Rosen veredeln - Veredelung

Rosen veredeln Wer viel Erfahrung mit Rosen hat, kann sie auch selbst veredelnDie wohl bekannteste Art, Rosen zu vermehren, ist die Veredelung. Normalerweise wird diese Methode den Profis überlassen, doch wer einen einigermaßen grünen Daumen besitzt, darf gerne auch selbst experimentieren. Vorweg sollte man jedoch anmerken, dass der Verkauf von selbst veredelten Rosensorten (weder als Pflanze, noch als Schnittblume) nicht erlaubt ist. Hierzu benötigt man eine Lizenz!

Rosen zu veredeln, hört sich eigentlich recht einfach an - ist es aber nicht. Was

man dazu braucht, ist entweder bereits vorhanden, oder man kann es über verschiedene Gärtner und Gartenfachgeschäften erwerben. Besonders wichtig ist, dass man bei der Veredelung mit sterilem Werkzeug arbeitet. Die kleinste Spur von einem Krankheitserreger kann die ganze Arbeit zunichte machen und das ist wohl nicht Sinn und Zweck der Sache.

Rosen selbst veredeln - Voraussetzungen
  • Als erstes benötigt man eine Unterlage: Das sind Wildrosen, die man beim Gärtner bestellen kann. Diese Wildrose wird dann in den Garten gepflanzt (im Frühjahr oder im Herbst). Im Sommer kann man dann mit der Veredelung beginnen.
  • Als zweites braucht man die Rosensorte, die man ja eigentlich vermehren möchte. Die Wildrose (Unterlage) hat die gute Eigenschaft, dass sie relativ schnell kräftige Wurzeln bildet, die andere Rosensorte hat beispielsweise eine wunderschöne Blüte und ein dunkles Blattwerk.
Nun heißt es, diese beiden guten Eigenschaften effektiv miteinander zu verbinden:
  • Hierzu werden von der Rose, die veredelt werden soll, Reiser geschnitten.
  • Alle Stacheln werden entfernt, die Blätter werden so abgeschnitten, dass der Blattstiel stehen bleibt, denn über die Blattstiele sitzen die Augen.
  • Diese werden dann mit einem sehr scharfen, sterilen Messer herausgeschnitten.
  • Nun kommt das Okuliermesser zum Einsatz. Mit ihm wird am Stamm der Wildrose ein T-Förmiger Schnitt gemacht.

  • Das Auge wird nun in die so entstandene Tasche gesetzt. Das überstehende Teil wird mit dem scharfen Messer abgeschnitten ...
  • ... und die entstandene Veredelungsstelle wird nun mit einem sauberen Gummiband sehr fest verbunden.
  • Es dauert bloß einige Wochen, bis die Veredelungsstelle angewachsen ist und
    austreibt.
Im kommenden Frühling muss man dann die über der Veredelungsstelle wachsenden Wildtriebe nah an der Veredelungsstelle abschneiden. Von jetzt an treibt die Rose nur noch aus der Veredelungsstelle aus. Sie besitzt die Eigenschaften beider verwendeten Sorten. Die guten Wurzeln der Wildrose und das gesunde Laub, sowie die schönen Blüten der Zuchtrose. Es kommt natürlich immer wieder mal vor, dass an der Rose Wildtriebe wachsen. Diese muss man dann knapp unter der Erdoberfläche abreißen. Schneidet man sie oberhalb der Erdoberfläche ab, wird ihr Wachstum gefördert, statt einzudämmen.

Spannender Moment: Aufblühen der veredelten RoseDer Lizenzvertrag für die Rosenveredelung

Wenn Sie sich für die Veredelung von Rosen begeistern können und es sich erwiesen hat, dass Ihr "grüner Daumen" regelmäßig prächtige Vermehrungsergebnisse hervorbringt, ist es durchaus nicht undenkbar, das "Projekt Veredelung" auch kommerziell anzugehen. Sie dürfen dann aber nicht einfach irgendwelche Rosen veredeln, an deren Herkunft Sie sich überhaupt nicht mehr erinnern können. Sondern Sie müssten sich Ihr pflanzliches Ausgangsmaterial von einem Züchter besorgen und mit diesem einen Lizenzvertrag über die Rosenproduktion schließen.

Bis Sie sich um einen

solchen Lizenzvertrag bemühen, sollten Sie jedoch schon ein paar Jahreserfolge nachweisen können, die ihr bisheriges Pflanzenleben ohne Krankheiten oder Schädlinge überstanden haben.

Alternativen zum Rosen veredeln - Vermehrung durch Stecklinge oder Absenker

Theoretisch kann jede Rose durch Stecklinge oder Absenker vermehrt werden, auch die Sorte, die die Krone Ihrer Edelrose bildet. Praktisch werden Sie mit einer Vermehrung bei den gewöhnlichen Zuchtexemplaren jedoch häufig kein Glück haben, weil diese Sorten so hochgezüchtet sind, dass ihnen auf dem Weg der Erschaffung nicht selten die Fähigkeit verloren geht, eigene kräftige Wurzeln zu bilden.

Leicht möglich ist das jedoch, wenn Sie sich bereits vom Trend zu den "alten Rosen" haben mitreißen lassen und in Ihrem Garten wurzelechte (Wild) Rosen angepflanzt haben. Von diesen Rosen können Sie im Spätsommer Stecklinge aus den Trieben der laufenden Saison schneiden, die an einem schattigen und geschützten Platz bis knapp unter den Blattansatz in die Erde gesteckt werden. Die Stecklinge sollten im nächsten Frühling die ersten Wurzeln gebildet haben und zu treiben beginnen, über diese Saison werden sie mehrfach pinziert, um die Verzweigung zu fördern, im Herbst können sie an ihren endgültigen Standort gesetzt werden.

Sie könnten auch versuchen, lange Triebe herunterzubiegen und an einer Bruchstelle einzugraben. Auch diese Vermehrung durch Absenker, zu der Sie in anderen Artikeln auf Hausgarten.net mehr lesen können, soll bei Rosen durchaus zu Erfolg führen. Auch bei diesen Rosen gibt es jedoch sortengeschützte Züchtungen, bei denen eine Vermehrung nur zu privaten Zwecken denkbar ist, wenn Sie sich nicht möglicherweise Ärger einhandeln wollen.

Das Veredeln von Rosen oder die Gewinnung neuer Rosen durch Stecklinge oder Ableger ist keine Zucht, sondern eine reine Rosenproduktion, was hier entsteht, ist ja identisch mit der Mutterpflanze (ein Klon). Wenn Ihnen der Sinn danach steht, unter die Rosenzüchter zu gehen, also wirklich neue Rosensorten zu kreieren, wird es noch ein wenig komplizierter und langwieriger ...