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Betonpflaster richtig verlegen – Anleitung & Infos zu Preisen

Betonpflaster lässt sich recht leicht verlegen. Außerdem sind die Steine auch bei Feuchtigkeit und Nässe nicht so rutschig, wie das bei anderen oft der Fall ist. Deshalb werden sie auch häufig für Eingangsbereiche genutzt. Außerdem gibt es Betonsteine inzwischen in zahlreichen Farben, Formen und Größen. Das Aussehen von Betonpflaster hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Waren die Steine früher meist grau und trist, so sind sie heute vielfältig und lebendig. Von Vorteil sind die leisen Lauf- und Fahrgeräusche von Betonsteinen und dass Regenwasser gut versickern kann.

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Vorteile von Betonpflaster

  • Guter Preis – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Hohe Wirtschaftlichkeit durch lange Lebensdauer und niedrige Unterhaltskosten
  • Steine sind bei Nässe noch recht rutschfest
  • Zahlreiche Formen, Farben und Größen im Angebot
  • Durch Schleifen, Strahlen, Strukturieren und Auswaschen ergeben sich weitere Gestaltungsmöglichkeiten
  • Gutes Aussehen, hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert
  • Widerstandsfähig gegen Verschleiß
  • Leise Lauf- und Fahrgeräusche
  • Widerstandsfähig und dauerhaft
  • Hoch belastbar
  • Regenwasser kann gut versickern

Beton besteht in erster Linie aus natürlichen Rohstoffen, nämlich Zement (gemahlener Kalkstein, Ton oder anderes Sedimentgestein), kleinen Steinchen und Wasser. Der als künstlich hergestellt verpönte Stein ist also gar nicht so ein Industrieobjekt. Das beweist auch seine gute Ökobilanz. Wenn man dann noch den meist günstigeren Preis als bei anderen Steinen nimmt, ist leicht zu verstehen, warum Betonpflaster so häufig verwendet  werden.

Betonpflaster verlegen

Betonpflastersteine werden industriell hergestellt. Dadurch sind sie alle gleich, bzw. haben exakt die gleichen Maße. Das macht es so einfach, dieses Pflaster zu verlegen. Man bekommt einfach gleichmäßige Fugen hin, was bei Pflasterarbeiten wichtig für die Optik ist. Am einfachsten zu verlegen sind Betonpflastersteine, die Noppen oder Abstandshalter an den Seiten besitzen. Hier muss noch nicht einmal auf gleiche Abstände geachtet werden. Man legt nur Stein an Stein.

Steine und Muster aussuchen

Vor dem Verlegen hat man die Qual der Wahl, nämlich beim Aussuchen der entsprechenden Steine. Das Angebot ist groß. Keinesfalls sollte man beim ersten Anbieter kaufen, sondern erst einmal den Markt sondieren und Pflastersteine und Preise vergleichen. Die Differenzen können am Ende erheblich sein. Seriöse Händler bieten einen Verlegeplanservice an. Sie berechnen die Fläche mit Muster und der Anzahl der Quadratmeter am PC. Wenn die Maße angegeben werden, kann man sich so die gewünschte Fläche schon mal am Computer und dann auch auf Papier anschauen. So ein Plan erleichtert die Arbeit, vor allem, wenn ein Muster gestaltet werden soll.

Vorbereitung des Untergrundes für das Betonpflaster

Der Untergrund muss gut vorbereitet werden, damit die Verlegung exakt und zügig vonstattengehen kann. Dazu gehören das Abtragen der Erde bis zu einer bestimmten Tiefe, das Vorbereiten der Tragschicht, das Ausbringen einer Schotterschicht und zu guter Letzt eine Schicht Splitt. Erst dann kann mit dem eigentlichen Pflastern begonnen werden. Je nach Größe und Form der gewünschten Fläche ist das eine Menge Arbeit und man braucht für die Vorarbeiten meist deutlich länger, als für die Pflasterarbeiten, es sei denn, es werden komplizierte Muster gelegt.

