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Welche Dachbodendämmung ist sofort begehbar?

Um den Dachboden sofort begehbar zu dämmen, stehen einige Materialien zur Auswahl. Die Vor- und Nachteile sowie die zu veranschlagenden Kosten von sofort begehbarer Dachbodendämmung werden in diesem Beitrag übersichtlich zusammengefasst.

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Materialien für Dachbodendämmungen

Es gibt verschiedene Materialien, mit denen man einen Dachboden dämmen kann:

PIR- und PUR-Hartschaumplatten

Aus synthetischem Kunststoff hergestellte Hartschaumplatten sind in unterschiedlichen Härtegraden erhältlich und bieten gute Dämmeigenschaften. Man unterscheidet hier zwischen Platten aus PIR (Polyisocyanurat) und PUR (Polyurethan). Die Unterschiede liegen hierbei in einer höheren Feuerfestigkeit bei PIR und einer besseren Elastizität von PUR.

Vorteile

  • Durch gute Dämmeigenschaften geringe Dämmdicke erforderlich
  • geringes Eigengewicht
  • gute Witterungsbeständigkeit
  • wasserabweisend
  • einfache Verarbeitung
  • günstiger Materialpreis

Nachteile

  • Bei Brand Freisetzung toxischer Gase
  • nicht nachhaltig durch fossilen Rohstoff
  • großer Energiebedarf bei Herstellung

Einsatzgebiete

  • Dämmung für Dächer (auch Flachdächer) und Keller von Privatgebäuden
  • Fassadendämmung für Leichtbaugebäude
  • durch höhere Elastizität können PUR-Platten sehr individuell angepasst werden
  • wegen besserer brandhemmender Eigenschaften ist PIR auch für öffentliche Gebäude geeignet

Endverbraucher-Preise

Abhängig von der Dämmdicke kosten Hartschaumplatten aus PIR und PUR 10 EUR/m² bis 20 EUR/m². Damit zählen sie zu den günstigeren Materialien für eine sofort begehbare Dachbodendämmung.

Für die Dämmung eines Dachbodens mit einer Fläche von 50 m² und einem angenommenen Verschnitt von 6 % braucht man 53 m² Dämmplatten. Bei einem Quadratmeterpreis von 15 EUR fallen Materialkosten für die Hartschaumplatten von 795 EUR an.

XPS-Dämmplatten

Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol (XPS) bieten eine ausgesprochen robuste und widerstandsfähige Dämmung. Diese Art von Hartschaumplatte hat sehr gute Dämmwerte und kann sogar in nassen Bereichen wie z. B. für Keller oder an Bodenplatten eingesetzt werden. Die Brandschutzeigenschaften sind, wie bei den meisten erdölbasierten Dämmmaterialien, nicht besonders positiv. XPS ist ein vergleichsweise teurer Dämmstoff.

Vorteile

  • Vielseitig einsetzbar
  • hervorragende Dämmeigenschaften
  • sehr widerstandsfähig und druckfest
  • keine Feuchtigkeitsaufnahme
  • sehr langlebig

Nachteile

  • Keine guten Brandschutzeigenschaften
  • Rauchentwicklung im Brandfall
  • nicht nachhaltig durch fossilen Rohstoff
  • höherer Materialpreis

Einsatzgebiete

  • Perimeterdämmung für Kellerwände (Außenanbringung) und Sockelbereiche
  • Fassaden dämmen
  • Dämmen von Bodenplatten (sogar im Grundwasser)
  • Dämmung für Dächer, Decken und Böden

Endverbraucher-Preise

Der Quadratmeterpreis für Hartschaumplatten aus XPS liegt zwischen 5 EUR und 30 EUR. Ein Dachboden mit 50 m² zu dämmender Flache benötigt bei 6 % Verschnitt 53 m² Dämmmaterial. Ausgehend von einem Quadratmeterpreis von 17,50 EUR betragen die Kosten für die XPS-Platten 927,50 EUR.

Dach bauen und richtig Dämmen

Steinwolle

Steinwolle ist ein weitverbreitetes mineralisch-synthetisches Dämmmaterial mit sehr guten Dämmeigenschaften. Sie bietet einen hohen Brandschutz und ist im Vergleich zu anderen Dämmungen recht günstig. Steinwolldämmung ist in Form von Matten oder Platten erhältlich. Wichtig ist, dass Steinwolle nur in trockenen Bereichen verwendet wird, da sich die Dämmwirkung bei Feuchtigkeitsaufnahme drastisch verschlechtert.

Vorteile

  • Sehr gute Dämmleistung
  • einfach zu verarbeiten
  • nicht brennbar
  • diffusionsoffen
  • relativ günstig

Nachteile

  • Feuchtigkeitsaufnahme reduziert Dämmleistung
  • großer Energiebedarf bei Herstellung

Einsatzgebiete

  • Dämmung von Dächern, Decken und Wänden in Innenräumen

Endverbraucher-Preise

Abhängig von der Materialstärke kostet ein Quadratmeter Steinwolle zwischen 5 EUR und 20 EUR. Bei 6 % Verschnitt und 50 m² Fläche eines Dachbodens sollten 53 m² Steinwolle gekauft werden. Dies verursacht Kosten von 662,5 EUR, wenn man mit einem Preis von 12,50 EUR/m² kalkuliert.

