Anthurie, Flamingoblume - Pflege, Umtopfen und Düngen

Anthurie sind wahre Blatt- und BlütenschmuckpflanzenSchon seit langer Zeit beeindrucken sowohl die Blätter wie auch die leuchtend roten Hochblätter der Anthurie Gärtner und Blumenliebhaber in der ganzen Welt. Fälschlicherweise werden diese auffälligen Hochblätter, die sich um den unauffälligen, gelben Blütenkolben bilden, häufig für die eigentliche Blüte gehalten.

Diese fleischigen, oft wächsern erscheinenden Hochblätter treten in vielen Farbvariationen auf: Rot, Orange, Rosa, Creme, Weiß und Grün. Es gibt auch Arten, die weniger beeindruckende Hochblätter haben. Dafür schmücken diese Sorten ganz besonders extravagante Blätter.

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Steckbrief
  • botanischer Name: Anthurium
  • weitere Namen: Schwefelblume, Schleifenblume
  • gehört in die Familie der Aronstabgewächse (Araceae)
  • Wuchshöhe: zwischen 20 und 100 cm
  • Verwendung: Blütenschmuckpflanze, Zimmerpflanze
  • Blätter: pfeilförmig, je nach Art auffällig gefärbt oder einfarbig grün
  • Blüte: auffälliges, großes Hochblatt um einen langen Blütenkolben
  • immergrün
  • nicht frosthart
Arten und Vorkommen

Unter den Aronstabgewächsen bilden die Anthurien die artenreichste Gattung. Einige Arten der Flamingoblume, die ursprünglich aus Süd- und Zentralamerika sowie den karibischen Inseln stammen, stellen recht hohe Ansprüche an ihren Standort - vor allem, was Temperatur und Luftfeuchtigkeit angeht. Die Gattung enthält aber auch eine Reihe weniger anspruchsvolle Arten, die leicht als Zimmerpflanze kultiviert werden können. Allerdings sind ursprüngliche Arten nicht häufig in Zimmerkultur anzutreffen, meist handelt es sich hier um Hybride. Als Zimmerpflanzen werden vor allem drei Arten kultiviert:
  • Große Flamingoblume (Anthurium andraeanum): grüne, ledrige Blätter (pfeilförmig), bis zu 40 cm Länge, Hüllblätter in Weiß, Lachsrot, Leuchtendrot und Dunkelrot (8-13 cm), Blütenkolben 6-8 cm in Gelb
  • Anthurien sind in verschiedenen Sorten für Gärtner interessantKleine Flamingoblume (Anthurium schwerzerianum): ledrige, dunkelgrüne Blätter (lanzettförmig), bis zu 30 cm Länge, Hüllblatt leuchtend rot (8-10 cm), orangeroter, spiralförmig gedrehter Kolben
  • Anthurium crystallinum: sehr dekoratives Laub, Blätter herzförmig mit silbrig-weiß gezeichneter Aderung, bis zu 55 cm Länge, unscheinbarer Blütenstand

Beliebte Sorten der Flamingoblume:

  • Acropolis: cremeweißes Hochblatt
  • Princess Alexia Jade: weißes Hochblatt mit rosa Kolben
  • Baron: rosafarben
  • Picco Bello: rosa
  • Fantasia: cremefarben
  • Prince of Orange: leuchtend orangefarbenes Hochblatt
  • Midori: grünes Hochblatt
  • Pistace: hellgrün
  • Rosee Coco: bordeauxfarben
Tipp: Wer lieber viele kleine Blüten mag, sollte auf Anthurium andreanum Otazu zurückgreifen. Diese Sorte bildet kleinere, rotbraune Hochblätter.

Standort

Als Bewohner tropischer Regionen benötigen die Anthurien keine direkte Sonne, um zu wachsen und ihre Blütenstände zu entwickeln. In der Wohnung ist deshalb ein heller Standort am Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung ideal. Steht die Flamingoblume zu dunkel, werden die Blätter lang und dünn.
  • Lichtbedarf: hell, aber keine direkte Sonne (Mittagssonne)
  • Temperatur: in der Wachstumsphase konstant zwischen 19 und 23 °C
  • Luftfeuchtigkeit: so hoch wie möglich
  • zugluftempfindlich
Idealer Standort für eine Flamingoblume ist ein West- oder Ostfenster. Wenn eine Gardine oder andere Pflanzen die Anthurie vor der Mittagssonne schützen, ist auch ein Südfenster möglich. Tipp: Fällt der Standort zu dunkel aus, so bilden sich nur Blätter, aber keine Blüten an der Flamingoblume.

