Eine Pflanzenbeleuchtung auf LED-Basis ist für viele Hobbygärtner ein wertvolles und sehr nützliches Zubehör. Dumm nur, dass so ein Pflanzenlicht im Handel nicht gerade günstig ist. Je nach Größe und Ausführung können da schnell mehrere hundert Euro zusammenkommen. Deutlich günstiger wird es, wenn man die LED-Beleuchtung selber baut. Das macht zwar Arbeit und erfordert einige Kenntnisse, lohnt sich aber definitiv.

Pflanzen und Licht

Licht ist für Pflanzen überlebenswichtig. Ohne Licht kann keine Photosynthese und damit auch kein Wachstum stattfinden. Licht ist freilich nicht gleich Licht. Das Sonnenlicht deckt beispielsweise ein breites Sektrum an Farben ab, die wir normalerweise nicht wahrnehmen können, für die Pflanzen aber eine große Bedeutung haben. Beim Bau einer künstlichen Lichtquelle aus LEDs muss dieses Farbspektrum deshalb nachgebildet werden. Besonderer Bedeutung kommt hier dem bauen Licht und dem roten Licht zu. Blaues Licht unterstützt die Pflanze beim Austreiben und allgemein beim Wachsen. Rotes Licht wiederum spielt eine große Rolle bei der Ausbildung von Blüten und Früchten.
Maßgeblich für diese sogenannten Farbspektren ist der jeweilige Wellenlängenbereich, in dem sie strahlen.

Prinzip LED

LED PflanzenlichtLEDs krempeln seit ein paar Jahren den Beleuchtungsmarkt vollkommen um. Kein Wunder: Die kleinen Leuchtdioden sind nicht nur deutlich effizienter als die gute alte Glühbirne und benötigen viel weniger Strom, sondern lassen sich auch in vielfältigen Formen kombinieren. Klar, dass sie bei diesen Voraussetzungen für eine effektive Pflanzenbeleuchtung wie geschaffen sind. Baut man sein LED-Pflanzenlicht selbst, sind folglich individuelle Lösungen, die genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind, möglich. Damit dies jedoch klappt, müssen LEDs speziell verschaltet werden, was zumindest ein paar grundlegende Elektronik-Kenntnisse erfordert. Außerdem braucht es unbedingt ein Netzteil, das den Wechselstrom aus der Steckdose in Gleichstrom umwandelt.

LED Bar

Die einfachste Konstruktion einer LED-Pflanzenbeleuchtung ist sicherlich die der Lichtleiste oder Bar. Sie erinnert von der Form her etwas an Leuchtstoffröhren. Wie diese hängt sie frei im Raum - als Pflanzenlicht natürlich direkt über den Pflanzen, die sie bestrahlen soll. Die LEDs werden dabei in einer oder mehreren Linien angeordnet. Grundsätzlich lassen sich die Leuchtdioden nach ganz unterschiedlichen Prinzipien anordnen, so zum Beispiel auch in Form konzentrischer Kreise. Wir wollen uns hier aber ausschließlich auf die linienförmige Anordnung konzentrieren, weil sich eine LED Bar auch von relativ Ungeübten verhältnismäßig leicht bauen lässt. Im Endergebnis soll eine LED Bar mit zwei parallelen Linien und einer Länge von einem Meter entstehen.

Material und Werkzeug

Alle Materialien, die wir für unsere selbstgebaute LED Bar benötigen, sind problemlos und kostengünstig im Baumarkt bzw. im Elektronikfachhandel erhältlich. Wir unterscheiden dabei zwischen den elektronischen Komponenten (LEDs, Netzteil, Widerstände, Kabel) und den Konstruktionselementen wie beispielsweise den Trägerleisten und der Aufhängung. Benötigt werden außerdem gängige Werkzeuge, die man normalerweise bereits besitzt.

