Die Hängende Kätzchenweide ist ideal für kleine Gärten, denn sie wächst kaum in die Höhe und kann in der Breite durch regelmäßige Verschnitte problemlos kontrolliert werden. Damit sie ihre zierenden Kätzchen jährlich zur Schau trägt und gut gedeiht, benötigt sie jedoch eine abgestimmte Pflege - von dem Pflanzen bis zum Verschnitt.

Standort

Die Hängende Kätzchenweide ist auf reichlich Sonnenlicht angewiesen, dementsprechend hell sollte der Standort ausfallen. Auch die pralle Mittagssonne bekommt dem Baum gut, weswegen er im Idealfall auf der Südseite gepflanzt wird. Lichter Schatten wird ebenfalls noch vertragen, ist aber abträglich für das Wachstum und die Widerstandskraft der Kätzchenweide. Da es sich bei der Hängenden Kätzchenweide um einen Weidenstamm handelt, auf dem die Kätzchen aufgepfropft werden, ist das Höhenwachstum einerseits stark begrenzt und andererseits von der bereits vorhandenen Stammhöhe abhängig.

Steht nur wenig Platz im Garten zur Verfügung und soll der Baum möglichst einen geringen Bereich beschatten, sollte also ein möglichst kurzer Stamm gewählt werden. Bei der Wahl des Standortes für die Hängende
Kätzchenweide sollte zudem beachtet werden, dass sie stark in die Breite wächst und dann ihre typische "Haube" zeigt. Rundum muss daher entsprechend viel Platz zur Verfügung stehen und zudem bedacht werden, dass ein Verschnitt zwar möglich und angeraten ist, die Haubenform aber auch eine gewisse Zweiglänge voraussetzt.

Tipp: Nektar und Pollen der Kätzchenweide dienen Insekten schon frühzeitig im Jahr als Nahrung und ziehen sie daher stark an. Wer allergisch auf Stiche reagiert, sollte daher entweder auf die Hängende Kätzchenweide verzichten oder sie aber möglichst weit von Fenstern, Türen und anderen Bereichen Pflanzen, in denen sich häufig Menschen aufhalten.

Substrat

Beim Substrat zeigt sich die Hängende Kätzchenweide nicht wählerisch. Sauer oder alkalisch, Sandig oder leicht feucht - der Baum ist tolerant gegenüber allen Gartenböden. Eine spezielle Vorbereitung, Spezialerde oder Mischungen sind daher nicht nötig. Empfehlenswert ist aber frische Gartenerde und das Untermischen von Kompost, da die Nährstoffe der Hängenden Kätzchenweide beim Anwachsen und Gedeihen auf die Sprünge hilft.

Tipp: Ist das Substrat sehr lockern, trocken und sandig, kann etwas Rindenmulch eingearbeitet werden, um die Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern und den Gießaufwand zu verringern.

Pflanzen

Weide - SalixDie Hängende Kätzchenweide kann im Herbst und Frühjahr gepflanzt werden. Im Frühjahr sollte aber das Einsetzen einer wurzelnackten Pflanze bevorzugt werden. Zu achten ist bei der Pflanzung zudem auf die folgenden Faktoren:
  • Nicht bei Frost einsetzen
  • Erde bei Bedarf mit Kompost oder Mulch vorbereiten
  • Pflanzloch sollte wenigstens doppelt bis drei Mal so groß sein, wie der Wurzelballen
  • Nach dem Einsetzen und Verdichten der Erde reichlich angießen
  • Gegebenenfalls mit einem Stab oder Stock den Stamm stabilisieren
Besonders wichtig ist zudem, dass die Hängende Kätzchenweide nach dem Pflanzen für etwa ein Jahr lang regelmäßig und schwemmend gegossen wird, dass hilft ihr beim Anwachsen.

Kübelkultur

Steht kein Garten zur Verfügung, ist das für die Hängende Kätzchenweide kein Problem. Sie kann auch im Kübel kultiviert werden. Wichtig ist hierbei lediglich, dass das Pflanzgefäß mitwächst und aller zwei bis drei Jahre frische Erde zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich muss die Kätzchenweide wiederum in der Sonne stehen. Zudem ist der Pflegeaufwand aufgrund des notwendigen Gießens und der geringeren Erdmenge größer.

