Hortensien vermehren durch Stecklinge
Wer kennt sie und liebt sie nicht, die wunderschönen, imposanten Hortensien, die man im Sommer überall in den Vorgärten üppig blühen sieht? Nachdem ihr lange Zeit der Ruf anhaftete, etwas altmodisch und bieder zu sein, ist die Hortensie mittlerweile wieder sehr populär geworden.
Das ... ist eigentlich auch kein Wunder - gerade für halbschattige oder schattige Bereiche ist die Hortensie eine optimale Pflanze, die trotz wenig Sonne mit üppigen Blüten verwöhnt. Am beliebtesten ist die Bauernhortensie, es gibt aber auch zahlreiche andere Sorten, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Immerhin gibt es weltweit circa 70 Sorten , unter anderem auch Kletterhortensien. Oder die ziemlich neue Sorte Endless Summer, die besonders lange und intensiv blühen soll. Wer gerne viele Hortensien bei sich einpflanzen aber sie nicht alles kaufen möchte, kann es mal damit versuchen, sie selber zu vermehren.
Vermehrung durch Stecklinge
Prinzipiell ist es schon möglich, Hortensien zu vermehren und zwar mit Stecklingen. Dazu benötigt ...
man einen weichen, einjährigen Trieb ohne Blüte und ohne Knospe. Der beste Zeitpunkt dafür ist übrigen Juni oder Juli. Die abgeschnittenen Triebe werden dann in Teile zerschnitten mit je 1 Blattpaar am oberen und einem am unteren Ende. Die unteren Blätter entfernt man dann ganz, die oberen kann man aus Platzgründen halbieren. Die so vorbereiteten Stecklinge werden am besten zuerst kurz in spezielles Bewurzelungspulver getaucht (dies fördert den Wurzelwachstum) und dann in einen Blumentopf oder eine Schale mit Anzuchterde gesteckt. Diese kann man gegebenenfalls noch mit etwas Sand vermischen.
Am besten ein paar Zentimeter tief, damit sie auch stabil stehen. Die Erde muss dann angefeuchtet werden und in den Schatten gestellt werden. Wichtig ist: keine direkte Sonneneinstrahlung! Sonst würde unter der Haube ein Wärmestau entstehen. Wer eine Art Gewächshaus darum „baut“ - das geht auch mittels einer Klarsichtfolie - schafft ein besseres Klima. Diese Folie sollte allerdings immer wieder gelüftet werden, um Schimmle zu vermeiden. Im Notfall geht sogar auch ein Einmachglas. Die Erde sollte übrigens immer gut feucht gehalten werden.
Wenn die Stecklinge angefangen haben, Wurzeln zu schlagen, kann man sie jeweils einzeln in einen Topf setzen und weiterhin im Schatten belassen. Auch hierfür ist wiederum ein kleines Gewächshaus oder eine Abdeckfolie sinnvoll. Die zarten Jungpflanzen sollte man allerdings im ersten Winter noch nicht ins Freie stellen, da sie in dem Stadium noch sehr kälteempfindlich sind. Also lieber im Haus an einen kühlen hellen aber frostfreien Ort stellen. Der nächste Winter im Freien ist dann normalerweise ein Problem mehr. Im Frühling werden die Zöglinge dann ins Freie gesetzt.
Eine selbst gezogene Hortensie ist also kein Hexenwerk. Wenn es nicht gleich klappt, nicht den Kopf hängen lassen, sondern einfach nochmal probieren - vielleicht war die eine oder andere Bedingung doch nicht optimal - die Erde nicht ideal oder doch etwas zu nass - da muss man ausprobieren und etwas Geduld mitbringen… In jedem Fall stellt eine selber gezogene Hortensie immer ein ausgesprochen schönes Mitbringsel und Geschenk dar - selbst gemacht und dann sogar noch zum Nulltarif.
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