Portugiesischer Kirschlorbeer, Prunus lusitanica - Pflege

Typisch für den Prunus lusitanica sind die weißen BlütenDer Prunus lusitanica gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Er ist anspruchslos und bildet mit der Zeit einen dichten Wuchs aus. Als Wärme liebender Zierstrauch ist der Portugiesische Kirschlorbeer extrem frosthart und verträgt Temperaturen bis minus 20 °C. Dahingegen übersteht er auch äußerst hohe Temperaturen und kommt mit kurzen Trockenperioden gut zurecht. Die reizvollen Blütentrauben tauchen das Laubkleid der portugiesischen Prinzessin in ein cremeweißes Blütenmeer. Die Heckenpflanze ähnelt dem echten Lorbeer, ist aber dennoch nicht mit ihm

verwandt.

Herkunft und Aussehen

Wie der Name es schon fast vermuten lässt, ist das portugiesische Gehölz von den Azoren und den Kanarischen Inseln, über die Iberische Halbinsel bis nach Südwestfrankreich beheimatet. Dort sucht sie sonnige Standorte in Wacholderwäldern und Kraterschluchten. Allerdings lässt sich die reine Wildform heute fast nirgendwo mehr finden. Den Namen verdankt die mediterrane Pflanze der römischen Provinz Lusitanica (dem heutigen Portugal).

Prunus lusitanica erreicht im heimischen Garten eine Wuchshöhe bis zu vier Metern und nimmt in der Breite einen Platz von bis zu zweieinhalb Metern ein. Abhängig von Standort und Rückschnitt nimmt das Gewächs im Jahr 20 bis 35 cm an Größe zu. Der buschig und aufrecht wachsende Zierstrauch zeigt seine neuen Triebe in einem ansehnlichen roten Ton. Die glänzenden Blätter sind ledrig, dunkelgrün, eiförmig zugespitzt und mit einem auffälligen roten Blattstiel versehen. Die cremeweißen Blüten stehen aufrecht und bringen eiförmige, dunkelrote Steinfrüchte hervor. Das Gewächs eignet sich gut als Hecke lässt sich als Kübelpflanze ebenso gut kultivieren.

Standort

Um den optimalen Standort für die mediterrane Pflanze zu finden, bedarf es keiner großen Mühe, da sie recht anspruchslos ist. Aufgrund der Herkunft ist sie sonnenverwöhnt und gedeiht demnach am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Plätzchen. Die portugiesische Prinzessin ist zwar hitzeverträglich, sollte aber vor dem kühlen Ostwind geschützt werden.

Substrat

Auch an die Bodenverhältnisse stellt diese Kirschlorbeersorte, die sich allzu gern mit unzähligen kleinen weißen Blütentrauben zeigt, keine besonderen Ansprüche. Grundsätzlich bevorzugt das Gewächs einen lockeren und durchlässigen Boden. Ein derartiger Boden sorgt dafür, dass sich keine Staunässe im Bereich der Wurzeln ansammeln kann. Portugiesischer Kirschlorbeer ist eine beliebte HeckenpflanzeDenn Staunässe schadet auf Dauer dem Wohl der Prunus lusitanica. Von Vorteil ist es ebenso, wenn das Gehölz in sandig-toniger, kiesig-lehmiger oder sandig-lehmiger Erde gesetzt wird. Tipp: Um die Vorzüge dieser Pflanze hervorzuheben, empfiehlt sich ein nährstoffreicher, schwach saurer bis stark alkalischer Boden.

Gießen

Es wirkt sich positiv auf das Erscheinungsbild und den Wuchs der mediterranen Schönheit aus, wenn sie seltener, aber dafür durchdringend gegossen wird. Das gründliche Gießen regt die Wurzeln der Pflanze an, tiefer liegende Bodenschichten zu erreichen, und so kurze Trockenperioden zu überstehen. Tipp: Um Pilzerkrankungen vorzubeugen, sollte wirklich erst dann gegossen werden, wenn die Oberfläche ausgetrocknet ist.

