Die Kätzchen-Weide ist aufgrund ihrer flauschigen Blüten nicht nur bei den Menschen beliebt. Denn dank ihrer frühen Blüte gilt das Weidenkätzchen als erste Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Aufgrund dessen stehen die beliebten Weidekätzchen auch unter Naturschutz und dürfen demnach in der freien Natur nicht gepflückt werden. Allerdings lassen sich die Palmkätzchen relativ einfach sowohl im heimischen Garten als auch in Töpfen kultivieren und sogar vermehren.

Standort

Das Weidenkätzchen kann sowohl mittig auf dem Rasen als auch als Sicht- oder Windschutz angebaut werden. Wird sie neben ihresgleichen kultiviert, sollte jedoch ausreichend Platz vorhanden sein, sodass sich die Pflanzen nicht gegenseitig in ihrem Wachstum behindern. Hierfür ist ein Pflanzabstand erforderlich, welcher in etwa der Hälfte ihrer Wuchsbreite entspricht. An den Standort hat das Weidenkätzchen hingegen nur geringe Ansprüche:
  • sonnig bis halbschattig
  • mindestens 4 Stunden Sonnenlicht pro Tag
  • bei zu wenig Sonne bleibt die Blüte aus
  • verträgt feuchte Standorte
  • eignet sich daher ideal zur Teichumrandung

Boden/Substrat

Bei der Wahl des Bodens gibt
sich das Weidenkätzchen wie beim Standort relativ anspruchslos, weshalb sie in der Natur an den unterschiedlichsten Plätzen wächst. Für die Kultur im Kübel eignet sich sowohl herkömmliche Kübelpflanzenerde als auch hochwertige Pflanz- oder Blumenerde. Wichtig ist, dass das Substrat eine hohe Wasserspeicherkapazität hat und gleichzeitig das Wasser gut an das Wurzelwerk abgeben kann. Wird das Weidenkätzchen im heimischen Garten angebaut, sollte auf folgende Gegebenheiten geachtet werden:
  • Boden kann sowohl sauer als auch basisch sein
  • ideal ist jedoch alkalisch bis schwach sauer
  • optimaler pH-Wert: 4,5-7,8
  • wenn nicht, bleiben die Bäume etwas kleiner
  • Erde nicht zu kalkhaltig
  • am besten ist ein lehmiger Boden
  • denn dieser ist feucht und sauer
Tipp: Wenn die Gartenerde zu trocken und/oder krümelig ist, kann sie für den Weidenkätzchenanbau optimiert werden. Hierfür wird lediglich etwas Lehm in die Erde untergemischt.

Töpfe

Weide - SalixFür den Anbau des Weidenkätzchens ist kein großer Garten erforderlich, denn die Pflanze lässt sich ideal im Topf kultivieren. Wer seinen Balkon oder die Terrasse mit den Frühlingsboten schmücken möchte, greift jedoch am besten zu Gefäßen mit folgenden Eigenschaften:
  • ideal ist ein Tontopf
  • denn dieser kann die Feuchtigkeit gut speichern
  • Topfgröße mindestens 40 Liter
  • Drainage in den Topfboden einarbeiten
  • beispielsweise aus Kies oder Tonscherben

Einpflanzen

Die Weidenkätzchen werden in der Regel ganzjährig als wurzelnackte Sträucher im Handel angeboten und lassen sich demnach auch das ganze Jahr über einpflanzen. Vor dem Einsetzen ist es stets ratsam, den Wurzelballen der Kätzchen-Weide in einen Eimer mit Wasser zu tauchen. Anschließend kann die Pflanze wie folgt eingesetzt werden:
  • Pflanzloch ausheben
  • idealerweise eine Drainage anlegen,
  • zum Beispiel aus Kies oder Tonscherben
  • Pflanze vorsichtig einsetzen
  • Pflanzloch mit Substrat befüllen
  • Erde leicht andrücken
  • abschließend gießen
Tipp: Werden die Weidenkätzchen im Topf kultiviert, ist es ratsam, diese rund 30 Minuten nach dem Gießen zu kontrollieren. Denn oftmals sammelt sich überschüssiges Gießwasser im Untertopf, welches weggeschüttet werden sollte.

