Die kleine Brunnenkresse ist schlicht im Aussehen, aber keinesfalls schlicht im Geschmack. Ihr Aroma ist kräftig, mit einem Hauch feiner Schärfe. Saftig grün, schnittfrisch und mit reichlich Vitaminen vervollkommnet sie im Nu unsere Speisen. Dieses Wunderkraut lässt sich auch gut im heimischen Garten oder auf Fensterbank ziehen. Sogar im Winter ist es stets verzehrbereit. Einzig Wasser ist sein tägliches Lebenselixier.

Natürliches Vorkommen

Der große Siegeszug der Brunnenkresse startete zuerst in Eurasien. Heutzutage gedeiht sie auf der ganzen Welt. Die Pflanze siedelt sich bevorzugt in feuchten Gebieten an. Sie ist an nährstoffreichen Fließgewässern, Teichen und an Quellen zu finden. Bachsenf ist eine weitere Bezeichnung für dieses Gewächs, weil es eben oft an Bächen wächst und zudem einen scharfen, senfartigen Geschmack aufweist. Bachsenf kann in der freien Natur das ganze Jahr über
gesammelt werden. Wer sich nicht auf die weite Suche begeben möchte, kann Brunnenkresse aus dem kommerziellen Anbau kaufen oder gleich selbst anbauen.

Samen

Die Beschaffung von einigen Samen ist der erste Schritt in Richtung eigener Brunnenkresse. Aus ihnen sprießen in Windeseile die grünen Stängel und Blättchen. Bald folgt die Blüte, aus der sich Schoten mit neuem Samen entwickeln. Da schließt sich der natürliche Kreislauf der Vermehrung. Wer noch keine Samen hat, kann diese günstig kaufen.
  • Samen sind in Gärtnereien käuflich
  • auch gut sortierte Supermärkte bieten Brunnenkresse an
Heimische Brunnenkresse schafft es eher selten bis zum Blühen. Kaum hat sie eine gewisse Höhe erreicht, kommt auch schon die Schere zum Einsatz. Die würzigen Blätter sind eine beliebte Zutat in der Küche. Es lohnt sich jedoch ein paar Pflänzchen in Ruhe wachsen zu lassen, um Samen für die nächste Aussaat zu gewinnen.

Standort

Brunnenkresse - Nasturtium officinaleDie Kresse steht gern sonnig und hell. Hauptsache, sie ist von Wasser umgeben, aus dem idealerweise nur das Köpfchen mit den obersten Blättern raus ragt. Zur Mittagszeit freut sie sich jedoch über etwas Schutz von der prallen Sonne.

Anbau im Garten

Die Brunnenkresse hat es gern, wenn ihre bis zu 90 cm hohen Stiele im Wasser stehen. Das gilt nicht nur für die wild wachsenden Exemplare, auch im Garten kultivierte Pflanzen sollten nach Möglichkeit diese Bedingungen vorfinden. Das ist selten schon von Anbeginn so gegeben, viel mehr muss ein geeignetes Plätzchen erst gezielt geschaffen werden. Am besten säen Sie Brunnenkresse im Mai direkt ins Freie und gehen dabei folgt vor:

1. Heben Sie einen etwa 40 cm tiefen Graben aus.

2. Wässern Sie die Erde im Graben gut, es sollte sich jedoch noch kein stehendes Wasser bilden.

3. Säen Sie die Kresse darin aus.

4. Bedecken Sie die Samen nur leicht mit Erde.

5. Erhöhen Sie den Wasserspiegel im Graben nach und nach entsprechend dem Wachstum der Pflanzen.

Tipp: Wässern Sie stets mit frischem und klarem Wasser, das ausreichend Nährstoffe enthält.

Kultivierung auf der Fensterbank

Wer das köstlich schmeckende Kraut als Kochzutat schätzt aber keinen eigenen Garten hat, muss dennoch nicht darauf verzichten. Brunnenkresse wird eh meist in kleineren Mengen verwendet, da sie sehr würzig und leicht scharf ist. Ein paar Töpfe auf der Fensterbank reichen aus, um den Bedarf zu decken. Nach dem Abschneiden treibt sie wieder aus und liefert so schnell die nächste Portion für den
Kochtopf.
  • optimale Zeit für die Aussaat ist von Mai bis Juli
  • in eine wasserdichte, flache Schale aussäen
  • sandiges Substrat ist ideal
  • die Erde muss immer feucht sein
  • Keimung dauert etwa drei Wochen
  • optimale Keimtemperatur liegt bei 20 Grad Celsius
  • im August / ab etwa 4-6 cm Größe pikieren
  • ab etwa 8 cm Wuchshöhe kann die Ernte beginnen
Tipp: Auch Topfkresse kann blühen und Samenschoten ausbilden, wenn einige Stiele von der Schere verschont bleiben.

