Blattkrankheiten und Pilzkrankheiten am Wein

Blattkrankheiten und Pilzkrankheiten am Wein

Weinpflanzen sind am Weinberg und im Garten eine echte Freude, solange die Rebstöcke gesund sind. Eine Anschaffung sind sie dennoch; deshalb ist es umso ärgerlicher, wenn sich hier Krankheiten breitmachen und eine Ernte zerstört wird.

blattkrankheit2_flLeider wird es in den meisten Fällen weder essbare noch zu Wein weiter zu verarbeitende Trauben geben, wenn Blattkrankheiten oder Pilzkrankheiten den Weinstock befallen. Neben den unten aufgeführten gibt es noch weitere Weinstock-Erkrankungen.

Echter und falscher Mehltau als Beispiel der Pilzerkrankung

Beim

Mehltau handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die den Weinstock befällt. Unterschieden wird nach echtem und falschem Mehltau. Gerade das, was der Weinpflanze im eigenen Garten sehr gut tut, begünstigt auch die Infektion mit dem Pilz. Ein warmer und vor Wind geschützter Ort, an dem der Rebstock angepflanzt wird, stellt auch das günstigste Wachstumsklima für den Mehltau dar. 

Der falsche Mehltau mag ein sehr feuchtes Klima und ist leider ungebetener Gast in vielen feuchten Sommern. Als Bekämpfung empfiehlt sich als wichtigste Maßnahme ein nicht zu dichtes Pflanzen der Rebstöcke. So kann der Pilz sich nicht ungehindert
vermehren. 

Stellen Gärtner oder Winzer Spuren vom echten oder falschen Mehltau an einer Pflanze fest, muss sofort durch Entfernen der erkrankten Pflanzenteile dagegen angekämpft werden. Es muss jedes Blatt, das einen Pilzrasen zeigt, sofort abgeschnitten und aus dem Pflanzbereich entfernt werden. Unterbleibt diese Maßnahme, wird der Boden zur jährlichen Ansteckungsgefahr. Der echte Mehltau grassiert an Blattober- und Unterseite. 

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Färbung der befallenen Blätter: Beim echten Mehltau ist die Farbe des Pilzbefalls eher Violett bis Grau, beim falschen Mehltau gelblich-grau. Befallene Rebstöcke einfach überwintern zu lassen, in der Hoffnung, der Mehltau vergeht durch Frost oder Feuchtigkeit von selbst, ist die falsche Variante der Bekämpfung: Damit sichert der Gärtner das Grassieren der im Boden ruhenden Pilzerkrankung. 

Befall durch die Rebenpockenmilbe: Eine Blattkrankheit

blattkrankheit_flNur eine von diversen Blattkrankheiten, unter denen ein Weinstock am Weinberg oder im privaten Garten leiden könnte, ist der Befall durch die Rebenpockenmilbe. Es besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr zwischen falschem Mehltau und Milbenerkrankung, da sich auch hier ein weißer, haariger Filz auf der Blattunterseite bildet. 

Die Milbe nistet sich als Schädling ein und lässt Wölbungen auf dem Blatt, wie Pocken aussehend, entstehen. Um sich zu ernähren, saugt die Gallmilbe als eigentlicher Verursacher die Blätter aus - der Filz bildet sich aus und gibt der Rebenpockenmilbe die Heimat. Bedenklich ist die Erkrankung nur, wenn auch Blüten befallen sind. Angekämpft wird gegen die Milben während der Knospenschwellung ab einer Temperatur von etwa fünfzehn Grad.