Tipp: Eine Drainageschicht am Topfboden beugt Staunässe auch dann vor, wenn die Weide im Übertopf steht oder reduziert wenigstens das Risiko dafür.

Gießen

Ebenso wie beim Substrat zeigt sich die Hängende Kätzchenweide bei der Auswahl der Wasserhärte nicht wählerisch. Dennoch ist weiches und damit möglichst kalkarmes Wasser die bessere Wahl. Geeignete Quellen hierfür sind:
  • Gesammeltes Regenwasser
  • Abgestandenes oder gefiltertes Leitungswasser
  • Unbehandeltes Teichwasser
Dazu sollte die Hängende Kätzchenweide reichlich gegossen werden, denn Trockenheit bekommt ihr nicht. Nach dem ersten Standjahr kann sie sich in der Regel aber gut über die ausgebreiteten Wurzeln selbst versorgen. Das gilt jedoch nur für kurze Phasen ohne Niederschlag und
wenn das Substrat eine entsprechende Wasserspeicherfähigkeit aufweist.
Um den Aufwand für das Gießen zu reduzieren, bieten sich daher die folgenden Möglichkeiten an:
  • Mulch in den Boden einarbeiten oder die Erde damit bedecken
  • Kies oder größere Steine auf die Baumscheibe aufbringen
  • Rund um die Baumscheibe eine Vertiefung in den Boden einarbeiten, die als Gießrinne dient und das Wasser gezielter an die Wurzeln bringt

Düngen

Weide - SalixDie Hängende Kätzchenweide ist beim Nährstoffgehalt des Substrats zwar nicht wählerisch, benötigt aber für ein gesundes Wachstum dennoch ausreichend Mineralien. Diese können ihr in Form von Kompost oder auch Langzeitdünger zur Verfügung gestellt werden. Eine Gabe jährlich reicht in beiden Fällen aus. Die Düngung der Hängenden Kätzchenweide erfolgt im Frühjahr, mit Beginn des ersten Austriebs. Wurde zur Pflanzung bereits Kompost in das Substrat gegeben, muss im ersten Standjahr keine zusätzliche Nährstoffgabe erfolgen.

Schneiden

Die Hängende Kätzchenweide ist sehr gut schnittverträglich - auf die Maßnahme jedoch nicht zwingend angewiesen. Wer die Größe der hängenden Baumkrone kontrollieren und reduzieren möchte, kommt um den Verschnitt jedoch nicht herum.
Zu beachten sind dabei die folgenden Punkte:
  • Für den Verschnitt ausschließlich saubere, optimaler Weise desinfizierte Schnittwerkzeuge verwenden
  • Verschnitt der Hängenden Kätzchenweide möglichst direkt nach der Blüte durchführen
  • Das Kürzen der Zweige führt zur Verzweigung und der Verdichtung des Wachstums, daher sollte für das Auslichten der Weide möglichst dicht an der Krone geschnitten werden
  • Ein Verschnitt im Sommer ist möglich, sollte aber sanfter erfolgen und die Zweiglänge nicht so stark reduzieren
Bei der abgenommenen Länge der Zweige darf selbst entschieden werden. Die Zweige können in der Länge halbiert oder auf ein Drittel zurückgeschnitten werden, eine gesunde Hängende Kätzchenweide nimmt einen radikaleren Einschnitt nicht übel. Zu beachten ist aber, dass das Kürzen der Zweige allein lediglich zu einer Verdichtung führt und die Krone nicht auslichtet.

Tipp: Aufgrund der hohen Schnittverträglichkeit, können einzelne Kätzchen von der Weide auch für Frühlings- und Ostersträuße gewonnen werden.

Vermehren

Wer sich auf zahlreiche Hängende Kätzchenweiden aus eigener Hand freut, wird leider enttäuscht sein - denn die Vermehrung ist nur mit dem entsprechenden Wissen um das Aufpfropfen und Veredeln möglich. Das Verfahren ist aufwendig und kompliziert, weswegen es für Hobbygärtner und Anfänger in der Pflanzenpflege nicht empfohlen werden kann.

