Die Nordmanntanne stammt aus dem Kaukasus und erreicht dort Wuchshöhen von bis zu 60 Metern. Sie wurde nach dem finnischen Naturforscher Alexander von Nordmann genannt, dem es zu verdanken ist, dass der herrliche Baum nach Mitteleuropa kam. Hier wächst sie in heimischen Gärten bis zu 25 Meter hoch und bis zu drei Meter breit. Auch im hohen Alter verkahlt der untere Bereich ihres Stammes nicht, sondern bleibt vollständig belastet.

Wachstum

Zu erkennen ist eine Nordmanntanne an ihrem geraden Stamm, an ihren kräftigen Nadeln und an ihrem symmetrischen, pyramidenförmigen Wuchs. Auch der untere Teil ihres Stammes ist immer gleichmäßig mit Ästen bewachsen. Da sie sich weit ausbreiten, eignet sich die Nordmanntanne vor allem für größere Rasenflächen. In jungen Jahren wächst eine Nordmanntanne sehr langsam und kann deshalb anfangs als Kübelpflanze gezogen werden. Dann kann man sie zu Weihnachten ins Haus stellen und hat einen sehr gleichmäßig gewachsenen, würzig duftenden Weihnachtsbaum. Ältere Nordmanntannen wachsen etwas schneller. Im Durchschnitt liegt das Höhenwachstum einer Nordmanntanne pro Jahr zwischen 25 und 30 Zentimetern. In die Breite wächst sie bis zu 15 cm pro Jahr.

Was beim Kauf zu beachten ist

Wer eine Nordmanntanne pflanzen möchte, kann ein Bäumchen aus einer Baumschule kaufen. Auch in Gartencentern und Baumärkten sind häufig Nordmanntannen erhältlich. Die jungen Exemplare sind ca. 160 Zentimeter groß. Bei größeren Bäumen ist der Wurzelstock bereits zu groß, um wieder ausgegraben zu werden. Wird eine Nordmanntanne als getopfter Weihnachtsbaum gekauft, dann eignet sie sich weniger dafür, später in den Garten ausgepflanzt zu werden, weil ihre Wurzeln für den Topf eingekürzt wurden, was ein Anwachsen im Freien kompliziert macht.

Standort

Für die Nordmanntanne sind schattige und halbschattige Bereiche als Standorte geeignet. Vor allem junge Bäumchen mögen keine pralle Sonne. Wie viel Sonne eine Nordmanntanne verträgt, hängt jedoch von der Sorte ab. Ältere Bäume können durchaus in der Sonne gut gedeihen.
Die Nordmanntanne bevorzugt:
  • Schatten und Halbschatten
  • nördliche Hanglagen
  • hohe Luftfeuchtigkeit
Ungünstig können sich
  • starke Sonneneinstrahlung
  • eisige Ostwinde im Winter
  • verschmutzte Luft
am Standort der Nordmanntanne auswirken.

Die Nordmanntanne sollte von Anfang an dorthin gepflanzt werden, wo sie für immer stehen soll. Der Baum gehört zu den Pfahlwurzlern. Das heißt, dass seine Hauptwurzel tief in das Erdreich hineinwächst und später nicht noch einmal entfernt werden
kann. Junge Pflanzen eignen sich jedoch auch für eine Kübelkultur, denn sie wachsen nur wenige Zentimeter im Jahr. Für eine in einen Kübel gepflanzte Nordmanntanne lässt sich leicht ein schattiges Plätzchen auf der Terrasse finden.

Was bei der Wahl des Standorts noch beachtet werden sollte:
  • beim Platzieren vor einer Hecke oder Mauer genügend Abstand halten, weil der Baum später unten noch breiter wächst und kräftige Wurzeln ausbildet
  • für kleinere Gärten ungeeignet, weil sie bis zu drei Meter breit wird

Der ideale Boden

Nordmanntannen wachsen gut auf humosem Boden, der mit Lehm angereichert ist. Idealerweise sollte er locker und durchlässig sein. Auch Braunerden sind bestens geeignet. Die Nordmanntanne wächst sowohl auf kalkhaltigen als auch auf sauren und basischen Böden. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 5 und 6. Zu feste und dichte Böden erhöhen im Winter die Frostempfindlichkeit der Tanne.
  • milder, humusreicher Lehmboden oder Braunerde
  • frische, lockere, tiefgründige Erde, die gleichbleibend feucht gehalten wird
  • keine schweren Tonböden, die zu fest und wenig luftdurchlässig sind
  • keine verdichteten Böden

Wann und wie pflanzen

NordmanntanneEine Nordmanntanne kann im Spätsommer, im Herbst, Im Winter und im Frühjahr gepflanzt werden. Dabei sollte der Boden frostfrei sein. Vor der Pflanzung sollte der Wurzelballen gründlich gewässert werden. Das Pflanzloch muss doppelt so groß und doppelt so tief wie der Wurzelballen sein.
  • die untere Erde in der Pflanzgrube spatentief auflockern.
  • Pflanzerde und etwas Tannendünger hineingeben
  • Stützpfahl locker an den Baum binden und ihn so in das Pflanzloch setzen
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen
  • Erde gut festtreten
  • überflüssige ausgehobene Erde mit einer Schubkarre wegbringen
  • In den ersten Wochen regelmäßig wässern
Wurden kleinere Setzlinge gepflanzt, so sollten sie durch eine Abdeckung vor Frost geschützt werden. Wurzeltücher können aufgeschnitten und teilweise mit eingepflanzt werden, da sie später verrotten.

