Gummibaum durch Ableger vermehren - Ficus elastica

Nur ein Gummibaum ist für Liebhaber dieser dekorativen Pflanze meist zu wenig. Doch die Zimmerpflanze, die zur Gattung Ficus Elastica gehört, lässt sich leicht vermehren. Ist der Baum für die Wohnung zu groß geworden und zu hoch nach oben gewachsen, muss er zurückgeschnitten werden, dieser Rückschnitt kann als Steckling für einen neuen Baum genutzt werden. Aber auch wenn kein Rückschnitt erfolgen soll, können einzelne neue Triebe im Frühling zur Vermehrung der beliebten, immergrünen Pflanze genutzt werden.

Ableger gewinnen

Wer seinen Gummibaum vermehren möchte, der nimmt für ein oder mehrere Ableger in der Regel Stecklinge, die er

zuvor vom Baum abgetrennt hat. Dies ist die einfachste Möglichkeit, einen Ableger zu ziehen und so, auf Wunsch, viele neue Pflanzen des beliebten Ficus Elastica zu erhalten. Denn diese Methode ist einfach und sicher, da die meisten Stecklinge wurzeln und somit neue Ableger entstehen. Der richtige Zeitpunkt für die Gewinnung der Ableger:
  • im Frühjahr, wenn die neuen Triebe erscheinen
  • diese werden mit der Hand gebrochen
  • das ganze Jahr über, wenn eine Mutterpflanze zu groß geworden ist
  • einfach den Stamm auf der gewünschten Höhe kappen
  • die geschnittene Spitze nicht entsorgen sondern als Ableger nutzen
Tipp: Der Rückschnitt am Stamm schadet dem Gummibaum nicht, denn unterhalb der Schnittstellen bilden sich schnell neue Triebe, die diese verdecken. Die Schnittstelle mit Wundwachs für Bäume abdecken, damit die Wunde abheilen kann.

Stecklinge gewinnen

Wenn Stecklinge zum Ableger werden sollen, dann sollte sich hier für schöne, gerade Triebe entschieden werden, damit auch der Ableger von Anfang an gerade wachsen kann. Die Triebe, an denen bereits ein neues Blatt wachsen sollte, können einfach mit der Hand am Stamm entfernt werden. Der Saft, der hier ausgesondert wird, sollte vorsichtig am Stamm abgetupft werden, die blutende Stelle eventuell mit Wundwachs versorgen. Auch die milchige Flüssigkeit am entfernten Steckling sollte vorsichtig mit einem sauberen, trockenen Tuch entfernt werden. Mit dem neu gewonnenen Steckling wird wie folgt verfahren:
  • Trieb in ein Glas mit Wasser stellen
  • immer darauf achten, dass genügend Wasser vorhanden ist
  • Blätter sollten mit dem Wasser nicht in Berührung kommen
  • Idealerweise an einen warmen und hellen Standort platzieren
  • keine direkte Sonneneinstrahlung,
  • sonst könnte das hieran befindliche Blatt verbrennen
  • die Bewurzelung kann sich bis zu drei Monate, manchmal sogar länger, hinziehen
  • es kann zwischenzeitlich einen wochenlangen Stillstand geben
  • sind die Blätter am Trieb grün und saftig, ist der Trieb lebendig
Tipp: Ein Steckling kann auch sofort, ohne Wurzeln in Erde gesetzt werden, muss dann aber immer gut nass gehalten werden. Doch nicht immer gelingt auf diese Weise die Bewurzelung und der Ableger verkümmert. Um die Bewurzelung in der Erde voranzutreiben, wird immer häufiger empfohlen, Zimtpulver an den Stumpf zu geben, bevor der Steckling in die Erde gesetzt wird. Ob dies allerdings Sinn macht, ist noch nicht erforscht.

Ableger mit Stamm gewinnen

Ist der Mutterbaum zu groß geworden, muss er geschnitten werden. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um einen neuen Ableger zu gewinnen, der ebenfalls bereits eine gewisse Höhe erreicht hat. Gummibäume können einen Höhe von vier Metern erreichen. Werden sie in der Wohnung von der Decke am Höhenwachstum gehindert, wachsen sie in der Spitze einfach krumm weiter. Um dies zu verhindern, kann der Gummibaum am Stamm auf die gewünschte Höhe gekürzt werden. Hierbei sollte jedoch auch beachtet werden, dass rund um die Schnittstelle neue Triebe entstehen, die ebenfalls schnell in die Höhe wachsen. Daher sollte die Schnittstelle auf einer Höhe gewählt werden, bei dem dem Gummibaum die Möglichkeit gegeben werden kann, wieder ein paar Jahre nach oben wachsen zu können. Mit dem restlichen, entfernten Stamm, wird dann wie folgt vorgegangen:
  • je nachdem wie lang die abgeschnittene Spitze ist, kann diese nochmals geteilt werden
  • so können mehrere Ableger gewonnen werden
  • diese werden in ein Glas, oder je nach Größe, in eine Vase mit Wasser gestellt
  • bei vorhandenen Blättern Wasserkontakt vermeiden
  • warm und hell stellen
  • nach etwa drei Monaten bilden sich die Wurzeln
  • sind diese ausreichend groß, kann
    gepflanzt werden
Tipp: Wird der Stamm geschnitten, sollte hierzu immer nur eine scharfe, gut schneidende und vorher mit reinem Alkohol desinfizierte Gartenschere genutzt werden. Denn ist der Schnitt nicht glatt sondern ausgefranst, kann dies dem Gummibaum schaden. Wird eine Gartenschere vor dem Schnitt nicht desinfiziert, können dieser Bakterien anhaften, die unter Umständen an und in die Schnittstelle gelangen und der Pflanze so schädigen könnten.

