Am Rhododendron scheiden sich nicht selten die Geister. Die einen lieben die Pflanze leidenschaftlich, die anderen können sie nicht mehr sehen. Das hat natürlich Gründe: Der Rhododendron ist der wahrscheinlich am meisten verbreitete Blühstrauch in unseren Gärten. Klar, dass man dem Gewächs da schon mal überdrüssig werden kann. Andererseits aber weist kaum eine weitere Pflanze eine derart üppige Blütenvielfalt auf.

Rosenbaum

Die Bezeichnung Rhododendron kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt Rosenbaum. Der Name weist auf die enorme Blütenvielfalt hin, die das kennzeichnende Merkmal dieser Pflanzengattung ist. Weltweit existieren mehr als 1 100 Rhododendronarten. Das Hauptverbreitungsgebiet ist dabei Asien. In Europa lassen sich insgesamt zehn einheimische Arten finden. Botanisch gesehen gehören sie alle zu den Gehölzen. Sie sind zudem Flachwurzler.
Rhododendren zählen außerdem mit zu den beliebtesten Gartenpflanzen. Im Jahr 2 000 haben deutsche Baumschulen alleine rund 20 Millionen Rhododendren produziert und verkauft. Damit spielt der Zierstrauch in einer Liga mit der Rose, die sich einer ähnlich großen Beliebtheit erfreut.

Pflanzzeit

Wer mit Rhododendren Freude in seinem Garten haben möchte, sollte schon beim Einpflanzen überaus sorgfältig vorgehen und sich unbedingt an den Bedürfnissen der Pflanze orientieren. Tatsächlich werden hier die meisten Fehler gemacht - Fehler, die sich anschließend nur mehr schwer korrigieren lassen. Gepflanzt werden können Rhododendren grundsätzlich immer außerhalb der Frostperiode. Ideal dafür sind die Zeiträume von Anfang September bis Mitte November (Herbstpflanzung) und von Anfang März bis Mitte Mai (Frühjahrspflanzung). Die Herbstpflanzung ist dabei grundsätzlich zu empfehlen. Sie bringt nämlich den großen Vorteil mit sich, dass die Wurzelneubildung schneller erfolgt. Neben dem richtigen Zeitpunkt spielen vor allem der Standort und die Bodenverhältnisse eine entscheidende Rolle für das Gedeihen von Rhododendren.

Standort

RhododendronDie natürliche Umgebung von Rhododendren in der freien Natur sind lichte Wälder. Daraus folgt, dass es die Pflanze halbschattig mag und dieser Umstand unbedingt bei der Standortwahl berücksichtigt werden muss. Auf gar keinen Fall darf sie der prallen Mittagssonne direkt ausgesetzt sein. Andererseits sollte der Standort aber auch nicht zu schattig sein. Rhododendren benötigen viel Licht, um ihre Blütenpracht entfalten zu können. Fehlt es daran, wird die Anzahl der Blüten eher mickrig ausfallen. Ideal ist die Kombination im Garten mit einem sogenannten Schattenbaum wie beispielsweise der Waldkiefer. Sie sorgt mit ihren feinen Nadeln für Schatten, lässt aber noch genügend Sonnenlicht durch. In Sachen Wurzelbildung und Ernährung stellt die Waldkiefer zudem keine Konkurrenz zu den Rhododendren dar.

Boden

Wie bereits erwähnt sind Rhododendren Flachwurzler. Ein lockerer, möglichst humusreicher Boden ist deshalb Pflicht. Böden, die stark mit Lehm durchzogen sind, eignen sich grundsätzlich nicht für Rhododendren, da sich die feinen Wurzeln der Pflanze darin nicht ausbreiten können. Passt zwar der Standort im Garten, ist der Boden aber zu lehmhaltig bzw. nicht locker genug, sollte er ausgetauscht werden. Dazu hebt man pro Pflanze in etwa 50 cm tiefes Loch mit einem Durchmesser von etwa 150 cm aus. Anschließend wird es dann wieder mit einer Mischung befüllt, die zu gleichen Teilen aus
Rindenkompost und Sand besteht. Empfehlenswert ist übrigens auch eine Schicht aus groben Sand oder feinen Kieselsteinen, die für einen besseren Wasserablauf sorgt und so Staunässe vermeiden hilft. Ist der Boden hingegen bereits relativ locker und sandig, sollte vor der Pflanzung Rindenmulch und Rindermist eingearbeitet werden.

Einpflanzen

Rhododendren, die im Fachhandel erworben werden, sind meist in einem Pflanzgefäß oder auch mit einem nackten Wurzelballen erhältlich. Vor dem Einpflanzen wir zunächst eine Mulde ausgehoben, in die der Wurzelballen passt. Die Mulde sollte allerdings nicht zu tief sein. Es empfiehlt sich, dass der obere Rand des Ballens in etwa mit der Bodenoberfläche abschließt.

