Himmelsbambus, Nandina domestica - Standort, Pflanzen & Pflege

Der Himmelsbambus ist ein bis zu 3 Meter hoch wachsender Strauch und kommt ursprünglich aus China, Indien und Japan. Die botanische Bezeichnung lautet Nandina domestica, der immergrüne Himmelsbambus gehört zu der Familie der Berberitzengewächse und ist nicht mit dem herkömmlichen Bambus verwandt. Der Strauch ist nur bedingt winterhart und lässt sich an einem geschützten Standort im Garten und als Zimmerpflanze kultivieren. Zur Auswahl gibt es sowohl einfarbige Sorten als auch Varianten mit rötlichen oder weiß-grün gemusterten Blättern.

Standort & Pflanzsubstrat

Der Himmelsbambus braucht zwar einen hellen Standort, verträgt aber die

pralle Mittagshitze nicht. Wenn der Strauch jedoch an einem dauerhaft zu dunklen Platz steht, fühlt sich dieser nicht wohl und die Blüten und die daraus folgender Beeren lassen deutlich nach. Die folgenden Aspekte sind beim Standort und Pflanzsubstrat zu beachten:
  • als Solitärpflanze oder in Gruppenanpflanzung geeignet
  • bevorzugt halbschattigen und windgeschützten Standort
  • ideal ist Morgen- oder Abendsonne im Sommer
  • vom Herbst bis zum Frühling wird auch direkte Mittagssonne toleriert
  • passt thematisch für die Gestaltung von japanischen Tempelgärten
  • optimal für die Haltung in großen Pflanzgefäßen und Kübeln
  • braucht feuchten Gartenboden mit lehmigen und humosen Anteilen
  • als Pflanzsubstrat ist Blumen- oder Kübelpflanzenerde geeignet
  • mit etwas Sand und Tongranulat auflockern, verbessert die Durchlässigkeit
Gießen & Düngen

Der Himmelsbambus mag es weder zu nass noch zu trocken, wichtig sind konstante Gießvorgänge, verstärkt in der Sommerzeit und deutlich weniger im Winter. Das Düngen ist nur in der Vegetationsperiode einzusetzen, in der Winterzeit wird mit den Düngergaben pausiert. Die folgenden Kriterien sind beim Gießen und Düngen ausschlaggebend:
  • regelmäßig wässern, speziell in der Sommerzeit
  • Wurzelballen komplett mit Wasser vollsaugen lassen
  • erst gießen, wenn die Erde an-, aber nicht ganz ausgetrocknet ist
  • Staunässe und Trockenheit des Wurzelballens werden dauerhaft nicht vertragen
  • kalkarmes Wasser verwenden, ideal ist abgestandenes Regenwasser
  • vom Frühling bis zum Herbst düngen, zweimal im Monat
  • ideal sind Flüssigdünger oder Stäbchen
  • bei Gartenhaltung Dünger für Sträucher einsetzen, mineralisch oder organisch
Tipp: Ob das Pflanzsubstrat bei Kübelpflanzen noch genügend feucht ist, lässt sich schnell am Gewicht des Gefäßes erkennen. Je leichter dieses beim Anheben ist, desto weniger Feuchtigkeit ist darin enthalten.

Blätter, Früchte & Wuchs

Der immergrüne Himmelsbambus hat einen ganz individuellen Charme und verschönert jeden Garten, Balkon, Terrasse oder das Zimmer. Aufgrund seines Wuchses und der Blätter wird der Nandina domestica als Bambus tituliert, gehört aber nicht zu dieser Gattung. Die strahlenden Blüten, das wechselfarbige Laubwerk und die farbenfrohen Früchte verschönern den Strauch und geben ihm eine unverwechselbare Note:
  • mehrjähriger und immergrüner Zierstrauch
  • Gehölz mit straff aufrechtem und horstartigem Wuchs, Wuchshöhe etwa 1-3 Meter
  • mehrfach gefiederte, elliptisch und lanzettförmige Blätter
  • Blattwerk wechselt die Farben, beim Austrieb rötlich, verwandelt sich später in grüne Blattfarbe
  • im Herbst nehmen Blätter eine purpurrote Farbe an
  • Blütezeit von Juni bis Juli
  • weiße Blüten sitzen in aufrecht stehenden Rispen zusammen, Länge bis ca. 30 cm
  • im Anschluss folgen leuchtend rote und kugelige Früchte
  • Früchte bleiben bis in die Winterzeit hinein am Strauch hängen
  • gut für die Gewinnung von dekorativem Schnittgrün, mit Fruchtdekoration, geeignet
  • lässt sich als Bonsai heran züchten
Tipp: Die Blüten können sich aufgrund des großen Eigengewichts nach unten neigen und abbrechen. In diesem Fall beugt ein stützender Stock, an dem die Blütenrispe festgebunden wird, dem Abknicken vor.