Pflanzen

Wenn sich nach drei Monaten kräftige Wurzeln am Steckling gebildet haben, dann kann der Ableger eingepflanzt werden. Sinnvoll ist es, wenn ein Glas oder eine durchsichtige Vase für die Bewurzelung genutzt wurde, denn dann ist von Außen bereits der passende Zeitpunkt erkennbar, wann die Ableger in die Erde dürfen. Bei der Pflanzung sollte daher folgendes beachtet werden:
  • wenn die Wurzeln ca. 2-3 cm lang sind, kann eingepflanzt werden
  • für den kleinen Ableger auch nur einen kleinen Topf nutzen
  • über dem Abflussloch eine Drainage anlegen
  • hierzu Kiesel nutzen
  • darüber kommt Pflanzvlies
  • Hälfte der Erde in den Topf geben
  • Ableger ganz vorsichtig einsetzen, damit die zerbrechlichen Wurzeln keinen Schaden nehmen
  • restliche Erde vorsichtig einfüllen, leicht andrücken
Tipp: Gerade die neuen, kleinen Ableger sind noch recht anfällig, daher sollten diese regelmäßig nach Spinnmilben oder Thrispe sowie anderen Schädlingen abgesucht werden, vor allem wenn ihnen ein Standort im Freien geboten wird.

Substrat & Boden

Normale Blumenerde für Zimmerpflanzen ist auch für den neuen Ableger des Ficus elastica geeignet. Diese ist meist auch mit Kompost durchzogen und hat so für den Anfang genügend Dünger in sich, um das Wachstum der neuen Pflanzen zu gewährleisten. Alternativ kann hier auch Gartenerde mit einem Torf-Sandgemisch genutzt werden. Allzu fest sollte der Boden jedoch nicht sein, damit die kleinen Wurzeln die Möglichkeit haben, sich auszubreiten und zu wachsen. Bei einem zu festen, schweren Boden könnte es ansonsten sein, dass der Ableger sich nicht weiterentwickelt und verkümmert, da die Wurzeln von der Erde regelrecht erdrückt werden.

Gießen und  Düngen

Wurde der Ableger in frische Blumenerde eingesetzt, dann ist ein Düngen vorerst nicht nötig, denn die frische Erde besitzt genügend Nährstoffe für den Anfang. Nach etwa drei Monaten kann der neue Gummibaum jedoch regelmäßig mit einem Dünger für grüne Zimmerpflanzen versorgt werden. Bei der Düngergabe muss grundsätzlich auf die Herstellerangaben geachtet werden, denn jede Düngerform, zum Beispiel Flüssigdünger oder auch körniger Langzeitdünger, verhält sich anders. Beim Gießen sollte zudem folgendes beachtet werden:
  • der Ableger benötigt am Anfang noch viel Wasser
  • daher sollte regelmäßig gegossen werden
  • die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden
  • so kann das Wurzelwachstum beschleunigt werden
  • Staunässe sollte jedoch unbedingt vermieden werden
  • daher eine halbe Stunde nach dem Gießen überschüssiges Wasser aus dem Teller abgießen

Standort

Der Gummibaum benötigt viel Licht und Helligkeit, um gut zu gedeihen. Wurden die Ableger daher im Frühjahr entnommen, ist dies ein guter Zeitpunkt, denn die Tage werden länger und es gibt mehr natürliches Licht. Werden die Tage wärmer, können die in den mit Wasser gefüllten Vasen oder Gläsern befindlichen Stecklinge auch nach Draußen an einen hellen, aber geschützten Platz gebracht werden. Nachtfrost sollte hierbei jedoch unbedingt vermieden werden. Doch in der Regel sind die kleinen Behältnisse, in denen sich die Stecklinge befinden, schnell am Morgen nach Draußen und am Abend wieder ins geschützte Innere gestellt. Eine direkte Sonneneinstrahlung sollte jedoch vermieden werden. Sind die Ableger nach Bewurzelung eingepflanzt worden, gelten die selben Bedingungen an den idealen Standort. Dieser sollte daher wie folgt aussehen:
  • hell und warm
  • an warmen Tagen im Frühjahr auf Balkon oder Terrasse
  • hier einen geschützten Platz aussuchen
  • nicht in die direkte Sonne stellen
  • wenn im Zimmer aufgezogen wird, den hellsten Platz der Wohnung wählen
  • eine Fensterbank ohne direkte Sonneneinstrahlung ist hier ideal
Tipp: Der im Wachstum befindliche Gummibaum sollte öfters gedreht werden. So wächst er nicht einseitig zum Licht sondern entwickelt einen geraden Stamm.

Fazit

Wer bereits einen Gummibaum besitzt, der kann sich hieraus viele neue kleine Pflanzen über Ableger ziehen. Es ist ganz einfach und auch für den ungeübten Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber möglich, Stecklinge zu gewinnen. Ein wenig Geduld ist hierbei allerdings gefragt, denn die Bewurzelung kann bis zu drei Monate oder mehr dauern. Die meisten Ableger bilden nach dieser Zeit aber Wurzeln und entwickeln sich später zu einem prächtigen Baum, wenn die wenigen Pflegehinweise hierfür eingehalten werden.