Tipp: Rhododendren lieber grundsätzlich zu hoch als zu tief pflanzen. Bei einer zu tiefen Pflanzung kann es nämlich zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung und damit zum Absterben des empfindlichen Wurzelwerks kommen.

Ist der Ballen in der Mulde platziert, wird ein Gemisch aus Bodenaushub und Humus im Verhältnis eins zu eins darum herum locker verteilt. Anschließend tritt man die Erde nur sehr wenig und sehr vorsichtig an, bevor dann gut angegossen wird. Außerdem sind eine umgehende Düngung mit etwa zwei Hand voll mit Hornspänen sowie eine rund fünf Zentimeter dicke Schicht aus Rindenmulch empfehlenswert. Letzterer verringert die Gefahr, dass der Boden zu schnell austrocknet. Werden gleichzeitig mehrere Rhododendren gepflanzt, müssen bestimmte Abstände beachtet werden. Grundsätzlich gilt es einen Mindestabstand von 50 cm einzuhalten. Bei besonders großwüchsigen Arten beläuft sich dieser auf etwa 100 cm.

Pflege

RhododendronBei der Pflege von Rhododendren spielen vor allem das Gießen, das Düngen und das Schneiden eine Rolle. Grundsätzlich ist die Pflanze relativ pflegeleicht. So ist beispielsweise ein Schnitt nicht zwingend erforderlich.

Gießen
Rhododendren sollten ausschließlich mit Regenwasser gegossen werden - es sei denn, dass Leitungswasser ist ausgesprochen kalkarm. Beim Gießen sollte man außerdem stets darauf achten, dass der Boden feucht, aber nicht zu nass ist. Staunässe gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Es empfiehlt sich, die Feuchtigkeit des Bodens um die Pflanze herum regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf nachzugießen.

Düngen
Zum Gedeihen von Rhododendren gehört zwangsläufig auch, dass sie regelmäßig gedüngt werden. Am besten erfolgt die Düngung im zeitigen Frühjahr. Den Pflanzen werden dadurch genügend Nährstoffe zugeführt, um eine sattes grün und möglichst viele Knospen auszubilden. Als Dünger eignen sich feine Hornspäne oder auch ein Rhododendrondünger auf organischer Basis. Beides wird ganz einfach im Wurzelbereich ausgestreut.

Hinweis: Ist die Pflanze gemulcht worden, muss vor dem Düngen die Mulchschicht entfernt und anschließend wieder aufgebracht werden.

Schneiden
Das Schneien der Rhododendronpflanze ist wie bereits erwähnt nicht unbedingt erforderlich. Allerdings sollten verwelkte Blüten jeweils mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere entfernt werden. Wer sich aus welchen Gründen auch immer zu einem Formschnitt oder auch einen starke Rückschnitt entscheidet, muss unbedingt sicher gehen, dass die Pflanze auch wirklich gut eingewurzelt ist. Anderenfalls
besteht nämlich die Gefahr, dass sie im kommenden Frühjahr nicht mehr richtig austreibt. Im Zweifelsfall sollte man lieber auf einen starken Schnitt verzichten und gegebenenfalls nur abgestorbenes Holz entfernen. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist der Herbst.

Überwinterung

RhododendronRhododendren, die bei uns heimisch sind und wachsen, sind winterhart. Es kann allerdings passieren, dass immergrüne Arten vom kalten Wind und einer zu starken Wintersonne in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei einem besonders kalten Winter empfiehlt sich deshalb, die gesamte Pflanze vorsichtshalber unter einem Vlies zu verpacken. Damit ist man dann auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Grundsätzlich aber können Rhododendren auch währen der Rostperiode im Freien und im Erdreich verbleiben.

Krankheiten und Schädlinge

Die am häufigsten auftretende Krankheit bei Rhododendren ist das sogenannte Triebsterben. Wie es der Name schon andeutet, führt sie dazu, dass bestimmte Triebe absterben. Im Extremfall kann davon auch die komplette Pflanze betroffen sein. Die Ursache für die Krankheit ist meist Staunässe. Man bekämpft sie folglich am besten, indem man das Gießen bzw. den Boden überprüft. Im Zweifelsfall, muss der Boden getauscht oder eine Drainage für einen besseren Wasserabfluss eingezogen werden. Bei den Schädlingen kann vor allem die Rhododendron-Zikade sich schnell zu einem großen Problem auswachsen. Sie legt ihre Eier nämlich mit Vorliebe in den Blütenknospen ab. Dabei wird ein bestimmter Pilz übertragen, der unweigerlich zum Absterben der Knospen führt. Bekämpfen lässt sich die Rhododendron-Zikade am besten mit speziellen Mitteln aus dem Fachhandel.