Originell geformte Blüten in zahlreichen Farbkombinationen machen Fuchsien zu einer der beliebtesten Pflanzen für den Kübel. Von Juni bis in den November hinein hängen zahlreiche dieser Blüten an zarten Stängeln herab. So blühfreudig ist kaum eine andere Pflanze. Gut, dass es auch winterharte Sorten gibt, die ganzjährig im Freien bleiben können. Doch welche Ansprüche haben diese Blühwunder?

Herkunft

Die Bergwälder in den imposanten Anden von Südamerika sind die Heimat der Fuchsien. Die meisten der etwa 7000 Sorten sind an das dort vorherrschende milde Klima angepasst und wollen deswegen in Nordeuropa die kalten Tage nicht im Freien verbringen. Einige Sorten allerdings, die in höheren Lagen der Anden wachsen, sind besonders widerstandsfähig und robust. Sie halten auch Minusgrade aus, von Ihnen stammen die winterharten Sorten ab.

Die Fuchsia magellanica (auch Magellanfuchsie oder Scharlachfuchsie) und die Fuchsia corallina können im Frühling direkt aus dem Wurzelbereich neue Triebe bilden. Beide Gehölze werden zu kompakten Büschen von bis zu 80 cm Höhe. Die kräftig roten Blüten stechen vor dem Hintergrund aus dunkelgrünen Blättern kontrastreich hervor.

Winterharte Sorten

Immer mehr Züchtungen tragen den klimatischen Bedingungen von Nordeuropa Rechnung und sind entsprechend winterhart. Von den ursprünglichen roten Sorten haben sich zudem verschiedene neue Farbvarianten entwickelt, darunter auch mehrfarbige. Die "Mutter" der nachfolgend benannten winterharten
Exemplare ist die Scharlachfuchsie.
  • 'Riccartonii' mit bestechender Farbbrillanz und langer Blütezeit
  • 'Tricolor' mit weiß, grün und rosa gefärbten Blättern
  • 'Vielliebchen' mit zweifarbigen Blüten
  • 'Whiteknight Pearl' mit bassrosa Blüten, die von weitem weiß wirken.
Im Handel sind viele weitere Sorten erhältlich, die durchaus eine Sammelleidenschaft auslösen können. Denn ein wahrer Fuchsienliebhaber kann sich unmöglich für nur eine Pflanze entscheiden und damit begnügen.

Wuchsbild

Fuchsie - FuchsiaHängende, halb hängende und aufrecht stehende Sorten geben viel Spielraum bei der Bepflanzung. Ob für Steigarten, Blumenbeet oder als Rankpflanze, für jeden Gartenbereich existiert eine geeignete Sorte. Stämmchen mit einer schön geformten Krone sind ein schöner Blickfang im Kübel. Die verschiedenen Kultursorten unterscheiden sich auch erheblich in der Wuchshöhe. Kleinwüchsige Sorten sind nur um die 30 cm hoch.

Mittelwüchsige Sorten können bis zu 1 Meter wachsen. Schließlich gibt es noch Sorten, die mehr als zwei Meter groß werden können. Die Höhe ist ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl eines geeigneten Platzes. Oder auch umgekehrt: Der konkret verfügbare Platz setzt bei der Sortenauswahl gewisse Grenzen.

Blütezeit

Die Blütezeit der Fuchsien ist lang, sehr lang. Sie fängt im Juni an und kann bis zu den ersten Nachtfrösten andauern. Blüten im Dezember gehören durchaus noch zum Repertoire. So spät blühende Fuchsien sind eine seltene und wertvolle Leckerei für die vielen Insekten im Garten, wie beispielsweise Hummeln und Bienen. Gerade die kleinblütigen Sorten werden besonders oft von den Insekten angeflogen. Einfach blühende Sorten eröffnen die Blütezeit im Juni. Die gefüllten Sorten, wie 'Constance' und 'Marco Boy', folgen etwa einen Monat später.