Düngen

Im Grunde genommen muss der Portugiesische Kirschlorbeer nicht gedüngt werden. Der Zierstrauch ist für die erste Zeit bestens versorgt, wenn beim Anpflanzen Mist, Hornspäne oder Kompost in den Boden eingebracht werden. Weiterhin kann handelsüblicher Flüssigdünger verwendet werden, damit der Strauch ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Ab August wird die Düngung eingestellt, da sich sonst zu viele neue Triebe bilden, die empfindlich

auf die kommende Kälte reagieren.

Überwintern

Obwohl der Prunus lusitanica durchaus Temperaturen bis -20 °C verträgt, sollte der Wurzelbereich nicht nur bei jungen Pflanzen abgedeckt werden. Zum Abdecken eignen sich Tannenzweige und Laub. Eine zusätzliche Schicht aus Mulch versorgt den portugiesischen Lorbeer mit Nährstoffen. Zarte kleine Sträucher, die ihren ersten Winter vor sich haben, freuen sich über einen Schutz aus Zweigen. Als immergrünes Gehölz benötigt der Kirschlorbeer auch im Winter ausreichend
Wasser. Sonst reagiert er nach den Wintermonaten mit braunen Blättern. Allerdings wird nur an frostfreien Tagen gegossen.

Kirschlorbeer kann ganzjährig in frostfreier Zeit geschnitten werdenSchneiden

Grundsätzlich kann der Prunus lusitanica das ganze Jahr hindurch zurückgeschnitten werden - außer bei Frost und an heißen Tagen im Sommer. Das Schneiden erfolgt nach der Blütezeit. Dabei werden die Triebe fünf bis zehn Zentimeter gekürzt. Dies hat den Vorteil, dass die Pflanze besser gedeiht und sich im nächsten Jahr in voller Blütenpracht zeigt. Natürlich können die Triebspitzen zwischendurch auch gestutzt werden. So bilden sich mehr Verzweigungen. Zum Schneiden empfiehlt sich die mechanische Heckenschere. Eine elektrische Heckenschere kann braune Ränder an den Blättern hinterlassen.

Pflanzzeit

Wurzelware, also Pflanzen ohne Ballen, werden am besten bis Ende April eingepflanzt. Zudem bietet sich der Herbst als Pflanzzeit perfekt an. Containerware kann das ganze Jahr hindurch in die Erde gesetzt werden. Bei Trockenheit ist auf eine ausreichende Bewässerung zu achten. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß wie der Ballen sein. Als Langzeitdünger können Hornspäne, Mist oder Kompost eingestreut werden. Es werden nicht mehr als drei Pflanzen auf einen Meter in den Boden gesetzt. Abschließend gut wässern.

Krankheiten und Schädlinge

Die häufigsten Krankheiten des Kirschlorbeers sind Pilzerkrankungen, die den Stoffwechsel der Pflanze stark beeinträchtigen.

Mehltau

  • mehlartiger Belag auf den Blättern
  • heranwachsende Blätter sind unförmig
  • Laub wird gelb bis braun
  • ausgebildetes Laub ist meist nicht betroffen
Schrotschusskrankheit
  • kleine, helle Punkte im Blattbereich
  • rote bis braune Flecken auf den Blättern
  • Erkrankung befällt auch Früchte und lässt sie verkrüppeln oder aufreißen
  • mitunter sind auch Triebe betroffen
Maßnahmen
  • befallenes Laub entfernen und über den Hausmüll entsorgen
  • Fungizidpräparate einsetzen
  • eventuell zusätzliche Kupfergaben
Beim Schneiden des Portugiesischen Kirschlorbeers lieber zu hochwertigem Werkzeug greifenCharakteristisch sind außerdem Wollläuse, Schmierläuse, Blattläuse und Schildläuse. Sinnvoll kann auch hier ein Rückschnitt sein. Um die Läuse zu bekämpfen, empfiehlt sich eine Lösung aus Schmierseife, die mit etwas Spiritus angereichert wird. Führt dies zu keinem Ergebnis, hält der Handel entsprechende Präparate bereit.

