Geldbaum richtig schneiden - Pfennigbaum, Crassula ovata

GeldbaumMan wünscht ihnen damit ein Leben ohne finanzielle Nöte. Geldbäume sind zwar nicht mehr in Mode, stehen aber nach wie vor in vielen Wohnungen und Häusern, einfach, weil es dankbare und pflegeleichte Pflanzen sind, die auch Pflegefehler gut verzeihen, solange nicht übertrieben wird.

Kurzer Steckbrief des Geldbaumes
  • Sukkulente Pflanze
  • Stammt aus Südafrika
  • Immergrüner Strauch bis 2,5 m hoch
  • Zahlreiche verschiedene Sorten
  • In der Regel spärlich verzweigt
  • Manchmal nur ein Hauptstamm
  • Triebe graugrün
  • Blätter kräftig grün
  • Blüht in der Heimat im Winter, von Juli bis August
  • Süßlich duftende, rosafarbene oder weiße

    sternförmige Blüten
  • Bildet winzige Kapselfrüchte mit Samen
  • Sehr beliebt als Zimmerpflanze und Bonsai
Geldbaum richtig schneiden

In vielen Fällen macht ein Geldbaum sein Leben lang keine Erfahrung mit einer Schere oder einem Messer. Wenn Standort, Substrat und Pflege stimmen, wächst die Pflanze gedrungen und kompakt in die Höhe und Breite. Häufig findet das sukkulente Gewächs aber keine idealen Bedingungen vor und dann schießen die Triebe in die Länge, haben keine Kraft und hängen schlaff herunter, statt aufrecht und stark zu stehen. Die ganze Wuchsform passt nicht mehr. Auch brechen diese dünnen Triebe schnell ab. Hier empfiehlt sich ein Schnitt, ebenso, wenn eine bestimmte Form erreicht werden soll. Ein Vorteil der Schnittmaßnahmen ist, dass die abgetrennten Triebe gleich zur Stecklingsvermehrung genutzt werden können.

Um einen kompakten Wuchs zu erreichen

Um eine kompakte Form mit kräftigen, vorwiegend nach oben wachsenden Trieben zu erzielen, muss häufig ein Schnitt durchgeführt werden. Dabei werden alle nach unten hängenden Triebe konsequent entfernt. Ein Schnitt hat das Ziel, einen kräftigen Stamm herauszubilden und eine kompakte Krone zu fördern. Sich überkreuzende Triebe oder solche, die aneinander reiben, sind ungünstig. Einer davon sollte herausgeschnitten werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, einen falsch wachsenden Trieb, insoweit er noch biegsam ist, an einem Stab anzubinden und ihn in eine andere Richtung zu leiten. Das ist vor allem bei Geldbäumen empfehlenswert, die eine recht lichte Krone besitzen. Nach einiger Zeit können die Stäbe entfernt werden. Wichtig ist, sie nicht mit Draht zu befestigen, da dieser in das weiche Gewebe eindringen kann. Starke Verletzungen sind die Folge.
  • Schnitt um die Form zu bilden
  • Hängende und schwache Triebe wegschneiden
  • Alternativ in die richtige Richtung leiten
  • Der beste Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Blüte
  • Besonders bei jungen Geldbäumen sollte geschnitten werden, damit sie sich mehr verzweigen.
    Bei älteren ist das nur notwendig, wenn sie von unten verkahlen. Das geschieht meist durch Pflegefehler. Die unteren Blätter fallen in der Regel zuerst ab.
Tipp: Geldbäume blühen nur, wenn sie den Sommer im Freien verbringen können. Sie müssen allerdings bei kühleren Temperaturen wieder eingeräumt werden. Die Blüten werden durch den Temperaturumschwung ausgetrieben.

Nach einem Schnitt, vor allem nach einem kräftigen, treibt der Geldbaum stark aus. Das ist nicht immer günstig. Häufig erscheinen zu viele Triebe, die Krone wird nun wieder zu dicht. Einige der neuen Triebe müssen wieder entfernt werden. Nach außen wachsende Äste können meist belassen werden, aber innen werden bis zu 2/3 weggeschnitten.
  • GeldbaumNach Schnitt starker Austrieb
  • Nach etwa 6 bis 12 Monaten muss erneut geschnitten werden
  • 1/3 bis 2/3 wegschneiden
Wie wird geschnitten?

Wichtig ist, dass keine Stummel stehen

bleiben. Außerdem sollten die Schnittflächen nicht oder nur wenig zu sehen sein. Geschnitten wird immer wenige Millimeter über zwei schon abgefallenen Blättern. Man erkennt diese Stellen an den Querrillen, welche diese Blätter hinterlassen, wenn sie abfallen, egal aus welchem Grund.
  • Keine Stummel stehen lassen
  • Schnittflächen sollten kaum zu sehen sein
  • Immer kurz über einer Querrille schneiden
Geldbaum als Bonsai schneiden

Um einen Bonsai zu erziehen, reicht ein bewurzelter Kopfsteckling. Mit etwas Geduld entwickelt sich in etwa ein oder zwei Jahren daraus ein Stämmchen mit einigen Verzweigungen, die schön aufrecht nach oben wachsen. Alle diese Triebe werden abgeschnitten, schön glatt, mit einem sehr sauberen und sehr scharfen Messer, wie es für die Bonsaikultur genutzt wird. Geschnitten wird immer über den untersten Rillen, welche abgefallene Blätter hinterlassen haben. Das hat den Zweck, dass das kleine Stück über den Querrillen abtrocknet und dann ganz einfach entfernt werden kann. Inzwischen haben meist schon neue Blätter das Licht der Welt erblickt. Nach dieser Schnittmaßnahme, bei der keine Blätter mehr an dem Gewächs sind, treibt der Geldbaum kräftig aus und man kann beginnen, ihn in die gewünschte Form zu erziehen. Meist wird eine formale oder frei aufrechte Form bevorzugt.  Damit ein Stamm entstehen kann, sollten die unteren Blätter, insoweit sie nicht sowieso abfallen, entfernt werden. Nur so entsteht eine baumähnliche Form. Der Schnitt wird gut vertragen, wenn er richtig ausgeführt wird und nur saubere, scharfe Schnittwerkzeuge genutzt werden. Um eine bonsaigerechte Form zu erzielen, müssen überflüssige Zweige regelmäßig herausgeschnitten werden. Durch einen guten Schnitt lässt sich die Form des Geldbaumes bestimmen, auch ohne dass die Triebe groß gedrahtet werden müssen, was nicht günstig für die Pflanze ist. Wichtig ist, Zweige um die Hälfte einzukürzen, spätestens, wenn sie über 10 Blattpaare verfügen.

Fazit

Zwar sind Geldbäume nicht mehr so in Mode wie das vor einigen Jahrzehnten einmal war, aber es sind immer noch dankbare Zimmerpflanzen, die jede Menge Pflegefehler verzeihen und als gute Anfängerpflanzen gelten. Leider geraten sie häufig aus der Form, was an nicht idealen Standorten, vor allem im Winter liegt. Mit einem Schnitt können die Pflanzen aber zu einem kompakten Wuchs angeregt werden. Bei den Schnittmaßnahmen darf man nicht zimperlich sein. Ein Geldbaum verträgt auch einen starken Schnitt und treibt danach um so reichlicher wieder aus. Außerdem können die Gewächse als Bonsai kultiviert werden. Dafür wird eine bestimmte Schnitttechnik benötigt, wie bei allen Bonsai.