Überwintern

Weide - SalixDie Hängende Kätzchenweide ist winterhart und Bedarf nach dem Anwachsen keines besonderen Schutzes. Bei der Pflanzung im Herbst und der Kübelkultur sollten aber dennoch entsprechende Maßnahmen erfolgen. So sollten nach der Pflanzung im Herbst Reisig, Stroh und Mulch auf die Baumscheibe aufgetragen werden, um die Wurzeln zu schützen. Eine Umwicklung mit Pflanzenvlies oder Jute schützt die Baumkrone vor Frostschäden.

Für die Hängende Kätzchenweide in Kübelkultur kann dieses Vorgehen in Kombination mit Aufstellen auf Styropor in milden Wintern und an einem geschützten Standort ebenfalls ausreichend sein. Sicherer ist jedoch die Überwinterung im Haus. Da die Kätzchenweide im Winter ihr Laub abwirft, reicht hierfür ein dunkler Raum aus, der kalt ist aber nicht dem Frost ausgesetzt wird. Geeignet sind also beispielsweise Keller oder Garage und Temperaturen zwischen 0 und 5°C. Wichtig ist für die Überwinterung zudem:
  • Staunässe vermeiden
  • Vollständiges Austrocknen der Erde verhindern
  • Düngung spätestens im September einstellen
Gerade bei der Zufuhr von Nährstoffen ist es wichtig, mögliche Quellen zu kennen. Es muss nicht immer handelsüblicher Dünger oder gezielt aufgebrachter Kompost sein. Auch Teichwasser und Pflanzenjauche tragen zur Nährstoffversorgung bei und könnten die natürliche Vorbereitung der Pflanze auf die Winterruhe verhindern.

Umtopfen

Wie bereits erwähnt, ist es bei der Kübelkultur der Hängenden Kätzchenweide erforderlich, regelmäßig einen Erdwechsel durchzuführen und zudem das Pflanzgefäß "mitwachsen" zu lassen. In der Regel reicht es aus, diese Maßnahme aller zwei bis drei Jahre durchzuführen. Bei der
Auswahl des Topfes sollte vor allem auf Standsicherheit geachtet werden. Das Gefäß sollte also möglichst schwer und breit sein, damit die ausladende Baumkrone nicht zu einem hohen Schwerpunkt und damit zu einem unsicheren Stand führt.

Wichtig ist zudem, dass beim Umtopfen die gesamte Erde gewechselt wird. Auf diese Weise kommt ein Maximum an frischen Nährstoffen an die Hängende Kätzchenweide und eventuell im Substrat vorhandene Keime und Schädlinge werden entfernt, was das Risiko für Erkrankungen senkt. Wer beim Gießen des Bäumchens nicht ständig den Übertopf kontrollieren und gar leeren möchte oder besondere Vorsicht walten lassen will, bringt eine Drainageschicht in den Kübel ein. Diese kann aus Tonscherben, grobem Kies oder Steinen bestehen, die über den Abflusslöchern zwei bis drei Finger dick geschichtet werden. Dennoch ist es natürlich wichtig, nicht übermäßig zu wässern.  

Typische Pflegefehler, Schädlinge und Krankheiten

Die Hängende Kätzchenweide ist eine an sich robuste Pflanze, kann jedoch unter Pflegefehlern und vor allem Weidenrost leiden.
An Pflegefehlern finden sich häufig vor allem die folgenden Probleme:
  • Trockenheit
  • Zu dunkler Standort
  • Fehlende Nährstoffe
Weide - SalixDer kleine Baum wird hierdurch geschwächt und damit anfälliger für Krankheiten und Schäden durch Parasiten. Zudem leidet auch die Optik. Abhilfe schaffen regelmäßiges Wässern und eine Kontrolle der Kulturbedingungen. Vor allem in der Kübelkultur kommt es darauf an, häufiger zu Wässern und zudem jährlich zu düngen. Der sogenannte Weidenrost ist eine Pilzinfektion, bei der sich sogenannte Sporenlager bilden - über die sich der Pilz weiterverbreitet. Diese erscheinen als orangefarbene Pünktchen auf den Blättern. Geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung sind:
  • Die Entfernung befallener Blätter
  • Abfallendes Laub gründlich wegkehren
  • Laub vernichten - nicht auf den Kompost geben
Zudem können zur Vorbeugung eine Kontrolle der Blätter, eine regelmäßige Düngung und gegebenenfalls der Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel erfolgen. Bei starken Befällen muss möglicherweise ein geeignetes Fungizid aus dem Fachhandel eingesetzt werden.