Rosenstecklinge eignen sich hervorragend, um neue Gewächse zu ziehen. Dabei sind allerdings einige wichtige Faktoren zu beachten. Mit den nachfolgenden Tipps sind die Bewurzelung und der Austrieb garantiert von Erfolg gekrönt.

Wichtige Voraussetzungen

Bei der Vermehrung von Rosen ist der schnellste Weg das Pflanzen von Stecklingen. Diese Methode ist leicht umzusetzen und nimmt nicht viel Arbeit in Anspruch. Für das Vermehren eignen sich sogar verwelkte Triebe aus einem Blumenstrauß, wenn es sich dabei nicht um hochgezüchtete Exemplare handelt. Zwar lassen sich einige Rosensorten auch mit der Hilfe von Samen fortpflanzen, allerdings kommt bei dieser generativen Vermehrungsmethode in den meisten Fällen eine gemischte Sorte mit neuen Attributen heraus. Der Grund dafür ist das Bestäuben, da sich dabei die verschiedenen Sorten miteinander kreuzen. Wer genau die gleiche Rosensorte mit derselben Blütenfarbe noch einmal erhalten will, für den ist ausschließlich die vegetative Vermehrung geeignet.

  • Stecklingsvermehrung ideal für Bodendecker-, Wild und Zwergrosen
  • Rosensorten müssen robust und wurzelecht sein
  • Optimaler Zeitpunkt ist Ende Juni bis Anfang August
  • Junge Triebe sollten bereits leicht verholzt sein
  • Sind dann bereit zum Einpflanzen
  • Zu grüne und biegsame Triebe sind eher ungeeignet

Hinweis: Gezüchtete Beet- und Edelrosen lassen sich auf diese Weise nicht heranziehen, da ihnen dafür die erforderliche Wuchs- und Wurzelkraft fehlt.

Beet präparieren

Damit die Stecklinge gut anwachsen können, ist das Gartenbeet vorher entsprechend vorzubereiten. Außerdem ist beim Vermehren im Freiland der Standort mit Umsicht auszuwählen. Zwar mögen ausgewachsene Rosen sonnige Standortbedingungen, aber die jungen Stecklinge sind in dieser Hinsicht noch sehr empfindlich. Um

das Anpflanzen zu vereinfachen, lassen sich mit Hilfe einer Schaufel die erforderlichen Löcher in die Erde stechen. Um das Anwachsen zu fördern bietet es sich an, etwas Bewurzelungspulver in die Pflanzlöcher zu füllen.
  • Ideal ist halbschattiger bis schattiger Standort
  • Auf windgeschützte Lage achten
  • Unbedingt direkte Mittagshitze vermeiden
  • Optimal ist humusreicher und leicht sandiger Boden
  • Bei sehr lehmigen Böden etwas Sand einarbeiten
  • Erde gründlich auflockern und säubern
  • Pflanzsubstrat darf nicht zu feucht sein

Stecklinge vorbereiten

Die richtigen Rosen für Stecklinge auswählen

Für das Ziehen von Rosenstecklingen ist die Auswahl und das Vorbereiten von passenden Trieben ausschlaggebend. So erhöht sich die Chance, dass die Stecklinge zeitnah Wurzeln schlagen und prächtig gedeihen. Dafür sollten die Rosentriebe komplett frisch sein, es dürfen keine vertrockneten Stellen zu sehen sein. Aber auch schwachwüchsige und kümmerliche Triebe sind für das Vermehren nicht geeignet. Wichtig ist eine kräftige und gesunde Mutterpflanze, die keinerlei Mangelerscheinungen aufweist. Dazu sollten die ausgesuchten Triebe noch relativ jung sein, da diese normalerweise über mehr Wachstumsenergie verfügen. Um die Erfolgsquote bei der Anzucht zu erhöhen, sind etwa drei Stecklinge pro Sorte erforderlich. Nach dem Aussuchen der richtigen Rosentriebe ist eine entsprechende Vorbereitung vor dem Anpflanzen notwendig.

  • Ideal sind bleistiftdicke Triebe, welche gerade abgeblüht sind
  • Abgestorbene Blüten und Stacheln abschneiden
  • Auf eine Länge von etwa 15 bis 20 cm einkürzen
  • Stecklinge sollten mindestens fünf Augen aufweisen
  • Schnitt an der Unterseite schräg
    ansetzen
  • Erleichtert die spätere Aufnahme von Wasser und Nährstoffen
  •  Alle Blätter der Triebe entfernen, so verringert sich Verdunstung
  • Das oberste Blattpaar kann stehen bleiben
  • Dann Stecklinge in Erde einsetzen und gründlich gießen

Tipp: Beim Schneiden der Stecklinge unbedingt scharfes und desinfiziertes Werkzeug verwenden, um Krankheiten durch Verschmutzungen zu vermeiden.

Mit Weidenwasser gießen

Die Bewurzelung der Rosenstecklinge lässt sich auch durch Düngergaben beschleunigen. Allerdings sind chemische Produkte schädlich für die Umwelt und deshalb für einen naturnahen Garten nicht geeignet. Dagegen setzen umsichtige Gartenfreunde auf natürliche Hilfsmittel wie Weidenwasser, um die Blumen beim Anwachsen zu unterstützen. Dieses Produkt lässt sich einfach und schnell in Eigenregie herstellen, um das Substrat bei der Anzucht zu befeuchten und mit vielen Nährstoffen zu versorgen. In den Weidenruten sind Phytohormone, die sogenannten Auxine enthalten, welches das Wachstum der Blumen nachhaltig fördern.

