Zaubernuss-Strauch - Pflege und Schneiden

In der Blüte erinnert die Zaubernuss an die ForsythieDer Zaubernuss-Strauch kann den Garten wahrlich verzaubern. Denn er blüht bereits dann, wenn sich andere noch tief im Winterschlaf befinden. Damit die Pracht aber auch erhalten bleibt, benötigt der Zaubernuss-Strauch einige Pflege.

Den richtigen Standort finden

Der Zaubernuss-Strauch benötigt einen sonnigen Standort, kommt mit lichtem Halbschatten aber ebenfalls zurecht. Da er ursprünglich aus den Grenzen sonnendurchschienener Wälder stammt, sollte er auch im Garten reichlich Helligkeit erhalten. Obwohl er im Winter sogar Blüten austreibt, verträgt dieser

Strauch weder starke Winde noch kalte Zugluft. Er sollte also einen einigermaßen geschützten Standort erhalten, beispielsweise an einer Hauswand oder im weiteren Umfeld umgeben von anderem Gehölze. Zu dicht umpflanzt werden sollte er allerdings nicht. Denn die Konkurrenz anderer Wurzeln verträgt der Zaubernuss-Strauch nicht. Selbst kleine Gewächse können ihm schnell das Wasser streitig machen. Vor allem dann, wenn er gerade erst eingepflanzt wurde. Gerade in den ersten drei Standjahren ist daher auf eine Unterpflanzung möglichst zu verzichten. Die Wurzeln der Zaubernuss bilden sich nur langsam aus, daher ist dieser vergleichsweise große Zeitraum von Nöten. Blumenzwiebeln und sehr kleine Sträucher dürfen aber gepflanzt werden. Tipp: Der Zaubernuss-Strauch wurzelt und wächst zwar verhältnismäßig langsam, wird aber dennoch eine stattliche Größe erreichen. Für einen Strauch sind daher etwa 15 Quadratmeter einzuplanen.
 
Substrat

Das Substrat muss für die Zaubernuss sehr locker und durchlässig sein. Anderenfalls werden sich die Wurzeln nicht richtig ausbilden und der teure Strauch geht ein. Zusätzlich ist es aber notwendig, dass der Boden sowohl Feuchtigkeit speichert als auch nährstoffreich ist. Empfehlenswert ist ein leichtes, sandiges Substrat, das mit Kompost und Hornspänen angereichert wird. Damit das Wässern nicht zur lästigen Pflicht wird und der Zaubernuss-Strauch nicht an Trockenheit leidet, ist das Aufbringen einer dicken Mulchschicht sinnvoll. Optimal ist Rindenmulch.

Pflanzen

Ist der richtige Standort gefunden, muss nur noch der korrekte Zeitpunkt zum Pflanzen abgepasst werden. Ideal ist der Herbst, vor dem Einsatz des ersten Frostes. Dabei muss nur wenig beachtet werden.
So sollte der Strauch zum einen nicht zu tief sitzen, die Wurzelachse muss mit der Erdoberfläche abschneiden. Zum anderen sollte der Boden mit Hornspänen versehen werden. Diese treiben das Anwachsen der Wurzeln voran.

Pflege

Der Zaubernuss-Strauch wächst langsam und muss aufwendig veredelt werden. Dennoch ist der Pflegeaufwand nicht allzu hoch. Lediglich regelmäßiges Gießen und Düngen sind erforderlich. Wird hierbei gespart, bleibt die Blüte im Winter aus.

Gestandene Sträucher der Zaubernuss benötigen kaum noch PflegeGießen

Der Zaubernuss-Strauch muss gleichmäßig feucht stehen, ertrinken darf er dabei aber nicht. Zudem muss darauf geachtet werden, dass kein allzu kalkhaltiges Wasser Verwendung findet. Am besten ist daher Regenwasser oder auch abgestandenes oder gefiltertes Leitungswasser. Da eine recht große Menge zum Wässern benötigt wird - vor allem während der warmen Monate - ist das Sammeln von Regenwasser die günstigste Wahl. Durch das Auftragen einer Schicht aus Rindenmulch, wird unnötigem Wasserverlust vorgebeugt. Und dazu auch noch die notwendige Wassermenge reduziert.