Häufig gestellte Fragen
  • Wie groß wird die Pflanze und in welchem Abstand sollte der Portugiesische Kirschlorbeer beim Anbau einer Hecke gepflanzt werden? - Prunus lusitanica kann eine Höhe von viereinhalb bis sechs Metern erreichen. Die Breite variiert zwischen drei bis fünf Metern. Als Hecke werden nicht mehr als drei Pflanzen pro Meter eingepflanzt.
  • Sind die Früchte des Portugiesischen Lorbeers giftig? - Alle Teile der Pflanze, einschließlich der Früchte, sind giftig. Besonders die Blätter und die Samen weisen ein hohes Giftpotenzial auf. Nach dem Verzehr setzen die in den Pflanzenteilen enthaltenen Glykoside Blausäure im Magen frei. Mehr als zehn Samen können tödlich sein.
  • Wie erklären sich gelbe Blätter nach Umtopfen? - Das Umtopfen bedeutet für den Kirschlorbeer veränderte Lebensbedingungen. Hier reicht es, die betroffenen Äste zurückzuschneiden. Wird das Gehölz als Kübelpflanze kultiviert, muss das Gefäß eine ausreichende Größe haben. Außerdem ist ratsam, eine Drainage zu legen, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann.
Wissenswertes zum Portugiesischen Kirschlorbeer in Kürze

Pflege
  • Der Portugiesische Kirschlorbeer hat keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, er ist mit einem ganz gewöhnlichen Gartenboden zufrieden.
  • Am besten gefällt ihm ein sonniger oder halbschattiger Standort.
  • Weil die Pflanze ursprünglich von der Iberischen Halbinsel, den Azoren und den Kanaren stammt, ist sie auch sehr gut hitzeverträglich.
  • In seiner Heimat kommt der Portugiesische Kirschlorbeer in freier Natur allerdings nur noch selten vor.
Pflanzzeit und Winterpflege
  • Die beste Pflanzzeit ist für Wurzelware, also Pflanzen ohne Topfballen, das Frühjahr bis Ende April.
  • Pflanzen in einem Container dagegen können das ganze Jahr über eingepflanzt werden.
  • Bei trockenem Wetter sollte allerdings auf eine ausreichende Bewässerung geachtet werden.
  • Obwohl dieser Kirschlorbeer sehr winterhart ist, sollten neue Pflanzen trotzdem im ersten Jahr einen Winterschutz bekommen.
  • Etwas empfindlich können junge Pflanzen auch auf starke Wintersonne oder kalten Wind reagieren.
Schnitt des Kirschlorbeers
  • Grundsätzlich kann der Portugiesische Kirschlorbeer das ganze Jahr über geschnitten werden.
  • Ausnahmen hierbei bilden lediglich die Zeiten, in denen es friert, und die Sommermonate, in denen es sehr heiß und trocken ist.
  • Bei Gärtnern ist aber vor allem die Zeit um den Johannistag am 24. Juni ein beliebter Zeitraum für einen Schnitt.
  • Im Allgemeinen reicht es aus, die Triebe einmal pro Jahr um etwa 5 bis 10 cm zu kürzen.
  • Die Triebspitzen können jedoch auch öfter gestutzt werden, weil sich dadurch um so mehr Verzweigungen bilden.
Tipp: Weil sich bei der Verwendung einer elektrischen Heckenschere leicht braune Ränder an den Blättern bilden, ist es ratsam, vor allem junge Pflanzen von Hand zu schneiden.

Fazit der Redaktion

Als Heckenpflanze ist der Prunus lusitanica gut geeignet, weil er bis zu zwei Meter hoch wird und dabei pro Jahr bis zu 30 cm zulegen kann. Auch in der Breite kann er Maße von bis zu eineinhalb Metern erreichen. Dabei bildet er viele Verzweigungen, sodass die Hecke sehr schön dicht wird und damit einen guten Sichtschutz bildet. Je mehr geschnitten wird, desto dichter wird die Hecke. Je nach Größe der Pflanzen werden für eine Hecke zwei bis drei Pflanzen pro laufenden Meter benötigt.