Standort

Fast alle Fuchsien im Garten lieben die pralle Sonne. An einem kräftig beschienenen Platz entwickeln sie einen kompakten Wuchs und blühen reicher als im Schatten. Die Nachbarschaft von Stauden und Kleingehölzen ist erwünscht, die von großen Bäumen und Gehölzen jedoch nicht. Diese würden mit ihren großen Wurzeln der flach wurzelnden Fuchsie zu viele Nährstoffe und Wasser entziehen. Vor allem im Winter würde die mangelnde Bodenfeuchtigkeit zum sogenannten Trockenfrieren und damit zu Pflanzenausfällen bei Fuchsien führen.

Boden

Winterharte Fuchsien stellen keine allzu hohen Ansprüche an den Boden. Folgende Kriterien sollten allerdings erfüllt sein:
  • normaler Gartenboden
  • locker und humos
  • fein krümelige Erde mit guter Durchlässigkeit
  • keine stauende Nässe
  • pH-Wert 5,5 bis 6,5 (sauerer bis neutraler Bereich)
Wenn Sie winterharte Fuchsien in Töpfen einpflanzen, ist eine etwa 5 cm hohe Drainageschicht erforderlich, damit Wasser gut abfließen kann. Selbstverständlich müssen die Töpfe auch über mindestens ein Abflussloch verfügen.

Wurzelschutz

Die Fuchsien bilden einen Großteil ihrer Wurzeln flach an der Oberfläche. In den Spitzen dieser Wurzeln entsteht vermutlich das wichtige Wachstumshormon. Während die oberirdischen Teile der Fuchsie die heiße Sonne lieben, besteht bei den Wurzeln die Gefahr der Verbrennung. Die obere Erdschicht trocknet im Sommer schnell aus, weil das Wasser durch die Wärme verdunstet. Die Fuchsien benötigen daher dringend einen Wurzelschutz. Zwei Alternativen bieten sich an.
  • Rindenmulch als leichte Abdeckung
  • immergrüne Bodendecker als Schatten spendende Unterpflanzung
Tipp: Efeu ist als Unterpflanzung ideal. Der Bodendecker schützt im Sommer die Erde vor Austrocknung. Im Winter bieten die immergrünen Blätter ausreichenden Windschutz für die Fuchsie.

Pflanzzeit

Fuchsie - FuchsiaNeu gekaufte Fuchsien oder selbst gezogene Jungpflanzen dürfen erst im Mai nach den Eisheiligen im Garten eingepflanzt werden. Spätestens Mitte Juli sollte die Pflanzung erfolgt sein, nur so hat die Fuchsie auch genügend Zeit anzuwachsen. Verwenden Sie nur gut entwickelte Pflanzen, diese erreichen schneller und zuverlässiger die nötige Winterhärte.

1. Suchen Sie einen geeigneten, sonnigen Standort.

2. Graben Sie den Boden gut um.

3. Entfernen Sie ggf.

fremde, noch aktive Wurzeln.

4. Graben Sie ein Loch und setzten Sie die Pflanze ein.

5. Füllen Sie den Zwischenraum mit Erde auf, lassen Sie eine Gießmulde übrig.

6. Gießen Sie die Pflanze gut an.

7. Halten Sie die Erde stets feucht, aber nicht zu nass.

8. Schütten Sie die Mulde im Herbst zu.

9. Pflanzen Sie einen Bodendecker oder bedecken Sie die Erde mit einer Schicht Rindenmulch.

Tipp: Das Pflanzloch sollte 10 cm tiefer sein als sonst üblich. So ist der Wurzelstock besser vor Kälte und Austrocknen geschützt. Düngen Sie schon beim Auspflanzen Ihre Fuchsie mit Kalimagnesia, auch als Patentkali bekannt, das unterstützt die Winterhärte.

Umtopfen

Wenn Sie winterharte Fuchsien in Kübel halten, müssen diese einmal im Jahr jeweils zu Beginn der Wachstumsperiode in einen größeren Topf umgetopft werden. Verwenden Sie dafür eine hochwertige Kübelpflanzenerde aus dem Handel oder mischen Sie die Pflanzenerde selbst. Nehmen Sie dafür je ein Teil Gartenerde, Kompost und Quarzsand. Der Fuchsientopf muss über ein Abflussloch verfügen, der mit einer Scherbe vor dem Verstopfen geschützt wird.

