Blattfallkrankheit an Johannisbeeren - richtig bekämpfen

Blattfallkrankheit an Johannisbeeren - richtig bekämpfen

Wenn Pflanzen im eigenen Garten erkranken, ist das fast schon als grausam einzustufen, besonders wenn es einen jungen Gärtner trifft, der gerade seine ersten Ernten einheimsen möchte.

johannisbeeren2 flEs gibt eine Pflanzenkrankheit, die nicht nur Gärtner mit wenig Erfahrung sehr häufig überrascht: Die Blattfallkrankheit der Johannisbeeren. Sie ist nicht leicht zu erkennen und bereitet in der Bekämpfung nicht wenig Mühe, Sie sollten also vorbereitet sein:

Wie entsteht die Blattfleckenkrankheit - wie äußert sie sich?


/>Die Blattfallkrankheit oder Blattfleckenkrankheit der Johannisbeere wird durch einen Pilz verursacht, der sich Drepanopeziza ribis oder auch Pseudopeziza ribis nennt. Dieser Pilz gehört zu den Ascomycotina, die so heißen, weil ihr besonderes Merkmal die Bildung eines Ascus ist, eines Keimschlauches, der mehrere Ascosporen enthält. Dieser Zellsack wird an einem Johannisbeerblatt gebildet, die Ascosporen keimen dann bei feuchter Witterung und Temperaturen um 12 Grad im bereits abgefallenen Blatt aus, die Sporen werden vom Wind verbreitet und dringen in die nächsten Blätter ein.

Bei feuchtem Wetter im Sommer, etwa bei Temperaturen um 20 Grad, kann der Pilz auch noch durch eine andere Art von Sporen, die sich innerhalb der Blattflecken bilden, für weitere Infektionen sorgen. Deshalb breitet sich die Krankheit sehr schnell aus.

Die Blätter einer befallenen Johannisbeere zeigen meist ab Mai die ersten kleinen runden dunkelbraunen Flecken, die immer mehr werden. Irgendwann sieht die Johannisbeere wie gesprenkelt aus. Später verschmelzen die einzelnen Flecken zu größeren braunen Feldern. Die Blätter leiden unter Chlorophyllmangel, rollen sich ein und fallen ab. Ein starker Befall kann dazu führen, dass eine Johannisbeere alle Blätter verliert, dieser vorzeitige Verlust der Blätter schwächt die ganze Pflanze. Aber die dadurch meist auch stark beeinträchtigte Ernte ist nicht das Hauptübel, in den abgefallenen Blättern entwickeln sich ja bereits die Sporen, die im Frühjahr die geschwächte Johannisbeere erneut anstecken werden.

Der Pilz kann sich besonders gut an feuchten Standorten und in niederschlagsreichen Jahren verbreiten, besonders anfällig für einen Befall ist die Johannisbeeren-Sorte 'Hönigs Früheste'.
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Unerkannter Feind

Die erste Schwierigkeit im Umgang mit der gefürchteten Blattfallkrankheit der Johannisbeere ist das Erkennen der Krankheit. Meist machen sich die Gartenbesitzer keine großen Sorgen, wenn die ersten Flecken zu sehen sind, sie schreiben sie der gerade zu beobachtenden Trockenheit oder Hitze zu. Dabei sollten Sie sofort handeln, sobald Sie die ersten 1 bis 3 mm großen Flecken wahrnehmen.

johannisbeere-schwarz flBekämpfung der Blattfallkrankheit an Johannisbeeren

Im Anfangsstadium geht es zunächst darum, die weitere Verbreitung zu verhindern. Wenn Sie sofort die ersten Flecken bemerken, können Sie alle befallenen Blätter sofort abschneiden und verbrennen. Im Anfangsstadium lohnt sich auch noch die Behandlung der restlichen Pflanze mit einem Kupferspritzmittel, das ist ein Kontaktfungizid, das eine vorbeugende Wirkung gegen pilzliche Krankheitserreger besitzt.

Das Mittel verhindert die Pilzinfektion, indem es einen Fungizidbelag auf dem Blatt bildet, durch den die Pilzspore passiv Kupfer aufnimmt, sie kann dann keinen Keimschlauch ausbilden. Es werden verschiedene Kupferspritzmittel im Handel angeboten, die jeweils auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet festgesetzt werden. Sie müssen also

im Handel nach einem Kupferspritzmittel speziell für die Blattfallkrankheit an Johannisbeeren fragen.

Wenn es sich schon um einen stärkeren Befall handelt, die Flecken also ineinander übergehen und bereits Teile der Blattflächen absterben lassen, sollten Sie das abgefallene Laub so schnell wie möglich entfernen und vernichten, der Einsatz eines Spritzmittels macht hier meist erst nach Saisonende Sinn.

Für Vorbeugung sorgen

Wenn Sie alles momentan Machbare getan haben, um eine neue Infektion zu verhindern, sollte die Johannisbeere so gut wie möglich gestärkt werden, damit sie vereinzelte Sporen im nächsten Jahr abwehren kann. Dazu gehört eine durchdachte und harmonische Düngung, die die Pflanzen robust macht. Die gesamte Pflanzung sollte gemulcht werden, alte Sträucher sollten Sie gründlich auslichten. Sie könnten dann noch Algen-Präparate, z. B. ein Brnnnessel-Algen-Präparat, oder Steinmehl (Bentonit) zur Blattstärkung aufbringen.

Im nächsten Jahr können Sie dann beim Austrieb vorbeugend Schachtelhalm oder Knoblauch spritzen, oder sich auf die härtere Abwehr verlassen: Kupferspritzmittel sofort nach dem Austrieb, eventuell noch einmal nach der Ernte.

Die beste Vorbeugung vor einem immer wiederkehrenden Befall wäre es wohl, sich von Johannisbeeren der Sorte “Hönigs Früheste” zu trennen und ausschließlich resistente Sorten zu pflanzen. Resistent gegen die Blattfallkrankheit sollen die Sorten “Rote Triumph”, “Weiße Triumph”, “Invicta”, “Risulfa”, “Rixanta”, “Rolanda” und “Rokula” sein. Die Blattfallkrankheit befällt übrigens auch Stachelbeeren - auch hier sind also Vorsicht und ein scharfes Auge angesagt.