Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen - Terrassenüberdachungen. Wer mehr will als einfach nur eine Markise, kommt in der Regel um sie nicht herum. Viele schrecken jedoch die enormen Kosten ab. Deutlich billiger wird es, wenn man aus Produkte aus Polen zurückgreift. Aber rechnet sich das wirklich? Die Antwort: Es kommt darauf an - zum Beispiel darauf, wer die Überdachung montiert.

Produkte aus Polen

Produkte aus Polen gelten bei uns allgemein als günstiger als etwa solche aus Deutschland. Der Grund dafür sind vor allem die deutlich geringeren Lohn- und Lohnnebenkosten in dem ehemaligen Ostblockland. Der derzeitige Durchschnittslohn liegt dort bei bescheidenen 610 Euro brutto. Zwar verdienen gut ausgebildete Handwerker und Industriearbeiter mehr, die 1 000-Euro-Marke wird jedoch nur sehr selten überschritten. Da die Fertigung von Terrassenüberdachungen relativ
arbeitsintensiv ist und kaum maschinell ausgeführt werden kann, wundert es nicht, dass polnische Produkte in der Herstellung weitaus weniger Kosten verursachen als deutsche. Hinzu kommt, dass auch das dafür benötigte Material in Polen weit weniger kostet. So lassen sich je nach Ausführung zwischen 20 und 50 Prozent sparen - eine Größenordnung, die so manchen Hausbesitzer in Versuchung führt.

Qualität

Über die Qualität von Terrassenüberdachungen aus Polen muss man sich in der Regel keine Gedanken machen. Sie entspricht voll und ganz westlichen Standards und ist absolut auf der Höhe der Zeit. Polnische Handwerker und Arbeiter sind zumeist sehr gut ausgebildet und geschickt. Nicht umsonst finden sie mit ihrem Können in ganz Europa Arbeit. In Großbritannien etwa haben sie einheimischen Handwerkern längst den Rang abgelaufen. Auch die verwendeten Materialien entsprechen den üblichen Qualitätsstandards - ganz unabhängig davon, ob es sich um eine Überdachung aus Holz, Glas oder Aluminium handelt. Da Polen Mitglied der Europäischen Union (EU) ist, stellt auch der Import kein Problem dar. Dank des freien Warenverkehrs fallen zudem keine  Zölle an. Im Übrigen unterliegen wegen der EU-Mitgliedschaft polnische Produkte auch den Sicherheits- und Gewährleistungsanforderungen der Union.

Knackpunkte

An der Qualität gibt es also nichts zu deuteln. Klar ist auch, dass Terrassenüberdachungen aus Polen grundsätzlich günstiger sind, als solche, die beispielsweise in Deutschland gefertigt wurde. Auf den ersten Blick spricht also alles für diese Produkte. Der Teufel steckt allerdings auch hier im Detail. Mit der Überdachung alleine ist es nämlich nicht getan. Folgende Fragen bzw. Knackpunkte können sich auftun:
  • Wie kommt die Überdachung von Polen nach Deutschland?
  • Wie hoch sind die Kosten für den Transport?
  • Wer bringt die Überdachung über der Terrasse an?
  • Welche Kosten entstehen für diese Montage?
  • Montage
TerassendachJe nachdem wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen können sich die Gesamtkosten für eine Terrassenüberdachung aus Polen deutlich erhöhen und vielleicht sogar die gesamt Ersparnis auffressen. Folglich muss man höllisch aufpassen, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Grundsätzlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Produktion der einzelnen Dachelemente nur einen Teil der Kosten ausmacht. Viel gravierender sind meist die Kosten, die durch die arbeits- und zeitintensive Montage anfallen. Wer hier
auf deutsche Handwerker zurückgreifen muss, hat den Kostenvorteil polnischer Produkte meist sehr schnell wieder zunichte gemacht. Eine Alternative wäre hier die Selbstmontage. Die aber setzt ein gewisses Können und Erfahrung voraus. Zudem braucht es dafür mehr als nur einen Ausführenden.

Anlieferung

Auch die Transportkosten können sehr schnell zum Problem werden. Da es sich bei den einzelnen Elementen einer Dachterrasse um relativ große und schwere Teile handelt, kommt meist nur die Anlieferung mittels Spedition in Frage. Grundsätzlich gilt dabei, dass eine Lieferung aus dem Ausland immer etwas mehr kostet als eine inländische. Außerdem gilt es zu klären, wer den Transport organisiert - der Hersteller oder der Besteller. Wer nahe der polnischen Grenze wohnt, kann eventuell auch darüber nachdenken, das Material selbst abzuholen. Oftmals bieten grenznahe Hersteller aus Polen auch eine Direktlieferung und eventuell sogar eine Montage an.
Als Faustregel gilt: Umso weiter weg der Hersteller sitzt, desto teurer und manchmal auch komplizierter wird es.

