Kratzer im Laminat sind eine ärgerliche Angelegenheit, schließlich lässt sich ein solcher Kunststoffboden nicht einfach wie Parkett abschleifen und neu überlackieren. Oberflächliche Schäden können Sie zumindest mit einigen Hausmitteln entfernen, wie unsere sieben Tipps zeigen. Bei tiefen Kratzern hilft dagegen oft nur noch der Austausch der beschädigten Paneele, sofern es sich um modernes Klick-Laminat handelt.

Vorbeugen ist besser als Reparieren

Laminat hat im Vergleich zu einem echten Holzfußboden einen gravierenden Nachteil: Es lässt sich bei Beschädigungen nicht einfach abschleifen und neu überlackieren. Schließlich handelt es sich um einen Kunststoffboden, der bei Beschädigungen nur schwierig unsichtbar zu reparieren ist - sofern es sich nicht gerade um oberflächliche, leichte Kratzer handelt. Aus diesem Grund sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll, um Schäden so gering wie möglich zu halten:
  • hochwertiges
    Laminat ab Beanspruchungsklasse 23 und höher verwenden
  • an häufig begangenen Wegen Läufer und Teppiche auslegen
  • Filzgleiter unter Stuhl-, Tisch- und Möbelbeine kleben
  • spezielle Bodenschutzmatten für schwere Möbel und Rollmöbel verwenden
  • Laminat richtig reinigen: nur leicht feucht, nicht nass und mit einem Spritzer Essigreiniger im Wischwasser

Leichte Schäden im Laminat entfernen

Doch was auch immer Sie tun: Im Laufe der Zeit lassen sich Kratzer nicht vermeiden. Das gehört zur normalen Beanspruchung des Laminatbodens, schließlich wollen Sie aus Angst davor sicherlich nicht ständig auf Zehenspitzen durch die eigene Wohnung schleichen. Meist handelt es sich um leichte Schäden, die lediglich oberflächlich bleiben und nicht in die tieferen Laminatschichten eingedrungen sind.

Diese sollte Sie jedoch auf jeden Fall behandeln, auch wenn Sie sie optisch nicht als störend empfinden. Diese Kratzer können, so klein sie auch sind, gravierende Folgen haben: Ist die Schutzschicht beschädigt, dringt bei einer feuchten Reinigung Nässe in die tieferen Schichten des Laminats vor. Das wiederum führt dazu, dass der Fußboden aufquillt und unschön uneben wird.

Natürliche Hausmittel helfen bei oberflächlichen Kratzern

Sie müssen jedoch nicht wegen eines kleinen Kratzers gleich in den Baumarkt laufen. Stattdessen genügt ein Griff in den Küchenschrank, denn die wesentlichen Zutaten für ein natürliches Reparaturkit haben die meisten Menschen ohnehin zu Hause.

Olivenöl / Speiseöl

Kratzer im Laminat entfernen mit ÖlDie oberste Schicht des Laminats - die so genannte Dekorschicht - besteht aus Kunststoff, welcher zumeist aus Zellulose hergestellt wird. Ein weiterer Bestandteil ist Erdöl, weshalb sich kleine Kratzer sehr gut mit einem öligen Schmiermittel verschließen lassen. Einfaches Olivenöl eignet sich hervorragend für diesen Zweck:
  • Reinigen Sie den Fußboden gründlich von Staub und Schmutzpartikeln.
  • Wischen Sie jedoch nur leicht feucht, nicht nass.
  • Lassen Sie den Fußboden gut trocknen.
  • Geben Sie einige Tropfen Olivenöl auf den Kratzer.
  • Polieren Sie die Stelle sanft mit einem sauberen Baumwolltuch.
  • Wiederholen Sie die Behandlung so lange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Statt Olivenöl können Sie grundsätzlich jedes andere Öl verwenden. Auch Babyöl oder ein anderes Speiseöl wie etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl haben bereits gut Ergebnisse geliefert. Bei dunklen Laminatböden sollten Sie zu Walnuss- oder Leinöl greifen, da diese von Natur aus die richtige Färbung mitbringen.

Tipp: Vorsicht, die ölige Kratzerbehandlung macht den
Fußboden für einige Tage sehr rutschig. Dies hält jedoch nur so lange an, bis das Öl vollständig eingezogen ist. Vermeiden Sie in dieser Zeit möglichst, über den behandelten Bereich zu laufen oder tragen Sie rutschfeste Socken bzw. Schuhe.

Bienenwachs

Ebenfalls sehr gute Ergebnisse liefert eine Behandlung mit Bienenwachs, außerdem zieht dieses Hausmittel schneller ein und hinterlässt einen weniger rutschigen Boden. Erwärmen Sie das Wachs - etwa von einer Bienenwachskerze - und füllen Sie es in flüssiger Form in den Kratzer ein. Verstreichen Sie es mit einem Spachtel oder einem ähnlich geeignetem Gerät. Lassen Sie das Wachs aushärten und polieren Sie es anschließend sorgfältig nach.

Helle oder dunkle Schuhcreme

Auch einfache Schuhcreme lässt sich für Reparaturzwecke einsetzen, sofern die Farbe passt. Überprüfen Sie am besten vorher an einer unauffälligen Stelle, ob die Färbung des Pflegemittels tatsächlich mit der des Fußbodens harmoniert. Perfekt wäre natürlich eine farblose Lederpflege aus Hartwachs (beispielsweise Bienen- oder Karnaubawachs), die grundsätzlich zu allen Laminatfarben passt. Ein gründliches Überpolieren mit einem weichen Tuch sorgt auch in diesem Fall für das richtige Finish.

