Kiwis, die behaarten, grünen und säuerlich schmeckenden Früchte gibt es in jedem Supermarkt. So mancher Hobbygärtner pflegt eine solche Pflanze sogar im eigenen Garten und erntet das ebenso schmackhafte wie gesunde Obst. Seit einigen Jahren sind zudem gelbfleischige Varietäten erhältlich, die süßer und milder schmecken. Auch die goldene Kiwi-Pflanze kann man im Fachhandel erwerben, allerdings gedeiht sie nicht in jeder Region.

Unterscheidung zwischen Gold- und anderen
Kiwiarten

Actinidia chinensis, auch als Chinesische Stachelbeere bezeichnet, ist in Südchina beheimatet. Die Art ist eng mit der grünfleischigen Kiwi (bot. Actinidia deliciosa) verwandt. Die Pflanzen werden vornehmlich in den klimatisch günstigen Regionen Neuseelands, Chinas, des Mittelmeerraums (v. a. Griechenland) sowie Kaliforniens angebaut. Die Früchte haben im Gegensatz zu den grünfleischigen Varietäten eine glatte, nur wenig beflaumte Schale und weiches, gelbes Fruchtfleisch. Alle derzeit im Handel erhältlichen Sorten der Goldkiwi benötigen ein warmes Klima mit mindestens 240 frostfreien Tagen, da die Früchte grundsätzlich später ausreifen als bei den winterharten grünen Arten.

Welche Sorten der Gold-Kiwi gibt es?

Unter dem Markennamen 'Gold-Kiwi' vertreibt der Konzern Zespri die in Neuseeland gezüchtete Sorte 'Hort16A', die sich in Äußerem sowie im Geschmack von der klassischen grünen Kiwi unterscheidet. Gelbe Kiwis haben einen höheren Zucker- und einen geringeren Säuregehalt als die grünen Varianten, weshalb sie süßer schmecken. Zudem gelten sie als exotischer, erinnert ihr Aroma doch an tropische Früchte wie etwa Mango. Daneben existieren noch weitere Sorten, die hierzulande jedoch (noch) nicht bekannt sind. Hierzu gehören beispielsweise:
  • 'Goldkiwi': gravierender Bedeutungsverlust durch das zwischen 2010 und 2013 grassierende PSA-Bakterium
  • 'SunGold': neue Sorte von Zespri, weniger krankheitsanfällig als Goldkiwi, weniger süß im
    Geschmack, patentiert unter dem Namen 'Gold3'
  • 'EnzaRed': ebenfalls durch Zespri gezüchtet, Fruchtfleisch mit goldener Farbe und rotem Innenring, Geschmack erinnert an Himbeeren
  • 'Exotic Sun': neue, halbwegs winterharte Hybridzüchtung, benötigt jedoch einen Schutz
  • 'MinkiGold': neue gelbe Hybridsorte, ausschließlich weibliche Pflanzen
  • 'Soreli': geschützte Sorte, Früchte reifen relativ früh zwischen September und November
  • 'Xixuan': chinesische Sorte, Früchte schmecken ein wenig nach Banane

Inhaltsstoffe gelber Kiwifrüchte

Zwar unterscheiden sich gelbe und grüne Kiwifrüchte hinsichtlich ihres Geschmacks, allerdings nicht wesentlich in ihren Inhaltsstoffen. Goldene Kiwis enthalten mehr Zucker als die grünen Varianten. So ist für die Sorte 'SunGold' ein mit ca. 12 Gramm pro 100 Gramm Fruchtgewicht ein geringfügig höherer Zucker- und damit Kaloriengehalt angegeben als für vergleichbare grünfleischige Sorten, die durchschnittlich etwa neun Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten. Grüne Kiwi liefern pro 100 Gramm etwa 61 Kilokalorien, gelbe mit rund 63 Kilokalorien nur wenig mehr.
Gold Kiwi - gelbe Kiwi 'SunGold'Ansonsten gelten beide Arten mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C sowie anderen wichtigen Vitaminen wie Vitamin E, Vitamin K sowie einige Vitamine aus der B-Gruppe (B1, B2, B3) sowie Mineralstoffen (diese jedoch in eher geringem Umfang) als sehr gesund. Übrigens enthalten gelbe Kiwifrüchte im Durchschnitt mehr Vitamin C als ihre grünen Verwandten: 100 Gramm der goldenen Früchte decken fast das Doppelte des Tagesbedarfs.

Was kostet eine gelbe Kiwipflanze?

Eine zwischen 60 und 80 Zentimeter hohe goldene Kiwipflanze kostet im Fachhandel zwischen rund zehn und 17 Euro. Allerdings ist es mit dem Kauf einer Pflanze nicht getan: In der Regel werden nur die weiblichen Exemplare angeboten, die passende männliche
Befruchtersorte müssen Sie selbst dazu kaufen. Eine männliche 'Matua' kostet in einer vergleichbaren Höhe zwischen 60 und 100 Zentimetern je nach Anbieter rund 20 bis 25 Euro.
Tipp: Nach der Pflanzung der Kiwipflanzen brauchen Sie Geduld, denn bis zur Ausbildung der ersten Blüten und damit Früchte können drei bis vier Jahre vergehen - manchmal sogar noch mehr.

Anbau in Deutschland

Lediglich in den Weinbaugebieten ist ein Anbau im Garten denkbar. Wer er dennoch versuchen möchte, sollte die Pflanzen in Kübeln kultivieren und sie über den Winter kühl, aber frostfrei und hell stellen. Hierzu eignet sich beispielsweise ein ungeheizter Wintergarten oder ein Gewächshaus. Allerdings gestaltet sich das Hin- und Herräumen recht schwierig, da die Triebe des Lianengewächses bis zu drei Meter lang werden und nicht jährlich stark zurückgeschnitten werden sollen. Pflanzen der gewünschten Art erhalten Sie bei fast allen Fachhändlern.