Flamingoblume, Anthurie - das hilft bei gelben/braunen Blättern

AnthurieIm Handel sind fast ausschließlich Hybridepflanzen erhältlich. In der Pflege sind Flamingoblumen etwas anspruchsvoller als andere Blühpflanzen, aber die Kultur kann gelingen, wenn einige Dinge berücksichtigt werden.

Kurzer Steckbrief der Anthurien
  • Auch Schwefelblume oder Schleifenblume genannt
  • Familie der Ahornstabgewächse
  • 600 bis 1.000 Arten
  • immergrüne, ausdauernde Pflanze
  • Die eigentliche Blüte sitzt kolbenförmig auf einem roten, weißen oder rosa Hochblatt
  • Stammt hauptsächlich aus den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas
  • Blütezeit dort von Februar bis Mai
  • Bei reiner Wohnungshaltung Blüte ganzjährig möglich
  • Wird je nach Sorte 30 bis 80 cm hoch
  • Kräftig grüne,

    ledrige und lanzettenförmige Blätter
  • Bildet Beeren als Frucht
Wichtig

Anthurien sind schwach giftig. Sie sollten nicht verzehrt werden. Es kann zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Brechreiz und Durchfall kommen. Bei Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten können Rötungen auftreten, die Haut neigt zu Blasenbildung, es kann zu vermehrter Speichelbildung kommen und Schmerzen im Mund können auftreten. Meist klingen die Symptome nach ein bis zwei Stunden wieder ab. Für Pflanzenliebhaber mit Kleinkindern und Haustieren sind Anthurien nicht ideal.

Was tun bei kränkelnden Anthurien?

Haben Anthurien einen passenden Standort und stehen sie in einem guten Substrat, entwickeln sie sich gut und erfreuen durch zahlreiche, dekorative Blüten. Allerdings muss auch die Wasser- und Nährstoffversorgung stimmen. Anthurien sind Schattenpflanzen, benötigen aber doch ausreichend Licht. Sonne, vor allem Mittagssonne führt zu Verbrennungen auf den Blättern. Die Pflanzen schätzen Temperaturen zwischen 18 und 20°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Boden sollte ausgesprochen luft- und wasserdurchlässig sein. Ideal ist ein hoher Anteil an saurer Erde. Was Flamingoblumen nicht vertragen sind Trockenheit, Nässe und Kalk. Leider kommt es recht häufig vor, dass Flamingoblumen braune oder gelbe Blätter bekommen. Das kann verschiedenste Ursachen haben. Diese gilt es zu ergründen, damit der „Fehler“ abgestellt werden kann. Häufige Ursachen sind falsche Lichtverhältnisse, eine zu niedrige Luftfeuchte, ein zu kleines Gefäß oder auch Schädlinge. Selbst Pflanzenkrankheiten können Schuld sein.

Ursachen für gelbe und braune Flecken und Blätter bei der AnthurieAnthurie

Falsche Lichtverhältnisse

Flamingoblumen sind Regenwaldpflanzen. Sie gedeihen dort am Boden, aber auch als Aufsitzerpflanzen auf den Bäumen. Selten verirrt sich ein Sonnenstrahl ganz hinunter, obwohl reichlich Licht durch die Blätter scheint. Anthurien benötigen reichlich Licht, nicht nur im Sommer, auch im Winter. Trotzdem sollte man sie nicht der prallen Sonne aussetzen, weder im Freien, noch hinter einem Fenster. Schnell kommt es zu Verbrennungen, braunen Flecken oder Streifen auf den Blättern. Manchmal wird auch das gesamte Blatt braun. Diese Verbrennungen verschwinden auch nicht wieder, wie ein Sonnenbrand beim Menschen. Günstig sind Ost- oder Westfenster, ideal ist ein so genanntes Blumenfenster.
  • Benötigen viel Licht
  • Sommer und Winter
  • Nicht in die Sonne
  • Auch nicht hinter Glas
  • Im Winter hilft eine Pflanzenlampe, mangelnde Lichtverhältnisse zu verbessern
Unpassendes Pflanzsubstrat