Düngen

Die Düngung ist gerade im Frühjahr wichtig, denn die Blüte und Kälte erfordern viel Kraft. Daher ist es erforderlich, den Nährstoffgehalt des Bodens im Frühjahr wieder anzureichern. Das folgende Vorgehen empfiehlt sich

dafür:
  1. Die alte, verbrauchte Mulchschicht entfernen.
  2. Den Boden auflockern.
  3. Kompost und Hornspäne gleichmäßig miteinander vermischen und eine dicke Schicht dieser Kombination auftragen.
  4. Den aufgetragenen Dünger reichlich wässern, damit die Nährstoffe sofort in den Boden einziehen können.
  5. Die Düngemittel mit einer frischen Schicht Rindenmulch abdecken.
Schneiden

Einen Verschnitt erfordert der Zaubernuss-Strauch in der Regel nicht. Tatsächlich kann ein allzu radikaler Eingriff die Pflanze schwer beschädigen und zu einem geradezu verstümmelten Aussehen führen.
Der Grund hierfür liegt in den verholzten Schnittstellen. Aus diesen gehen nur sehr schwer und selten neue Triebe hervor. Wenn es also schon eine Korrektur sein muss, dann
wirklich nur zurückhaltend und schonend. Ideal ist es, wenn lediglich noch grüne Triebe abgetrennt werden, um den Strauch zu verdichten oder im Gegenzug allzu dichte Bereiche zu lichten. Tipp: Ein Mittel zum Wundverschluss benutzen und dieses auf die Schnittstellen auftragen. Dadurch wird verhindert, dass sich Krankheitskeime hier Zugang verschaffen.

Die Zaubernuss ist wegen ihrer auffälligen Blätter leicht zu erkennenUmsetzen

Ein Umsetzen der Zaubernuss sollte wirklich nur im Notfall erfolgen, da der Strauch bereits nach dem dritten Standjahr einen Ortswechsel nur noch schlecht verträgt. In der Folge wird eine sehr gezielte und engmaschige Pflege erforderlich. Wer den Strauch dennoch umsetzen muss, sollte auf einen möglichst großen Wurzelballen achten. Dafür kann unter Umständen ein kleiner Bagger notwendig sein.  

Vermehren

Die Vermehrung des Zaubernuss-Strauchs ist auf zwei Wegen möglich. Zum einen durch die Samen, die etwa in der Blütezeit abfallen. Diese Variante ist aber sehr zeitaufwendig und selbst in gemäßigten Breitengraden nur selten von Erfolg gekrönt. Zum anderen durch Absenker und Stecklinge, die am besten während des Austriebs im Frühjahr gewonnen werden. Diese Art der Vermehrung ist deutlich leichter, erfordert aber dennoch Geduld und einiges Wissen.

Vermehrung durch Stecklinge und Absenker

Stecklinge der Zaubernuss werden durch das Abschneiden von Kopftrieben gewonnen. Absenker finden sich im direkten Umkreis des Stammes. Mit dem folgenden Vorgehen können aus ihnen junge Zaubernuss-Sträucher gezogen werden.
  1. Stecklinge abtrennen oder Absenker ausgraben.
  2. Die so gewonnenen Triebe in ein Gemisch aus Torf und Sand einstecken und gut wässern.
  3. Die jungen Pflanzen hell und geschützt aufstellen.
  4. Das Substrat gleichmäßig feucht halten.
  5. Zeigen sich neue Blätter, was unter Umständen einige Monate in Anspruch nehmen kann, war die Vermehrung erfolgreich.
  6. Im Folgejahr nach dem Austrieb dürfen die gezogenen Pflanzen ins Freie. Bedürfen jedoch eines zusätzlichen Schutzes vor Wind und Frost.
Der Erfolg dieser Vermehrung ist nicht garantiert, zudem nimmt der Austrieb viel Zeit in Anspruch. Empfehlenswert wäre zusätzlich eine Veredelung, die aber ohne entsprechende Fachkenntnisse und eine geeignete Zweitpflanze nicht durchzuführen ist. Tipp: Eine Mittel zur Wurzelhilfe benutzen, das beschleunigt das Anwachsen.