Umtopfen

Wenn das Wurzelwachstum und die außen stehenden Triebe überhand nehmen, ist das Umtopfen vorzunehmen, damit sich die Nandina domestica ohne Hindernisse entwickeln kann:
  • herausragende und verdichtete Wurzeln sind Hinweise für das Umtopfen
  • genügend großes Pflanzgefäß aussuchen
  • Wurzelballen vorsichtig aus

    dem alten Kübel herauslösen und umsetzen
  • neuen Kübel mit aufgelockertem Pflanzsubstrat auffüllen
  • im ersten Jahr nach dem Umtopfen nicht zusätzlich düngen
  • anschließend im zweiten Jahr vom Frühling bis Herbst Flüssig- oder Langzeitdünger verabreichen
Schneiden

Nur wenn das Platzangebot beengt ist, muss die Nandina domestica beschnitten werden, speziell bei der Kübelhaltung ist dies oft schnell der Fall. Für einen dichten, buschigen Wuchs mit vielen Verzweigungen, sind die ausgewählten Triebe bis zur vorgesehenen Höhe wachsen zu lassen, danach wird die Spitze mechanisch herausgezogen. Die folgende Vorgehensweise hat sich beim Beschneiden bewährt:
  1. Strauch regelmäßig auslichten, mäßiges Beschneiden ist ganzjährig möglich.
  2. Bei Rückschnitt im Frühling die Blütentriebe ebenfalls entfernen.
  3. Bester Zeitpunkt für radikalen Schnitt ist der Herbst.
Überwintern

Der Himmelsbambus ist nur bedingt winterhart, die Pflanze verträgt auf Dauer keine tiefen
Minuswerte. Ganzjährig gedeiht er nur in Gärten, welche sich in Regionen mit einigermaßen milden Wintertemperaturen befinden. Ansonsten muss er in ein geeignetes Winterquartier umziehen. Bei stetig kalten Temperaturwerten unter null Grad Celsius fallen oft die Blätter ab und dünnere Triebe erfrieren. Mit einem ausreichenden Winterschutz wird die Nandina domestica winterfest gemacht. Die folgenden Aspekte sind beim Überwintern zu beachten:
  • braucht milde Temperaturen in der Winterzeit
  • zwar frosthart bis -10 °C, aber nur für kurze Zeit
  • in den ersten Lebensjahren und bei tiefen Minusgraden ist Winterschutz notwendig
  • Erdboden mit Mulch, Bambusmatten oder Reisig abdecken
  • ideal ist Überwintern im Kalthaus
  • im Winter weiterhin, aber nur mäßig gießen
  • Kübelpflanzen in helles und kühles Winterquartier stellen, bei ca. 5-10 °C
  • wird in der Nähe von Heizkörpern anfällig für Krankheiten und Schädlinge
Vermehren

Nandina domestica lässt sich relativ leicht und auf diverse Arten und Weisen vermehren, wobei das Teilen der Wurzeln die einfachste Methode ist. Die Vermehrung mit Samen gestaltet sich in manchen Fällen schwierig und außerdem langwierig. Die nachfolgenden Kriterien sind für das Vermehren von Bedeutung:
  • Wurzelschösslinge vorsichtig abtrennen und neu anpflanzen
  • Stecklinge entnehmen und im Wasserglas bewurzeln lassen
  • Anzucht mit Stecklingen ist ganzjährig durchführbar
  • halbverholzte Äste im Sommer abschneiden
  • ideale Temperaturwerte zum Bewurzeln liegen bei über 20 °C
  • im Winter bei Zimmertemperatur durchführen
  • Anzucht aus Samen möglich, unregelmäßige Keimdauer, ca. 1-6 Monate
Krankheiten & Schädlinge

Der Himmelsbambus ist eine recht widerstandsfähige und belastbare Pflanze, jedoch stellen sich bei Pflegefehlern und falschen Standortbedingungen schnell Krankheiten und Schädlinge ein:
  • im beheizten Zimmer anfällig für Schildläuse und Spinnmilben
  • Staunässe führt zur Wurzelfäule
Fazit der Redaktion

Der Himmelsbambus ist ein attraktiver Zierstrauch, welcher zwar an den Bambus erinnert, aber keiner ist. Dafür bezaubert er den Betrachter im Herbst mit seinen farbenfrohen Blättern und Früchten und setzt farbige Akzente im sonst trüben Garten. Allerdings kann die Nandina domestica nur einen milden Winter draußen überdauern, ansonsten braucht die Pflanze ein geeignetes Winterquartier. Bei passender Pflege und korrekten Standortbedingungen erreicht der Gartenstrauch beachtliche Höhen und Umfänge und braucht ein dementsprechendes Platzangebot.

