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OrchideenIn der schier unendlichen Vielfalt der Pflanzenwelt ist die größte Familie die der Orchideen, mit über 600 Gattungen und ca. 25.000 bis 30.000 verschiedenen Arten in der freien Natur. Jene Orchideen, die wir im Wohnzimmer halten, sind allerdings größtenteils Hybriden, also durch Kreuzung erzeugt, von denen es inzwischen mindestens 30.000 Arten gibt. Wer wenig Erfahrungen im Umgang mit Orchideen hat und auf Nummer Sicher gehen will, sollte nicht mit einer Naturform sondern mit einem Hybriden beginnen. Diese verzeihen durch ihre Robustheit anfängliche Pflegefehler eher und machen auch ohne kompliziertes Spezialwissen jedem Blumenliebhaber Freude. Die meisten Orchideen wachsen in ihrer Heimat auf Bäumen, wobei sie die Äste der Urwaldriesen nutzen, um besser an das spärliche Licht zu kommen. Sie sind allerdings keine Schmarotzer; vielmehr filtern ihre z. T. frei hängenden Wurzeln Nährstoffe aus der Luft und dem Regenwasser. Werden die Wurzeln jedoch mit Erde abgedeckt, verfaulen sie innerhalb kürzester Zeit und die Orchideenpracht nimmt ein unwiderrufliches Ende.
Um Ihren Orchideen fernab von der freien Natur ein optimales Gedeihen zu ermöglichen, setzen Sie sie am besten in ein spezielles Orchideensubstrat. Dieses besteht zumeist aus Rinde, etwas Torf, Styropor und anderen Zusätzen, die zwar Wasser halten, aber gleichzeitig luftdurchlässig sind. Die normale Blumenerde ist hierfür völlig ungeeignet. Übrigens: weitere schöne tropische Pflanzen sind psychoaktive Pflanzen. Pflege der Orchideen Aber wohin mit unserer floralen Schönheit? Norden, Süden, Osten, Westen – wo fühlt sie sich am wohlsten? Die Antwort ist überraschend einfach: Für fast jeden Fensterstandort in Ihrem Zuhause gibt es die passende Orchidee, Hauptsache er ist nicht zugig. Die meisten Arten fühlen sich west- oder ostseitig am wohlsten; hier fällt die Sonne dann, wenn sie nicht mehr so stark scheint, direkt auf die Pflanzen. Besonders viel Licht wiederum brauchen z. B. Arten und Kreuzungen der Gattung Cattleya und Vanda, aber auch diese bevorzugen im Hochsommer den Schutz des Halbschattens. Vergleichsweise wenig Licht brauchen da z. B. die Gattungen Paphiopedilum und Phalaenopsis. Auf jeden Fall sollte man gleich beim Kauf einer Orchidee ihre Lichtvorlieben in Erfahrung bringen.
Ein Zuviel an Wasser ist der sichere Tod einer Orchidee. Ist der Boden zu schwer und kann das Wasser deshalb nicht ausreichend abfließen, beginnen ihre Wurzeln zu verfaulen. Aus diesem Grund haben Blumentöpfe, in denen Orchideen verkauft werden, üblicherweise Löcher im Boden. Bei einem Topf mittlerer Größe reicht es, im Winter einmal pro Woche und im Sommer zweimal zu gießen. (Wie oft genau gegossen werden muss, hängt von Topfgröße und Orchideenart ab.) Das Substrat darf zwischen den Wassergaben sogar deutlich trocknen. Optimal wäre es, sauberes Regenwasser zum Gießen zu verwenden, robuste Orchideen-Hybride vertragen aber auch normales Leitungswasser, am besten etwas abgestanden. Wichtig ist: Während der Wachstumsphase (Frühling bis Herbst) braucht die Pflanze mehr Wasser, wächst sie nicht, sollte man das Gießen lieber einschränken. Außerdem sollten keinesfalls Wassertropfen auf der Pflanze zurückbleiben, denn dies trägt zur Verbreitung von Pilzen bei und die Blätter werden fleckig. Auch was Düngegaben betrifft, zeigt die Orchidee äußerste Bescheidenheit. Wird zuviel gedüngt, sterben die Wurzeln aufgrund des zu hohen Salzgehalts sogar ab. In der Wachstumsphase braucht sie aber dennoch Unterstützung – am besten alle 2-4 Wochen sparsam mit speziellem Orchideendünger versorgen. Dazwischen immer mit reinem Wasser gießen, um die Salzreste auszuspülen. Und wie ist es mit dem Winter? Mit wenigen Ausnahmen durchleben alle Orchideen im Jahreslauf eine Ruhephase, in der sie weder blühen noch wachsen. Zu dieser Zeit sollte die Zimmertemperatur deutlich niedriger liegen als während der Blüteperiode, die Pflanze wird sehr wenig gegossen und das Düngen sollte man ganz unterlassen. von Karin Fasching
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