Die Verlegerichtung des Laminats entscheidet über die Wirkung des gesamten Raumes. Daher sollte sie mit Bedacht gewählt werden. Doch wovon sollte sie abhängig gemacht werden und wie lässt sich bereits im Vorfeld feststellen, welche Richtung besser passt? Wir geben hilfreiche Tipps rund um die optimale Verlegerichtung des Laminats.

Lichteinfall

Lange Zeit wurde die Verlegerichtung des Laminats vor allem oder sogar ausschließlich vom Lichteinfall im betreffenden Zimmer abhängig gemacht. Tatsächlich hat der Lichteinfall in Kombination mit der Verlegerichtung auch einen erheblichen Einfluss auf die optische
Wirkung.

Verlegen mit dem Licht
Wird das Laminat mit dem Licht verlegt, ergeben sich daraus zwei Vorteile. Zum einen scheint die Maserung des Laminats das Licht regelrecht in den Raum zu tragen. Das Zimmer kann dadurch heller und freundlicher wirken. Zum anderen fallen die Fugen zwischen den einzelnen Abschnitten nicht auf. Der Boden wirkt glatter und harmonischer.

Verlegen quer zum Licht
Wird das Laminat quer zum Lichteinfall durch Fenster verlegt, wirken die einzelnen Dielen breiter. Das kann den Raum optisch dehnen, wenn es sich um einen sehr schmalen und langen Grundschnitt handelt. Der potenzielle Nachteil hierbei ist jedoch, dass selbst winzige Fugen das Licht brechen und dadurch optisch stärker auffallen. Noch stärker wird dieser Effekt, wenn der Boden einmal falsch gereinigt beziehungsweise gepflegt wird und dadurch die Kanten einzelner Dielen aufquellen.
Laminat
Der Eindruck ist dann leider uneben, der Boden wirkt "holprig" und die Fugen fallen störend auf. Daher muss einerseits verstärkt darauf geachtet werden, dass die Dielen exakt verlegt und auch korrekt gepflegt werden. Zudem muss dringend sichergestellt werden, dass keine Flüssigkeiten auf dem Laminat auslaufen können.

Tipp: Laminat kann mit speziellen Lösungen versiegelt werden. Sollte der Boden doch einmal zu feucht gewischt werden oder etwas darauf auslaufen, kann durch diese Versiegelung dem Aufquellen vorgebeugt werden.

Optisches Dehnen und Strecken

Neben dem Einfall des Lichts sollte bei der Verlegerichtung des Laminats auch der Grundschnitt des jeweiligen Raums berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass Richtung und Maserung des Laminats betonend und streckend wirken.

In
die Länge strecken:

Wird beispielsweise in einem langen aber schmalen Raum das Laminat längs verlegt und verläuft die Maserung somit parallel zu den längeren Wänden, wirkt das Zimmer optisch noch länger - aber auch schmaler. In einem Flur fällt das nicht weiter auf. Im Wohnzimmer kann es jedoch einen negativen Eindruck erzeugen und den Raum beengt wirken lassen.

In die Breite dehnen:
Durch die optische Wirkung können schmale Räume augenscheinlich verbreitert werden, wenn das Laminat quer zu den langen Seiten verlegt wird. Hierdurch wird eine verbreiternde Wirkung erzielt und die Wände scheinen weiter voneinander entfernt zu sein. So kann ein ausgleichendes, harmonisierendes Resultat entstehen. Doch wann sollte verlängert, gestreckt oder gedehnt werden? Und wann ist es besser, wenn die Verlegerichtung des Laminats den Grundschnitt des Raumes noch zusätzlich betont?
LaminatLeider gibt es hierfür keine pauschalen Angaben und Maße. Zudem spielt auch noch die persönliche Vorliebe eine Rolle und die Einrichtung des Raumes hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluss.

Probieren geht über studieren

Im Prinzip gibt es keine falsche Verlegerichtung. Die Verlegerichtung des Laminats kann nur weniger oder mehr betonen oder ausgleichend wirken. Bevor die Dielen fest verlegt werden, sollte daher die optische Wirkung überprüft werden. Das ist auf verschiedenen Wegen möglich. Zu diesen gehören unter anderem:

Skizze
Bereits eine einfache Skizze kann den Unterschied bei der Wirkung aufzeigen. Die maßstabsgetreuen Umrisse werden in zweifacher Ausführung aufgezeichnet. In einer Skizze wird das Laminat quer, in der anderen Skizze längs verlegt eingezeichnet. Wie sich die Proportionen dadurch strecken, dehnen oder ausgleichen, lässt sich anhand der Skizzen zumindest erahnen.

Loses Verlegen zur Probe
Wenn Farbe, Dicke und Modell des Laminats ausgesucht sind, kann das Laminat probeweise (und lose) verlegt werden. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, beide Verlege-Varianten - also längs und quer - auszuprobieren und davon Fotos anzufertigen. Durch die Fotos und die Varianten bei der Verlegerichtung lässt sich besser abschätzen, was in dem Raum die bessere Wirkung erzielt.

Bedenkzeit und verschiedene Vergleiche
Damit eine informierte Entscheidung getroffen werden kann, sollten verschiedene Aufnahmen und Eindrücke gesammelt werden. Sinnvoll ist es dafür, morgens, mittags und abends eine fotografische Aufnahme zu machen. Hierdurch kann erfasst werden, wie das Laminat unter verschiedenen Lichtverhältnissen wirkt.
Laminat
Mit wenig Aufwand und einer maximalen Wartezeit von zwei Tagen können beide Möglichkeiten der Verlegung unter verschiedenen Lichtverhältnissen durchprobiert werden. Dadurch kann ein sehr umfassendes und zudem vergleichbares Bild erzeugt werden. Optimal ist es, wenn die fotografischen Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgen und ausreichend Bedenkzeit eingeplant wird. Hierdurch können die verschiedenen optischen Wirkungen ausgetestet werden, ohne eine endgültige Entscheidung zu treffen und damit unnötig den Aufwand zu erhöhen. Das Laminat kann sogar auf dem aktuell vorhandenen Bodenbelag ausgelegt werden, um einen ersten und orientierenden Eindruck zu gewinnen.

Der Vorteil bei den Fotos ist, dass sie sehr einfach miteinander verglichen werden können. Quer oder längs? Auf den Bildaufnahmen fallen die jeweiligen Vorzüge und Nachteile der Verlegerichtung sehr deutlich
auf.