Ein fertiges Spielhaus ist zwar einfach - den Charme eines selbstgebauten Tipis wird es jedoch nicht erreichen. Denn bereits der Bau bereitet Freude und kann die ganze Familie miteinbeziehen. Immerhin war das Bauen von Tipis bei den Indianern nicht etwa die Aufgabe der Männer, sondern vor allem Frauen- und Kindersache. Mit unserer Anleitung geht schnell, einfach und alle können helfen.

Durchmesser und Höhe

Wilde Spiele spielen, geheime Räte abhalten oder einfach mal eine Indianergeschichte ganz stilecht im Tipi lesen - für all das benötigt das Tipi die entscheidende Größe. Diese richtet sich zwar auch nach dem vorhandenen Platz, sollte aber möglichst so ausgelegt werden, dass mehr als ein Kind sich bequem darin ausbreiten kann. Schließlich werden bei den Spielen auch Freunde zugegen sein und vermutlich Spielzeug mitgenommen. All das muss Platz finden.

Ein Durchmesser von wenigstens drei Metern sollte eingeplant werden. Bei mehreren Geschwistern oder vielen Freunden sollten es bis zu sechs Meter sein.
Die Höhe sollte so gewählt werden, dass ein Kind in der Mitte des Tipis noch bequem stehen kann. Fällt der Durchmesser sehr groß aus, sollte auch die Höhe größer gewählt werden. Anderenfalls geht die traditionelle, hohe, schmale und konische Form des Tipis verloren.

Tipp: Eine maßstabsgetreue Skizze kann dabei helfen, die Verhältnisse von Höhe und Durchmesser vor dem Bau zu veranschaulichen und bei Bedarf nochmals anzupassen.

Benötigte Materialien

Um eine Tipi zu bauen sind nur wenige Materialien erforderlich. Darunter:

  • Stangen oder eine passende Alternative dazu
  • Zwei Seile oder Schnur
  • Zeltplane oder Abdeckung
  • Eventuell Abdeckung für den Boden

Stangen

Die Stangen ergeben später das Gerüst des Tipis, daher gilt:

Je mehr Stangen verwendet werden, desto stabiler wird das Tipi später sein. Selbst für kleine Tipis sollten wenigstens sechs Stangen verwendet werden. Bei größeren Durchmessern und Höhen sollten es entsprechend mehr Stangen sein.
Geeignet sind unter anderem:
  • Pflanzstäbe
  • Bambusstäbe
  • Zeltstangen
  • gebündelte, gerade Weidenruten
  • schmale Latten

Natürlich lässt sich im Prinzip jede gerade und stabile Stange verwenden. Demnach also auch Besenstiele, Leisten oder Gardinenstangen. Sie sollten aber wenigstens anderthalb Meter lang sein. Besser ist eine deutlicher größere Länge. Da sie schräg stehen und zudem teils in den Boden gesteckt werden müssen und zudem etwas höher als die Abdeckung sein sollten. Bei etwa 1,5 Meter langen Stangen wird der abgedeckte Bereich also nur etwa einen Meter bis 1,2 Meter hoch sein.

Gerüst bauen

Tipi-zelt bauenVon den gewählten Stangen wird die Hälfte - mindestens drei - als Grundgerüst verwendet. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

1. Die Stangen werden an den unteren Enden wenn möglich angespitzt und wenigstens zehn Zentimeter tief in den Boden gesteckt. Sie sollten in der Grundform können sie abhängig von der Anzahl ein Dreieck, Trapez oder einen Kreis ergeben.

2. Die oberen Enden der Stangen werden zusammengeführt, mit Seil oder Schnur umwickelt und mehrfach verknotet. Auf diese Weise entsteht eine Pyramide oder ein Kegel.

3. An das Grundgerüst werden nun die weiteren Stäbe in möglichst gleichmäßigen Abständen angelegt und die unteren Enden wiederum in den Boden gesteckt.

4. Die oberen Enden der noch losen Stangen werden mit einem zweiten Seil oder Stück Schnur an dem Grundgerüst befestigt, indem sie umwickelt und die Schnur

mehrfach verknotet wird.

Boden schützen

Soll das Tipi im Sommer ein bisschen Schatten spenden und als Spielhaus ausschließlich bei gutem Wetter dienen, ist ein Bodenschutz nicht von Nöten. Eine bei Bedarf eingelegte Decke reicht vollkommen aus. Möchten sich die Kinder aber auch bei schlechterem Wetter oder Regen darin aufhalten und sollen dabei nicht im Schlamm sitzen, benötigt das Tipi eine entsprechende Unterlage.
Gut geeignet hierfür sind beispielsweise:

  • Picknickdecken mit einseitiger Beschichtung
  • ausgediente Zeltplanen
  • LKW-Planen
  • aussortierte Wände oder Dächer von Pavillons
  • wasserdichte Abdeckplanen

Damit weder Wasser noch Schlamm eindringen können, sollte der Bodenschutz an den Stangen des Gerüstes befestigt werden. Und zwar so, dass die Kanten der Unterlage etwas erhöht an den Stangen fixiert sind. Das lässt sich zum Beispiel dadurch realisieren, dass Ösen in den Bodenschutz eingesetzt und dieser durch Draht am Gerüst befestigt wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Bodenschutz großer als der Durchmesser des Tipis ist und nicht unter Spannung steht. Anderenfalls könnten Kinder beim Spielen oder einfachen Betreten des Tipis das Gerüst zu Fall bringen.