Platten für den Bodenaufbau

Die beschriebenen Dämmmaterialien müssen im Rahmen des Fußbodenaufbaus für den Dachboden mit Platten belegt werden, um sie begehbar zu machen. Gut geeignet sind hier zum Beispiel OSB-Platten oder Estrich-Elemente.

Estrich-Elemente

Gipsfaserplatten, auch als Estrich-Elemente oder Fermacell (Herstellername) bekannt, sind im Trockenbau beliebt. Aufgrund ihres geringen Gewichtes sind sie für den Bodenaufbau auf Dachböden gut geeignet, da hier oftmals Holzbalkendecken verbaut sind.

Vorteile

  • Einfach zu verlegen
  • kleine Aufbauhöhe
  • geringes Gewicht
  • nicht brennbar
  • günstiges Material

Nachteile

  • Feuchtigkeitsempfindlich
  • eingeschränkte Belastbarkeit
  • im Alleineinsatz sehr geringe Dämmleistung

Einsatzgebiete

  • Trockenbau (Wände, Decken und Fußböden) in Innenräumen

Endverbraucher-Preise

Gipsfaserplatten kosten in der üblichen Stärke von 20 mm ca. 17 EUR pro Quadratmeter. Bei einer zu verlegenden Bodenfläche von 50 m² und 6 % Verschnitt werden 53 m² Gipsfaserplatten benötigt, welche zu 17 EUR/m² insgesamt 901 EUR kosten.

OSB-Platten

OSB-Platte

Sogenannte Richtspanplatten (engl. Oriented Strand Board -> OSB) bieten einen sehr strapazierfähigen Bodenbelag. Sie verfügen bereits ohne extra Dämmschicht über gewisse Dämmeigenschaften. Für eine wirklich effektive Dachbodendämmung sollten aber auch OSB-Platten über einem Dämmmaterial zum Einsatz kommen.

Vorteile

  • Sehr robust
  • eigene Dämmwirkung
  • je nach Ausführung guter Brandschutz

Nachteile

  • Hohes Eigengewicht
  • aufwendig zu verarbeiten (Zuschnitt)
  • relativ teuer

Einsatzgebiete

  • Trockenbau innen (Wände und Fußböden)
  • je nach Klassifizierung auch bedingt für Feuchtbereiche geeignet

Endverbraucher-Preise

OSB-Platten in guter Qualität und mit 22 mm Stärke kosten ca. 20 EUR pro Quadratmeter. Soll ein 50 m² großer Dachboden mit OSB-Platten ausgelegt werden, so werden 53 m² Material benötigt, da ein Verschnitt von 6 % eingeplant ist. Bei 20 EUR/m² müssen dafür 1060 EUR veranschlagt werden.

Für die Dämmung eines Dachbodens mit einer Fläche von 50 m² und einem angenommenen Verschnitt von 6 % braucht man 53 m² Dämmplatten. Bei einem Quadratmeterpreis von 15 EUR fallen Materialkosten für das Dämmmaterial von 795 EUR an.

Dachbodenelemente

Bodenplatten über eine darunter liegende Dämmung zu verlegen ist nach wie vor eine gängige Methode, um eine sofort begehbare Dachbodendämmung zu erhalten. Eine clevere Alternative dazu bieten heutzutage sogenannte Dachbodenelemente.

Dabei handelt es sich um OSB-, Holzfaser- oder Gipsfaserplatten, auf deren Unterseite bereits eine Dämmschicht aus synthetischen oder mineralischen Materialien angebracht ist. Diese Platten können direkt verlegt werden, sodass die Dämmung und der Bodenaufbau in einem Arbeitsgang ausgeführt werden.

Vorteile

  • In zahlreichen Varianten erhältlich
  • Dämmung und Beplankung in einem Arbeitsgang
  • da Dämmung und Beplankung in einem Produkt vereint sind, relativ kostengünstig für den Dachbodenausbau

Nachteile

  • Zuschneiden durch Materialkombination anspruchsvoll

Einsatzgebiete

  • Dachbodenausbau

Endverbraucher-Preise

  • Gipsfaserplatte 30 mm stark mit Holzfaserdämmschicht ca. 22 EUR/m²
  • Gipsfaserplatte 35 mm stark mit Steinwolle ca. 24 EUR/m²
  • Gipsfaserplatte 50 mm stark mit Polystyrol-Hartschaumdämmschicht ca. 23 EUR/m²

Bei 6 % berücksichtigtem Verschnitt und einer zu verlegenden Fläche von 50 m² sind 53 m² Dachbodenelemente zu kaufen. Ein Quadratmeterpreis von 23 EUR ergibt so Materialkosten von 1219 EUR. Diese Kosten umfassen bereits Dämmung und Beplankung, weshalb diese Art der sofort begehbaren Dachbodendämmung nicht nur sehr praktisch, sondern auch günstig ist.

Autor Heim-Redaktion

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