Knoblauch fachmännisch zu pflanzen, bereitet selbst dem Einsteiger in die Hobbygärtnerei keine Schwierigkeiten. Mit Beginn der Blütezeit wirft die beliebte Gewürzpflanze dennoch wichtige Fragen auf zur weiteren Vorgehensweise für einen ertragreichen Anbau. Primär zerbrechen sich Hausgärtner jetzt den Kopf, ob die Blüten auszuputzen sind, damit die Zwiebeln in der Erde nicht ihr Aroma verlieren oder gar ungenießbar werden. Dieser grüne Ratgeber nimmt sich aller Fragen an rund um die Blüte- und Erntezeit. Lesen Sie hier, wann und wie Sie die würzigen Zehen ernten. So gehen Sie mit der Blüte
fachmännisch um.

Blüten abschneiden oder nicht? - Optionen im Überblick

Im Herbst gepflanzter Knoblauch treibt im Juni 80 bis 100 cm lange, röhrenförmige Stiele aus, an deren Ende vereinzelte Blüten thronen. Mit den Blüten von Blumen und Zierstauden haben Knoblauchblüten nur wenig gemeinsam. Faktisch handelt es sich um Scheindolden, die in der Regel steril sind und daher keine Samen bilden. Statt Früchten mit Samen bringen die meisten Knoblauch-Sorten innerhalb ihrer Blütenstände winzige Brutzwiebelchen hervor, Bulbillen genannt. Zweifellos investiert die Pflanze einen Großteil ihrer Energie in das Wachstum dieser ungewöhnlichen Blütenstände. Inwiefern die Qualität der Knoblauchzehen darunter leidet, wird unter Fachleuten und Knoblauch-Freunden kontrovers diskutiert. Daraus folgen verschiedene Optionen, wie Sie mit der Blüte verfahren können:
  • Konsequent alle Blüten mitsamt der Röhren-Schäfte abschneiden, um Wachstumsenergie in die Zwiebel zu lenken
  • Die Hälfte der Blüten ausputzen, um Qualitätsvergleiche durchführen zu können
  • Lediglich einige Blütenstände stehen lassen, um die Brutzwiebeln für die Vermehrung zu nutzen
Die Gourmets unter den Knoblauch-Gärtnern sind davon überzeugt, dass nicht blühende Knoblauchzehen zarter im Aroma sind. Gewerbliche Knoblauch-Gärtner argwöhnen, dass die Blüten den Ernteertrag schmälern. In China hingegen werden Knoblauchblüten gebleicht, zubereitet und verzehrt.

Blühender Knoblauch ist essbar

Ungeachtet der Alternativen im Umgang mit den Blüten einer Knoblauchpflanze, steht eine Tatsache unzweifelhaft fest: Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Blüte und Genießbarkeit. Die Zwiebeln mit der schmackhaften Zehen sind essbar, ob Sie eine Blütezeit nun zulassen oder nicht. Inwiefern die Entfernung von Knospen und Blüten die Qualität beeinflusst, lässt sich am besten in eigenen Experimenten untersuchen, indem Sie die oben genannten Optionen anwenden.

Tipp: Während Knoblauch auch nach der Blüte essbar ist, gilt dies nicht für seine keimenden Zwiebeln. Schiebt sich aus einer Knoblauchzwiebel ein grüner Keim hervor, werfen Sie dieses Exemplar bitte weg. Der sehr bittere Geschmack ist in diesem Fall das geringere Übel. Keimende Knoblauchzwiebeln sind giftig und verursachen nach einem Verzehr erhebliche Beschwerden.

Bester Ernte-Termin ist offenkundig

Sind Zweifel rund um die Blütezeit aus dem Weg geräumt, ist die Frage nach dem perfekten Ernte-Termin unstrittig. Im Herbst gepflanzter Winter-Knoblauch ist unter normalen Witterungsbedingungen ab Juli ausgereift. Im Frühjahr gesetzter Sommer-Knoblauch hat in der Regel im August seine Ernte-Reife erreicht. Den konkreten Termin für die Ernte signalisiert die Pflanze mit folgenden Attributen:
  • Das Laub im oberen Drittel der Pflanze ist verwelkt
  • Die Blätter im unteren Teil verfärben sich gelb
  • Erste Zehen oder Zwiebeln sind zu sehen
Knoblauch
Der Blick auf den Kalender gibt somit eine grobe Orientierungshilfe für den Beginn der Erntezeit. Erst wenn eine Pflanze auch optisch ihren Reifezustand beweist, sollte sie geerntet werden. In diesem Zusammenhang ist es nachrangig, ob es sich um eine einjährige oder zweijährige Knoblauchsorte handelt, ob sie im Herbst oder Frühjahr in die Erde kam.

Tipp: Das Frühjahr ist für Knoblauch ein Pflanztermin zweiter Wahl. Um die Gewürz- und Heilpflanze in Premium-Qualität zu ernten, hat sich der Gartenpraxis die Pflanzung im September/Oktober nachweislich bewährt.

Knoblauch gekonnt ernten

Erfüllt eine Knoblauchpflanze alle Kriterien für ihre Ernte-Reife, geht die Arbeit ganz einfach von der Hand. Umfassen Sie die oberirdischen Pflanzenteile mit der Hand und ziehen die Zwiebeln aus dem Boden. Sofern das Erdreich durch vorausgehende Regenfälle verhärtet ist, lockern Sie das Beet zunächst mit einer Grabegabel auf.

Nachreife verbessert die Qualität

Frisch geernteter Knoblauch sollte noch einige Tage nachreifen, um sein volles Aroma zu entfalten. Zu diesem Zweck legen Sie die Zwiebeln für etwa eine Woche an einen luftigen, trockenen und dunklen Ort. Erst dann schneiden Sie das verwelkte Laub ab.

Fazit
Legen Knoblauchpflanzen ihre Blüten an, stehen dem Gärtner verschiedene Optionen für die weitere Vorgehensweise zur Verfügung. Wahlweise schneiden Sie alle Blütenstiele ab, damit die Pflanze ihre Energie in das Wachstum der begehrten Zwiebeln investiert. Leider geht dabei die Möglichkeit verloren, von den winzigen Brutzwiebeln innerhalb der Dolde zu profitieren und daraus neue Knoblauchpflanzen zu züchten. Die Auswirkungen von Blüten auf die Qualität lassen sich durch eigene Experimente herausfinden. Als unumstößliche Tatsache steht immerhin fest, dass Knoblauch auch nach einer Blütezeit essbar ist. Erst wenn eine Zwiebel zu keimen beginnt, bildet sie Giftstoffe aus und wird ungenießbar. Der ideale Ernte-Termin ist mit weniger Unwägbarkeiten verbunden. Sobald das Laub verwelkt und erste Zwiebeln sichtbar sind, kann Knoblauch geerntet werden. Zu diesem Zweck lockern Sie das Erdreich auf und ziehen die Pflanze aus dem Boden. Nach einer Woche der Nachreife schneiden Sie das Laub ab und die Zeit für unbeschwerten Knoblauch-Genuss beginnt.