Kultivierung im Kübel

  • Kübel wählen, der doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ist
  • Drainage über Abflussloch anlegen, um Staunässe zu vermeiden
  • Topf vor dem Befüllen mit Erde auf ein Untergestell mit Rollen setzen, um ihn später leicht transportieren zu können
  • Pflanze gut bewässern und in den Topf setzen
  • Topf nach
    Einsetzen der Pflanze mit Blumenerde oder Gartenerde füllen
  • Erde gut andrücken und Pflanze angießen
Tipp: Wächst die Pflanze zu groß, kann man sie einen größeren Topf umsetzen und dabei genauso vorgehen wie oben.

Säen

Am besten für die Samen-Aufzucht von Nordmanntannen gelten Samen, die direkt aus ihrem natürlichen Herkunftsgebiet, dem Kaukasus stammen. Der Sämling muss gut gepflegt und gedüngt werden, nur dann wächst er zu einem kleinen Bäumchen heran. Nach 10 bis 12 Jahren hat es eine Höhe von etwa 1,80 Metern erreicht. Die Samen sollten im Jahr ihrer Ernte gesät werden. Dann liegt ihre Keimfähigkeit bei nahezu 90 Prozent. Werden sie erst im zweiten Jahr nach der Ernte gesät, liegt die Keimfähigkeit nur noch bei 50 Prozent.

Um herauszufinden, welche Samen wirklich keimfähig und welche leer sind, legt man sie für 1 bis 2 Tage in ein mit Wasser gefülltes Glas. Die leeren Samen steigen an die Oberfläche des Wassers, während die keimfähigen auf dem Boden des Glases liegen bleiben. Nordmanntannen sind Kaltkeimer. Das heißt, vor der Aussaat müssen die Samen stratifiziert, also einer Kältebehandlung unterzogen werden. Dazu müssen sie für 1 bis 2 Tage in das Tiefkühlfach des Kühlschrankes oder in den Gefrierschrank gelegt werden. Anschließend sollten Sie noch für ungefähr 14 Tage, eingewickelt in eine Folie mit feuchtem Sand, im normalen Kühlschrankbereich zubringen. Vor der Aussaat empfiehlt es sich den Samen 24 Stunden lang in einem Wasserbad vorquellen.

Die Aussaat erfolgt direkt in den Garten oder in ein Anzuchtgefäß. Die Aussaat im Freien ist im November und Dezember oder im darauf folgenden Frühjahr möglich. Dabei sollte eine schattige Aussaatstelle gewählt werden. Als Anzuchtsubstrat eignet sich lockere Blumenende mit Sand. Nach der Aussaat muss das Substrat gegossen und gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Keimzeit beträgt mehrere Monate. Erst dann zeigen sich erste kleine Sämlinge.

Gießen

NordmanntanneDas erste Mal wird die Nordmanntanne direkt nach dem Pflanzen oder der Aussaat gründlich gewässert. Auch in den darauf folgenden Wochen sollte das frisch gepflanzte Bäumchen oder der Samen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Vor allem in niederschlagsarmen Zeiten und im Sommer ist es sehr wichtig, den Boden gleichmäßig feucht zu halten.
Das Gießen älterer Nordmanntannen ist nicht mehr nötig. Ihre Wurzeln sind dann so tief und lang, dass sich die Bäume selbst mit Wasser versorgen, selbst bei lang anhaltender trockener Witterung.

Kübelkulturen hingegen müssen ständig gegossen werden, weil sie kein Grundwasser aus der Erde ziehen können. Dabei gilt es jedoch, Staunässe zu vermeiden.
Wird eine Kübelpflanze zu Weihnachten als Weihnachtsbaum ins Haus geholt, muss sie ebenfalls regelmäßig gegossen werden, denn gerade in warmen Räumen zieht sie ständig Wasser. Zu dem empfiehlt es sich, die Nadeln des Kübelweihnachtsbaumes hin und wieder mit Wasser einzusprühen.

Düngen

In der Regel reicht es aus, die junge Tanne einmal jährlich mit handelsüblichem Tannen- oder Koniferenlangzeitdünger zu düngen. In diesen Spezialdüngern sind alle Nährstoffe enthalten, die die Jungpflanze braucht. Da ältere Nordmanntannen nicht mehr so viele Nährstoffe benötigen, kann später auf eine regelmäßige Düngung verzichtet werden.