Boden

In ihrer Heimat wachsen Flamingoblumen entweder auf dem Boden oder auf Bäumen. Dabei bilden sie kein ausgeprägtes Wurzelwerk aus. Die Blätter entspringen meist direkt aus dem fleischigen Wurzelstock. Steht die Anthurie im Topf, so sollte das Substrat folgendermaßen zusammengesetzt sein:
  • hoher Anteil saure Torferde
  • grobe Lauberde, Kompost oder Universalgrünpflanzenerde
  • Sand
  • pH-Wert: 4,5-5,5
Mit zunehmendem Wuchs müssen Anthurien regelmäßig umgetopft werdenGießen und Düngen

Während der Hauptwachstumszeit müssen Flamingoblumen reichlich mit Wasser versorgt werden. Ihr Wurzelballen

sollte stets gleichmäßig feucht sein. Starke Austrocknungen wie auch Staunässe müssen unbedingt vermieden werden. Am besten wird die Anthurie mit weichem Wasser (Regenwasser) gegossen oder auch der ganze Wurzelballen für einige Minuten in Wasser getaucht. In einem Rhythmus von etwa zwei Wochen werden Anthurien während der Hauptwachstumszeit (April bis August) mit einem Flüssigpräparat gedüngt. Tipp: Anthurien benötigen eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, um optimal zu wachsen. Am besten werden sie regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprüht.

Umtopfen

Junge Pflanzen werden im zeitigen Frühjahr in größere Töpfe eingepflanzt. Bei älteren Flamingoblumen kann zu dieser Zeit auch eine Teilung des
Wurzelstockes zur Vermehrung stattfinden. Eine Anthurie muss dringend umgetopft werden, wenn ihre Wurzeln schon unten aus dem Loch im Topf herauswachsen. Ansonsten ist es für die Pflanze unproblematisch, wenn der Topf nicht sehr groß ist. Ein etwas beengtes Milieu im Wurzelbereich wirkt sich in der Regel vorteilhaft auf das Pflanzenwachstum aus.
  • zunächst eine Drainageschicht einfüllen
  • Material: grober Sand, Blähton, feine Kiesel, Lavagranulat
  • der neue Topf muss nicht viel größer als der alte sein
  • in der Regel reicht ein Gefäß von 10 bis 18 cm Durchmesser
  • Anthurie kurz über der Erde fassen und vorsichtig aus dem Topf ziehen
  • altes Substrat herausschütteln
  • oberste Erdschicht entfernen (falls Kalkablagerungen erkennbar sind)
  • etwas frisches Substrat einfüllen
  • Pflanze einsetzen
  • von allen Seiten mit Erde auffüllen
  • zwischendurch immer wieder den Topf fest auf die Unterlage aufstellen
  • so sackt das lockere Substrat nach und es entstehen keine Hohlräume
  • nur so tief einsetzen wie vorher
  • Erde leicht andrücken
  • großzügig angießen
Auch all jene Pflanzen, die mit Leitungswasser gegossen werden, sollten spätestens alle zwei Jahre umgetopft werden. Durch die ständige Zufuhr von Kalk über das Gießwasser reichert sich dieser im Boden an, sodass sich der pH-Wert erhöht. Stimmt der pH-Wert des Bodens nicht mehr, beginnt die Flamingoblume zu kränkeln. Dünger helfen in dieser Situation wenig. Jetzt muss der Pflanze unbedingt frische Erde gegeben werden. Dabei sollte vorsichtig so viel des alten Substrates wie möglich entfernt werden. Einen größeren Topf benötigt die Pflanze nicht.

Vermehren

Eine Anthurie aus Samen zu ziehen ist sehr schwierig. Meist reifen keine Samen heran, die Samen keimen schlecht oder es wachsen nur unansehnliche Pflanzen heran. Eine bessere Methode, eine Flamingoblume zu vermehren, ist die Teilung. Dies gelingt aber nur bei gut entwickelten, älteren Pflanzen. Diese können beim Umtopfen geteilt werden. Hierzu werden die Wurzeln der Anthurie vorsichtig auseinandergezogen. Meist bestehen sie schon aus mehreren Teilen, die nur noch durch ein scharfes, sauberes Messer voneinander getrennt werden müssen. Eine weitere Möglichkeit der Vermehrung besteht im Abtrennen bereits bewurzelter Seitentriebe, die sich manchmal bei älteren Pflanzen bilden.

Schneiden

Geschnitten werden lediglich die vertrockneten Blätter oder Blütenstiele. Radikale Schnitte verträgt die Flamingoblume nicht.

Überwintern/Ruhephase

Überwintert werden im eigentlichen Sinne muss eine Flamingoblume nicht. Sie behält ihr Laub ganzjährig, benötigt aber nach der Blühphase eine Ruheperiode, um die Blütenbildung für die kommende Wachstumszeit anzuregen. Während des Winters sollte eine Anthurie deshalb etwa für sechs bis acht Wochen bei Temperaturen um 15 °C stehen.
  • weiterhin heller Standort
  • frostfrei (Treppenhaus, heller Kellerraum, Wintergarten)
  • weniger gießen (erst, wenn die Erde schon angetrocknet ist)
  • nicht düngen
Austrocknen darf die Pflanze jedoch während der Ruhephase nie. Zum Ende der Ruheperiode hin werden Anthurien wieder kräftiger gegossen und wärmer gestellt. Beginnt die Pflanze nun, kräftig auszutreiben, wird auch wieder regelmäßig gedüngt. Wichtig in den Wintermonaten ist vor allem die richtige Luftfeuchtigkeit. Anthurien reagieren empfindlich auf niedrige Luftfeuchtigkeit. Während Anthurium scherzerianum und andreanum 55-70% relative Luftfeuchte bevorzugen, wächst die Blattschönheit Anthurium crystallinum nur dann optimal, wenn mindestens 60% (besser 80%) Luftfeuchtigkeit vorherrschen. Das ist bei warmer Heizungsluft nahezu unmöglich. Für sie sind geschlossene Blumenfenster oder Wintergärten mit entsprechenden Bedingungen unerlässlich.