Überwintern

Weil der Zaubernuss-Strauch selbst Frost gut aushält, ist ein zusätzlicher Schutz im Winter weder von Nöten noch empfehlenswert. Während der Blüte kann es aber dennoch vorkommen, dass Temperaturen unter -10 °C den Zaubernuss-Strauch seiner Schönheit etwas berauben. Die Blüten verschwinden dann zwar nicht, erscheinen aber zusammengezogen und etwas verknittert. Abhilfe kann hier ein lichtdurchlässiger Windschutz schaffen.

Zaubernuss-Sträucher sind in unseren Breiten winterhartWissenswertes zur Zaubernuss in Kürze
  • Die Zaubernuss, mit lateinischem Namen als Hamamelis bezeichnet, stammt aus der Familie der Hamamelisgewächse, die lediglich vier Arten umfasst.
  • Die Heimat von zwei Arten liegt in Nordamerika, die anderen kommen aus China und Japan
  • Die Zaubernuss ist ein fast magisch wirkender Strauch, der besonders vor einem immergrünen Hintergrund den Garten in eine Winterwunderlandschaft verwandeln kann.
  • Erhält er während der warmen Monate ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe, ist er eine tolle Bereicherung im Garten.
  • Je nach Art beginnt die Blüte bereits schon im späten Herbst, bei anderen erst im Januar.
  • Die Zaubernuss erreicht eine Wuchshöhe zwischen 3 und  5 Metern.
  • Obwohl sie zu den schönsten Winterblühern gehört, ist sie in unseren heimischen Gärten nur selten anzutreffen.
  • Die Rinde der Zaubernuss weißt eine graubraune Färbung auf.
  • Die an den sternhaarigen Zweigen sitzenden Laubblätter sind gestielt, buchtig geformt und der Blattrand weist eine Zahnung auf.
  • Durch ihre schiefe Spreitenbasis sind die Blätter gut zu erkennen.
  • Auffällig sind zudem die großen Nebenblätter. Auf der Blattoberseite erkennt man einen metallischen Glanz.
  • Die holzigen Kapselfrüchte öffnen sich zweiklappig. In ihrem Inneren findet man zwei Samen, die schwarz gefärbt sind.
  • Die Öffnung der Kapsel erfolgt explosionsartig und die enthaltenen Samen werden dabei bis zu zehn Metern aus der Kapsel heraus geschleudert.
Obwohl die Pflanze keine besonderen Ansprüche an ihren Standort stellt, sollte man diesen mit Bedacht auswählen. Grundsätzlich sollte man das Gehölz einzeln pflanzen. Aufgrund ihres Aussehens und ihrer Farbgebung empfehlen sich Standorte, deren Hintergrund dunkel ist, beispielsweise vor dunklen Koniferen, Mauern oder auch immergrünen Laubgehölzen. Obwohl sie gegen Frost nicht empfindlich sind, sollte man einen Standort wählen, der ihnen einen gewissen Schutz bietet, vor allem vor Wind. Ein sonniger und warmer Platz sollte zudem gewählt werden.
  • Die beste Anpflanzzeit erstreckt sich auf die Herbstmonate, nach dem Laubfall.
  • Bei den Bodenverhältnissen sollte auf eine tiefgründige Beschaffenheit geachtet werden.
  • Sowohl Humosböden als auch neutrale oder schwach säure Böden sind für die Zaubernuss zu empfehlen.
  • In ihrem Wachstum ist die Pflanze jedoch sehr langsam. Die Zaubernuss benötigt, einmal angepflanzt, kaum Pflege.
  • Auch der bei anderen Pflanzen jährlich durchgeführte Schnitt sollte bei der Zaubernuss unterbleiben. Lediglich die Wildtriebe werden regelmäßig entfernt.
Die Blätter der Zaubernuss finden in der Heilkunde Verwendung, da sie einen hohen Gehalt an Gerbstoffen haben. Diese wirken sich auf den Körper entzündungshemmend, blutstillend und adstringierend aus. Daher verwendet man sie bei Entzündungen der Haut und Schleimhaut, bei leichteren Hautverletzungen, Beschwerden der Krampfadern und bei Hämorrhoiden. In der Vergangenheit und auch heute noch in der Volksheilkunde, sagte man der Pflanze zudem eine heilende Wirkung bei Durchfallerkrankungen nach. Dementsprechend würden die Blätter auch innerlich angewendet.