Klinkerriemchen sind eine gute Alternative zur "echten" Klinkerfassade und werden schlicht auf die vorhandene Fassade aufgeklebt. Sie können problemlos auf ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden und verleihen Wänden aussen und innen eine dekorative Optik. Bei der Planung und dem Aufkleben müssen jedoch einige Faktoren berücksichtigt werden, um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten.

Planung

Um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten, muss die Fassade exakt geplant werden. Die Abstände müssen präzise vermessen und festgehalten werden. Dabei sollten vor allem die Fenster und Türen als berücksichtigt und als Anhaltspunkte
verwendet werden.
Der Aufwand für die Planung ist vergleichsweise groß und erfordert ein sehr detailliertes Arbeiten. Bereits kleine Abweichungen können zu unschönen Fehlern und einem gesteigerten Aufwand beim Ankleben führen. Zudem ist das Planen auch wichtig, um die erforderliche Menge an Klinkerriemchen zu kaufen und diese - sofern nötig - passend zuzuschneiden.

Vorbereitung

Wenn die Planung abgeschlossen ist, kann die eigentliche Vorbereitung beginnen. Dabei kommt es auf die folgenden Punkte an:

Eben
Die Oberfläche muss eben und glatt sein. Finden sich Risse oder Löcher im Putz, müssen diese im Vorfeld ausgebessert werden. Stärkere Unebenheiten können mit einer ausgleichenden Schicht Putz geebnet und geglättet werden.

Sauberkeit
Sogenannte haftmindernde Substanzen können den Halt des Klebers reduzieren und der Riemchen mindern und viel Arbeit zunichtemachen. Es daher wichtig, dass der Untergrund frei von Staub, Fett und anderen Verschmutzungen ist.

Trockenheit
Innen lässt sich leicht dafür sorgen, dass die Fassade trocken ist. Aussen muss die entsprechende Witterung abgepasst werden. Mit Strahlern und Lüftern kann dafür gesorgt werden, die Wand schneller und sicherer abtrocknen zu lassen.

Grundierung
Vor dem Verlegen der Riemchen wird der Untergrund mit einer Grundierungsemulsion vorbereitet. Diese sorgt für eine bessere Haftung - muss jedoch vor dem Aufkleben gründlich austrocknen.

Kauf der Klinker
Die Riemchen können je nach Packung und Partie leichte farbliche Unterschiede aufweisen. Das ist ganz normal und sorgt später an der Fassade für eine natürliche Optik. Um eine gute Durchmischung zu erhalten, sollten wahlweise Riemchen der gleichen Partie gekauft oder Steine abwechselnd aus verschiedenen Verpackungen verwendet werden.

Verlegeplan erstellen
Der Verlegeplan gibt an, wie viele Riemchen eingesetzt und wo sie gegebenenfalls zugeschnitten werden müssen.

Zuschneiden
Damit das Verlegen später nicht unterbrochen werden muss, können gegebenenfalls bereits Riemchen zugeschnitten werden. Hierbei muss allerdings auch beachtet werden, dass durch die Abstände zwischen den Riemchen durch Kleber und Mörtel nicht alles millimetergenau vorher geplant werden kann.

Utensilien

Für das Messen, Planen Vorbereiten und Aufkleben der Klinkerriemchen werden einige Utensilien benötigt. Bei diesen handelt es sich unter anderem um:
  • Bohrmaschine und Rühraufsatz
  • Flex mit geeignetem Aufsatz für den Zuschnitt der Klinker
  • Fugeisen
  • Fugenmörtel (extrabreit)
  • Glättkelle
  • Hochflexibler Fliesenkleber
  • Klinker- und Eckriemchen
  • Schnüre zur Orientierung
  • Verlegeraster
  • Wasserwaage
  • Zahnspachtel

Aufkleben

Beim Kleben der Riemchen wird wie folgt vorgegangen:

1. Der Fliesenkleber beziehungsweise Systemkleber wird zunächst auf die Wand aufgetragen. Mit einem Zahnspachtel wird die Kleberoberfläche "gekämmt" um Rillen zu erzeugen.

2. Anschließend wird der Kleber auch auf die Klinker aufgetragen und die Riemchen an die Wand angedrückt. Vor der nächsten Reihe von Riemchen wird auf die obere Steinkante eine dünne Schicht Mörtel mithilfe eines Fugeisens aufgebracht.

3. Bei der zweiten Reihe wird ebenso verfahren. Nach dem Auftragen des Klebers auf die Wand, wird die Oberfläche gekämmt. Anschließend werden die Klinker ebenfalls mit Kleber versehen, ausgerichtet und aufgesetzt.

4. Um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzeugen, sollte die Klinkerriemchen häufiger mit der Wasserwaage kontrolliert werden. Zur Orientierung können auch Schnüre gespannt werden. Einfacher geht es jedoch mit einem Verlegeraster. Auch bei diesem sollte jedoch nicht auf die Überprüfung mit einer Wasserwaage verzichtet werden, um ein optimales Ergebnis zu erzeugen.

KlinkerriemchenBei dem Anbringen der Fassade sollte zunächst mit den Eckriemchen begonnen werden. Im Anschluss sollten die Ränder von Fenstern und Türen umrandet werden. Erst dann werden die Zwischenräume aufgefüllt.

Tipp: Der Kleber sollte immer nur in einem kleinen Bereich aufgetragen werden. Auch hierbei dient das Verlegeraster als Orientierung.

Alternativen

Ist bei Außenwänden noch keine Wärmedämmung vorhanden, können Isolierklinker verwendet werden. Bei diesen handelt es sich um spezielle Klinker, die aus hochwertigem Polyurethan und Verblendklinkern aus hartgebranntem Ton bestehen. Sie können ebenso wie die Riemchen verlegt werden, dämmen die Wand aber gleichzeitig ab.
Sie sind in verschiedenen Stärken erhältlich, jedoch deutlich teurer als die einfachen Riemchen.

Klinkerriemchen verlegen oder verlegen lassen?

Um Kosten einzusparen, entscheiden sich viele Menschen dazu, die Riemchen selbst zu verlegen. Das Verlegen ist jedoch mit einigen Tücken verbunden. Bereits die Planung und die Ausrichtung der einzelnen Steinchen ist mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl verbunden. Selbst erfahrene Maurer benötigten daher vergleichsweise viel Zeit, um die Fassade akkurat zu verklinkern. Sinnvoll kann es daher sein, wenigstens bei der Planung professionelle fachliche Hilfe hinzuziehen.

Kosten

Pro Quadratmeter muss mit Kosten von 20 bis 30 Euro allein für die Riemchen gerechnet werden. Hinzu kommen der Aufwand für den Kleber und Mörtel sowie gegebenenfalls die weiteren Utensilien. Im Vergleich zu Klinkersteinen und Isolierklinkern, bei denen mit Kosten von 120 bis 170 Euro zu rechnen ist, sind die Riemchen also sehr
gering.