Reinigen der Blätter

Da sich auf den kräftigen, lederartigen Blättern von Flamingoblumen immer gerne eine Menge Staub absetzt, sollten diese regelmäßig mit einem feuchten Schwamm abgewischt werden. Anthurium crystallinum ist auch hier etwas empfindlicher. Für sie empfiehlt sich das Einsprühen mit kalkfreiem Wasser, um die Blätter zu reinigen.

Fazit der Redaktion

Anthurien sind besser bekannt unter der Bezeichnung Flamingoblume. Es handelt sich um ein Aronstabgewächs. Zwischen Februar und Mai blühen die Pflanzen reichlich, aber auch sonst erscheinen öfters Blüten. Besonders gut als Zimmerpflanzen eignen sich die Sorten anthurium scherzerianum und anthurium andreanum. Anthurien machen sich gut in geschlossenen Blumenfenstern.

Wissenswertes zur Anthurie in Kürze

Giftigkeit
  • Die Blätter einiger Arten enthalten Giftstoffe. Die Konzentrationen giftiger Bestandteile schwanken.
  • Durch den Verzehr kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen,  Übelkeit, Durchfall und Erbrechen können auftreten.
  • Durch den Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kann es zu Rötungen, Blasenbildung oder vermehrtem Speichelfluss kommen.
  • Beim Verdacht auf eine Vergiftung sollte man reichlich Flüssigkeit zuführen.
Standort und Temperaturen
  • Anthurien mögen es sehr hell, müssen aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ideal sind Westfenster.
  • Sie lieben Wärme (um die 20 °C) und benötigen eine hohe Luftfeuchte.
  • Sie können ganzjährig in einem warmen Raum verbleiben, müssen aber besonders im Winter öfters besprüht werden.
  • Dabei ist darauf zu achten, nicht auf die Hochblätter zu sprühen. Man verwendet nur warmes, weiches Wasser.
  • Die Raumtemperaturen sollten nach Möglichkeit nicht schwanken.
Winterruhe
  • Für etwa 6 Wochen im Jahr, im Dezember/Januar, wenn sich die neuen Knospen bilden, benötigt die Anthurie einen kühleren Platz.
  • 15 °C sind dann ausreichend. Bei mehr als 20 °C bilden sich kaum Blüten.
  • Die Pflanze ist unbedingt vor Zugluft zu schützen, die verträgt sie gar nicht.
Gießen und Düngen
  • Anthurien benötigen ausreichend Wasser. Es sollte entkalkt und lauwarm sein. Regenwasser ist ideal.
  • Die Erde sollte stets leicht feucht sein. Während der kurzen Ruhezeit wird sehr sparsam gegossen und nicht gedüngt.
  • Ansonsten düngt man zwischen April und September 14-tägig. Staunässe mögen die Pflanzen nicht, es kommt dann meist zu Wurzelfäule.
Umtopfen
  • Wenn bei der Pflanze die Wurzeln aus dem Topf wachsen, ist es Zeit sie umzutopfen.
  • Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr.
Pflanzsubstrat
  • Als Pflanzsubstrat eignet sich Einheitserde, unter welche man Styroporflocken mischt.
  • Man kann auch Holzkohle, Lauberde, Sand und Torf mischen und sich daraus sein Pflanzsubstart selbst machen.
  • Auf keinem Fall darf die Erde kalkhaltig sein.
  • Anthurien eignen sich sehr gut für Hydrokultur.
Vermehrung
  • Die einfachste Art der Vermehrung ist, die Pflanze beim Umtopfen zu teilen.
  • Bewurzelte Seitentriebe lassen sich auch leicht abtrennen.
  • Bei der großen Flamingoblume kann man Triebspitzen abmoosen.
  • Stamm- und Kopfstecklinge sind ebenfalls möglich.
Tipp: Anthurien kommen gut mit warmen Füßen zurecht, das heißt, sie machen sich gut auf dem Fensterstock über einer Heizung und auch bei Fußbodenheizung. Dort sollte man zur Sicherheit einen dicken Korkuntersetzer unterlegen. Außerdem muss man sehr darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet.

Braune oder gelbe Blätter
  • Oft kommt es vor, dass sich Blattspitzen gelbbraun färben. Das liegt meist an zu kalkhaltigem Wasser oder an einem zu kühlen Standort.
  • Eingetrocknete Blattränder sind meist ein Zeichen für zu trockene Luft.