Gießen

Gießen steht im Mittelpunkt der Pflege. Dieses nach Wasser durstende Gewächs muss täglich damit versorgt werden. Da ist es gut, wenn der Topf auf der Küchenfensterbank steht und der Wasserhahn nicht weit weg ist.
  • Erde darf nie austrocknen
  • keine Angst vor Staunässe
  • Stängel stehen gern fast vollständig unter Wasser
  • frisches und sauberes Wasser verwenden

Düngen

Wenn die Blumenkresse reichlich Nährstoffe bekommt, ist ihr Wachstum kaum zu bremsen. Dünger ist da der ideale Treibstoff. Doch hier ist Vorsicht geboten. Auch wenn sich die Kresse das Heim mit anderen Zimmerpflanzen teilen darf, gilt das keinesfalls für den Dünger. Der Dünger wird nämlich von ihr aufgenommen und gelangt schließlich auf dem Speiseteller, wo ein derartiger Dünger nichts zu suchen hat.
  • Brunnenkresse ist keine reine Zierpflanze
  • sie ist für den Verzehr bestimmt
  • Dünger wird von der Pflanze aufgenommen
  • ist auch in geernteten Blättern enthalten
  • daher nur mit Lebensmitteldünger düngen
  • keinen handelsüblichen Blumendünger verwenden

Schädlinge

Brunnenkresse ist in daheim gut geschützt. Im Garten jedoch ist sie für die kleine Tierwelt frei zugänglich und wird auch gern und oft heimgesucht. Darunter kommen folgende Schädlinge am häufigsten vor:
  • Schnecken
  • Läuse
Schnecken werden am besten eingesammelt, bevor sie größeren Schaden anrichten können. Dafür ist es notwendig, die Kresse regelmäßig zu kontrollieren, um die schleimigen Besucher frühzeitig zu entdecken.
Blattläuse lassen sich mit einer Seifenwasserlösung vertreiben.

Tipp: Gegen diese beiden Plagen helfen auch viele chemische Mittel. Die damit behandelte Kresse ist allerdings nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Krankheiten

Pilzkrankheiten sind ebenfalls eine Bedrohung im Kressebeet. Die hohe Feuchtigkeit, die eine wichtige Wachstumsvoraussetzung ist, kann auch den falschen Mehltau begünstigen. Kresse, die von diesem Pilz befallen ist, ist nicht mehr genießbar. Sie kann als hübsch anzusehende Dekoration stehen gelassen werden. Wer jedoch auf die aromatischen Blätter nicht verzichten möchte, muss den Bachsenf erneut aussäen.

Überwintern

Brunnenkresse - Nasturtium officinaleBrunnenkresse, die draußen wächst, darf den Winter im Freien verbringen. Die Kälte schadet ihr nicht, vorausgesetzt, dass das Wasser um sie herum nicht zufriert. Ein geschützter Platz und eine Abdeckung können den Frost bis zu einem gewissen Grad von ihr fern halten.

Ernten

Das Wichtigste am Anbau der Brunnenkresse ist das Ernten. Dafür wurde sie gesät, gepflegt und gewässert. Die Ernte gestaltet sich einfach. Sobald die Stiele die Größe von 8 cm überschritten haben, sind sie auch schon erntereif. Dann kann, muss aber noch nicht geerntet
werden. Der beste Erntezeitpunkt ist immer dann, wenn die Kresse für die Zubereitung der Speisen benötigt wird. Frischer geht nicht.
  • erst ernten, wenn sie benötigt wird
  • auch im Winter kann geerntet werden
  • Kresse nur knapp über dem Boden abschneiden
  • so können die Stängel weiter wachsen
  • das Weitergießen nicht vergessen
  • auch abgeerntete Kresse braucht noch reichlich Wasser
Übrigens, auch wer nicht gesät hat, darf manchmal ernten. Wild wachsender Bachsenf schmeckt ebenso köstlich wie die kultivierten Sorten daheim. Er muss lediglich gesucht und gefunden werden.

Tipp: Frische Kresse schmeckt am besten und bietet die meisten Vitamine. Doch sie lässt sich bei Bedarf auch bis zu sieben Tage im Kühlschrank lagern. Dafür wird die frisch geschnittene Kresse in einen Plastikbeutel gegeben.

Verwendung in der Küche

Die Brunnenkresse ist randvoll mit gesunden Inhaltsstoffen gefüllt. Da sind vor allem Eisen, Jod und Vitamin C zu nennen. Sie findet vielerorts Anwendung als Heilpflanze. Doch ihre Beliebtheit verdankt sie dem kräftigen Geschmack der Blätter. Das in ihnen enthaltene Senföl sorgt für Schärfe. Die zutreffendste Bezeichnung für die Brunnenkresse wäre Gewürzmittel.
  • verleiht "faden" Salaten mehr Leben, mehr Pep
  • gibt der Suppe mehr Würze
  • auch andere Speisen profitieren von ihrem Aroma
  • ideal als Dekoration auf dem Teller
  • hübsch als Verzierung von Sandwiches
Dem kreativen Koch sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch als reine Gemüsebeilage kann die Brunnenkresse dienen. Leider lässt sich die Brunnenkresse nicht trocknen und nicht einfrieren. Die Konsistenz leidet und die Brunnenkresse verliert ihren typischen Geschmack.