Tipp: Braune Nadeln am Baum können ein Zeichen von Wasser- und Nährstoffmangel sein.

Schneiden

Im Handel erhältliche Nordmanntannen sind meist etwa zehn Jahre alt. Sie dürfen im Sommer zurückgeschnitten werden, wenn ein weniger wuchtiger Wuchs gewünscht ist. Um die Tanne schmaler zu halten, können die äußeren Triebe etwas eingekürzt werden. Dazu genügt es, sie einfach abzuknipsen. Jüngere Setzlinge und aus Samen gezüchtete jüngere Bäumchen sollten jedoch
geschont werden. Es ist nicht notwendig, ihren Wuchs durch einen Schnitt zu beeinflussen. Hier müssen lediglich braune Äste entfernt werden. Ein Zurückschneiden kommt erst infrage, wenn der Baum älter als 3 Jahre ist. Der Schnitt sollte erst nach der Blütezeit erfolgen. Die Blütezeit ist von Mai bis Ende Juni. Der Rückschnitt findet also idealerweise Ende Juni, Anfang Juli statt.
  • mit dem Schnitt warten, bis das Bäumchen mindestens drei Jahre alt ist
  • erst nach der Blütezeit, Ende Juni schneiden
  • am besten nur abgestorbene und braun benadelte Äste herausschneiden
Hinweis: Ältere Äste treiben nach dem Schnitt nicht wieder aus.

Krankheiten und Schädlinge infolge schlechter Pflege

Die Nordmanntanne reagiert auf zu starke Sonneneinstrahlung, Hitze und Umweltgifte empfindlich. Folgende Schädlinge können sie befallen:

Tannentrieblaus
Jüngere Nordmanntannen und geschwächte Bäume, die eventuell bereits durch einen Borkenkäfer geschädigt sind, sind sehr anfällig für einen Befall durch Tannentriebläuse. Dieser zeigt sich an einer Spitzendürre der jungen Pflanzen. Sie wird durch die Saugtätigkeit dieses Schädlings hervorgerufen. Sind ältere Tannen von der Tannentrieblaus befallen, verkümmern sowohl die Triebe als auch die Zweigspitzen. Ist ein Baum schon seit mehreren Jahren befallen, kann ihn die Tannentrieblaus sogar zum Absterben bringen.

Kleiner Tannenborkenkäfer
Auch der kleine Tannenborkenkäfer ist ein Schädling, der vor allem junge und geschwächte aber auch ältere kränkelnde Bäume befällt. Zu erkennen ist ein Befall an rötlich gefärbten Triebspitzen, Ästen und Teilen der Krone. Bei einem stärkeren Befall kommt es zu einem Ablösen der Rinde in größeren Stücken. Eine Bekämpfung des Tannenborkenkäfers ist nicht möglich. Bereits befallene Bäume sind meist nicht mehr zu retten und müssen gefällt werden.

Tannenstammlaus
Einen Befall durch eine Tannenstammlaus erkennt man an weißen Wachsflocken, die an der Rinde der Tanne sichtbar werden. Schäden, die allein durch Tannenstammläuse verursacht werden, sind meist sehr gering. Zu gravierenderen Beeinträchtigungen der Gesundheit des Baumes kommt es in der Regel erst, wenn andere Schädlinge wie Tannentriebläuse oder Tannenborkenkäfer hinzukommen. Diese können jedoch in den meisten Fällen mit chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln erfolgreich beseitigt werden.

Gesund durch alle Jahreszeiten

NordmanntanneDurch die Wahl des richtigen Standorts und regelmäßiges Feuchthalten des Bodens kann ein Schädlingsbefall der Nordmanntanne verhindert werden. Von Natur aus ist die Tanne sehr kräftig und widerstandsfähig. Im Allgemeinen benötigen ältere Exemplare nur wenig Pflege. Wenn die Nordmanntanne den richtigen Standort hat und anfangs ausreichend gegossen und gedüngt wird, wächst sie zu einem kräftigen, gesunden und großen Baum heran.

Im Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter trägt er sein immergrünes, herrlich duftendes Nadelkleid, das ihn als Schattenspender für den Garten so beliebt macht. Wählt man sich keine Laubbäume für den Vorgarten, sondern entscheidet sich für eine edle Nordmanntanne, kann man sich lästiges Laubbeseitigen im Herbst sparen und hat kaum Mühe, die Rasenfläche sauber zu halten. Im Winter sollten junge Nordmanntannen vor Frost geschützt werden.

Winterschutz

Erwachsene Nordmanntannen sind im Allgemeinen winterhart. Junge Bäume reagieren hingegen oft empfindlich auf kalte Ostwinde im Winter sowie auf Spätfrost im Frühjahr. Auch starke Sonneneinstrahlung der tiefer stehenden Sonne kann junge Nordmanntannen gefährden. Deshalb sollte man sie mit Vlies, Strohmatten oder Reisig vor Frost und Sonne schützen. Bei wenig belüfteten Böden kann es im Winter zu einem Wassermangel kommen.