Alte Holzdecken haben ihren Charme, sie wirken jedoch oftmals etwas bieder oder sie bedürfen einer aufwendigen Aufarbeitung. Als Alternative zu einem Abriss können Sie Holzdecken mit Rigips gestalten. Sie bekommen eine glatte Decke, die Sie streichen oder mit einer Tapete bekleben können. Der Aufwand ist gering und die Kosten sind moderat, sodass Sie diese Alternative zum Abriss in Ihre Überlegungen einbeziehen sollten.

Höhe der Holzdecken beachten

Wenn Sie planen, die Holzdecken mit Rigipsplatten zu verkleiden, sollten Sie vorab berücksichtigen, dass sich die Höhe der Decken dadurch verringert. Dies ist besonders dann gravierend, wenn sich unter der Holzdecke eine Isolierung befindet, was vor allem bei älteren Häusern recht häufig vorkommt. Ist der Raum durch das Anbringen der Holzverkleidung an der Decke bereits sehr niedrig, sollten Sie berücksichtigen, dass sich die Höhe nochmals um etwa einen
Zentimeter verringert. Dies spielt für die Bewohnbarkeit des Raumes eine untergeordnete Rolle. Sollten Sie jedoch Schränke aufgestellt haben, die bis an die Decke reichen, kann es sein, dass diese Möbel nach der Verkleidung nicht mehr in den Raum passen und gekürzt oder in einem anderen Raum aufgestellt werden müssen.

Haltbarkeit der Unterkonstruktion prüfen

Rigipsplatten haben zwar ein geringes Eigengewicht, es kommt aber dennoch ein Gesamtgewicht von 7,5 kg bis 10 kg pro Quadratmeter zusammen. Sie sollten vor der Entscheidung, die Decke mit Rigipsplatte zu gestalten, prüfen, ob die Unterkonstruktion dieses Gewicht halten kann. Es muss unter allen Umständen vermieden werden, dass die Konstruktion wieder von der Decke fällt, weil sie keinen ausreichenden Halt bekommt.

Zustand der Holzpaneele prüfen

Sehr wichtig ist, dass Sie den Zustand der Holzpaneele überprüfen. Bevor Sie in die Rigipsplatten investieren, ist es sehr wichtig, dass Sie sich die Beschaffenheit des Holzes ganz genau anschauen. Es ist empfehlenswert, wenn Sie im Zweifelsfall das Urteil eines Fachmanns einholen. Wenn das Holz schimmelt oder durch den Befall mit Holzwürmern porös geworden ist, ist eine Verkleidung wenig sinnvoll, denn sie könnte instabil werden. Nur bei einem optimalen Zustand des Holzes und einer hohen Fähigkeit, das Gewicht zu halten, sollten Sie sich für eine Verkleidung entscheiden.

Bildung von Schwitzwasser unter der Holzpaneele

Wenn Sie einen Fachmann um Rat bitten, wird dieser Ihnen oftmals empfehlen, die Holzdecke zu entfernen. Der Hintergrund liegt darin, dass sich durch das Anbringen der Rigipsplatten der Wandaufbau verändert. Es kann sich Schwitzwasser bilden. Dieses Schwitzwasser greift das Holz, aber auch das Gemäuer an. Nach einigen Jahren bemerken Sie unschöne Flecken und müssen die gesamte Konstruktion wieder entfernen. Begutachten Sie die Wände vor dem Verkleiden der Decke auf feuchte Stellen und suchen Sie gegebenenfalls nach der Ursache. Sollte die Decke oder die angrenzende Wand feuchte Stellen besitzen, müssen Sie diese trockenlegen, bevor Sie eine Verkleidung vornehmen.

Holz als natürlicher Rohstoff

Beim Holz handelt es sich um einen natürlichen Rohstoff, der arbeitet. Dadurch kann es vorkommen, dass im Lauf der Zeit in der Konstruktion aus Rigipsplatten Risse entstehen. Sollten Sie die Decke mit einer Tapete beklebt haben, können diese Risse sichtbar werden. Gegen die Veränderungen des Holzes können Sie nicht viel ausrichten. Ist die Decke sehr trocken und porös, hilft es, vor der Verkleidung ein Öl oder eine Farbe aufzubringen, um die Poren etwas zu verschließen. Damit können Sie der Bildung von Rissen in Ihrer neuen Decke vorbeugen.

Befestigung der Deckenpaneele prüfen

Die Prüfung der Stabilität der Holzdecke ist sehr wichtig. Das Holz kann mit der Decke verschraubt sein, was sehr stabil ist. Hier können Sie die Verkleidung bedenkenlos vornehmen. Ist das Holz jedoch nur mit kleinen Klammern an der Decke befestigt und nicht verschraubt, ist es empfehlenswert, wenn Sie das Holz mit Schrauben fixieren, bevor Sie die Rigipsplatten fixieren.