Düngen

Die Weidenkätzchen müssen im Freiland nicht regelmäßig gedüngt werden, allerdings bekommt ihnen eine gelegentliche Düngung mit Kompost äußerst gut. Insbesondere im Frühjahr nach dem Rückschnitt profitieren die Pflanzen von einer Düngerabgabe. Die abgeschnittenen Pflanzteile eignen sich auch ideal als Mulchmaterial, welches die Nährstoffversorgung zusätzlich fördert. Hinzu kommt, dass das Mulchen den Boden vor dem Austrocknen schützt. Vor allem in den Sommermonaten sollten die Weidenkätzchen demnach regelmäßig gemulcht werden, wobei in erster Linie trockene Sandböden von diesem Arbeitsschritt profitieren. Wer die Weidenkätzchen im Topf kultiviert, sollte beim Düngen zudem auf Folgendes achten:
  • ideal ist ein Langzeitdünger für Grünpflanzen und Sträucher
  • alternativ kann ein Flüssigdünger verwendet werden
  • hiermit etwa alle 30 Tage düngen
  • denn im Kübel gehen die Nährstoffe schneller aus
  • ein Intensivdünger eignet sich nicht
  • dadurch wachsen die Triebe zu schnell
  • und sie könnten
    verkahlen

Gießen

WeidenkätzchenGenerell bevorzugen die Weidenkätzchen einen feuchten Untergrund, weshalb eine regelmäßige Wasserversorgung stets gewährleistet sein sollte. Insbesondere im Topf kultivierte Palmkätzchen sind auf das kontinuierliche Gießen angewiesen, da die Erde wesentlich schneller austrocknet. Hinzu kommt, dass sich das Wurzelwerk nicht so stark entwickelt und es nur vergleichsweise geringe Mengen Wasser aufnehmen kann. Ganz gleich, wo die Weidenkätzchen kultiviert werden, gilt es, Folgendes beim Gießen zu berücksichtigen:  
  • mit kalkarmen Wasser gießen
  • am besten eignet sich Regenwasser
  • Boden stets feucht halten, jedoch Staunässe vermeiden
  • Erde sollte nicht ganz austrocknen
  • am besten mit Daumenprobe auf Trockenheit überprüfen
  • hierzu den Daumen etwa 3-5 cm tief in das Substrat stecken
Hinweis: Wenn das Weidenkätzchen zu wenig gegossen wird, lässt sie ihre Zweige herabhängen.

Umtopfen

Da die Weidenkätzchen verhältnismäßig rasch wachsen, sollten diese etwa alle zwei bis drei Jahre in ein größeres Gefäß umgetopft werden. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Wurzeln mehr Platz erhalten und sich dadurch besser entwickeln können. Zum anderen bietet sich das Umtopfen an, um die Pflanzen in frisches Substrat zu setzen. Wird die Pflanze hingegen nicht in ein größeres Gefäß gesetzt, wirkt sich das nachteilig auf ihr Wachstum aus:
  • Wurzeln haben nicht ausreichend Platz um zu wachsen
  • und bleiben daher klein
  • die Pflanze wächst jedoch weiterhin
  • dadurch entsteht ein Ungleichgewicht
  • Wurzeln können die Pflanze nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen
Tipp: Das Umtopfen der Weidenkätzchen gestaltet sich ebenso wie das Einsetzen.

Schneiden

Die Weidenkätzchen vertragen einen starken Rückschnitt nicht nur besonders gut, sondern profitieren zugleich enorm von diesem. Denn aufgrund des jährlichen Zurückschneidens treiben die frischen Triebe besonders schnell und üppig aus. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist direkt nach der Blüte, welche in der Regel zwischen März und April stattfindet. Sobald sich die ersten Weidenkätzchen gebildet haben, kann der Rückschnitt wie folgt durchgeführt werden:
  • tief zurückschneiden
  • Äste am Ansatz abschneiden
  • bestenfalls etwa faustgroße Stummel stehenlassen
  • mit etwa 2-3 Augen
  • anschließend düngen
  • ideal ist ein Langzeitdünger wie Hornspäne
Tipp: Im Topf kultivierte Weidenkätzchen sollten nach dem Rückschnitt regelmäßig gedreht werden, sodass sie gleichmäßig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Fällt dieser Pflegeschritt jedoch aus, entwickelt sich die Krone ungleichmäßig.

