Steckbrief vom Rotkehlchen - Nahrung, Brutzeit, Fütterung im Winter

Steckbrief vom Rotkehlchen - Nahrung, Brutzeit, Fütterung im Winter

Das Rotkehlchen hat den wissenschaftlichen Namen Erithacus rubecula, es wird den Sperlingsvögeln zugeordnet, die sich nochmals in die Unterordnung der Singvögel und der Familie der Fliegenschnäpper unterteilen.

rotkehlchen_flDie Siedlungsgebiete des Kleinvogels sind Europa, Nordafrika, Kleinasien und die Mittelmeerinseln.

Männchen und Weibchen besitzen das gleiche Gefieder, wobei die orangerote Färbung bei der Vorderstirn und der Kehle beginnt und sich über die Vorderbrust bis hin zu den Kopf- und Halsseiten weiter zieht. Auf

der Brust hat das Rotkehlchen einen besonders ausgeprägten Fleck in dieser Farbe.

Das Orange ist an der Stirn nicht ganz so deutlich und wird von einem Aschgrau umgeben. Ein Olivbraun weist die Oberseite auf, die jedoch im Frühling gräulich gefärbt ist, da die äußeren Federsäume abgenutzt sind. Die Unterseite ist Weiß und ist von den Körperseiten, die hellolivbraun sind, umgeben.

Die Decken des Unterschwanzes sind rahmfarben, dagegen sind die Oberschwanzdecken gelbbraun gefärbt. Dunkelbraun sind die Steuerfedern, die von einem gelbgrauen Außenfahnensaum umgeben sind. Mit rostbraunen Spitzen sind die Arm- und Handdecken und gräulich Weiß bis Hellbraun sind die Unterflügeldecken gefärbt.

Nahrung und Nahrungserwerb vom Rotkehlchen

Überwiegend besteht die Nahrung des Rotkehlchens aus kleinen Regenwürmern und Spinnen sowie Insekten. Als ergänzende Nahrung kommen noch weiche Sämereien, wie Beeren, das Rotkehlchenbrot, Liguster und Seidelbast hinzu. Fast ausschließlich ernährt sich der Kleinvogel während der Brutzeit von tierischer Nahrung.

Bereichert wird die Nahrung während des Spätsommers, Herbstes und Winters durch pflanzliche Bestandteile, wobei dieser Anteil einstweilen
zurückgeht, wenn die Zugzeit einsetzt.

Auf der Erde bewegt sich das Rotkehlchen in kleinen Sprüngen bei der Nahrungssuche vorwärts. Das Laub wird dabei umgedreht und abgesucht, aber auch die Ansitzjagd ist typisch für den Kleinvogel, wo er dann auf Insekten herunter stößt, um diese zu erreichen. Wird von anderen Tieren Nahrung freigelegt oder aufgescheucht, bedient sich das Rotkehlchen gerne daran oder wenn Beute von anderen Vögeln von Bäumen herunterfällt.

Damit die Verdauung gefördert wird, nimmt der Kleinvogel auch gerne Steine auf und nicht zu verdauende Teile werden wieder als Speiballen in länglichen Klumpen hervor gewürgt.

Die Brutzeit vom Rotkehlchen

Bereits im ersten Lebensjahr ist das Rotkehlchen geschlechtsreif und sucht sich einen Partner, mit dem es eine monogame Brutehe führt. Die männlichen Überwinterer finden viel öfter ein Weibchen, als die ziehenden Männchen in Mittel-, Süd- und Westeuropa.

Der früheste Legebeginn fällt in die erste Hälfte des Monats März, wohingegen die Kleinvögel aus dem Mittelmeerraum erst im April mit ihrem Gelege beginnen. Durchaus sind zwei bis drei Bruten im Jahr möglich, eine Drittbrut ist beim Rotkehlchen eher die Ausnahme, kann aber genauso vorkommen.

Ab Mitte März bzw. Anfang April beginnt die Brutzeit des Rotkehlchens, die bis in den Juli bzw. August hinein reicht.rotkehlchen

Über den Standort des Nistplatzes entscheidet einzig und allein das Weibchen, das sich an den ersten zwei Tagen am intensivsten um den Nestbau kümmert. Das Nest ist offen und napfförmig und wird oft in hohlen Baumstümpfen, unter Gestrüpp, im verwurzelten Boden, in Bodenvertiefungen oder an Böschungen in

Halbhöhlen gebaut.

Durchschnittlich werden sechs Eier gelegt, wobei die Eier immer im Morgengrauen abgelegt werden. Die Brutdauer liegt zwischen 13 und 15 Tagen, wobei das Gelege ausschließlich vom Weibchen bebrütet wird.

Die Winterfütterung vom Rotkehlchen

Im Winter sucht das Rotkehlchen vermehrt die Futterhäuschen auf, wobei hier die Fettnahrung den Vorzug erhält. Sehr gern verzehrt der Kleinvogel Körner, Käserinden und Fettfutter.

Das urbane Rotkehlchen versucht außerdem an Lebensmittel heran zu kommen, die offen gelagert sind. Einige besonders dreiste Vertreter zerpickten mit ihrem Schnabel sogar schon Stanniolpapier, um sich so an Butter oder Milch gütlich zu tun.