Maulwürfe sind nützliche Tiere

Maulwürfe sind nützliche Tiere Maulwürfe verzehren sehr viele Schädlinge - ein Vorteil für GärtnerDie meisten Gartenbesitzer sehen im Maulwurf eine Plage: Er verschandele den schönen Rasen. Dabei vergessen sie, dass die Tiere durchaus nützlich sind. Zum einen zeigen sie an, dass der Boden gesund ist. Zum anderen halten sie sich nur dort auf, wo sie viele Kleinlebewesen vorfinden, von denen sie sich ernähren.

Der Maulwurf lebt von Regenwürmern und Raupen, frisst aber zum anderen auch gern Schädlinge wie Schnecken, Engerlinge und Schnakenlarven.

Er frisst auch nicht wie Wühlmäuse an Wurzeln und Knollen, sondern beschränkt sich auf tierische Nahrung. Ein Maulwurf verzehrt etwa 100 Gramm Ungeziefer am Tag. Auf das Jahr gerechnet sind das 36 Kilogramm. Seine Lieblingsspeise sind Engerlinge, die Larven der Maikäfer. Selbst wenn er sich nur von nützlichen Regenwürmern ernähren würde, wäre der Schaden nur gering - infolge der großen Fruchtbarkeit der Regenwürmer. Er vertilgt immer nur einen geringen Teil ihrer Nachkommenschaft.

Maulwurf gut für die Bodenbeschaffenheit

Der Maulwurf frisst nicht nur Schädlinge, er lockert auch die Erde auf. Diese wird dadurch gelüftet und mit Nährstoffen durchsetzt. Die Pflanzen wachsen besser. Auch vertreibt ein Maulwurf Wühlmäuse, die mitunter große Schäden im Garten anrichten. Er frisst ihre Jungen und sorgt so dafür, dass sie sich nicht zu stark ausbreiten.

Wird ein Maulwurf vertrieben, wird damit in der Regel das biologische Gleichgewicht gestört. Besser ist, man freundet sich mit dem Tier an und macht eben ab und zu mal einen kleinen Hügel platt. Die Erde kann gut als Anzuchterde genutzt werden. Es ist sehr gesunde Erde.

So können Sie aus der Maulwurfs-Einwanderung Nutzen ziehen

Wie gesagt, der Maulwurf lockert Ihren Gartenboden gründlich auf, diesen Arbeitseinsatz können Sie in einem traditionell bewirtschafteten Garten für sich nutzen. Hier wird der Boden ja nicht durch eine Mulchdecke geschützt, unter der sich eine Vielfalt von Bodenorganismen ansiedelt und den Boden schön hält. Die Beete werden häufig auch nicht mit Mischkulturen in durchdachten Fruchtfolgen bepflanzt, sondern immer wieder mit denselben Pflanzen. Solch ein Gartenboden verdichtet sich mit der Zeit immer mehr, und wenn Sie keine Lust haben, stundenlang Ihren Garten umzugraben, könnten Sie hier einfach den Maulwurf für sich arbeiten lassen.

Auch ein Maulwurf im Rasen ist kein Weltuntergang, sondern wahrscheinlich sehr viel eher ein Gewinn: Die meisten Schadbilder, die ein Rasen zeigen
kann, entwickeln sich dadurch, dass der Rasen und der Boden unter ihm sich zu sehr verdichtet haben. Die normale Methode, dagegen anzugehen, bedeutet Harken bis zum Umfallen, Vertikutieren bis zum Muskelkater, Lüften mit nagelbesetzten Schuhen und überhaupt sehr viel Arbeit. Die nimmt Ihnen der Maulwurf ab, völlig ohne Bezahlung.

