an einen sonnigen Standort einpflanzen