Gießen

An einem sonnigen Platz trocknet das Erdreich schneller aus, es muss fleißig gegossen werden, vor allem im Sommer. Gießen Sie dennoch stets bedarfsgerecht, da Fuchsien keine Staunässe mögen. Die aktuelle Witterung spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Im Sommer, während der Blütezeit, sind meist tägliche Wassergaben erforderlich. Gießen Sie nur morgens, und wenn nicht anders möglich, auch abends. Gießen Sie niemals in der Mittagshitze! An trockenen Tagen können Sie die Fuchsie morgens und abends mit kalkfreiem Wasser abbrausen.

Hinweis: Wenn die Erde am Morgen noch ausreichend feucht ist, dürfen Sie die Fuchsie an diesem Tag nicht gießen.

Düngen

Fuchsien, die dauerhaft im Freien wachsen, dürfen nicht zu stark gedüngt werden. Eine Überdüngung hätte gravierendere Folgen als eine zu geringe Düngung.
  • zu starker Wachstum
  • geringere Blütenbildung
  • verminderte Winterhärte
So düngen Sie Ihre winterharten Freilandsorten richtig:
  • erste Düngung im Frühjahr
  • Nachdüngung zu Beginn der Blüte
  • Düngung immer mit Gießen verbinden
  • handelsüblicher Volldünger mit Spurenelementen ist ausreichend
  • Langzeitdünger ist ebenfalls zu empfehlen
  • in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffung, ist Düngung mit Kalk ratsam
Hinweis: Winterharte Fuchsien im Kübel können Sie während der Blütezeit alle zwei Wochen mit einem handelsüblichen Dünger für Blühpflanzen düngen.

Rückschnitt

Die winterharten Fuchsien blühen an einjährigen Trieben. Wenn Fuchsien nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden, würden Sie mit der Zeit verkahlen. Sie werden im Frühjahr zurückgeschnitten, sobald der Neuaustrieb begonnen hat. Schneiden Sie mit der sauberen und scharfen Gartenschere mindesten ein Drittel der Fuchsie ab, möglichst nicht ins alte Holz.
Fuchsie - Fuchsia
Bei vielen winterharten Fuchsiensorten frieren jedoch die oberirdischen Teile im Winter meist ab. Lassen Sie bei diesen Sorten im Herbst die oberirdischen Pflanzenteile mindestens zu 2/3 stehen, auch wenn diese später erfrieren sollten. Sie sind ein guter Winterschutz für die Wurzeln der Fuchsie. Kratzen Sie im Frühling die alten Triebe mit einem scharfen Messer an, um zu sehen, ob sie abgestorben sind. Falls ja, schneiden Sie sie bodentief ab. Die Fuchsie treibt dann direkt aus der Wurzel neue Triebe aus.
Verwelkte Blüten sollten Sie laufend entfernen.

Vermehren

Auch winterharte Fuchsien können leicht über Stecklinge vermehrt werden. Ein guter Zeitpunkt ist der August, es ist zum einen noch warm und zum anderen haben die Stecklinge noch ausreichend Zeit zum Anwurzeln. Mit der Schritt für Schritt Anleitung gelingt Ihnen die Vermehrung mühelos.

1. Reinigen und desinfizieren Sie eine scharfe Gartenschere.

2. Wählen Sie mehrere weiche oder nur leicht verholzte Triebspitzen aus.

3. Schneiden Sie die Triebe unterhalb des dritten Blattpaares ab.

4. Entfernen Sie vorsichtig das untere Blattpaar.

5. Füllen Sie kleine Töpfe von etwa 12 cm Durchmesser mit Anzuchterde.

6. Pflanzen Sie in jeden Topf zwei bis drei Stecklinge ein.

7. Gießen Sie die Stecklinge gut an.

8. Decken Sie sie danach mit einer durchsichtigen Haube ab.

9. Nach zwei Wochen können Sie die Pflanzen gelegentlich lüften.

10. Sobald die Stecklinge nach etwa 6 Wochen angewachsen sind, sollten Sie sie in normaler Erde umpflanzen.

Tipp: Tauchen Sie die Enden der Stecklinge vor dem Einpflanzen in ein mineralisches Bewurzelungspulver. Darin enthaltene Spurenelemente regen das Wurzelwachstum an.