  • 1. Geplante Fläche abstecken.
  • 2. Erde abtragen, etwa 40 cm tief (20 bis 25 cm Schotterschicht, 5 cm Splitt und etwa 8 cm Pflastersteinhöhe). Am besten dazu einen kleinen Bagger mieten bzw. ausleihen. Vorher absichern, wohin der Aushub soll. Oft muss er entsorgt werden. Das bedeutet, man sucht ein Unternehmen, welches die Erde abholt. Wer sich die Kosten dafür sparen möchte, muss einen Bauherren suchen, der Erde braucht und diese selbst abholt.
  • 3. Es muss ein gleichmäßiger Untergrund entstehen, wasserdurchlässig, aber tragfähig. Bei lockerem Boden den Untergrund verdichten (mit Rüttler, der ebenfalls geliehen werden kann)
Tipp:

Bei sehr lehmigen Böden muss die Tragschicht durchlässiger gemacht werden, damit durch die Fugen eindringendes Wasser gut versickern kann. Tut es das nicht, drohen Frostschäden.

  • 4. Beim Abtragen der Erde schon auf ein Gefälle achten. Dieses ist wichtig, dass Regen- oder Tauwasser ablaufen können. Das Gefälle muss immer vom Haus weg führen. In der Regel wird ein Gefälle von 2 Prozent genutzt. Das Gefälle muss in eine Richtung gehen, wo dann das Wasser problemlos versickern kann.
  • 5. Um das Gefälle zu ermitteln wird an den Seiten des Aushubs bzw. der geplanten Fläche mit Schnüren (Schnurgerüst) gearbeitet. Die Schnur markiert die zukünftige Höhe des Pflasters.

Das Bett für das Betonpflaster herstellen

  • 6. Wenn der Boden glatt und eben, das Gefälle berechnet und schon umgesetzt ist, kann der Schotter aufgebracht werden. Häufig wird allerdings darunter noch eine Schicht Frostschutzkies empfohlen, vor allem bei sehr lehmhaltigem Boden. Die Schicht muss nach dem Aufbringen verdichtet werden, wobei wieder der Rüttler zum Einsatz kommt.
  • 7. Wird der gepflasterte Bereich später stark strapaziert, also, wenn schwerere PKW oder gar LKW darüber fahren, sollte darauf noch eine Schicht aus einem Schotter-Sand-Gemisch aufgebracht werden, mit einer Körnung von 0 bis 32 . Auch diese Schicht muss verdichtet werden.  Bei wenig belasteten Flächen kann dieser Schritt entfallen.
  • 8. Nun folgt die eigentliche Schotterschicht. Wer etwas Geld sparen möchte, kann statt dem Schotter aus dem Steinbruch Recyclingmaterial aus Bauschutt nutzen.
  • 9. Die Lage wird nicht mit einem Mal aufgefüllt. Es wird immer nur eine dünnere Schicht aufgebracht und diese dann gerüttelt. So verfährt man Schicht für Schicht, bis die entsprechende Höhe erreicht ist.
  • 10. Danach kommt die Splittschicht. Am besten wird Edelsplitt genutzt und dazwischen noch Brechsand. Das hat den Vorteil, dass darin keine Ameisen ihren Bau unterbringen. Sie mögen diesen krümeligen Sand nicht.
  • 11. Der Splitt bzw. die Mischung aus Splitt und Sand müssen ebenfalls verdichtet werden. Erneut kommt der Rüttler zum Einsatz.
  • 12. Wenn die Oberfläche durch das Rütteln recht glatt ist, wird die Fläche mit einer Lehre (Aluminiumlatte) waagerecht abgezogen. Wieder ist auf das Gefälle zu achten.

Verlegung des Betonpflasters

Nun kann die eigentliche Pflasterarbeit in Angriff genommen werden. Genutzt wird ein Gummihammer, mit welchem die Steine eingeschlagen werden, ohne dass an ihnen etwas abrechen kann oder sie richtig kaputt gehen. Die Richtschnur ist nach wie vor im Einsatz.

