Dieffenbachie, Dieffenbachia - Pflanzen, Pflege und Vermehren

Dieffenbachia sind Blattschmuckpflanzen fürs Büro und andere Zimmer
Mit einer Dieffenbachie hält eine geballte Ladung tropischer Opulenz Einzug auf jeder Fenster- und Blumenbank. Die mächtige Blattschmuckpflanze mit dem elegant marmorierten Laub, hat sich nicht zuletzt aufgrund ihrer genügsamen Anspruchslosigkeit fest etabliert im Ranking der beliebtesten Zimmerpflanzen.

Es genügt bereits ein Mindestmaß an gärtnerischen Fertigkeiten, damit Dieffenbachia sich heimisch fühlen. Welche Aspekte relevant sind, wenn Sie das Aronstabgewächs perfekt pflanzen, pflegen und vermehren möchten, vertiefen die folgenden Zeilen.

Pflanzen

Es

ist empfehlenswert, eine Dieffenbachie unmittelbar nach dem Erwerb in einen größeren Kübel zu pflanzen. In der Regel stehen die rasch wachsenden Pflanzen im Gartencenter in viel zu engen Töpfen, was einer prächtigen Entfaltung auf Ihrer Fensterbank entgegenwirkt. Wählen Sie ein Pflanzgefäß, das etwa 5 cm größer ist im Durchmesser. Dieses Volumen dürfte zumindest für das erste Standjahr ausreichen. Als Substrat eignet sich hochwertige Blumenerde auf Kompostbasis, die idealerweise angereichert wird mit etwas Lauberde, Torf und Kokosfasern oder Perlite. Eine Handvoll Sand verbessert zudem die Durchlässigkeit.
  • eine Drainage über dem Wasserablauf im Boden beugt schädlicher Staunässe vor
  • geeignetes Material sind Splitt, Kieselsteine oder zerkleinerte Tonscherben
  • darüber ein wasser- und luftdurchlässiges Vlies ausbreiten
  • eine 2-3 cm hohe Schicht des Substrats einfüllen
  • die ausgetopfte Dieffenbachie mittig einsetzen
Während Sie mit einer Hand die Pflanze festhalten, füllen Sie mit der anderen Hand alle Hohlräume mit Pflanzerde. Das Substrat endet einige Zentimeter unterhalb des Topfrandes, damit im Verlauf der Pflege kein Gießwasser überschwappt. Tipp: Dieffenbachia sind hoch toxisch. Tragen Sie bei allen Arbeiten rund um Pflanzen, Pflege und Vermehren stets Handschuhe und Augenschutz.

Standort

In ihrer südamerikanischen Heimat gedeiht Giftaron im Dämmerlicht des tropischen Regenwaldes. Wählen Sie den Standort aus mit dieser Impression vor Augen, treffen Sie ganz sicher die richtige Entscheidung. In diesen Lagen fühlen die Blattschmuckpflanzen sich heimisch:
  • Dieffenbachien mögen es warm, feucht und hellhelle bis halbschattige Lichtverhältnisse
  • idealerweise am Ost-, West- oder Nordfenster
  • bei direkter Sonneneinstrahlung beschatten
  • optimale Temperaturen von 18 bis 25 °C
  • das Temperaturminimum von 15 °C berücksichtigen
Eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent gilt als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Kultivierung. Kundige Hobbygärtner platzieren die Tropenpflanze daher gerne im feucht-warmen Badezimmer. In anderen Räumen schaffen Luftbefeuchter, mit Wasser gefüllte Schalen oder Zimmerbrunnen das erwünschte Klima. Tipp: Um Dieffenbachia die adäquate Luftfeuchtigkeit zu bieten, füllen Sie den Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser. Somit ist die Pflanze immer in eine feucht-warme Wolke gehüllt.