Überwintern

Weide - SalixDie Kätzchen-Weide gilt generell als winterhart und kann im Regelfall den Winter problemlos im Freien überstehen. Lediglich bei der Kultur im Topf ist es ratsam, die Pflanzen vor dem Frost zu schützen. Denn in den Pflanzgefäßen sind die Wurzeln nicht von ausreichend Erde ummantelt und frieren demnach schneller. Allerdings lassen sich im Topf kultivierte Weidenkätzchen mit einfachen Schritten heil durch den Winter bringen:
  • Topf nicht direkt auf den Boden stellen
  • sondern auf eine Unterlage positionieren
  • hierfür eignet sich eine Holz- oder Styroporplatte
  • die Pflanze anschließend umwickeln
  • beispielsweise mit einer Luftpolsterfolie
  • ein Jutebeutel eignet sich auch
  • idealerweise ist dieser mit Laub, Stroh oder Styropor gefüllt
Tipp: Im Topf kultivierte Weidenkätzchen werden im Winter weiterhin regelmäßig gegossen, im Freiland hingegen nur bei längerer Trockenheit.

Vermehrung mit Stecklingen

Weidenkätzchen lassen sich äußerst simpel mit ihren Stecklingen vermehren. Allerdings ist hierbei unbedingt zu beachten, dass die Triebe nicht von wild wachsenden Pflanzen abgeschnitten werden dürfen. Denn das Weidenkätzchen steht unter Naturschutz und das Abschneiden der Zweige ist demnach verboten. Wer die Kätzchen-Weide jedoch im heimischen Garten kultiviert, kann die Stecklinge im Frühling ohne Bedenken von seiner Pflanze entnehmen. Alternativ hierzu besteht zudem die Möglichkeit, die Stecklinge im Fachhandel zu erwerben. Sind die Stecklinge vorhanden, bieten sich zwei verschiedene Methoden für die Vermehrung an:
  • Steckling in das Substrat stecken
  • etwa 10-15 cm tief
  • Substrat feucht halten
  • alternativ dazu bietet sich auch die Glasmethode an
  • hierbei wird der Steckling in ein Glas mit Wasser gegeben
  • nach einigen Tagen bilden sich Wurzeln
  • ein paar Wochen später kann der Steckling eingesetzt werden

Vermehrung mit Samen

Die Vermehrung mittels der Stecklinge ist zwar die beliebteste Methode, allerdings lassen sich die Weidenkätzchen auch über die Aussaat züchten. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass die Samen nur etwa zwei Wochen keimfähig sind. Es ist daher ratsam, das Saatgut nicht zu lagern, sondern relativ rasch wie folgt auszusäen:
  • Samen in Anzuchtschale geben
  • mit feuchter Anzuchterde befüllen
  • das Substrat stets feucht halten
  • nach 24 Stunden zeigen sich die ersten Keimlinge
  • diese werden pikiert
  • und anschließend das Freiland oder in einen größeren Kübel eingesetzt

Krankheiten

Weide - SalixDas Weidenkätzchen erkrankt oftmals an dem Weidenrostpilz, welcher sich deutlich an rotorangenfarbenen Flecken/Pünktchen an den Blättern erkennen lässt. Allerdings lässt sich der Weidenrostpilz in der Regel gut mit Fungizidmittel behandeln, wobei in einigen Fällen eine wiederholte Behandlung pro Jahr erforderlich ist. Zudem lässt sich der Pilz vorbeugen, indem das abfallende Laub stets beseitigt und auf eine gute Nährstoffversorgung der Pflanze geachtet wird. Abgesehen vom Weidenrostpilz, leidet die Kätzchen-Weide oftmals an folgenden Krankheiten:
  • Echter Mehltau
  • Blattfleckenkrankheit

Schädlinge

Insbesondere der Weidenbohrer findet großen Gefallen an der Kätzchen-Weide und kann die Pflanze nachhaltig schädigen. Denn die Raupen des Weidenbohrers fressen sich im Laufe der Zeit in die Rinde bis tief in das Holz, wodurch die Pflanze sogar absterben kann. Erkennen lässt sich der Befall an dem typischen Essiggeruch und Kot sowie an Bohrlöchern und -spänen. Betroffene Pflanzteile müssen entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Im frühen Stadium eines Befalls lohnt sich ein Bekämpfungsversuch mit Quassiaseifenbrühe. Ist der Befall jedoch vorangeschritten, ist eine Bekämpfung nahezu aussichtslos. Neben dem Weidenbohrer wird das Weidenkätzchen zudem gerne von folgenden Schädlingen heimgesucht:
  • Blattläuse
  • Blattwespen
  • Gespinstmotten