Egal, welches Pflanzsubstrat verwendet wird, unten hinein in das Gefäß muss eine Drainage. Wichtig ist, dass sich das Wasser nicht staut. Sammelt sich Wasser im Wurzelbereich, kommt es zu Wurzelfäulnis. Die wird meist erst erkannt, wenn es zu spät ist, die Anthurie zu retten. Das Substrat selbst muss sehr wasser- und luftdurchlässig sein. Außerdem sollte es einen sauren pH-Wert haben. Geeignet ist Orchideenerde oder aber auch ein Gemisch aus grobem Torf, Komposterde und groben Sand, etwa zu gleichen Teilen. Wer nur normale Pflanzenerde zur Verfügung

hat, sollte diese unbedingt durchlässiger machen, z.B. mit Styroporkügelchen.
  • Drainage im Gefäß
  • Keine Staunässe
  • Wasser- und luftdurchlässiges Substrat
  • Saurer pH-Wert
Falsches Gießverhalten

Viele Pflanzenfreunde meinen es beim Gießen zu gut mit ihren Pflanzen. Sie
„ersäufen“ sie. Dauerhafte Nässe können Flamingoblumen gar nicht vertragen. Trockenheit ist aber auch nicht ihr Ding. Die Pflanzen sind da etwas heikel. Um gesund zu bleiben und Blüten ausbilden zu können, ist ein gleichmäßig leicht feuchter Boden ideal. Bei Dauernässe kommt es recht zügig zu Veränderungen an den Blättern. Sie werden gelb und mit der Zeit braun und sterben ab. Gleiches kann auch passieren, wenn die Flamingoblume zu wenig gegossen wird. Bei nicht ausreichender Wasserversorgung sterben einzelne Blätter ab, werden erst gelb und dann welk und braun.
  • Gleichmäßig, leicht feuchtes Substrat
  • Nicht austrocknen lassen
  • Nicht ständig nass halten
Tipp: Anthurien mögen keinen Kalk. Dieser verändert den pH-Wert des Bodens. Deshalb sollte nicht mit Leitungswasser gegossen werden. Am besten geeignet ist Regenwasser.

Anthurie Steht die Anthurie in der Vegetationsruhe kühler, muss das Gießen eingeschränkt werden. Bei niedrigeren Temperaturen wird nicht mehr so viel Wasser benötigt. Je kühler die Temperaturen, um so weniger Wasser sollte zugeführt werden.
  • In Vegetationsruhe bei kühlen Temperaturen weniger gießen
Wichtig für ein gutes Gedeihen ist eine hohe Luftfeuchte. Das kann man auf verschiedene Art und Weise erreichen. Am einfachsten ist sicher, die Pflanze regelmäßig mit Regenwasser zu besprühen. Es ist dabei allerdings zu beachten, nicht die Blüten bzw. die farbigen Hochblätter der Anthurien zu besprühen. Allerdings kann das Pflanzgefäß auch in eine Schale Wasser gestellt werden, aber auf Steine, so dass es über der Wasseroberfläche steht. Das Wasser in der Schale verdunstet und sorgt so für eine höhere Luftfeuchtigkeit.
  • Pflanzen regelmäßig besprühen
  • Regenwasser verwenden
  • Nicht auf Blüten sprühen
  • Luftbefeuchter neben den Pflanzen aufstellen
Falsche Düngung

Bei zu viel Dünger oder bei falscher Zusammensetzung kann es ebenfalls zu Blattflecken und Verfärbungen der Blätter kommen. Während der Wachstumszeit, also zwischen Frühjahr und Herbst wird alle zwei Wochen gedüngt. Geeignet ist Flüssigdünger, aber in einer möglichst niedrigen Konzentration. In der Ruhezeit nicht düngen.

