Afrikanischer Tulpenbaum erfreut Blumenliebhaber mit den spektakulärsten Blüten aus der Welt der tropischen Pflanzen. Sobald die Blütenstängel stolz aus der immergrünen Krone hervor schauen, beginnt ein beeindruckendes Schauspiel: Nachdem der äußere Blütenkreis verblüht ist, erblüht schon die nächste Reihe der Knospen. Jede Blüte hält so wochenlang. Spathodea campanulata braucht einen geeigneten Standort, dann gelingt auch die Pflege mühelos.

Standort im Sommer

Der ideale Platz für einen Afrikanischen Tulpenbaum ist aufgrund der klimatischen Gegebenheiten hierzulande definitiv nicht im Freien zu finden. Damit er seine volle Pracht entfaltet und sich in einem Blütenmeer verwandelt, braucht er tropische Bedingungen:
  • viel Wärme
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • sonnigen bis vollsonnigen Standort
  • durchgehend gleichmäßige Temperaturen
  • viel Platz
In gemäßigtem Klima ist er eine typische Kübelpflanze, ein Bewohner geschlossener Räume. Lediglich in den heißen Sommermonaten darf dieses Gewächs aus der Trompetenbaumfamilie vorübergehend ins Freie, an einer hellen, sonnigen und windgeschützten Stelle. Es dürfen auch nur solche Pflanzen ins Freie, die schon verholzte Äste entwickelt haben.

Ein Gewächshaus und ein
lichtdurchfluteter Wintergarten bieten dem Trompetenbaum durchgehend gute Lebensbedingungen, sodass darin die besten Blüherfolge erzielt werden. Mit den Jahren kann der Baum allerdings eine stattliche Größe erreichen - auch wenn er regelmäßig durch einen Schnitt gestutzt wird. Daher ist schon beim Kauf oder Eigenaussaat einer neuen Pflanze der zukünftige Raumbedarf mit einzukalkulieren. Er braucht ausreichend Platz für seinen Wuchs in die Höhe, aber auch ausreichend Platz für die Entwicklung der Wurzeln.

Standort im Winter

Afrikanischer Tulpenbaum ist wegen seiner Herkunft vom heißen Kontinent, empfindlicher gegenüber niedrigen Temperaturen, als andere Tulpenbaumarten. Sollte er den Sommer über draußen gestanden haben, muss er in den kalten Tagen unbedingt wieder rein, da er weiterhin eine warme Umgebung braucht.
  • ab Herbst nicht mehr im Freien
  • Wärme von mindestens 20 Grad
  • keinen Frösten aussetzten
  • Temperaturen nicht unter 10 Grad
  • Temperaturen um 3 Grad sind nur kurzfristig möglich
Auf keinen Fall darf Afrikanischer Tulpenbaum Frösten ausgesetzt werden, da diese insbesondere das Wurzelwerk des Baumes irreparabel schädigen.

Hinweis: Afrikanischer Tulpenbaum verliert im Winter einen Teil seiner grünen Blätter. Im Frühjahr, um den April herum, treiben wieder neue Blätter aus. Also kein Grund zur Sorge.

Pflanzerde

afrikanischer Tulpenbaum - Spathodea campanulataDurchlässige Erde mit reichlich Nährstoffen eignet sich gut für einen afrikanischen Tulpenbaum. Diese sollte zusätzlich mit grobkörnigem Material angereichert sein, wie Kies, Lavagrus oder Blähton. Sie lockern den Boden auf und halten ihn schön luftig. Ein Humusanteil speichert zudem Nährstoffe und Wasser. Hier lohnt es sich zu einer Blumenerde von hoher Qualität zu greifen, auch wenn sie teurer ist.

Samenanzucht

Ein afrikanischer Tulpenbaum kann das ganze Jahr über aus den hellen und leichten Samen gezogen werden. Eine Vorbehandlung der Samen ist nicht notwendig. Jedoch kein ein Vorquellen der Samen in warmem Wasser die anschließende Keimung beschleunigen. Die Keimdauer beträgt etwa 2-3 Wochen, sofern die Temperatur konstant bei knapp über 20 Grad liegt.
Verwenden Sie für die Aussaat statt normaler Blumenerde lieber nährstoffarme und luftdurchlässige Anzuchterde, die in Gartencentern erhältlich ist.

1. Füllen Sie einen kleinen Topf mit Anzuchterde

2. Geben Sie die Samen verteilt darauf.

3. Decken Sie die Samen mit einer dünnen Erdschicht ab

4. Drücken Sie die Erde und drücken Sie diese mit den Fingern leicht an.

5. Bedecken Sie den Topf mit Frischhaltefolie bedecken, um Wasserverdunstung zu verhindern.

6. Stellen Sie den Topf mit den Samen an einen hellen Ort

7. Sorgen Sie für gleichmäßige Wärme um die 20 Grad

8. Halten Sie Erde durchgehend feucht, sie darf nicht austrocknen.

9. Vermeiden Sie Staunässe.

Hinweis: Lüften Sie alle 2-3 Tage, indem Sie für ein paar Minuten die Folienabdeckung abnehmen. Das beugt der Schimmelbildung vor.