LEDs
LEDs sind die Kernelemente unserer LED Bar. Wir verwenden sieben royalblaue und 15 tiefrote LEDs, die jeweils bereits auf einer Platine montiert sind. Sie müssen folgende Anforderungen erfüllen:
  • Ausführung: High Power LED
  • Leistung: 3 Watt
  • Wellenlängenbereich blau: 490 bis 450 nm
  • Wellenlängenbereich rot: 700 bis 630 nm
Die Anzahl der verbauten LEDs kann natürlich individuell verändert werden. Wichtig ist nur, dass deutlich mehr rote als blaue verwendet zum Einsatz kommen.

Tipp: Am einfachsten ist es, man kauft sich vorkonstruierte LED-Ketten bzw. DIY-Kits und erspart sich damit die sehr komplizierte Verschaltung, die ohne tiefergehende Elektronikkenntnisse kaum zu bewerkstelligen ist. Wir werden deshalb auf die Verschaltung nicht näher eingehen.

Netzteil

Über das Netzteil werden die LEDs mit Strom versorgt. Es wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose in den benötigten Gleichstrom um. Wichtig ist bei der Wahl des richtigen Netzteils vor allem die
Stromstärke. Sie sollte für unsere Zwecke mindestens 700 mA betragen. Die Spannung muss bei 24 Volt oder 48 Volt liegen.

Tipp: In praktisch jedem Haushalt hierzulande sind gebrauchte Netzteile zu finden. Ist so ein gebrauchtes Teil noch funktionstüchtig und liefert es die benötigte Stromstärke kann es selbstverständlich verwendet werden. Das erspart unter Umständen erhebliche Kosten und nützt der Umwelt.

Kabel

Um die LEDs untereinander und mit dem Netzteil zu verbinden sind Kabel notwendig. Empfehlenswert sind hier zum Beispiel Lautsprecherkabel, die sogenannten Zwillingslitzen. Sie sollten eine Stärke von 0,5 oder 0,75 Quadratmillimetern haben.

Montagematerialien

Für die Trägerkonstruktion unserer LED Bar braucht es folgendes:
  • Holzplatte oder alter Tisch mit einer Breite von mehr als 100 cm
  • zwei U-Profilleisten aus Aluminium in der Größe 100 x 3 x 3 cm
  • drei Vierkantprofile aus Kunststoff mit einer Länge von 100 cm
  • zwei passende Steckwinkel
  • zwei passende Montagefüße
  • vier Ketten mit einer Länge von jeweils 50 cm
  • wärmeleitende Klebepads
  • zwei Distanzhalter bzw. Distanzschrauben mit einer Länge von circa 15 cm
  • Schrauben und Muttern in unterschiedlichen Größen
  • Werkzeug
Unbedingt nötig für den Bau unserer LED Bar ist eine Bohrmaschine samt Metallbohrer. Alternativ kann eventuell auch eine Akkuschrauber mit einem Metallbohraufsatz verwendet werden. Darüber hinaus braucht es noch einen Schraubenzieher und eventuell auch eine Metall- bzw. Kunststoffsäge.

Konstruktion

LED Pflanzenbeleuchtung growlight DIYDer Aufbau unserer LED Bar ist denkbar einfach. Sie besteht aus einem Kunststoffrahmen, der auf einer Holzplatte oder einem alten Tisch montiert wird. An diesem Rahmen hängen an Ketten die beiden Aluminiumprofile, an denen wiederum die LEDs angebracht sind. Die Profile werden parallel zueinander geführt und mittels der Abstandshalter auf Distanz gehalten. Das Netzteil ist extern und nicht direkt auf der Konstruktion angebracht. Es kann beispielsweise auf der Holzplatte montiert werden. Natürlich kann man auch auf den Rahmen verzichten und die Aluminiumprofile direkt an die Decke hängen. Dann sind allerdings deutlich längere Ketten vonnöten. Der Vorteil des Rahmens besteht darin, dass sich so praktisch überall im Haus oder der Wohnung ein spezieller Platz für die gesamte Konstruktion schaffen lässt. Außerdem müssen keine Löcher in die Decke gebohrt werden.