Wissenswertes zum Himmelsbambus in Kürze
  • Der Heilige Bambus wird auch Tempelbambus oder Himmelsbambus genannt. Er ist allerdings gar kein Bambus. Die Pflanze gehört zu den Berberitzen.
  • Heiliger Bambus ist ein locker aufrecht wachsender, immergrüner Strauch. Seine Blätter färben sich über den Winter leicht rötlich.
  • Damit erregt er in der recht tristen Jahreszeit im Garten natürlich Aufmerksamkeit.
  • Der Bambus, der gar keiner ist, kann bis zu 2 Meter hoch werden. Er stammt ursprünglich aus Zentralchina und Japan.
  • Nandina domestica eignet sich als Einzel- oder Gruppenpflanze und besonders für Themengärten (Japangärten).
  • Der Heilige Bambus macht sich auch gut als Bonsai. Die Blüten erscheinen im Juni/Juli, in Rispen. Sie sind weiße bis 30 cm lange, aufrechte Kerzen.
  • Die Blüten neigen sich durch ihr Eigengewicht oft nach unten. Später entwickeln sich kleine rote Beeren, die auch im Winter am Strauch haften bleiben. 
Standort
  • Wichtig ist, den Heiligen Bambus nicht zu viel Sonne auszusetzen. Mittagssonne mag er nicht so gern.
  • Er sollte halbschattig gepflanzt werden, aber trotzdem hell stehen.
  • Pflanzt man ihn zu dunkel, lässt die Blüte nach und es erscheinen weniger Beeren. Auch reagiert er empfindlich auf Wind.
  • Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, verträgt der Heilige Bambus auch Sonne. 
Pflanzsubstrat
  • Am besten geeignet ist ein lehmig-humoser Gartenboden. Der Boden sollte stets etwas feucht sein.
  • Für Kübelpflanzen eignet sich aufgelockerte Kübelpflanzenerde mit einer Beigabe von Lavagrus, Blähton, Kies, Splitt oder grobem Sand. 
Gießen und Düngen
  • Das Gießwasser sollte nicht zu kalkhaltig sein. Regenwasser ist ideal.
  • Gegossen werden muss regelmäßig. Man gießt durchdringend und wartet dann einige Tage, bis die oberste Erdschicht gut abgetrocknet ist.
  • Im Sommer benötigt die Pflanze recht viel Wasser, im Winter sehr viel weniger.
  • Der Wurzelballen darf aber nicht austrocknen. Das trifft vor allem auf Pflanzen in Kübelhaltung zu.
  • Der Heilige Bambus ist empfindlich gegen Trockenheit, aber auch gegen Nässe.
  • Gedüngt wird von Mai bis Mitte August, aber nur sparsam.
  • Wenn man länger düngt, wird die Herbstfärbung nicht mehr so schön.
  • Zum Düngen wird Volldünger verwendet und zwar alle 14 Tage.
  • Alternativ bieten sich handelsübliche organische oder mineralische Dünger für frühblühende Gartensträucher an. 
Überwinterung
  • Der Heilige Bambus ist einigermaßen winterhart. Er verträgt Frost bis -10 ˚C, aber nur kurzzeitig.
  • Besser pflanzt man ihn nur in Gegenden mit recht milden Wintern aus.
  • In den ersten Jahren ist allerdings ein Winterschutz empfehlenswert.
  • Wer kein Risiko eingehen möchte, überwintert den Heiligen Bambus besser im Kalthaus.
  • Wer ihn auspflanzen möchte, sollte ihn sehr geschützt pflanzen, vor allem auch windgeschützt.
  • Bei Temperaturen unter -10 ˚C können die Blätter abfallen und feinere Triebe zurückfrieren.
  • Das Gießen im Winter ist wichtig, da die Blätter Wasser verdunsten.
  • Die Überwinterung von Heiligem Bambus als Kübelpflanze erfolgt am besten hell und bei etwa 5 ˚C.
Schnitt
  • Günstig ist, die Pflanze regelmäßig auszulichten. Das kann man ganzjährig tun.
  • Wenn man ihn richtig zurückschneiden möchte, dann am besten im Herbst.
  • Bei einem Schnitt im Frühjahr schneidet man Blütentriebe mit weg.
  • Eigentlich muss der Heilige Bambus aber gar nicht geschnitten werden.
  • Damit er sich besser verzweigt, lässt man die Triebe bis zur gewünschten Höhe wachsen.
  • Dann zieht man die Spitze einfach mit dem Finger heraus.
Vermehrung
  • Der Heilige Bambus ist leicht und auf verschiedene Arten zu vermehren.
  • Man trennt einfach Wurzelschösslinge ab oder nimmt Stecklinge und lässt diese bewurzeln.
  • Ideal dafür sind halbverholzte Ästchen, die im Sommer geschnitten werden.
  • Auch kann man die Pflanze durch Samen vermehren. Diese keimen am besten im kalten Kasten.