Brotkäfer bekämpfen - aus der Wohnung loswerden

Lebensraum des BrotkäfersBrotkäfer leben eher im Verborgenen und gehören zu den am häufigsten im Haushalt vorkommenden Schädlingen. Sie befallen vor allem überlagerte und stärkehaltige Lebensmittel wie Mehl, Back- und Teigwaren, Schokolade aber auch Tiernahrung, nehmen im Gegensatz zu ihren Larven aber keine Nahrung auf. Je nach Umgebungsbedingungen treten pro Jahr drei Generationen auf. Lebensmittel, die von diesen Käfern und dessen Larven kontaminiert sind, dürfen nicht mehr verzehrt werden, denn sie sind mit Kot und Gespinstverklebungen dieser Tiere durchsetzt.  

Einen Befall frühzeitig

erkennen

  • Der eigentliche Schädling ist nicht der Käfer, sondern seine Larven.
  • Ob ein Befall vorliegt, kann man mithilfe von Pheromonfallen überprüfen.
  • Speziell für Anobien (Nagerkäfer) geeignete Pheromonfallen bieten sich hierfür an.
  • Mit diesen Fallen kann auch die Befallsstärke festgestellt werden.
  • Sie enthalten spezielle Sexuallockstoffe, der die männlichen Brotkäfer anlocken sollen.
  • Einmal ausgebracht hält die Wirkung mehrere Wochen lang an.
  • Liegt ein Befall vor, geht es zunächst darum, den Befallsherd zu finden.
Tipp: Gelingt es nicht, die Ursache für den Befall zu finden, ist es ratsam, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zurate zu ziehen, denn dieser Käfer ist nicht nur ein Vorratsschädling, er kann auch auf bauliche Schäden am Gebäude hinweisen und dann massenhaft auftreten.

Erste Maßnahmen zur Bekämpfung

Ist man fündig geworden, ist es wichtig, die betroffenen Lebensmittel sofort zu entsorgen. Bevor man sie im Hausmüll entsorgt, ist es empfehlenswert, sie entweder für mindestens eine Stunde bei 60 Grad in den Backofen oder über Nacht ins Gefrierfach oder den Tiefkühlschrank legen. Das Gleiche gilt für scheinbar nicht befallene Lebensmittel. Wirft man sie einfach in den Hausmüll, kann sich der Brotkäfer ungehindert weiter verbreiten und schlimmstenfalls wieder in die Wohnung gelangen. Lebensmittel in unmittelbarer Nähe befallener Lebensmittel sollten ebenfalls vorsorglich beseitigt werden. Überall dort, wo dieser Schädling entdeckt wurde, z.B. in Vorratsschränken muss gründlich sauber gemacht werden. Fugen und Ritzen am besten mit einem Staubsauger aussaugen und diesen anschließend sofort entleeren.

Pheromonfallen gegen diesen Schädling einsetzen

Pheromonfallen können auch direkt zur Bekämpfung dieses Schädlings eingesetzt werden. Diese Klebefallen sind giftfrei und können gefahrlos in Küche und Vorratsräumen ausgebracht werden. Sie sind sehr leicht anzuwenden. Die männlichen Käfer können diesen Duft auch kilometerweit entfernt noch wahrnehmen. Sie werden angelockt, bleiben auf den Fallen kleben, wo sie schließlich verenden, was die Population deutlich reduziert. In der Regel liegt diesen Klebefallen eine Anleitung bei, wie sie richtig anzuwenden sind.

Tipp: Während der Dauer der Anwendung ist es hilfreich, die Fenster geschlossen zu halten, da diese Pheromone auch Käfer von draußen anlocken können, die dann das Problem noch verstärken.

Mit Nützlingen gegen den Eindringling vorgehen

Im Gegensatz zu handelsüblichen Schädlingsbekämpfungsmitteln, die beim Menschen  gesundheitliche
Schäden hervorrufen können, sind Nützlinge für Mensch und Umwelt vollkommen ungefährlich und zudem noch sehr effektiv. Mit Nützlingen wie der Lagererzwespe Lariophagus distenguendus und der Schlupfwespe Anisopteromalus calandrae kann man den Brotkäfer relativ schnell wieder loswerden. Die Lagererzwespe Lariophagus distenguendus verfügt über einen außergewöhnlich guten Geruchssinn, mit dem sie selbst versteckt sitzende Käfer aufspürt. Diese Erzwespen legen neben den Schädlingslaven jeweils ein Ei ab. Nachdem sie geschlüpft sind, ernähren sie sich von den Schädlings- bzw. Wirtslarven. Der Einsatz dieser Wespen ist das ganzjährig möglich. Bei

