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Fernwärme vs. Wärmepumpe: Eine wirtschaftliche Gegenüberstellung für Bestandsbauten

Wärmepumpe

Die Entscheidung für ein neues Heizsystem, die sowohl technische als auch wirtschaftliche Überlegungen erfordert und dabei die besonderen Gegebenheiten des jeweiligen Gebäudes berücksichtigen muss, stellt Eigentümer von Bestandsimmobilien vor vielschichtige und oft schwer zu überblickende Herausforderungen. Bei der Energiewende müssen wirtschaftliche Aspekte beim Ersatz fossiler Brennstoffe sorgfältig abgewogen werden. Ältere Gebäude haben besondere Anforderungen ohne pauschale Lösung. Bausubstanz, Dämmstandard, vorhandene Heizkörper und lokale Gegebenheiten spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die richtige Wahl zwischen Fernwärme und Wärmepumpe für das jeweilige Gebäude zu treffen. Diese Analyse vergleicht beide Technologien wirtschaftlich und zeigt wichtige Entscheidungsfaktoren auf. Denn neben den reinen Anschaffungskosten beeinflussen auch Betriebskosten, Fördermöglichkeiten und langfristige Preisentwicklungen die Gesamtrechnung erheblich.

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Investitionskosten und Anschaffungsaufwand im Vergleich

Wärmepumpe: Hohe Anfangsinvestition mit variablen Faktoren

Die Installation einer Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude erfordert zunächst eine substanzielle Anfangsinvestition. Luft-Wasser-Wärmepumpen, die am häufigsten zum Einsatz kommen, bewegen sich preislich zwischen 15.000 und 30.000 Euro inklusive Montage. Erdwärmepumpen liegen aufgrund der notwendigen Bohrungen oder Erdkollektoren deutlich höher, oft zwischen 25.000 und 45.000 Euro. Hinzu kommen bei vielen Altbauten notwendige Anpassungen am Wärmeverteilsystem. Wer sich über die anfallenden Kosten für Hausanschlüsse informieren möchte, sollte diese Position ebenfalls einkalkulieren. Niedrigtemperatur-Heizkörper oder Flächenheizungen verbessern die Wirtschaftlichkeit erheblich, verursachen jedoch zusätzliche Umbaukosten von mehreren tausend Euro.

Geld sparen durch Wärmepumpe
Geld sparen durch Wärmepumpe

Fernwärme: Geringere Einstiegskosten bei laufenden Grundgebühren

Der Anschluss an ein Fernwärmenetz gestaltet sich in der Regel kostengünstiger, setzt aber eine vorhandene Infrastruktur voraus. Die Anschlusskosten variieren je nach Anbieter und liegen typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Großstädte wie Berlin oder Hamburg verfügen bereits über ein groß ausgebautes Fernwärmenetz. Andere Städte wie Bremen ziehen aber nach und investieren bereits großflächig in den Ausbau. Wer etwa Fernwärme in Bremen beziehen möchte, profitiert bei dieser umweltfreundlichen Form der Wärmeversorgung von hoher Versorgungssicherheit und transparenten Konditionen.
Eine Übergabestation ersetzt den klassischen Heizkessel und benötigt deutlich weniger Platz. Allerdings fallen monatliche Grundgebühren an, die unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch zu entrichten sind. Diese Fixkosten müssen in die langfristige Kalkulation einfließen und schmälern den anfänglichen Kostenvorteil über die Nutzungsdauer hinweg.

Betriebskosten und langfristige Wirtschaftlichkeit

Laufende Ausgaben bei Wärmepumpen

Die Betriebskosten einer Wärmepumpe hängen maßgeblich von der Jahresarbeitszahl ab, die das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetztem Strom beschreibt. In gut gedämmten Bestandsgebäuden erreichen moderne Geräte Werte von 3,0 bis 4,0, was bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme gewonnen werden. Bei einem durchschnittlichen Strompreis und einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden entstehen Stromkosten von etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Die regelmäßige Wartung beschränkt sich auf Routinekontrollen und Filterwechsel, weshalb jährliche Wartungskosten von 150 bis 300 Euro realistisch erscheinen. Ergänzend dazu empfiehlt es sich, auch die Reinigung der Heizungsanlage nicht zu vernachlässigen, um dauerhaft eine optimale Leistungsfähigkeit sicherzustellen.

Kostenstruktur bei Fernwärmeversorgung

Kunden von Fernwärme entrichten in der Regel einen Arbeitspreis je Kilowattstunde und zusätzlich einen festen Grundpreis. Im Jahr 2026 lagen die Arbeitspreise zwischen 8 und 14 Cent pro Kilowattstunde, wobei regional deutliche Preisunterschiede bestanden. Bei gleichem Wärmebedarf ergeben sich für Haushalte jährliche Verbrauchskosten, die sich auf 1.600 bis 2.800 Euro belaufen, wobei zusätzlich noch Grundgebühren in einer Spanne von 300 bis 600 Euro anfallen. Die Übergabestation erfordert keine eigene Wartung, weil der Versorger die technische Instandhaltung vollständig übernimmt. Die Preisentwicklung lässt sich jedoch kaum vorhersagen, weil Anbieter ihre Tarife an unterschiedliche Indizes binden und die Regulierung zunimmt.