Die Jungen Pflanzen sind ggf. noch zu schwach, um gleich den ersten Winter im Freien zu verbringen. Überwintern Sie sie zunächst in einem geeigneten Winterquartier. Die Auspflanzung sollte erst im nächsten Jahr erfolgen, wenn die Pflanzen kräftiger sind und schon verholzte Triebe haben.

Winterschutz

Fuchsie - FuchsiaAuch winterharte Fuchsien brauchen in rauen Wintern einen Winterschutz. Gerade der flach wachsende Wurzelballen ist kälteempfindlich. So gelingt Ihnen die Überwinterung Ihrer Fuchsien:
  • nur kräftige Fuchsien auspflanzen
  • junge Fuchsien sind nicht ausreichend winterhart
  • neue Fuchsien müssen frühzeitig im Sommer ausgepflanzt werden, damit sie gut anwachsen können
  • Wurzelbereich mit Rindenmulch oder 30-40 cm Laubschicht abdecken
  • Bodendecker im Wurzelbereich sind ebenfalls guter Winterschutz
  • Düngen bereits ab August einstellen, damit keine unausgereiften Triebe mehr wachsen
  • Erst ab etwa April ist kein Winterschutz mehr erforderlich
Hinweis: Fuchsien dürfen Sie auf keinen Fall mit Folie abdecken, da darunter die Luft nicht mehr zirkulieren kann. Es besteht die Gefahr, dass Ihre Fuchsien faulen.

Kübelpflanzen überwintern

In Kübel gepflanzte winterharte Fuchsien vertragen leichte Fröste bis -3 Grad. Sie sollten so lange wie möglich draußen bleiben, müssen aber letztendlich in ein Winterquartier umziehen. Dabei gilt:
  • abgedunkelter Platz ist notwendig
  • frostfrei mit Temperaturen von 10-15 Grad
  • zuvor leicht zurückschneiden
  • welke Blüten und vergilbte Blätter entfernen
  • nur wenig gießen
  • nicht düngen

Krankheiten

Feuchte Witterung kann Fuchsienrost begünstigen. Der rotbraune Pilzüberzug auf der Blattunterseite breitet sich bei guten Bedingungen rasend schnell aus. Handeln Sie sofort mit einem Fungizid aus dem Handel. Gute Belüftung beugt dieser Krankheit vor. Achten Sie bei der Bepflanzung, dass Ihre winterharten Fuchsien nicht zu dicht an andere Pflanzen stehen.
Fuchsie - Fuchsia
Ein weißer Belag auf Blättern, Knospen und Blüten zeigt sich, wenn die Fuchsie an Mehltau erkrankt ist. Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile ab. Desinfizieren Sie das Schneidwerkzeug um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Eine Mischung aus Wasser und Milch (9:1) soll den Pilz wirksam bekämpfen. Besprühen Sie die Fuchsie damit und wiederholen Sie bei starkem Befall die Behandlung.

Ausscheidungen von Weißen Fliegen und Blattläusen sind Nahrung für Rußtaupilz. Bekämpfen Sie diese Verursacher, dann verschwindet auch der Rußtaupilz.

Hinweis: Stark befallene Fuchsien, die nicht mehr zu retten sind, müssen über den Hausmüll entsorgt werden. Sie gehören nicht auf den Komposthaufen.

Schädlinge

Extreme Trockenheit oder feuchte Witterung kann oft zu Schädlingsbefall führen. Die häufigsten Schädlinge sind:
  • Blattläuse
  • Fuchsiengallmilben
  • Rote Spinnen
  • Rüsselkäfer
  • Thripse
  • Wanzen
  • Weiße Fliegen
Ein geeigneter Standort und eine nicht zu enge Bepflanzung können vorbeugend helfen. Sind sie erstmal da, lassen sie sich umso effektiver bekämpfen, je früher der Befall entdeckt wird.
  • Fuchsien regelmäßig auf Schädlingsbefall untersuchen
  • dabei die Blattunterseiten und das Blüteninnere nicht vergessen
  • eine kräftige Wasserdusche aus dem Schlauch vertreibt manche Schädlinge
  • biologische Schädlingsbekämpfung ist vorzuziehen, z. B. Nematoden gegen Rüsselkäferlarven
  • Spritzmischungen aus natürlichen Zutaten verwenden
  • chemische Mittel sind Gift für die Umwelt und nur die letzte
    Alternative