besonders hohen Temperaturen von über 25 Grad kann die Schlupfwespe Anisopteromalus calandrae gute Dienste leisten. Auch diese Art zeichnet sich durch ein sehr gutes Gespür aus. Beide Nützlingsarten können sowohl einzeln als auch gleichzeitig zum Einsatz kommen. Sie sind beide sehr gründlich, da sie auch in dunkle Ritzen, Fugen und sogar in Zwischenböden und Dämmungen vordringen können. Sind irgendwann alle Schädlinge vernichtet, verschwinden auch die Nützlinge ganz von allein, da ihnen die Nahrungsgrundlage fehlt.

Tipp: Nützlinge werden in der Regel auf kleinen Kärtchen geliefert und sollten schnellstmöglich an Ort und Stelle in der Wohnung ausgelegt werden, wo sie sich unverzüglich an die Arbeit machen.


Woran man den Brotkäfer und einen möglichen Befall erkennt:
  • Dieser Schädling ist 2-3 mm lang, rostbraun und kann fliegen.
  • Er besitzt einen Chitinpanzer, wobei der Halsschild den Kopf ähnlich einer Kapuze umschließt.
  • Die Flügeldecken sind doppelt behaart und haben gepunktete Längsstreifen.
  • Die Käfer selbst haben eine Lebensdauer von 2-3 Monaten.
  • Die jungen Larven sind 0,5 mm lang und äußerst beweglich.
  • Altlarven sind etwa 5 mm lang, weiß mit einem hellbraunen Kopf und relativ unbeweglich.
  • In lockeren Substraten wie z.B. Mehl, deuten Kokons und Gespinstverklumpungen auf einen Befall hin.
  • Anzeichen dafür sind auch kleine, stecknadelkopfgroße Ausflugslöcher in den Verpackungen.
  • In festen Lebensmitteln zeigt sich ein Befall an Fraßhöhlen und Fraßgängen der Larven.
  • Diese relativ kleinen Käfer können auch in ungeöffnete Verpackungen gelangen.
  • Häufig findet man auch lebende oder tote Brotkäfer an Fenstern.
Vorbeugen ist der beste Schutz

Um diesen oder anderen Vorratsschädlingen vorzubeugen, ist vor allem auf Hygiene und Sauberkeit zu achten, sowohl in den jeweiligen Räumlichkeiten als auch in Schränken, in denen Lebensmittel oder auch Tierfutter aufbewahrt werden. Vor allem unzugängliche Stellen sollte man regelmäßig auf einen Befall mit diesem oder anderen Vorratsschädlingen untersuchen und Ritzen oder Fugen gegebenenfalls abdichten. Auch Fliegengitter in den Fenstern können hilfreich sein. Lebensmittel bewahrt man am besten immer in verschließbaren Gläsern oder Dosen auf und lagert sie an einem kühlen und trockenen Ort. Wenn der Brotkäfer optimale Bedingungen vorfindet, sprich Temperaturen um die 30 Grad, verkürzt sich die Entwicklungsdauer der Larven vom Schlupf bis zur Verpuppung von normalerweise 7 Monaten auf 1-2 Monate, was einen Massenbefall zur Folge haben kann. Deshalb ist es umso wichtiger, so früh wie möglich mit der Bekämpfung zu beginnen. So kann man diesen ungeliebten Untermieter schnell wieder loswerden. Im Zweifelsfall ist es immer besser, sich professionelle Hilfe zu holen, vor allem dann, wenn es in den Bereich Holz- und Bautenschutz geht. Schädlingsbekämpfer haben sehr effektive Möglichkeiten, diesem Schädling zu Leibe zu rücken, beispielsweise durch eine sogenannte Wärmeentwesung, bei der hohe Temperaturen das Mittel der Wahl sind.

Fazit
Die Bekämpfung des Brotkäfers ist vor allem dann effektiv und wirkungsvoll, wenn die Ursache des Befalls eindeutig identifiziert werden konnte und mit der Bekämpfung so früh wie möglich begonnen wird. Bei einem fortgeschrittenen Befall ist auf jeden Fall die Einbeziehung eines professionellen Schädlingsbekämpfers ratsam.