Plane anbringen

Das Gerüst steht, wenn nötig ist der Bodenschutz angebracht - fehlt noch die Plane beziehungsweise der Außenmantel des Tipis. Aus welchem Material dieser bestehen sollte, ist wiederum von der angedachten Verwendung abhängig. Wird das Tipi nur einmalig für eine Feier oder ausschließlich bei gutem Wetter benutzt, muss der Außenmantel nicht wetterfest sein. In diesen Fällen eignen sich:

  • Bettlaken
  • Decken
  • Tischdecken
  • zusammengenähte Stoffreste

Anders verhält es sich, wenn das Tipi für längere Zeit im Garten stehen und den einen oder anderen Regen aushalten soll. Ideal sind dann wiederum:

  • (ausgediente) Zeltplanen
  • LKW-Planen
  • aussortierte Wände oder Dächer von Pavillons
  • wasserdichte Abdeckplanen

Der Vorteil dieser Materialien ist, dass sie durch ihre Imprägnierung oder Beschichtung wasserdicht und wetterfest ausgelegt sind. Sie halten den Innenraum des Tipis also trocken und damit auch den einen oder anderen Regenguss aus.
Die Planen beziehungsweise der Stoff können zusammengeklammert, zusammengenäht oder geklebt werden. Es ist aber auch möglich, sie lagenweise um das Tipi zu wickeln. Dabei sollte möglichst von unten nach oben und von innen nach außen gewickelt werden. Die Anleitung hilft beim Verständnis:

1. Die erste Abdeckung wird unten angesetzt und sollte über den Bodenschutz ragen. Auf diese Weise kann sie auch durch stärkeren Wind nicht durch die Zwischenräume der Stangen gedrückt

werden. Regenwasser läuft nach außen ab und kann nicht nach innen gelangen.

2. Etwa auf der Höhe der Hälfte der untersten Lage wird die zweite Lage angebracht und um das Tipi gewickelt. Aufgrund der Überlappung kann auch hier wieder Wasser ablaufen, ohne in den Innenraum des Tipis zu gelangen.

3. Je nach Höhe des Tipis werden die Schritte eins und zwei so oft wiederholt, bis die Planen oder Decken zur oberen Spitze reichen.

Müssen mehrere Decken oder Planen nebeneinander angebracht werden, um den Umfang des Tipis vollständig zu umspannen, sollten sich auch diese überlappen. Wer in dem Tipi sitzt, darf keine offenen Stellen, ungehindert einfallendes Licht oder gar einen Luftzug verspüren. Hierdurch wird das Tipi undicht.

Tipp: Es darf nicht vergessen, einen zugänglichen Eingang in das Tipi zu gestalten. Dieser muss bei Regen und Wind dicht aber zugleich leicht zu öffnen sein. Hierzu können beispielsweise alle Lagenenden durch Ösen und ein Stück Faden oder Draht miteinander verbunden werden. Anschließend wird eine Schnur durch die Öse gezogen und um das obere Ende des Tipis geführt.

Tipi - dicht oder nicht?

Tipi-Zelt bauenTraditionell ist die Spitze eines Tipis offen. Immerhin wurde in den Unterkünften aus Büffelhaut auch gekocht oder sie wurden bei Bedarf beheizt. Der durch das Feuer entstehende Rauch und der Kochdunst mussten abziehen. Die offene Spitze wurde daher nicht verschlossen, sondern diente als gewollter Abzug. Bei dem Tipi im Garten muss wiederum abhängig von der Auslegung entschieden werden. Steht es nur kurz und wird ohnehin nur bei gutem Wetter benutzt, kann die Spitze des Tipis ruhig offenbleiben.

Zu beachten ist dann jedoch, dass es nach starken Regenfällen erst wieder austrocknen muss. Wer das verhindern möchte, deckt die offene Spitze ab. Möglich ist das beispielsweise durch ein kreisrundes Stück wasserfeste Plane, imprägnierten Stoff oder die Reste eines Schirms. Das wasserfeste Textil wird über die oberen Enden der Stangen gezogen und durch Klammern fixiert oder durch ein Stück Schnur befestigt.

Dekoration

Ein Tipi ist kein richtiges Tipi für Kinder, wenn die Dekoration fehlt. Malereien, Blätter, Handabdrücke oder Striche als "Kriegsbemalung" dürfen einfach nicht fehlen. Damit das Tipi im Garten gut ankommt und auch wirklich ein Erfolg ist, sollte daher an die Dekoration gedacht werden.
Manche Kinder geben sich bereits damit zufrieden, verschiedenfarbige Stoffe einzusetzen. Andere möchten kreativer werden. Empfehlenswert hierfür sind Fingermalfarben, Kreide und Textilmarker. Auf imprägnierten und beschichteten Stoffe halten diese zwar nicht ewig - das Auftragen bereitet aber viel Spaß.