Bedarf an Arbeitsmaterialien berechnen

Bevor Sie mit der eigentlichen Verkleidung der Holzdecken beginnen können, ist es wichtig, dass Sie den Bedarf an Arbeitsmaterialien ermitteln. Dazu messen Sie die Länge und Breite der Holzdecke aus und errechnen so die Fläche in Quadratmetern, die Sie verkleiden möchten. Rigipsplatten gibt es in verschiedenen Abmessungen zu kaufen. So können Sie den Bedarf sehr gut auf Ihr Projekt anpassen und haben nicht zu viel Verschnitt.
Gipskarton Trockenbau
Für die Verkleidung benötigen Sie weiterhin Schrauben, die in ihrer Länge so beschaffen sein sollten, dass die Rigipsplatten sicher an der Decke halten. Dübel sind nicht notwendig, da es sich beim Rigips um ein weiches Material handelt, in das Sie die Schrauben direkt eindrehen können.

Werkzeug für die Verkleidung bereitlegen

Es ist von Vorteil, wenn Sie das Werkzeug vor dem Beginn Ihrer Arbeit bereitlegen. So sparen Sie Zeit, denn Sie haben alles, was Sie brauchen, gleich zur Hand. Folgendes Werkzeug benötigen Sie für die Arbeit an der Decke:
Für das Zuschneiden der Rigipsplatten:
  • Cuttermesser oder kleine Handkreissäge
  • großer Tisch oder Tapeziertisch
  • Maßband, Lineal und Bleistift
Für das Anbringen der Rigipsplatten an der Decke:
  • sichere Standleiter
  • Schraubenzieher
    oder
  • Akkuschrauber
Es ist empfehlenswert, wenn Sie einen leistungsstarken Akkuschrauber nutzen. Abhängig von der Größe der Decke arbeiten Sie über mehrere Stunden mit erhobenen Händen. Das manuelle Verschrauben der Platten kann sehr ermüdend sein.

Zuschneiden der Rigipsplatten

In den meisten Fällen wird es notwendig sein, die Rigipsplatten zuzuschneiden. Es ist von Vorteil, wenn Sie diesen Arbeitsschritt durchführen, bevor Sie mit der eigentlichen Befestigung beginnen. Wenn es möglich ist, sollten Sie den Zuschnitt unter freiem Himmel, in einer Garage oder in einer Werkstatt vornehmen. Beim Schneiden bildet sich ein heller Staub, der sich auf die Möbel legt, wenn Sie den Zuschnitt direkt in dem Zimmer vornehmen, in dem Sie die Decke gestalten möchten. Das Verschrauben der Platten mit dem Deckenholz hinterlässt keine Rückstände, sodass Sie die Möbel nicht zwingend aus dem Zimmer räumen müssen.

Der Zuschnitt:

1. Berechnen Sie die benötigte Länge und Breite der einzelnen Platten, bezogen auf die Deckengröße

2. Zeichnen Sie an der Schnittkante eine Markierung

3. Nehmen Sie den Zuschnitt vor

Es ist von Vorteil, wenn Sie die spätere Lage der einzelnen Platten markieren. Dafür können Sie Nummern verwenden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Zimmerdecke nicht ganz gerade ist, was vor allem bei älteren Häusern häufig vorkommt. Dann benötigen Sie für die Verkleidung Platten mit einem speziellen Schnitt. Diese finden Sie leichter wieder, wenn sie mit einer Ziffer markiert sind.

Verschrauben der Rigipsplatten mit der Holzdecke

AkkuschrauberBeginnen Sie an einer Zimmerecke und arbeiten Sie sich mit den zugeschnittenen Platten Stück für Stück an die andere Zimmerecke vor. Es ist empfehlenswert, wenn Sie etwa alle zehn Zentimeter eine Schraube setzen, um einen hohen Halt der Konstruktion zu gewährleisten. Achten Sie darauf, dass Sie die Rigipsplatten Kante an Kante legen. Es sollte sich zwischen zwei Platten kein unschöner Spalt zeigen.

Stoßkanten verfugen

Nach dem Anbringen der Platten sehen Sie, dass sich sichtbare Stoßkanten gebildet haben. Dies ist aufgrund der leicht gebogenen Form der Rigipsplatten nicht zu vermeiden. Verfugen Sie diese Stoßkanten mit Gips. So ergibt sich eine einheitliche glatte Deckenkonstruktion.

Ecken des Raumes mit Abschlussleisten verkleiden

An den Ecken des Raumes können sich unschöne Fugen ergeben, die aus dem Zuschnitt der Rigipsplatten entstehen. Wünschen Sie sich eine einheitliche Konstruktion, entscheiden Sie sich für das Anbringen von Abschlussleisten. Diese werden mit kleinen Nägeln an der Decke angebracht und sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich. So erhalten Sie eine einheitliche Deckenkonstruktion, die auch optisch sehr ansprechend aussieht.

Gestaltung der neuen Decke

Haben Sie die Arbeiten an der Decke abgeschlossen, erhalten Sie eine einheitliche und glatte weiße Fläche, die Sie nun nach Ihren Vorlieben gestalten können. Rigips lässt sich sehr gut mit einer Tapete bekleben. Sie nutzen klassischen Tapetenkleister, der sich perfekt mit der Oberfläche der Rigipsplatten verbindet. Das Tapezieren gestaltet sich so sehr einfach.
Alternativ können Sie Ihre neue Decke auch streichen. Wenn Sie sich für diese Option entscheiden, ist es jedoch wichtig, dass Sie die Fugen perfekt geschlossen haben. Unebenheiten würden unter dem Anstrich deutlich sichtbar werden, während sie unter der Tapete verschwinden. Die Kombination aus einer Raufasertapete und einem Anstrich ist selbstverständlich auch möglich.