Risse in der Außenfassade eines Gebäudes sind in den meisten Fällen vollkommen normal und altersbedingt. Der Putz ist schließlich tagtäglich den Belastungen der Witterung ausgesetzt. Klar, dass er verschleißt. Ein derartiger Putzriss muss unbedingt wieder geschlossen werden, um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden. Geht der Riss jedoch tiefer, kann das ein Hinweis auf weit größere Probleme am Gebäude sein.

Voruntersuchung

Bevor man sich als Hausbesitzer daran macht, Rissstellen im Putz auszubessern, tut man gut daran, erst einmal festzustellen, um welche Art von Riss es
sich handelt. Es sollte also eine genaue Schadensanalyse erfolgen. Grundsätzlich lassen sich nämlich zwei Arten von Rissen unterscheiden. Da wären zum einen die putzbedingten Risse. Sie sind in den allermeisten Fällen oberflächlich und betreffen tatsächlich nur den Putz selbst.

Das Ausbessern ist hier relativ einfach und erfordert weder spezielle Fachkenntnisse noch großes handwerkliches Geschick. Anders sieht es hingegen mit den sogenannten dynamischen Rissen aus. Sie gehen deutlich tiefer und betreffen in der Regel nicht den Putz allein, sondern auch das darunter liegende Mauerwerk. Ein dynamischer Riss ist in der Regel ein deutlicher Hinweis auf Mängel in der Bausubstanz - und diese Mängel können sehr gefährlich sein.

Hinweis: Ein dynamischer Riss muss unbedingt von einen qualifizierten Bauexperten näher untersucht werden. Es bedarf dann auch Profis, um die Ursachen des Risses zu reparieren.

Rissart erkennen

Es dürfte zwischenzeitlich klar geworden sein, dass es entscheidend darauf ankommt, zu erkennen um welche Rissart es sich handelt, die da im Außenputz sichtbar wird. Zum Glück gibt es ein paar relativ eindeutige Merkmale, mit deren Hilfe sie sich unterscheiden lassen.

Putzriss:
  • nur oberflächlich, nicht tief gehend
  • lediglich der Putz betroffen
  • das Mauerwerk ist nicht tangiert
  • tritt meist flächig als Kombination aus Netzrissen auf
  • mitunter schlecht sichtbar
Dynamischer Riss
  • deutlicher, relativ breiter Riss
  • oft bis zum Mauerwerk reichend
  • Putzelemente brechen leicht aus
  • häufig in der Nähe von Mauerdurchbrüchen zu
    finden
Tipp: Ist man sich unsicher, um welche Art von Riss es sich denn nun handelt, sollte man einen Bausachverständigen zu Rate ziehen. Der kostet zwar Geld, die Früherkennung eines dynamischen Risses hilft aber auch Kosten zu sparen.

Putzrisse ausbessern

Einen Putzriss auszubessern ist keine große Sache. Je nach Art und Größe des Risses bzw. der Risse kommen dafür zwei Methoden in Frage. Methode 1 besteht darin, den Riss großflächig zu überdecken. Dafür gibt es spezielle Materialien, die in jedem Baumarkt erhältlich sind. Diese Variante eignet sich vor allem für besonders feine Putzrisse, die häufig auch in einem Rissnetz oder einem Rissgeflecht zu finden sind. Die zweite Methode kommt hingegen bei etwas größeren, genauer: breiteren Rissen im Außenputz zur Anwendung. Ein derartiger Riss wird verfüllt. Auch hier ist das geeignete Füllmaterial problemlos im Baumarkt zu finden. Da beide Methoden die Bausubstanz selbst nicht betreffen, können die Arbeiten ohne weiteres auch von Laien ausgeführt werden.

Riss überdecken

Einen einzelnen Riss oder ein Rissgeflecht zu überdecken heißt im Grunde nichts anderes, als auf die alte Putzschicht eine neue aufzutragen. Das kann partiell erfolgen oder flächendeckend, also die komplette Wand betreffend. Dazu besorgt man sich im Baumarkt entweder sogenannten Rollputz mit einer Körnung von 0,5 mm oder einen Mineralputz mit einer Körnung von 2 mm. Während der Mineralputz nach den Vorgaben des Herstellers erst mit Wasser angerührt werden muss, ist der Rollputz sofort einsatzfähig.
Aufbau von  Fassade & Putz
Mineralputz wird mit einer sogenannten Putzkelle großflächig aufgetragen und dann sorgfältig glatt verstrichen. Der Auftrag des Rollputzes erfolgt über eine handelsübliche Malerrolle. Wichtig ist dabei, eine gewisse Mindeststärke zu erreichen. Empfehlenswert sind 15 mm. Die neu verputzte Stelle muss nach mehrtägigem Trocknen dann schließlich auch noch gestrichen werden.

Tipp: Auch wenn es viel mehr Arbeit macht, ist das komplette Verputzen einer Wand sinnvoll. Dann ist man nämlich nicht nur auf der sicheren Seite, sondern tut sich auch leichter mit dem passenden Farbanstrich.

Riss verfüllen

Will oder muss man einen Riss
verfüllen, braucht es dazu passendes Füllmaterial. Dieses ist als Trockensubstanz erhältlich und muss nach den Vorgaben des Herstellers mit Wasser angerührt werden. Es entsteht dabei eine mörtelähnliche Masse, die dann mit einer Spachtel direkt in den Riss gegeben wird bis der komplett verfüllt ist. Nach dem Antrocknen wird dann die betreffende Stelle noch einmal mit der Masse großzügig verputzt. Der Putz muss dabei über die eigentliche Rissbreite hinaus aufgetragen werden.

Grundlegende Tipps

Egal, ob man Risse nun überdecken oder verfüllen möchte, es empfiehlt sich, den Untergrund zuvor gründlich zu reinigen. Dies geschieht am besten mit einer angefeuchteten, relativ weichen Bürste. Wichtig ist auch, die Arbeiten nur bei schönem, trockenen Wetter aufzuführen. Es muss außerdem gewährleistet sein, dass es draußen nicht mehr friert. Da die Rissstellen häufig an Stellen sitzen, die nur schwer zu erreichen sind, braucht es meist auch eine Leiter oder ein Gerüst. Aus Sicherheitsgründen ist dabei einem Gerüst immer der Vorzug zu geben. Es erlaubt außerdem mehr Bewegungsfreiheit. Kleine Gerüste können gegen eine Gebühr in praktisch jedem Baumarkt ausgeliehen werden.