OSB-Platten sind ein noch relativ neues Baumaterial in Europa, weswegen sowohl bei der Verwendung als auch beim Veredeln immer wieder Fragen auftauchen. Dabei ist es grundsätzlich problemlos möglich, die Grobspannplatten zu streichen, zu lackieren oder sogar zu tapezieren. Aufgrund der Besonderheiten der Platten muss dabei jedoch auf einige Faktoren geachtet werden.

Streichen

Zum Malern reicht gewöhnliche Wandfarbe aus. Wiederum sollten die Platten geschliffen und im Idealfall unbehandelt sein. Die einzige Ausnahme stellt die Vorbehandlung mit einem Sperrgrund dar. Wer sich für ungeschliffene Platten entscheidet, muss die Oberfläche entsprechend vor dem Malern abschleifen und absaugen. Nur dann ist ein
entsprechend glatter Grund gegeben und sowohl die Verletzungsgefahr als auch das Risiko von ausreißenden und abbrechenden Spänen ist reduziert.

Tipp: Ein vor dem Streichen aufgetragener Sperrgrund verhindert, dass die Farbe ungleichmäßig einzieht beziehungsweise deckt und auch, dass sich die Grobspannplatte verzieht und aufquillt.

Lackieren

Beim Lackieren der OSB-Platten wird ebenso vorgegangen, wie beim Malern. Die Platten sollten abgeschliffen und mit Sperrgrund behandelt sein. Erst dann kann der Lack so aufgetragen werden, dass sich ein ebenmäßiges Resultat erzielen lässt. Wichtig ist zudem, dass möglichst ein lösemittelhaltiger Lack gewählt wird. Denn bei wasserbasierenden Lacken können sich die Kanten der Platten heben, da die Gefahr des Aufquellens gegeben ist. Ob die Struktur der Oriented Strand Boards - wie die Platten auch genannt werden - noch sichtbar ist oder nicht, ist natürlich ebenfalls abhängig von dem gewählten Lack. Deckende, farbige Varianten lassen die Musterung verschwinden. Helle Töne und transparente Lacke lassen sie durchscheinen.

Lasieren und Beizen

Mit Lasur und Beize lässt sich die Struktur der Plattenoberfläche erhalten, während das Material beständiger und widerstandsfähiger wird. Dennoch ist diese Art der Veredelung nicht für vielgenutzte und stark beanspruchte Oberflächen geeignet. Besser ist es, nach dem Auftrag der Beize oder Lasur nochmals eine Schicht transparenten Lacks aufzutragen. Dadurch wird das Ergebnis haltbarer und auch Feuchtigkeit oder Sonnenbestrahlung führen nicht in kurzer Zeit zum Ausbleichen beziehungsweise zu Verfärbungen.

Tapezieren

Hersteller der OSB-Platten raten davon ab, diese zu tapezieren. Das hat den einfachen Grund, dass sich die Platten entsprechend der herrschenden Feuchtigkeit ausbreiten und beim Trocknen wieder zusammenziehen. Beim Trocknen des Tapetenkleisters könnte die Tapete also reißen. Dennoch ist es möglich, die Grobspanplatten auf diese Weise zu veredeln. Notwendig ist es hierzu, auf die folgenden Punkte zu achten:
  • Wasserdampfdurchlässige Tapeten wählen
  • Kleister nutzen, der für die OSB-Platte geeignet
    ist
  • Untergrund abschleifen, um ein absolut ebenes und glattes Ergebnis zu erzielen
Eine Alternativen stellen wasserfeste Glasfasertapeten dar, die mit Dispersionskleber auf den Platten oder der Wand aufgebracht werden. Bei diesem Vorgehen muss sichergestellt werden, dass sich keine Luft zwischen der Tapete und dem Untergrund befindet. Hierdurch ergibt sich eine Versiegelung des Holzes, die auch das Aufquellen verhindern kann.