  • Ideal sind noch junge und frische Weidenruten
  • Wachsen in der Nähe von Flüssen und anderen Gewässern
  • Grob in kleine Stücke zerschneiden
  • In stabilen und hitzebeständigen Behälter füllen
  • Dann mit kochendem Wasser übergießen
  • Mit gut passendem Deckel verschließen
  • Im Anschluss für mindestens 24 Stunden ziehen lassen
  • Dann Weidenwasser durch Sieb schütten
  • Rosenstecklinge täglich damit gießen

Kartoffel als Wurzelhilfe

Rosenstecklinge wurzeln deutlich besser an, wenn sie eine Unterstützung beim Wurzeln erhalten, zum Beispiel in der Form einer Kartoffel. Dank dieser natürlichen Starthilfe erhält der Trieb viele lebenswichtige Nährstoffe für das Anwachsen. Außerdem spendet ihm die Knolle selbst an trockenen Tagen noch ein wenig Feuchtigkeit. Dabei ist das Vorgehen sehr einfach und mit einer durchschlagenden Wirkung.

  • Loch in die Kartoffel stechen oder bohren
  • Umfang entspricht etwa der Dicke des Triebes
  • Rosensteckling mit dem Stielende hineinstecken
  • Kartoffel mit Rosentrieb in Erde vergraben
  • In einer Tiefe von etwa 5 bis 10 cm
  • Kräftig gießen und nie komplett austrocknen lassen

Rosenstecklinge mit Kartoffel vermehren

Plastikflasche als Gewächshaus

Rosen mögen warme Temperaturen und wachsen deshalb vor allem im warmen Sommer gut heran. Allerdings kann es in den hiesigen Breitengraden selbst in den Sommermonaten kühl und dauerhaft bewölkt sein. Dann verringern sich die Chancen einer erfolgreichen Vermehrung. Als Lösung für dieses Problem bietet

sich die Verwendung einer Plastikflasche an. Auf diese Weise lässt sich ein feuchtes sowie warmes Mikroklima erzeugen, welches die Anzucht und Bewurzelung deutlich fördert. Allerdings ist dabei ein regelmäßiger Sauerstoffaustausch erforderlich, damit sich keine Pilze oder sonstigen Krankheiten ansiedeln können.
  • Durchsichtige Plastikflasche verwenden
  • Ideal ist Volumen von mindestens 1,5 Liter
  • Boden der Plastikflasche abschneiden
  • Über jeden Steckling eine Flasche stülpen
  • Alle 2 bis 3 Tage den Verschluss abnehmen
  • Stecklinge ausreichend, aber nicht übermäßig gießen
  • Verschluss einige Stunden zum Lüften offen lassen
  • Sobald Austrieb zu sehen ist, Plastikflasche entfernen
  • Alternativ lässt sich auch ein Einwegglas benutzen

Vermehrung im Topf

Als Alternative zum Ziehen im Freiland lassen sich Rosentriebe auch im Topf vermehren. Derart gibt es keine einschränkenden Grenzen beim Zeitpunkt der Anzucht, vielmehr ist das Vorgehen bis zum Ende der Blütezeit möglich. Außerdem hat nicht jeder Hobby-Gärtner einen Garten zur Verfügung, in manchen Fällen ist nur eine Topfkultur auf dem Balkon oder der Terrasse ausführbar. Jedoch müssen in Töpfen gezüchtete Exemplare noch vor den ersten Frostnächten einen wärmenden Winterschutz erhalten. Ansonsten ist auch ein Umzug in ein frostfreies sowie helles Winterquartier denkbar. Im darauffolgenden Frühling können die Jungpflanzen dann ins Gartenbeet umziehen und den nächsten Winter ohne Probleme draußen verbringen.

  • Ausreichend großen Topf aussuchen
  • Gefäß mit Tiefe von mindestens 30 bis 40 cm
  • Alternativ ist Anzuchtkasten möglich
  • Einige Tonscherben am Boden des Gefäßes aufhäufen
  • Scherben verhindern Ausspülen das Pflanzsubstrates
  • Dann mit Blumenerde auffüllen
  • Ideal ist leicht sandige Blumen- oder Gartenerde
  • Ansonsten normales Substrat mit etwas Sand vermischen

Mit Geduld warten

Selbst wenn sich die Rosenstecklinge unter einer schützenden und wärmenden Haube befinden, kann der Austrieb unter Umständen länger auf sich warten lassen. Die genaue Dauer hängt von der jeweiligen Rosensorte und den Wetterverhältnissen ab. So können einige Wochen oder Monate vergehen, bis sich die ersten Wurzeln bilden und neue Blätter zeigen. Deshalb ist viel Geduld gefragt, wobei die Pflege der Rosen immer gleichbleibend gut bleiben muss.

  • Zur Kontrolle der Bewurzelung nie am Steckling ziehen
  • Die ersten sowie zarten Faserwurzeln könnten so verletzt werden
  • Braun oder schwarz verfärbte Stecklinge wurzeln nicht mehr an
  • Diese fangen an zu faulen und gehören auf den Kompost
  • Sprießen der ersten Blätter ist Hinweis auf erfolgreiche Vermehrung