Bauanleitung Rahmen

Als erstes bauen wir den Rahmen aus den Kunststoff-Vierkantprofilen:
  • Die beiden passenden Montagefüße im Abstand von einem Meter links und rechts auf der Holzplatte festschrauben
  • Je ein Vierkantprofil in die Füße stecken
  • Am anderen Ende der Profile je ein Winkelstück anbringen
  • Das dritte Vierkantprofil in die Winkelstücke stecken und so eine Verbindung schaffen
  • In dieses Profil in der Nähe der Enden zwei Löcher bohren
  • In diese Löcher zwei Schrauben mit Muttern stecken, an denen später die Ketten befestigt werden
Bauanleitung Schienen
In einem zweiten Schritt geht es nun darum, die eigentliche Bar zu bauen und mit den LEDs zu bestücken. Dazu sollte man wissen, dass LEDs gekühlt werden sollten. Diese Kühlung wird durch die U-Form der beiden Alu-Profilleisten erreicht. Die Schenkel leiten nämlich die Wärme gewissermaßen ab. Die offene Seite der Leisten muss deshalb auch nach oben weisen. Die LEDs werden einfach an die geschlossene Unterseite geklebt. Am besten man verwendet dafür wärmeleitende Klebepads, die die Wärmeableitung zusätzlich befördern. So geht man Schritt für Schritt vor.
  • In die beiden Profilleisten zunächst jeweils zwei Löcher für die Distanzhalter bzw. Distanzschrauben bohren
  • Die Löcher mit den Distanzhaltern bestücken und verschrauben
  • Der Abstand zwischen den beiden Profilen sollte circa zehn Zentimeter betragen
Hinweis: Im Prinzip lassen sich auf diese Weise beliebig viele Profile miteinander kombinieren. Es gilt als Faustregel: Um so mehr Profile, desto größer die Fläche, die von den LEDs bestrahlt werden
kann.

Bestückung mit LEDs

LED-Bar PflanzenbeleuchtungSie die Aluschienen auf diese Weise vorbereitet worden, geht es nun an die Bestückung der Profilunterseiten mit den LEDs. Diese werden mittels Klebepads einfach angeklebt. Dabei sollte auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung und auf eine Durchmischung blauer und roter LEDs geachtet. Die Verbindungskabel werden einfach an der Unterseite entlang in Richtung Seiten geführt und von dort dann nach unten oder oben abgeleitet. Da wir eine fertig geschaltete LED-Kette bzw. ein DIY-Kit verwenden, müssen wir uns um die korrekte Verschaltung keine Gedanken machen. Die Kabel müssen anschließend einfach nur noch in Richtung Netzteil geführt und gegebenenfalls verlängert werden.

Tipp: Bei der Montage auf einer Holzplatte empfiehlt es sich, das Netzteil ebenfalls auf der Holzplatte anzubringen.

In einem letzten Arbeitsschritt müssen jetzt nur noch die Ketten angebracht und die fertige Bar aufgehängt werden. Die Ketten montiert man einfach, indem man jeweils das letzte Kettenglied an die Schrauben der Rahmenoberseite und der Aluprofile steckt. Es ist sinnvoll, sie jeweils von beiden Seiten mit einer Mutter abzusichern. Über die Kettenglieder lässt sich auch ganz einfach die Höhe regulieren, sobald die Pflanzen unterhalb der Beleuchtung größer werden.

Vorteile der LED Bar

Die LED Bar, die wir hier vorgestellt haben, bietet ein enorm hohes Maß Flexibilität. Vor allem aber kann sie gewissermaßen mitwachsen. Die LED-Beleuchtung eignet sich dabei insbesondere, um Pflanzen aller Art in der Wohnung oder im Haus vorziehen oder überwintern zu können. Je nach Pflanze ist es auf diesem Weg aber auch möglich, sie ganzjährig dem künstlichen Licht auszusetzen - bis hin zur Ernte von Früchten und Gemüse. Die Kosten für unsere selbstgebaute LED Bar variieren natürlich. Man kann jedoch davon ausgehen, dass man zwischen 50 und 100 Euro investieren muss. Im Vergleich zu anderen Pflanzenbeleuchtungen rechnet sich das auf jeden Fall. LEDs verbrauchen nämlich nur sehr wenig Strom, wodurch sich bei den Stromkosten natürlich deutlich sparen lässt.