Aufgeplatzte Rinde - Was tun?

Aufgeplatzte Rinde - Was tun? BaumrindeWer nicht vorsorgt, kann bei der Betrachtung seiner Bäume eine sehr unschöne Überraschung erleben. Denn oftmals entstehen Risse in der Baumrinde, die nicht nur sehr nachteilig für den Baum sind, sondern auch schwere Schäden verursachen können.

Verletzte Stellen in der Baumrinde können Infektionen mit Pflanzenkrankheiten oder Schädlingsbefall begünstigen, was dazu führen kann, dass der Baum abstirbt.

Die Richtige Vorsorge ist maßgeblich für den Erhalt der Baumpracht und zahlt sich besonders bei wechselnden Temperaturen in der nassen

und kühlen Jahreszeit, vor allem von November bis März, aus.

Besonders betroffen sind Obstbäume- und Gehölze, da diese vor allem im Winter komplett frei liegen und somit den Witterungsbedingungen schutzlos ausgesetzt sind.

Die Ursachen für Risse und aufgeplatzte Rinde

In vielen Fällen ist der vernachlässigte Frostschutz die Hauptursache für das Aufplatzen der Baumrinde. Sowohl alte und vermeintlich robuste Bäume können betroffen sein, wie auch junge und zarte Pflanzen. Wenn über die Herbst- und Wintermonate Feuchtigkeit in den Stamm einzieht, diese vorallem nachts durch die frostigen Temperaturen gefriert, kann die Rinde dadurch vom Baumstamm abplatzen oder Risse darin entstehen, was zu erheblichen Schäden führen kann. Am ehesten erkennt man diese Schäden im Herbst, wenn der Laubfall die Bäume freigelegt hat.

Gerade Obstbäume laufen Gefahr, durch diese Risse und Wunden, welche ein Leck in der Schutzschicht des Baumes bedeuten, mit Pilzen und anderen Pflanzenkrankheiten, wie zum Beispiel dem Obstbaumkrebs, infiziert zu werden.

Wie vorbeugen?

Zur Vorbeugung wird oftmals der Anstrich mit einer Kalkpaste empfohlen, welche den Stamm schützen und ihm dabei helfen soll, sich unter dieser Schutzschicht zu regenerieren.
Dieser Anstrich kann nicht nur den Schutz vor Frost und Witterung bedeuten, sondern auch vor Wildverbiss, Schädlingen und Pilzkrankheiten.

Die Paste wird aus Kalk, Kräutern, Lehm und frischen Kuhfladen hergestellt und auf den vorher mit einer Bürste gereinigten Stamm aufgetragen. Wichtig ist, dass die zu behandelnden Stellen gründlich von Moos und Verschmutzungen befreit werden, damit der Anstrich richtig am Baum angebracht werden und wirken kann. Jedoch sollte man auch darauf achten, die Rinde beim putzen nicht zu verletzen. Damit die
Masse besser haftet, kann etwas Tapetenkleister darunter gemischt werden.

Dieser Anstrich sollte bei kühlen, aber nicht frostigen, Temperaturen erfolgen und gegebenenfalls im Frühling erneuert werden.
Der Baum wird mit Nährstoffen versorgt und gleichzeitig vor der Witterung geschützt, da der weiße Anstrich in den wärmeren Mittagsstunden die Sonne reflektiert und in den kalten Nächten vor Frost schützt.

Für diejenigen, die sich diese Masse nicht selbst anrühren möchten, bietet der Fachhandel entsprechende Fertigprodukte als Alternative.

Bei kleineren Bäumen oder bei Pflanzen, die an besser geschützten Stellen wachsen, kann es auch genügen, ein Brett, vor allem an die Südseite, des Baumes zu stellen oder zu binden, welches vor Schnee und eisigem Wind, sowie dem starken Temperaturanstieg zur Mittagszeit aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung schützt.

Was tun, wenn bereits Schäden aufgetreten sind?

Selbstverständlich ist es wesentlich einfacher bereits vor dem entstehen der Schäden vorzubeugen als hinterher die bereits entstandenen Risse reparieren zu müssen.
Daher ist es enorm wichtig, dass die Bäume

im Vorfeld ausreichend geschützt werden.

Sollte dies jedoch versäumt worden sein, kann der Kalkanstrich auch hier noch helfen.
Denn unter dem Anstrich hat der Baum die Möglichkeit sich zu erholen. Risse und aufgeplatzte Stellen können verheilen und auch das Wachstum der Pflanze wird durch den Anstrich gefördert.

Sollten Sie also Risse oder aufgeplatzte Bereiche in der Rinde Ihres Baumes entdecken, handeln Sie möglichst schnell.

Da der Kalkanstrich auch die Infizierung mit Krankheiten und ähnlichem verhindert, ist es gerade dann wichtig, den Baum zusätzlich zu schützen, wenn die Rinde bereits verletzt ist.

Lösen sich große Teile der Rinde am Stück ab, kann versucht werden, diese wieder an den Baum zu drücken oder gegebenenfalls etwas fest zu binden. Es kann auch mit kleinen Nägeln gearbeitet werden. Der Baum kann diese Wunde so unter Umständen wieder aus eigener Kraft verschließen.

Selbstverständlich sollten Kordeln, Nägel oder andere Befestigungsmittel später entfernt werden, da diese sonst wieder Wachstumseinschränkungen oder sogar Krankheiten begünstigen können.

Diese Maßnahme funktioniert allerdings nicht bei allen Pflanzenarten gleich gut, daher sollte zusätzlich der Rat eines Fachmannes eingeholt werden.

Steckbrief
  • Betroffene Pflanzen: Alle Gehölze mit stärkerem Stamm
  • Schadbild: Rinde, reißt längs auf, Risse erweitern sich. Sofern Pilzbefall, mechanische Verletzungen und tierische Fraßschäden auszuschließen sind und der Schaden im Winter auf der nach Süden liegenden Stammseite auftritt, handelt es sich um Sonnenbrand. Er wird verursacht durch große Temperaturunterschiede zwischen Schatten- und Sonnenseite.
  • Gefährlichste Zeit: Winter bis Frühjahrsbeginn
  • Abwehr: Mit einem scharfen Messer die verletzte Rinde entfernen und die Wunde mit geeignetem Verschlussmittel, beispielsweise Baumwachs, versiegeln.