Junge Pflänzchen

Sobald die ersten Zeichen eines Pflänzchens erkennbar sind, muss es vor der prallen Sonne geschützt werden. Wechseln Sie, falls erforderlich, den Standort. Diese Vorsichtsmaßnahme ist vor allem dann anzuraten, wenn für das Aussäen ein heißer Sommer gewählt wurde. Wenn die gekeimten Afrikanischen Tulpenbäume etwas größer gewachsen sind, können Sie die Sämlinge einzeln pikieren.

Nach etwa 8 Wochen sollten sie die geeignete Größe von etwa 10 cm erreicht haben. Seien Sie dabei achtsam mit den noch zarten Wurzeln, damit diese nicht beschädigt werden. Die jungen Pflanzen können Sie jetzt vorsichtig und
dosiert der Sonne aussetzten, damit sich diese langsam daran gewöhnen und keine Verbrennungen an den Blättern erleiden.

Stecklingsvermehrung

Im Frühling abgeschnittene junge Triebe können für die Vermehrung genutzt werden. Sie werden in Töpfen mit Anzuchterde gesteckt.
  • Umgebungstemperatur konstant bei mind. 20 Grad halten
  • Anzuchterde feucht halten
  • weiches Gießwasser verwenden
  • Folie über die Triebe legen
Neue Triebe und Blätter sind Zeichen, dass alles gut geklappt und der Steckling angewurzelt ist.

Tipp: Verwenden Sie Bewurzelungshilfe, das unterstützt und beschleunigt die Bildung neuer Wurzeln. Vermehrung durch Veredelung ist eine weitere Möglichkeit Afrikanischen Tulpenbaum zu vermehren, das setzt allerdings entsprechendes Wissen voraus und ist für Laien eher ungeeignet.

Gießen

Der afrikanische Tulpenbaum braucht regelmäßig und viel Wasser. Insbesondere im Sommer darf die Erde niemals austrocknen. Auf Trockenheit reagiert der Afrikanische Tulpenbaum ausgesprochen empfindlich. Seine Blätter verfärben sich an den Rändern braun oder fallen sogar ganz ab. Da das mit zeitlicher Verzögerung erfolgt, werden die braunen Blätter oft nicht mit Trockenheit in Verbindung gebracht.

Der Wasserbedarf ist im Winter aufgrund niedrigerer Lufttemperaturen und der anstehenden Wachstumspause geringer als im Sommer. Dennoch braucht dieser exotische Baum auch im Winter eine stets gleichmäßig feuchte Erde - ohne jedoch dabei im Wasser zu stehen.

Düngen

afrikanischer Tulpenbaum - Spathodea campanulataUm seine prächtigen, handtellergroßen Blüten zu entwickeln, braucht der Afrikanische Tulpenbaum während seiner gesamten Vegetationszeit von April bis Oktober regelmäßig hohe Düngergaben. Ein handelsüblicher Volldünger für blühende Kübelpflanzen ist vollkommen ausreichend. Einmal in der Woche wird die laut Verpackung benötigte Menge in das Gießwasser gegeben und damit gegossen.

Auch Stäbchendünger oder Langzeitdünger können Sie verwenden, diese müssen allerdings rechtzeitig aufgefrischt werden. Rhododendron-Dünger und andere sauer wirkende Dünger eignen sich ebenfalls. Ab November ist kein Dünger mehr erforderlich. Die Wurzeln dieses Baumes können in der kühlen Zeit des Jahres Dünger nicht mehr aufnehmen.

Umtopfen

So wie der Afrikanische Tulpenbaum wächst, muss auch die Größe des Kübels entsprechend mit wachsen. Etwa einmal jährlich ist ein neuer Topf fällig. Topfen Sie diesen Zierbaum nur in kleinen Schritten um. Der neue Topf darf nur ein paar Zentimeter breiter sein als der alte. Damit der Baum beim Wachstum möglichst wenig gestört wird, sollte das Umtopfen in hochwertiger Erde unmittelbar vor Beginn einer neuen Wachstumsphase im März erfolgen. Da dieser Trompetenbaum giftig ist, sollten Sie dabei Handschuhe tragen.

Hinweis: Wenn der neue Topf zu groß gewählt ist, braucht der Baum länger um ihn mit neuen Wurzeln auszufüllen. Das verzögert das weitere Wachstum der oberirdischen Triebe, und die Blütenbildung leidet auch.

Wie ist der Tulpenbaum zu schneiden?