Gießen und Düngen

Die Regulierung des Wasser- und Nährstoffhaushaltes berücksichtigt eine intensive Vegetationsperiode im Frühling und Sommer sowie eine Ruhephase im Herbst und Winter. So bringen Sie die Erfordernisse miteinander in Einklang:
  • von April bis September/Oktober reichlich gießen
  • ergibt die Daumenprobe eine trockene Substratoberfläche, wird gewässert
  • ab November die Wassergaben reduzieren, ohne die Pflanze austrocknen zu lassen
  • alle 14 Tage flüssig düngen von März bis August
Das ganze Jahr hindurch ist die Dieffenbachie dankbar für eine feine Brause aus kalkfreiem Wasser. Regelmäßig abgewischt mit einem feuchten Lappen, erstrahlen die wunderschönen Blätter in frischem Glanz und nehmen zugleich wichtige Feuchtigkeit auf. Mit kalkhaltigem, kaltem Leitungswasser sollten Sie die tropische Schönheit möglichst nicht behelligen. Mit gesammeltem Regenwasser stimmen Sie die Grünpflanzen schon eher gewogen.

Schneiden

Sie nehmen im Laufe der Zeit majestätische Ausmaße an,

was die Faszination von Dieffenbachia noch verstärkt. Da im gleichen Zug die zur Verfügung stehende Platzkapazität mitunter überstrapaziert wird, kommt die ausgezeichnete Schnittverträglichkeit einer gelungenen Pflege sehr entgegen. Spätestens dann, wenn die mächtigen Triebe beginnen zu
verkahlen, ist ein Rückschnitt angeraten. Verwenden Sie hierzu ein scharfes, penibel desinfiziertes Messer. Schaffen Sie Dieffenbachia können leicht vermehrt werden - Kindel und Stecklinge bieten sich anzudem Vorkehrungen, dass Sie nicht mit dem giftigen Pflanzensaft in Berührung kommen. Eine Dieffenbachie treibt selbst nach einem radikalen Verjüngungsschnitt bis auf 10 cm Höhe bei guter Pflege wieder munter aus.

Vermehren

Nennen Sie erst einmal eine Dieffenbachie Ihr Eigen, ziehen Sie mithilfe einfacher Vermehrungstechniken weitere Exemplare heran. Nach jedem Rückschnitt steht zu diesem Zweck Material in Hülle und Fülle zur Verfügung. Halten Sie beim Umtopfen die Augen offen, gibt es praktische Kindel zu entdecken, aus denen sich ebenfalls Jungpflanzen ziehen lassen. Wählen Sie aus den folgenden Varianten:

Triebstecklinge
Die perfekten Kandidaten sind seitlich verzweigende Triebstecklinge, die über mehrere Blätter verfügen und 10-15 cm lang sind. Diese schneiden Sie 2-3 mm unterhalb eines Blattknotens ab. Die Schnittwunde an der Mutterpflanze wird mit Holzkohleasche versiegelt. So gehen Sie weiter vor:
  • einen kleinen Topf füllen mit Torf-Sand, Perlite, Kokosfasern und Anzuchterde
  • darin je einen Steckling einsetzen, besprühen und angießen
  • in ein beheizbares Minigewächshaus verbringen oder eine Plastikhaube überstülpen
Damit die Bewurzelung in Gang kommt, ist eine durchschnittliche Temperatur von 25 °C erforderlich. Unter dem Einfluss eines feucht-warmen Mikroklimas gedeihen nach 3-4 Wochen die ersten zarten Wurzeln. Ein neuer Austrieb signalisiert, dass der Vorgang erfolgreich verläuft. Sobald der Anzuchttopf vollkommen durchwurzelt ist, pflanzen Sie die junge Dieffenbachie um in normales Substrat für adulte Exemplare. Tipp: Werden im Rahmen des Rückschnitts die Spitzen von Dieffenbachia gekappt, dienen diese Pflanzenteile als Kopfstecklinge für die Vermehrung. Das Verfahren unterscheidet sich nicht von den Triebstecklingen.

Stammstecklinge
Ein verkahlter Stängel ist nicht schön anzusehen und muss weichen. Gleichwohl ist er viel zu schade, um auf dem Kompost entsorgt zu werden. Zerteilt in Stücke, liefert der Stamm eine Fülle vitaler Stecklinge. So geht's:
  • ein Stammsteckling verfügt über mindestens 2 schlafende Augen
  • ein schlafendes Auge ist als leichte Erhebung auf der Rinde zu erkennen
  • einen Anzuchttopf füllen mit angefeuchteter, magerer Erde
  • darin waagerecht jeweils einen Stammsteckling zur Hälfte einsetzen, mit den Blattknoten nach oben
Im Zimmergewächshaus bei konstant 25 °C treiben innerhalb von 6 Wochen die ersten zarten Blättchen aus. Während dieser Zeit sollten Stecklinge und Substrat nicht austrocknen. Regelmäßiges Lüften beugt einer Bildung von Schimmel wirksam vor.