Kostenvergleich

Will man mit Terrassenüberdachungen aus Polen wirklich Geld sparen, sind im Vorfeld intensive Kostenvergleiche unerlässlich. Der Preis für das Produkt selbst darf jedenfalls nicht der alleine ausschlaggebende Punkt sein. Es kommt vielmehr auf die zusätzlichen Kosten für den Transport und die Montage an. Am besten man holt mehrere Angebote jeweils von deutschen und polnischen Anbietern ein und vergleicht diese. Unter Umständen kann es nämlich sein, dass ein deutscher Komplettanbieter, dann doch günstiger kommt, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt.

Tipp: Um tragfähige Angebote zu erhalten, sind detaillierte Informationen über die geplante Terrassenüberdachung unerlässlich (Material, Größe, Form). Umso genauere Angaben man machen kann, desto aussagekräftiger wird das Angebot sein.

Zugegeben, derartige Kostenvergleiche sind aufwendig und zeitintensiv. Sie sind jedoch wichtig, um ein genaues Bild zu bekommen und dann auch eine vernünftige Entscheidung treffen zu können. Die Zeit, die man hier investiert ist bares Geld wert.

Checkliste

Egal, ob man sich für einen deutschen oder einen polnischen Anbieter entscheidet - die Planung muss man meist selbst erledigen. Anders ausgedrückt: Man sollte schon wissen, was genau an eigentlich möchte. Wichtige Punkte sind dabei:
  • Aus welchem Material soll die Terrassenüberdachung gefertigt werden? Infrage kommen hierfür Holz, eine Kombination aus Holz bzw. Aluminium und Glas oder Aluminium pur.
  • Soll das Dach transparent oder lichtundurchlässig sein?
  • Soll bei einem Dach aus Glas ein Sonnenschutz mit integriert sein?
  • Soll die Montage an der Hauswand erfolgen oder alleine mittels einer Trägerkonstruktion?
  • Sind bei einer Trägerkonstruktion Fundamente nötig?
  • Welche Form und Größe soll die Überdachung haben?
TerassendachZur Entscheidungsfindung gehört auch, dass man sich darüber im Klaren ist, dass Holzkonstruktion und Glasdächer regelmäßig gepflegt bzw. gereinigt werden müssen. Holz verlangt in gewissen Abständen zwangsläufig einen neuen Anstrich. Ein Glasdach wiederum macht gerade im Sommer nur dann Sinn, wenn es regelmäßig gereinigt wird.

Polnische Komplettanbieter

Findige Unternehmer aus Polen
haben natürlich längst das Potenzial, das der deutsche Markt auch in Sachen Terrassenüberdachungen bietet, entdeckt. Sie bieten deshalb auch sogenannte Komplettlösungen an, bei denen Transport und Montage eingeschlossen sind. Derartige Anbieter lassen sich relativ einfach über das Internet finden. Die Kostenvorteile sind dabei allerdings geringer. Zum einen wissen diese Anbieter ganz genau, was deutsche Unternehmen für eine komplette Terrassenüberdachung fordern. Zum anderen lassen sie sich natürlich auch die Anfahrt und das Arbeiten im EU-Ausland mit einem Aufschlag bezahlen. Sparen kann man dabei dennoch. Wer einen polnischen Komplettanbieter sucht, sollte sich auf jeden Fall vergewissern, dass auch eine Kommunikation auf Deutsch möglich ist, um Missverständnisse zu vermeiden. Außerdem gilt es die Seriosität des Anbieters zu überprüfen. Wichtige Fragen dabei:
  • Wie lange ist der Anbieter bereits auf dem Markt?
  • Kann er Referenzen aus Deutschland vorweisen?
  • Gibt es Kundenbewertungen?
  • Wie läuft die Bezahlung ab?
Übrigens sollte ein Komplettanbieter aus Polen bereit sein, schon im Vorfeld die Situation vor Ort in Augenschein zu nehmen. Ein Ortstermin ist dafür unerlässlich. Gut möglich, dass man auch erst nach so einer Inaugenscheinnahme ein konkretes Angebot erhält. Polnische Komplettanbieter sind sicherlich die optimale Lösung, wenn man sich für eine Terrassenüberdachung aus Polen entscheidet. Man bekommt alles aus einer Hand und muss sich nicht gesondert um die Anlieferung und die Montage kümmern. Ob sich Überdachungen aus Polen tatsächlich rechnen, kommt freilich immer auf den Einzelfall an. Ganz so einfach, wie oft suggeriert wird, ist die Sache jedenfalls dann doch nicht.