Schädlingsbefall

Auch Schädlinge können dafür sorgen, dass die Blätter der Anthurie gelb und braun werden und letztendlich absterben. Besonders Spinnmilben sind wahre Meister darin, Pflanzen zu schädigen. Häufig werden sie zu spät entdeckt und haben sich dann schon massenhaft vermehrt. Sie sind dann nur schwer zu bekämpfen, bzw. schaden die chemischen Mittel auch den Gewächsen. Werden die Blätter heller und wirken durchscheinend, kann das auf Spinnmilben hindeuten. Am besten besprüht man die Pflanze mit einem feinen Wassernebel. Zeigen sich daraufhin kleine Gespinste, an denen die Tröpfchen hängen bleiben, sind die Plagegeister enttarnt. Spinnmilben sind so winzig, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennt. Die Insekten stechen die Anthurie an und saugen Pflanzensaft. Rein durch ihre Masse schaden sie den Pflanzen. Sie schwächen sie und machen sie anfällig für Krankheiten. Bei geringem Befall reicht es manchmal, einfach die Luftfeuchte zu erhöhen. Das mögen Spinnmilben nicht. Haben sie sich aber schon ausgebreitet, hilft meist nur noch die chemische Keule. Hier sollte man sich nach dem jeweilig wirksamsten Mittel erkundigen. Spinnmilben sind gegen viele Mittel resistent, das macht die Bekämpfung so schwierig.
  • Spinnmilben an netzartigen Gebilden zu erkennen
  • Mit Wasser besprüht bilden sich daran Tropfen
  • Schwer zu bekämpfen
  • Luftfeuchte erhöhen
  • Chemische Mittel
Anthurie Ebenso schädlich und schwer zu bekämpfen sind Schildläuse. Auch sie ernähren sich vom Pflanzensaft, schädigen die Flamingoblume aber zusätzlich durch ihre Ausscheidungen. Auf dem so genannten Honigtau siedeln gern Rußtaupilze, welche die Pflanzen schwächen. Schildläuse sind häufig schwer zu erkennen. Sie sitzen flach an den Stängeln und unter Blättern und werden meist erst bemerkt, wenn die klebrigen Ausscheidungen am Boden auffallen. Dann haben sich die Schädlinge meist schon stark vermehrt und ziemlichen Schaden angerichtet. Sie sollten sofort bekämpft werden. Man kann sie mit einem Zahnstocher oder etwas ähnlichem abstreifen, erwischt so aber nie alle. Oft hilft auch hier nur die chemische Bekämpfung.
  • Schildläuse zu erkennen an kleinen braunen Erhebungen auf Stängel und unter Blättern
  • Schwer zu bekämpfen
  • Absammeln oder chemische Keule
Krankheiten

Bei den Krankheiten ist es vor allem die Blattfleckenkrankheit, die Anthurien zu schaffen macht. Es bilden sich braune Flecken mit gelbem Hof. Häufig ist ein schwarzer Rand zu erkennen.

Falsche Überwinterung

Anthurien haben im Winter andere Ansprüche als im Sommer. Zwar wollen die Pflanzen hell stehen, brauchen also viel Licht, aber die Temperaturen sollten etwa für 7 bis 8 Wochen abgesenkt werden. 15°C wären ideal. Gegossen wird erst, wenn die oberste Erdschicht gut abgetrocknet ist. Ganz austrocknen darf der Wurzelballen aber nicht. Auf Dünger wird in der Ruhephase ganz verzichtet. Aufpassen muss man, dass die Anthurien mit der trockenen Heizungsluft klar kommen. Damit tun sie sich schwer. Deshalb ist das tägliche Besprühen wichtig. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten, die Luftfeuchte zu erhöhen.
  • Kühler stellen, etwa 15°C
  • Viel Licht, aber keine Sonne
  • Weniger gießen
  • Nicht düngen
Fazit

Anthurien sind wunderbare Blühpflanzen, die aber etwas heikel in der Pflege sind. Sie haben einige Ansprüche, hauptsächlich was Standort, Pflanzsubstrat, Licht und das Gießen betrifft. Außerdem ist ein kühlerer Standort im Winter wichtig. Nur wenn all diese Dinge berücksichtigt werden, wird sich die Anthurie entwickeln und viele Blüten bilden. Es sind keine Anfängerpflanzen. Wer etwas Gefühl für Pflanzen hat, wird aber klarkommen.