Ölen und Wachsen

OSB-Platte wachsen und ölenDie Grobspannplatten können problemlos geölt oder gewachst werden. Sinnvoll sind diese Verfahren aber nur dann, wenn die Platten lediglich wenig beansprucht werden. So also beispielsweise im Deckenbereich oder an Wänden, die sich in selten genutzten Räumen befinden. Ein Vorteil des Ölens und Wachsen ist es, dass sich leichte Kratzer schnell und einfach ausgleichen lassen. Zudem bleibt die optisch ansprechende Struktur erhalten.

Tipp: Zu beachten ist bei dem Ölen und Wachsen der OSB-Platten nur wenig. Die Produkte sollten hochwertig und die Platten geschliffen sowie unbehandelt sein. Dann lassen sich die besten Ergebnisse erzielen.

OSB-Platten vorbereiten

Abhängig davon, welche Veredelungsvariante gewählt wird, müssen die Platten entsprechend vorbereitet werden. Wie erwähnt, handelt es sich dabei in erster Linie um das Schleifen. Dieses ist wichtig, um die Oberfläche aufnahmefähig werden zu lassen und sie zu glätten. Erst im Anschluss sollten Sperrgrund, Farben, Lacke; Öle, Wachse oder Beize zum Einsatz kommen. Bei bereits behandelten Varianten ist das selbstverständlich nicht erforderlich. Das Schleifen ist auch deswegen sinnvoll, weil ausreißende Späne und unebene Kanten nicht nur die Optik beeinträchtigen, sondern auch eine Verletzungsgefahr darstellen. An der Decke ist das nur geringfügig problematisch. Bei Wänden und Böden sowie anderweitig genutzten Oberflächen sind Splitter und abbrechende Späne hingegen riskant.

Veredelung durchführen

Wichtig bei jeder Art der Veredelung - mit Ausnahme der Tapete ist - dass mehrere Schichten aufgetragen werden. Denn sich die Platten aufnahmefähig, lässt sich mit einer Schicht Lack oder Farbe allein kein deckendes und gleichmäßiges Ergebnis erzielen. Entscheidend ist zudem der zeitliche Ablauf der Veredelung. Dabei ist in den folgenden Schritten vorzugehen:

1. Nach der Vorbereitung durch das Schleifen und das Anbringen der Platten sollten sich diese für wenigstens 48 Stunden an das Raumklima anpassen können. Dabei sind gegebenenfalls Abstandshalter zu verwenden, um ein Verziehen und Verschieben zu verhindern. Je nachdem, ob der Raum feuchter oder trockener als die bisherige Lagerungsstätte ist, werden sich die Platten jedoch noch zusammenziehen oder aufquellen.

2. Nach der Akklimatisierung von zwei Tagen oder mehr

kann die Montage erfolgen.

3. Ist die Montage erfolgt, kann mit der Veredelung begonnen und der Sperrgrund beziehungsweise Isolierungsgrund aufgetragen werden. Wichtig ist, dass alle weiteren Schritte zur Veredelung möglichst innerhalb von 36 Stunden abgeschlossen sind. Anderenfalls können sich die Platten wiederum verziehen, verbiegen oder gegeneinander verschieben.

4. Lacke, Farbe oder Öl sollten wie erwähnt in mehreren Schichten aufgetragen werden, um ein möglichst hochwertiges und widerstandsfähiges Ergebnis zu erzielen.

Utensilien

Um eine entsprechende Veredelung zu erreichen, müssen neben hochwertigen Produkten auch die passenden Utensilien verwendet werden.
Je nach Art der Veredelung sind die folgenden Utensilien:
  • Pinsel: Öl, Wachs aber auch Beize und Lasuren lassen sich gut mit Pinseln auftragen. Diese sind auch ideal, um Kanten und Fugen zu bearbeiten.
  • Farb- oder Lackrolle: Malerrollen sind optimal für größere Flächen sowie für das Auftragen von Farbe und Lack. Sie eignen sich insbesondere dafür, die Mittel sehr gleichmäßig aufzutragen.
  • Tuch: Das Auftragen beziehungsweise Verwischen mit einem Tuch ist lediglich bei Ölen und Wachsen empfehlenswert. Auch dann sind breite Pinsel aber meist die bessere Wahl
In jedem Fall sollten die Mittel vor dem Auftrag gründlich umgerührt und dringend Handschuhe getragen werden.