Kindel
Hatten Sie das seltene Glück, eine blühende Dieffenbachie zu erleben, stehen die Chancen gut auf die wohl unkomplizierteste Methode der Vermehrung. Wird die Blattschmuckpflanze das nächste Mal umgetopft, sind im Wurzelbereich kleine Ableger zu entdecken, auch Kindel genannt. Dabei handelt es sich um vollkommen autarke Pflanzen im Miniformat. Mit einem Messer schneiden Sie die Jünglinge ab und pflanzen diese in kleine Blumentöpfe ein.

Fazit der Redaktion

Die Dieffenbachie verwandelt jedes Zimmer in ein grünes Refugium mit ihrem prächtigen Blattschmuck. Wenngleich das Aronstabgewächs aus tropischen Gefilden nach Europa einwanderte, bewegen sich die Ansprüche an Pflanzen, Pflege und Vermehren auf akzeptablem Niveau. Warme Temperaturen, reichlich Wasser und regelmäßige Nährstoffversorgung bilden die Basis, damit sich Dieffenbachia heimisch fühlen. Die bemerkenswerte Wüchsigkeit lässt sich durch turnusmäßigen Rückschnitt problemlos im Zaum halten. Um weitere Exemplare heranzuziehen, stehen mit Triebstecklingen, Kopfstecklingen, Stammstecklingen und Kindeln gleich mehrere Vorgehensweisen zur Auswahl. Die extreme Toxizität darf bei allen Arbeiten nicht außer Acht gelassen werden. Mit geeigneten Vorkehrungen, wie Handschuhen und Augenschutz, stellt dieses Manko für geübte Hobbygärtner kein Problem dar. Von einer Kultivierung im Haushalt mit Kindern oder Haustieren ist hingegen abzuraten.

Wissenswertes zur Dieffenbachia in Kürze
  • Die Dieffenbachia bevorzugt einen hellen bis halbschattigen Standort.
  • Volle Sonne verträgt sie nicht. Die Blätter verbrennen sehr leicht.
  • Steht eine Diefenbachia zu dunkel, verlieren die Blätter ihre Färbung und sind dann nur noch glatt grün.
  • Die Pflanzen mögen es warm, im Sommer etwa 18 bis 22 ºC und im Winter 15 bis 18 ºC.
  • Die Erde sollte ein Gemisch aus brockigem Torfmull und Nadelerde sein, es genügt aber auch Torfkultursubstrat und Einheitserde.
  • Umgetopft wird im Frühling. Im Sommer sollte man die Dieffenbachia reichlich gießen. Man verwendet weiches und nicht zu kaltes Wasser.
  • Im Winter wird nur wenig gegossen, gerade so viel, dass der Topfballen nicht austrocknet.
  • Wenn man zu wenig gießt, bekommen die Blätter braune Ränder.
  • Will man seiner Dieffenbachia etwas gutes tun, sorgt man für viel Luftfeuchtigkeit.
  • Nasse Füße mag die Diefenbachie überhaupt nicht, also achtet man besser darauf, dass kein Wasser im Untersetzer verbleibt.
  • Übrigens mag es die Pflanze, wenn sie von unten statt von oben gegossen wird. Sie neigt dann weniger zu Wurzelfäule und Wurzelschäden.
  • Gedüngt wird während der Hauptwachstumszeit alle zwei Wochen 0,2%-ig.
  • Die Dieffenbachia ist anfällig für Spinnmilben, Blattläuse und Blasenfuß.
  • Bei großen Temperaturunterschieden kann es zu Pilzerkrankungen kommen. Diese können mit einem systemischen Fungizid behandelt werden.
  • Am Winterende kann man die Pflanze vorbeugend mit einem Breitbandinsektenschutzmittel behandeln.
  • Die Dieffenbachia wird über Kopf-, Stamm- oder Triebstecklinge vermehrt.
  • Vorsicht beim Hantieren mit einer Dieffenbachia! Alle Teile sind giftig. Austretender Saft darf nicht in die Augen oder den Mund gelangen.
  • Auch trägt man besser Gartenhandschuhe und reinigt sich hinterher gründlich.