Rosen können den Gärtner mit ihrer Blütenpracht erfreuen. Jedoch gilt dies nur, wenn sie auch richtig geschnitten werden. Ungepflegte Rosen werden blühfaul und vergreisen. Die Stöcke wirken unordentlich und bieten eine gute Grundlage für Schädlinge oder Krankheiten. Beim Rosenschnitt muss einiges beachtet werden, es lohnt sich dennoch, sich an die Aufgabe heranzutrauen.

Allgemeines zum Zurückschneiden

  • scharfes, am besten desinfiziertes Werkzeug benutzen
  • Werkzeug auch beim Pflanzenwechsel desinfizieren
  • richtiger Zeitpunkt für die meisten Sorten im Frühjahr bei Forsythienblüte
  • Verblühtes wird regelmäßig entfernt, unnötige Samenbildung wird damit
    vermieden
  • Schnitt schräg über nach außen sitzender Knospe ansetzen
  • totes Holz wird am Ansatz entfernt
  • krankes Holz bis ins gesunde zurückgeschnitten
  • regelmäßiger Schnitt schützt vor vergreisen und erhält Blühfreudigkeit
  • starker Rückschnitt fördert starken Neuaustrieb, schwacher Schnitt führt zu schwachem Neuaustrieb
  • jede Rosenart wird individuell behandelt
  • einmal blühende Sorten nach der Blüte geschnitten

Werkzeug

Für das Schneiden der Rosen wird am besten eine spezielle Rosenschere verwendet. Möglich ist es jedoch auch, eine andere Gartenschere zu benutzen. