Tulpenmagnolie, Magnolia soulangiana - Pflanzen und Pflege

magnolie_flWelcher Hobbygärtner würde sich nicht auch wünschen, einen derartig attraktiven und zugleich sehr robusten Baum sein Eigen zu nennen? Die Tulpenmagnolie ist bei anspruchsvollen Gartenfreunden und (Hobby-) Botanikern nicht umsonst auf der ganzen Welt so beliebt.

Mehr als 230 unterschiedliche Arten sind mittlerweile bekannt. Nichtsdestotrotz sind auch viele Tulpenmagnolienarten vom Aussterben bedroht. Die Tulpenmagnolie wird vielerorts als Gartenmagnolie, Sternmagnolie oder schlicht und einfach als Tulpenbaum bezeichnet und ist insbesondere in den USA wie auch in östlichen Bereichen Asiens beheimatet. Mitunter wird der

Baum übrigens mit dem US-amerikanischen Tulpenbaum verwechselt. Eine Sorte, der von Frühling bis in die frühe Sommerphase hinein mit ihren wunderschönen, gelben Blüten beeindruckt. 


Standort und Pflege der Tulpenmagnolie

Grundsätzlich ist ein geschützter Platz, beispielsweise in der Nähe einer Mauer oder Hauswand der ideale Standort für die Tulpenmagnolie. Dabei bevorzugt sie Standorte, die sonnig und sehr hell sind. Beim Boden sollte es sich um einen sauren, humusreichen, feuchten, aber wasserdurchlässigen Boden handeln.

Staunässe muss dabei unbedingt vermieden werden, denn darauf reagiert die Tulpenmagnolie sehr empfindlich. Erfahrungen zeigen, dass sich am besten die sog. „Rhododendronerde“ oder „Moorbeeterde“ als Substrat eignet. Eine Gabe von Dünger ist nicht unbedingt erforderlich. Ist die Erde nicht optimal, bietet sich allerdings ein guter Langzeitdünger an.

Schnitt und Vermehrung der Tulpenmagnolie

Beim Schneiden der Tulpenmagnolie sind keine Besonderheiten zu beachten. Wie bei vielen anderen Frühblühern sollte man sie am besten direkt nach der Blüte schneiden. Dabei erfolgt, falls erforderlich, nur ein Auslichtungsschnitt. Des Weiteren ist auch ein Rückschnitt zur Verjüngung nur sehr selten erforderlich. Grundsätzlich muss man wissen, dass immer direkt am Ansatz zurückgeschnitten wird.

Es werden also weder die Triebe eingekürzt noch Stummel stehen gelassen, da sonst die Pflanze rein optisch überhaupt nichts mehr hermacht. Durch einen falschen Schnitt treiben Tulpenmagnolien mitten im Ast besenartig aus. Nach einem Sturmschaden oder bei anderen Notfällen, verträgt die Tulpenmagnolie auch einen Radikalschnitt.

Hierbei werden sie bis auf das alte Holz zurückgeschnitten, wobei sie meist bis auf einen Meter Höhe abgesägt werden. Im Anschluss wird die Krone neu aufgebaut. Dies geliebt, indem man gut verteilte, kräftige Triebe für neue Hauptäste stehen lässt. In manchen Fällen kann jedoch ein solch radikaler Rückschnitt dafür sorgen, dass die Pflanze abstirbt.

Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Pflanze nicht vital genug ist. Wer sich an dieser Stelle nicht sicher ist, sollte den Schnitt weniger tief ansetzen und ihm auf zwei bis drei Jahre verteilen. Die Tulpenmagnolie ist auch eine beliebte Vasenblume. Hierfür werden die Zweige erst dann geschnitten, wenn sich die Knospen leicht öffnen. In der Vase öffnen sie sich dann vollständig und halten bis zu einer Woche.

Durch Aussaat lässt sich die Tulpenmagnolie sehr leicht vermehren. Auch durch Absenker ist dies möglich, sofern es keine bodennahen Triebe gibt. Allerdings sind beide Varianten für den Hobbygärtner nicht sehr zu empfehlen, da es einige Jahre dauert, bis sich die ersten Blüten zeigen. Einfacher ist es durch Stecklinge. Da Magnolien aber grundsätzlich schlecht wurzeln, werden sie meist durch die Veredelung vermehrt. Sie blühen bereits im ersten oder zweiten Jahr nach der Pflanzung.

Reiche
Blütenpracht ist

vorprogrammiert


Die herrlichen, angenehm duftenden Blüten der hierzulande vorkommenden Tulpenmagnolie ziehen den Betrachter immer wieder in ihren Bann. Schade nur, dass die Blütezeit von nicht allzu langer Dauer ist…. 

Mit ein wenig Glück blüht die Magnolie aber vielleicht noch ein zweites Mal im Jahr. Die Blüten können weiß, dunkelrot, hellrosa, leuchtend pink oder auch violett sein. In jedem Fall sind sie schon aus der Ferne sichtbar und tragen auf ihre Art dazu bei, dass der Garten zu einem echten „Hingucker“ wird. 

Eine „verlockende“ Schönheit im heimischen Garten

Der eigentliche „Hauptteil“ der Tulpenmagnolie ist die oftmals sehr üppige Krone, die mit einer schier unendlichen Zahl Blüten besetzt ist. Leider blühen sie nur für wenige Tage im Jahr; noch dazu sind sie ungemein kälteempfindlich. Überhaupt schätzt die Magnolie windgeschützte, sonnige oder auch halbschattige Standorte. 

Wenn darüber hinaus die Bodenverhältnisse leicht sauer, nährstoffreich, lehmhaltig und nicht zu trocken sind, kann man sicher sein, dass der Baum sehr gut gedeihen wird. Es empfiehlt sich darüber hinaus, regelmäßig Torf oder Blättermulch beizugeben oder zwei Mal jährlich Kompost hinzuzufügen. Außerdem macht es Sinn, das Erdreich regelmäßig zu lockern, damit die Nährstoffe bzw. Sauerstoff und Feuchtigkeit tiefer in den Boden eindringen können. Bevor eine Tulpenmagnolie neu eingepflanzt wird, muss sichergestellt sein, dass der Boden tiefgründig und locker ist, weil sich das Wurzelwerk des Baumes gern sehr weit unterirdisch ausdehnt. 

Ein schöner Baum will gehegt und gepflegt sein

So sehr es die Tulpenmagnolie zu schätzen weiß, wenn sie gepflegt und kontinuierlich mit Nährstoffen, Sonne und Feuchtigkeit versorgt wird, so wenig erforderlich ist dennoch ein regelmäßiger Rückschnitt der Zweige. Sicherlich bietet sich das Zurückschneiden vor allem dann an, wenn eine bestimmte Form gewünscht wird.

magnolie2_flUnter „normalen“ Bedingungen wächst die Baumkrone jedoch so prächtig und üppig heran, dass eine gleichmäßige Formgebung gewissermaßen „von allein“ erzielt wird. Im Hinblick auf eine mögliche Vermehrung der Tulpenmagnolie ist die Samenzucht nach Ansicht erfahrener Gartenexperten nur sehr bedingt zu  empfohlen. Denn die Blüten des Baumes bilden nur relativ selten Samen aus. Deshalb ist es ratsam, die Vermehrung mittels Stecklingen aus dem Gartenfachhandel zu betreiben. 

Wer mag, hat daneben die Möglichkeit, den Baum durch so genannte Absenker zu vermehren, welche sich vor allem zu Beginn der Sommerzeit aus den unteren Trieben entwickeln. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass es bis zu einer Bewurzelung durchaus bis zu zwei Jahren dauern kann. Geduld und Durchhaltevermögen sind also in jedem Fall gefragt.

Hier ist ein „grüner Daumen“ erforderlich…

Sobald sich die ersten Wurzeln gebildet haben und die junge Pflanze eine gewisse Stabilität aufweist, kann sie von der Mutterpflanze getrennt werden. Danach sollte sie entweder in einem Gewächshaus oder in einem Kübel eingepflanzt werden. Hier darf die Pflanze die nächsten Monate in aller Ruhe wachsen und gedeihen. 

Erst im Folgejahr kann die junge Tulpenmagnolie ins Freilandbeet gesetzt werden. Gerade jetzt sind natürlich eine nährstoffreiche, leicht feuchte Bodenbeschaffenheit sowie ein windgeschützter Standort lebenswichtig. Ist all‘ dies gewährleistet, sind die besten Voraussetzungen für ein kraftvolles, gesundes Wachstum geschaffen.

Wussten Sie, dass ...?

Die Magnolia soulangiana besitzt einen kurzen Stamm, der Höhen zwischen drei und fünf Metern erreicht. Bei recht alten Pflanzen können auch größere Höhen erreicht werden. Beeindruckend sind die großen tulpenförmigen Einzelblüten. Sie zeigen sich in einer weißen Grundfarbe und besitzen rosa-violette Einfärbungen. Die Blütezeit liegt vor dem Laubaustrieb im April und Mai.

Ältere Pflanzen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Blüten in unglaublicher Fülle auftreten. Die Tulpenmagnolie wächst recht langsam und ist sehr pflegeleicht. Meist wird sie als Blickfang im Vorgarten angepflanzt und macht sich auch ein einem entsprechend großen Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon sehr gut.