Apfelschorf erfolgreich bekämpfen

Apfelschorf erfolgreich bekämpfen ApfelbaumApfelerkrankungen können den wertvollen Ernteertrag verringern sowie das Obst eventuell ungenießbar machen. Aus diesen Gründen sollten derartige Infektionen wirkungsvoll, nachdrücklich und unbedingt schnell behandelt werden. Es entstehen oftmals sehr unterschiedliche Erkrankungen, wobei der Apfelschorf wohl die häufigste ist. Die infizierten Äpfel zeigen bereits bevor das Obst reif ist dunkle Flecken zudem wird der Geschmack und die Optik äußerst negativ beeinträchtigt.

Die Merkmale von Apfelschorf

Der 'Venturia' oder Apfelschorf gehört in die Kategorie der Schlauchpilze:
  • er verursacht im Besonderen bei Äpfeln Pilzinfektionen,

    wobei auch Pfirsiche, Birnen sowie Kirschen und etliche andere Gewächse davon betroffen sein können
  • der 'Venturia' zeigt sich durch schorfige großflächige Wunden auf den Fruchtschalen, welche eine raue und trockene Struktur aufweisen
  • die schadhaften Blätter entwickeln zudem umfangreiche Nekrosen, die durch vorerst matte olivgrüne, später braune bis ins schwarze reichende Flecken zu erkennen sind
  • gefördert wird er durch eine extrem feuchte und warme Witterung, wobei er mittels gezielter Vorbeugung zumindest in seinem Erscheinen gehemmt werden kann
  • innerhalb trockener Gartenjahre ist er eher selten zu beobachten
  • eine wirkungsvolle Bekämpfung erfolgt durch ein sorgfältiges Entfernen der infizierten Triebe sowie den Fungizid-Einsatz. Früchte mit Apfelschorf dürfen zwar verzehrt werden, jedoch leidet die Lagerfähigkeit immens, da mittels der geschädigten Fruchtschale eine optimale Angriffsfläche für Keime besteht.
Die Entstehung von Apfelschorf

Der Schorfpilzbefall wird die Sporen des Venturia verursacht. Derartige Sporen überwintern auf befallenem Laub des Vorjahres und können durch ausreichende Feuchtigkeit während des Frühjahrs mithilfe des Windes auf neue junge Triebe der Obstkulturen verbracht werden. Die Infektion erfolgt sofort, zeigt sich jedoch mit sichtbaren Symptomen oftmals erst nach ungefähr drei Wochen. Mittels Regenschauer werden die Sporen danach weitreichend verbreitet, und befallen heranwachsende Früchte.

Dem Befall mit Apfelschorf gezielt vorbeugen

Die beste Methode um dem Schorfpilz vorzubeugen besteht darin:
  • resistente Obstkulturen anzubauen
  • hiermit wird ein Wesentliches an Ärger sowie Arbeit gespart und zudem entfällt eine chemische Bekämpfung des Pilzes
  • da die Apfelschorf-Infektion von der jeweiligen Sorte abhängig ist, sollten Apfelsorten, welche Abkömmlinge des Wildapfels 'Malus floribunda' sind, gezüchtet werden
  • diese resistenten Apfelsorten sind zum Beispiel Liberty und Florina, Remo sowie Retina und Topaz, Reanda und
    Rewena.
Da der Apfelschorf auf befallenem Vorjahreslaub überwintert, ist es essenziell wichtig:
  • abgefallene Blätter zügig zusammenzuharken sowie sorgfältig zu entfernen
  • hierbei handelt es sich um die effektivste und günstigste Maßnahme gegen den Schorfpilz
  • win bewährtes Auslichten der betroffenen Baumkronen sorgt zudem für eine optimale Belüftung und intensivere Sonneneinstrahlung
  • aufgrund dessen trocknen die Früchte sowie das Laub wesentlich schneller und bieten dem Apfelschorf durch den Feuchtigkeitsmangel keinerlei Lebensgrundlage mehr.
Die wirkungsvolle Bekämpfung des Apfelschorfs

Die bewährteste Methode, um lästigen Apfelschorf zu bekämpfen, ist die Entfernung der befallenen Äste. Zusätzlich müssen diese bis in das gesunde Holz gekürzt werden. Die infizierten Zweige dürfen nie in den Kompost, da gerade ein feuchtes und warmes Umfeld die Verbreitung des Schorfpilzes fördern. Die Entsorgung sollte im Restmüll des Haushalts oder mittels Verbrennung erfolgen. Das Schneidewerkzeug muss danach äußerst sorgfältig desinfiziert werden, um eine Ansteckungsgefahr zu unterbinden. Fungizide, welche auch Mehltau bekämpfen, sind eine letzte Möglichkeit den Apfelschorf zu beseitigen. Da jedoch das Obst zum Verzehr gedacht ist, sind gewisse Wartezeiten vor der Erntezeit einzuhalten.

Neben mechanischen Methoden sind besonders vorbeugende Spritzungen mithilfe pilzhemmender Substanzen wirkungsvoll. Diese

sollten bereits in regelmäßigen Abständen im zeitigen Frühjahr verabreicht werden. Ökologisch zu vertreten ist dabei zum Beispiel das Spritzen mit Kupferoxychlorid sowie Schwefelbrühe. Bewährt hat sich zudem eine Substanz, welche im Weinbau genutzt wird, die 'Bordelaiser Brühe'. Sie besteht aus gelöschtem Kalk sowie Wasser und Kupfersulfat und ist allseits wegen der fungiziden Wirkungsweise bekannt.

Steckbrief Venturia inaequalis

Betroffene Pflanze: Apfel. Als besonders anfällig gelten die Apfelsorten `Gravensteiner`, `Gloster`, `Jonathan`, `McIntosh` und `Coc- Orange- Renette`.

Schadbild: je nach Witterungsverlauf werden bereits zur Blüte winzige, bräunlichgrüne Blattflecken sichtbar, die sich vergrößern und dann zusammenlaufen. Stark befallene Blätter sterben ab. Auf den Früchten entstehen graue Flecken, die im Verlauf des Wachstums schorfig aufreißen. Mitunter dort

Sekundärinfektionen durch andere Erreger. Die Befallstärke wird maßgeblich durch den Witterungsverlauf geprägt, bei feuchten Blättern und mittleren Temperaturen bestehen die besten Infektionsverhältnisse. Schorf ist die weitverbreitetste Pilzkrankheit des Apfels. Eine verwandte Pilzart (Ventiria pirina) befällt die Birne mit ähnlichem Schadbild. Von Birnenschorf sind auch Zweige betroffen; dies kann zu Totalausfällen führen.

Gefährlichste Zeit: Die gesamte Vegetationsperiode.

Abwehr: Vorbeugend: Obstbaumschnitt mit dem Ziel luftiger Baumkronen, die nach Regen Schnell abtrocknen. Keine Pflanzung in windstillen Lagen. Anbau Schorfunanfälliger oder schorfresistenter Sorten. `Berlepsch`, `Priam`, `Sir Prize`, `Champagner- Renette`und `James Grieve`; resistent auch gegen Apfelmehltau sind die Sorten `Retina`, `Reno` oder `Rewena`.
Sanft
: Große Baumscheiben anlegen und mulchen, Regenwürmer unterbrechen. Durch Einziehen von befallenen Herbstblättern in den Boden den Infektionskreislauf. Bereits im Frühjahr Ackerschachtelhalmtee spritzen.
Härter: Nicht erforderlich. Auf keinen Fall Kupferpräparate anwenden, da diese für Regenwürmer giftig sind.