Der Afrikanische Tulpenbaum erfordert keinen Schnitt, zumindest dann nicht, wenn er genügend Raum zur Entfaltung hat, und dieser freie Wuchs entsprechend gewünscht ist. In den ersten Lebensjahren verzweigt sich der Baum kaum, dann kann das Schneiden die Verzweigung anregen. Ansonsten, wenn der Baum klein bleiben soll, muss er schonend geschnitten werden, um ihn dadurch zu bändigen.

Formschnitt

  • Niemals radikal schneiden
  • Lieber jährlich einen kleineren Schnitt
  • Beste Zeit: April und Mai
  • Scharfes und sauberes Schnittwerkzeug verwenden
  • Es dürfen grüne und verholzte Triebe geschnitten werden
  • Nur so viel schneiden, wie unbedingt erforderlich
  • Nach innen wachsende Triebe schneiden
  • Ungünstig herauswachsende Triebe entfernen
Hinweis: Der Afrikanische Tulpenbaum ist in allen Teilen giftig. Tragen Sie zu Ihrem Schutz stets Handschuhe und lassen Sie Abgeschnittenes nicht herumliegen.

Erhaltungsschnitt

Hin und wieder können einzelne Pflanzenteile vertrocknen. Diese abgestorbenen Äste und Triebe sollten zeitig entfernt werden, ebenso wie versehentlich abgeknickte Zweige. Auch solche Zweige, die von Schädlingen und Krankheiten befallen sind, müssen sofort rausgeschnitten werden und so die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.
  • Zeitpunkt für den Schnitt: sofort
  • Scharfes und sauberes Schnittwerkzeug verwenden
  • Handschuhe tragen, da giftig
  • Es dürfen grüne und verholzte Triebe geschnitten werden
  • Alle abgestorbenen Triebe entfernen
  • Alle Kranken und befallen Triebe schneiden
  • Schneidwerkzeug anschließend reinigen und desinfizieren.
Tipp: Beim Schädlingsbefall und Krankheiten sollten der Standort und die bisherige Pflege kritisch hinterfragt werden, um durch deren Anpassung
solchen Schäden in der Zukunft vorzubeugen.

Blütezeit

afrikanischer Tulpenbaum - Spathodea campanulataIn ihrer Heimat blühen die Afrikanischen Tulpenbäume ganzjährig. Das ist ein Blütentraum, der sich hier leider nicht erfüllen lässt. Des Weiteren dauert es auch mehrere Jahre, bis Spathodea campanulata endlich die ersten Blüten zeigt. Die Rede ist von 3 bis 7 Jahren, so lange ist Geduld angesagt.

Die einzelnen Blüten sind etwa 10 Zentimeter lang und erinnern an eine Glocke, deren Rand ungewohnt ausgefranst ist. Sie kommen nicht einzeln daher, sind vielmehr kreisrund und in mehreren Reihen angeordnet. Der äußere Blütenkranz blüht zuerst, sobald er verblüht ist, folgt der nächstliegende Blütenkranz und so weiter. Die Blüten leuchten ab Mai in Gelb, Orange oder Rot. Die hellbraunen Kelchblätter sind mit dunklen Pünktchen gesprenkelt.

Fast alle verwelkten und vertrockneten Blüten fallen von alleine ab. Manche vertrocknete Blüten bleiben jedoch stehen. Diese können Sie vorsichtig entfernen. Nutzen Sie dafür ein sauberes und scharfes Werkzeug. Denken Sie auch stets an die Handschuhe, denn dieser Trompetenbaum ist ebenso giftig wie schön. Entfernen Sie auch alle vertrockneten Blätter, die sich im Kübel ansammeln, damit keine Fäulnis entstehen kann.
Nach der Blüte bilden sich Samen, die für die Vermehrung genutzt werden können.

Krankheiten und Schädlinge

Der Tulpenbaum ist gegen einheimische Krankheiten recht widerstandsfähig. Lediglich zu viel Gießen und die damit einhergehende Staunässe können die Wurzeln zum Faulen bringen. Leider muss dann ein Fungizid zur Bekämpfung eingesetzt werden. Viel besser ist es da, mit der richtigen Pflege vorzubeugen und es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Braune Verfärbungen an Blättern und Blüten werden durch Wassermangel oder Bodensalze verursacht. Sobald die Ursache beseitigt ist, tritt eine Verbesserung ein. Auch Wurzelschäden durch Unterkühlung kommen vor, wenn der Baum im Winter längere Zeit Temperaturen unter 3 Grad ausgesetzt wird.

Der Tulpenbaum ist für Schädlinge nicht anfällig. Wenn, dann werden importierte Pflanzen eher davon befallen. Sie hinterlassen Fraßspuren und Löcher an den Blättern und Rinde und erfordern ein schnelles Handeln. Untersuchen Sie die Pflanze gründlich, um den Schädling genau zu identifizieren. Behandeln Sie die Pflanze mit einem geeigneten Mittel. Gegebenenfalls müssen Sie geschädigte Pflanzenteile entfernen.