Walnusskerne

Sofern Sie einen dunklen Laminatboden reparieren wollen, können Sie diesen Tipp ausprobieren: Knacken Sie eine Walnuss und reiben Sie mit einem Kern (ohne Schale!) mehrfach über den Kratzer. Die Nusspartikel füllen diesen bis in die kleinste Ritze und lassen ihn, sofern er lediglich oberflächlich ist, nahezu unsichtbar verschwinden. Doch Vorsicht: Walnüsse haben eine stark färbende Wirkung und eignen sich daher nur für wirklich dunkle Fußböden.

Reparatursets aus dem Baumarkt

Im Baumarkt sind für kleines Geld praktische Reparatursets erhältlich, die alle notwendigen Materialien und Werkzeuge für die Wiederherstellung des beschädigten Laminatfußbodens enthalten.

Bodenreparaturset mit Hartwachs

Ein solches Set kostet rund 25 EUR und enthält mehrere Hartwachsstangen in unterschiedlichen Farbtönen, einen Wachsschmelzer sowie Hobel, Spachtel, Schleifschwamm und Poliertuch. Die Anwendung ist denkbar einfach: Das Wachs wird mit dem batteriebetriebenen Wachsschmelzer schmierfähig gemacht und mit dem Spachtel in die schadhafte Stelle eingefüllt. Dabei lassen sich, je nach Färbung des Laminats, verschiedene Farben mischen, so dass Sie ein möglichst unauffälliges Ergebnis auch bei größeren Schäden erzielen können. Nach dem Trocknen schaben Sie überschüssiges Wachs mit dem Spachtel ab, reinigen und polieren die Stelle.

Tipp: Haben Sie keinen Wachsschmelzer zur Hand, tut es auch ein einfacher Lötkolben.

Reparaturpaste

Laminatkratzer entfernenNach einem ähnlichen Prinzip wie beschrieben arbeiten auch Sets mit Reparaturpaste und individuell zusammenstellbaren Farbpigmenten. Auch hier bewegt sich der Kostenrahmen zwischen etwa 20 bis 25 Euro.

Retuschierstifte / Reparaturspray

Kleine, oberflächliche Kratzer können Sie mit einem Retuschierstift (manchmal auch als Möbelstift bezeichnet) oder einem Reparaturspray behandeln. Diese Mittel sind einfach anzuwenden und kosten nur wenige Euro, haben allerdings ein eingeschränktes Farbspektrum und sind zudem nur wenig haltbar. Wenden Sie sie daher möglichst nur an selten frequentierten Stellen an, wo Sie nicht oft entlanglaufen oder die wenig durch Möbel etc. beansprucht sind. Vor einer Behandlung mit Reparaturstiften oder -spray sollte der betroffene Bereich gereinigt, gut angetrocknet und für eine bessere Haftung leicht angeraut werden.

Was tun bei tiefen Kratzern im Fußboden?

Naturgemäß können die genannten Hausmittel nur bei oberflächlichen Kratzern helfen. Handelt es sich dagegen um tiefere Schäden, hilft dagegen oft nur noch der Austausch der beschädigten Stelle. Praktisch ist an dieser Stelle das leicht zu verlegende Klick-Laminat, bei dem Sie im Falle des Falles nur die beschädigten Paneele entfernen und durch unbeschädigte ersetzen brauchen. Da sich die Schadensstellen jedoch in den meisten Fällen nicht am Rand befinden, sondern inmitten des Raumes, müssen Sie in der Regel alle Paneele einer Reihe entfernen - anders gelangen Sie nicht an den auszutauschenden Bereich. Merken Sie sich gut, in welcher Reihenfolge Sie die Paneele eingelegt hatten und legen Sie sie ebenso wieder zurück.

Tipp: Wenn die Schäden erst Jahre nach dem Kauf auftreten, ist das Laminat oft nicht mehr erhältlich. Damit Sie für den Reparaturfall auf das passende Material zurückgreifen können, sollten Sie schon beim Verlegen eventuellen Ersatz mitbestellen und diesen originalverpackt an einem trockenen und dunklen Ort aufbewahren.

Was tun bei Dellen im Laminatboden?

Manchmal sind weniger die Kratzer, als vielmehr mehr oder weniger ausgeprägte Dellen im Laminatboden das Problem, Diese entstehen beispielsweise wenn schwere Möbelstücke längere Zeit an ein und derselben Stelle stehen oder der Fußboden durch zu nasses Wischen aufgequollen ist. Mit einem Bügeleisen können Sie den Belag wieder glatt bügeln:
  • Feuchten Sie die Delle gut an.
  • Drehen Sie das Bügeleisen auf höchste Stufe an.
  • Halten Sie es nun wiederholt über die ausgedellte Stelle.
  • Jedoch immer nur kurz und auf keinen Fall direkt auf dem Fußboden!
  • Besonders gut geeignet sind Dampfbügeleisen.
Tipp: Mit dem Bügeleisen-Trick lassen sich auch Dellen und Druckstellen auf Parkett im Handumdrehen
entfernen.