  • 13. Gemäß dem Verlegeplan wird nun Stein für Stein auf die vorbereitet Fläche gesetzt und mit dem Hammer etwas in das „Bett“ eingeschlagen. Am besten auf einer geraden Seite oder einer Hauswand beginnen und davon wegarbeiten. Man pflastert erst die großen Flächen und lässt die, bei denen Steine geschnitten werden müssen, bis zum Schluss. Zwischen den Steinen einen Fugenabstand von 3 bis 5 mm lassen, natürlich gleichmäßig.
  • 14. Damit die Pflastersteine an den Seiten nicht verrutschen können, wird eine so genannte Seitenstütze bzw. Rückenstütze gefertigt und zwar aus Magerbeton.
  • 15. Nun die Steine, die größentechnisch angepasst werden müssen, zurechtschneiden und einfügen.
  • 16. Anschließend wird die gesamte Fläche noch einmal abgerüttelt. Wichtig ist, dass der Rüttler bei dieser letzten Arbeit eine Kunststoffschürze bekommt, damit die Pflastersteine keinen Schaden nehmen. Sie sind nicht ganz so unempfindlich wie Schotter oder Splitt.

Verfugen der Pflasterflächen

  • 17. Nun muss die Fläche noch verfugt werden. Häufig wird Fugensand empfohlen. Besser ist aber Brechsand, wieder wegen den Ameisen, die darin keine Nester bauen. Den Sand einfach locker auf dem Pflasterbelag verteilen und in die Fugen fegen.
  • 18. Alles anschließend mit Wasser einschlämmen, damit der Sand richtig in die Fugen gespült wird.
  • 19. Dieses Sand einfegen und einschlämmen so oft wiederholen, bis die Fugen richtig durchgehend gefüllt sind.

Preise für Betonpflaster und andere Materialien  

Bei den Preisen für das Pflaster selbst gibt es mitunter größere Unterschiede. Die meisten Pflaster kosten zwischen 10 und 25 € pro Quadratmeter, aber es gibt durchaus auch teurere. Wer sparen möchte kann sich bei Anzeigen umschauen. Häufig werden gebrauchte Pflaster preiswert abgegeben. Gerade, wer nicht große Flächen verlegen möchte, findet da gute Angebote.

  • Pflaster – Beton etwa 10 bis 25, Natur ab 45 € pro m², gebrauchte Ware in gutem Zustand oft preiswerter
  • Schotter – 10 bis 12 €/cbm
  • Split – 4 bis 5 €/cbm
  • Randsteine – 4 € pro laufendem Meter

Preise für Fachleute

Hier gibt es häufig enorme Preisunterschiede, weshalb man immer mehrere Angebote einholen sollte. Der Preis für Material richtet sich häufig nach der Abnahmemenge. Je mehr benötigt wird, umso geringer sind die Quadratmeterpreise. Beim Ausbaggern des Aushubs kommt es auch auf die vorhandenen Gegebenheiten an.

  • Aushub abfahren (bei größeren Flächen) – 5 € pro m²
  • Schotterunterbau – etwa 20 € pro m²
  • Splittbett – 2 € pro m²
  • Pflaster zwischen 10 und 50 Euro

Alle Kosten sind brutto.

Wie lässt sich etwas sparen?

Wer größere Flächen pflastert, sollte darauf achten, dass er dafür keine Entwässerungsgebühren zahlen muss. Voraussetzungen dafür sind:

  • Kein Gefälle zu öffentlichen Flächen
  • Kein Kanalanschluss oder Kanalablauf innerhalb der Flächen
  • Keine sonstige Einleitung ins öffentliche Netz.

Fazit

Betonpflaster ist heute manchmal gar nicht mehr als solches zu erkennen. Die Steine sehen inzwischen deutlich besser aus, als noch vor Jahren. Der gute Preis und die recht einfache Vorbereitung des Untergrundes lassen immer mehr Bauherren auf dieses Material zurückgreifen. Neben dem Preis überzeugen auch die lange Lebensdauer, die große Auswahl an Farben, Formen und Größen, die leisen Lauf- und Fahrgeräusche, die hohe Belastbarkeit, der Widerstand gegen Verschleiß und dass die Steine bei Nässe nicht so rutschig sind.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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