Bei der Entscheidung, welche Lösung letztendlich gewählt wird, sollten die folgenden Kostenfaktoren, die sowohl direkte Ausgaben als auch indirekte finanzielle Auswirkungen umfassen können, sorgfältig und mit Blick auf das verfügbare Budget berücksichtigt werden:

  1. Anschaffungskosten einschließlich aller erforderlichen Gebäudeumbauten
  2. Jährliche Betriebskosten basierend auf lokalen Strom- und Wärmepreisen
  3. Verfügbare Förderprogramme und deren konkrete Konditionen
  4. Prognostizierte Preisentwicklungen über mindestens 15 Jahre
  5. Wertsteigerung der Immobilie durch das gewählte Heizsystem

Laut den aktuellen Informationen zu Fernwärmesystemen gewinnt diese Versorgungsform besonders in urbanen Gebieten an Bedeutung, wo dichte Bebauung den wirtschaftlichen Betrieb von Wärmenetzen begünstigt. In ländlichen Regionen ohne bestehendes Netz bleibt die Wärmepumpe hingegen oft die einzige zukunftsfähige Alternative.

Heizungsthermostat

Die passende Lösung für unterschiedliche Gebäudetypen

Die Entscheidung zwischen beiden Heizsystemen hängt stark von den persönlichen Voraussetzungen und örtlichen Bedingungen ab. Bei Mehrfamilienhäusern in städtischen Lagen mit vorhandenem Fernwärmeanschluss überzeugt vor allem die unkomplizierte und zuverlässige Wärmeversorgung. Eigentümer von freistehenden Einfamilienhäusern mit guter Dämmung und ausreichend Grundstücksfläche finden in der Wärmepumpe häufig die wirtschaftlichere Lösung, besonders wenn eine Photovoltaikanlage Eigenstromerzeugung ermöglicht. Wärmepumpe mit Solarstrom senkt Betriebskosten und Strompreisabhängigkeit deutlich. Bei schlecht gedämmten Altbauten, die mit Heizkörpern ausgestattet sind, welche eine hohe Vorlauftemperatur benötigen, sinkt die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe dagegen spürbar ab, da die Jahresarbeitszahl unter ungünstigen Bedingungen auf Werte unter 2,5 fallen kann. Fernwärme liefert in solchen Fällen gleichbleibende Leistung ohne Abhängigkeit vom Gebäudezustand. Eine fundierte Entscheidung erfordert stets eine individuelle Berechnung, die alle lokalen Faktoren berücksichtigt, wobei sowohl die persönlichen Nutzungsgewohnheiten als auch die langfristige Planungsperspektive für das Gebäude in die Überlegungen einfließen müssen.

Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich konkrete Fernwärme-Angebote und Tarife für meine Region?

Für eine fundierte Entscheidung zwischen Fernwärme und Wärmepumpe sollten Sie die regionalen Anbieter direkt kontaktieren. Bei swb erhalten Sie beispielsweise detaillierte Informationen zu Fernwärme in Bremen mit konkreten Tarifen und Anschlussbedingungen. So können Sie die theoretischen Kostenvergleiche mit realen Marktpreisen validieren.

Mit welchen Anschaffungskosten muss ich bei einer Wärmepumpe in einem Altbau rechnen?

Die Investitionskosten für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden variieren erheblich je nach Typ. Luft-Wasser-Wärmepumpen kosten inklusive Montage zwischen 15.000 und 30.000 Euro, während Erdwärmepumpen aufgrund der Bohrungen 25.000 bis 45.000 Euro erreichen können. Zusätzlich fallen oft mehrere tausend Euro für die Anpassung des Heizsystems an.

Wie hoch sind die Anschlusskosten für Fernwärme im Vergleich zur Wärmepumpe?

Fernwärme-Anschlüsse erfordern deutlich geringere Anfangsinvestitionen als Wärmepumpen. Während Wärmepumpen 15.000 bis 45.000 Euro kosten können, fallen bei Fernwärme hauptsächlich die Anschlussgebühren und eine kompakte Übergabestation an. Dafür entstehen laufende Grundgebühren, die bei der Gesamtkalkulation berücksichtigt werden müssen.

Welche zusätzlichen Umbaukosten entstehen bei Wärmepumpen in Altbauten?

In vielen Bestandsgebäuden sind Anpassungen am Wärmeverteilsystem notwendig, um Wärmepumpen wirtschaftlich zu betreiben. Niedrigtemperatur-Heizkörper oder Flächenheizungen verbessern die Effizienz erheblich, verursachen jedoch zusätzliche Kosten von mehreren tausend Euro. Diese Investitionen sollten bei der Gesamtkalkulation unbedingt eingerechnet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen in Bestandsbauten?

Die Wirtschaftlichkeit hängt von mehreren Faktoren ab: Bausubstanz, Dämmstandard, vorhandene Heizkörper und lokale Gegebenheiten. Neben den Anschaffungskosten spielen Betriebskosten, verfügbare Fördermittel und langfristige Preisentwicklungen eine entscheidende Rolle. Eine pauschale Empfehlung ist daher nicht möglich – jedes Gebäude muss individuell bewertet werden.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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