Feuchtraum und Nassraum - eine Definition

Was unterscheidet einen Nassraum von einem Feuchtraum? Oder ist mit beiden Bezeichnungen sogar genau das Gleiche gemeint? - Nein, dem ist nicht so. Bautechnisch gesehen, gibt es sowohl für einen Feuchtraum als auch für einen Nassraum eine klar abgegrenzte Definition.

badezimmer8_flFür beide Räumlichkeiten existieren auch unterschiedliche Vorschriften.

Feuchtraum – Definition

Räume, in denen sehr oft eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, werden
allgemein als Feuchträume bezeichnet. In der Regel sind das Badezimmer und Gästetoiletten. Werkstätten und Labors gehören im gewerblichen Bereich ebenfalls der Kategorie Feuchtraum an. Im privaten Bereich resultiert die hohe Feuchtigkeit der Luft vorwiegend aus dem Baden oder aus dem Duschen. Da dabei auch noch eine angenehme Wärme bevorzugt wird, kann die Luft sogar noch mehr Wasser in sich aufnehmen als sonst. Trifft dieser Wasserdampf dann auf die kälteren Wände, kühlt die Luft wieder ab. Luft, die abkühlt, verliert die Fähigkeit viel Wasser aufnehmen zu können, also gibt sie einen Teil davon an die Wände ab, sie kondensiert.

Wenn die hohe Feuchtigkeit innerhalb von Wänden, Decken und Böden eindringt, sind Schäden vorprogrammiert. Aus diesem Grund bedarf es in Feuchträumen spezielle Materialien, die die Wand-, Decken- und Bodenkonstruktionen schützen. Deshalb sind die meisten Badezimmer gefliest. So ist garantiert, dass die Feuchtigkeit komplett abgefangen wird. Dass zusätzlich noch
für ausreichend
Lüftungsmöglichkeit gesorgt sein muss, versteht sich von selbst.

Bezüglich der Elektrik gibt es in Feuchträumen ebenfalls klare Vorschriften. Alle Elektrokabel, Lampen, Steckdosen und Schalter müssen wassergeschützt, feuchtraumgeeignet und mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI) versehen sein. Diese spezielle Sicherung gewährleistet, dass der elektrische Stromkreis sofort unterbrochen wird, sobald es zu einem Kontakt mit Feuchtigkeit innerhalb des Stromkreises kommen sollte.

Nassraum – Definition

Räume, in denen sowohl viel Wasserdampf entsteht, als auch Wasser in seiner flüssigen Form regelmäßig auf den Boden trifft, werden als Nassraum bezeichnet. Man kann dazu auch Nasszelle sagen. Solche Räume müssen natürlich noch weitaus besser abgedichtet sein als ein Feuchtraum. Auf Steckdosen und Schalter sollte ganz verzichtet werden. Angebrachte Lampen brauchen einen 100%-igen Spritzwasserschutz. Die entsprechenden Schalter befinden sich außerhalb der Nasszelle.

Diese Räumlichkeiten müssen zwingend mit einem Wasserablauf am Boden ausgestattet sein. Damit der Abfluss des Wassers garantiert ist, bedarf es eines entsprechenden Bodengefälles. So wird auf dem Boden befindliches Wasser zügig in die Abwasserrohre geleitet. Begehbare Duschen zählen zu den Nassräumen. Für diese Bereiche sind auch spezielle Türen vorgeschrieben. Eine Feuchtraumtür ist nicht ausreichend, denn sie wäre der hygrothermischen Belastung auf Dauer nicht gewachsen.

Fazit

Für die Definition von Feuchtraum und Nassraum gibt es klare Unterscheidungsmerkmale. Dazu unterliegen beide Räumlichkeiten verschiedenen
Vorschriften.