Wenn der Maulwurf sein Werk getan hat und Ihnen ein Stück Erde oder Rasen "durchgepflügt" hinterlässt, hinterlässt er auch einige prägnante Hügel. Die sollen natürlich verschwinden, bevor Sie das frisch gelockerte Areal bepflanzen, aber Sie können etwas Besseres damit anfangen, als einfach den Erdhügel abzutragen:
  • Die Erde, die der Maulwurf hier aufgeworfen hat, ist durch seine Grabschaufeln quasi "durchgesiebt" worden, er hat Ihnen also Erde von sehr feiner Struktur direkt vor die

    Füße gelegt.
  • Diese Erde können Sie sehr gut nutzen, für jeden Blumentopf und jeden Pflanzkübel, und sie wird Ihren Pflanzen höchstwahrscheinlich sehr viel besser gefallen als das industriell hergestellte Kultursubstrat, das entweder Torf enthält, der beim Abbau Jahrtausende alte Moore zerstört oder andere Substanzen wie Baumrinde, Holzfasern und diverse Recycling-Materialien, von dem Sie nicht immer genau erfahren möchten, um was es sich handelt.

  • Maikäferengerlinge stehen bei Maulwürfen auf dem SpeiseplanIhr Maulwurf hat Ihnen dagegen echte Erde aufgeschaufelt, und wenn Sie im Garten einen Kompost haben, können Sie damit für jede Topfpflanze die optimale Erde zusammenstellen.
  • Wenn Sie keine Topferde brauchen, können Sie die Erde einfach auf dem nächsten Beet verstreuen - wenn die Hügel auf dem Rasen sind, bitte bevor Sie den Rasenmäher das nächste Mal benutzen: "Ihr" Maulwurf tut ja viel für Sie, aber Steine aussortieren kann er einfach nicht so gut.
Der Maulwurf als Lernobjekt

Wenn Sie Kinder haben, können Sie den Maulwurf in Ihren Garten sehr gut nutzen, um die Kinder für Biologie und Naturschutz zu interessieren. Beginnen Sie mit ein paar faszinierenden Fakten über den Maulwurf:
  • Maulwürfe gibt es bereits seit dem Eozän, also seit über 50 Millionen Jahren, damals teilten sie sich die Welt noch mit Riesenameisen, Riesenschlangen, Urraubtieren und Riesenlaufvögeln.
  • Obwohl Maulwürfe eher klein und leicht sind (um 15 cm, ca. 100 g), vollbringen sie gewaltige Leistungen: Sie graben bis zu 20 Meter Tunnelgang pro Tag, wir Menschen müssten über 200 Meter Tunnel mit einem halben Meter Durchmesser graben, um gleichzuziehen.

  • Der Europäische Maulwurf (bei uns beheimatet) ähnelt teilweise einem Hai: Wie der Hai hat er ein "Eimersches Tastkörperchen" in der Schnauze, mit dem er die feinen elektrischen Felder fühlen kann, die Insekten bei ihren Muskelbewegungen aufbauen (braucht er auch, er sucht im Dunkeln Nahrung und ist fast blind und schwerhörig).
  • Andere Maulwürfe, z. B. der "Eastern Mole", kann mit seinen zwei Nasenlöchern "Stereo riechen", was ihm einen räumlichen Eindruck verschafft, mit dem er seine Beute findet.
Nach dieser Einstimmung können Sie langsam zum großen Gebiet Naturschutz übergehen, in dem sich der Maulwurf als leistungsfähiger Bodenarbeiter als schutzwürdig einfügt, weshalb er bei uns auch geschützt ist. Argumente, warum sich Naturschutz für jeden Menschen bezahlt macht, finden Sie im Artikel "Maulwürfe stehen unter Naturschutz", nach der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) sind immerhin mehrere Maufwurfs-Arten in verschiedenen Gefährdungsstufen vom Aussterben bedroht.

Soll der Maulwurf unbedingt weg?

Wenn Sie keine Kinder haben, die Sie für Maulwürfe und Biologie und Naturschutz interessieren möchten, keine feine Blumenerde brauchen und auf gar keinen Fall mit einem Maulwurf leben können, könnten Sie sich dann noch als Maulwurfscheuche versuchen - aber bitte ganz zart!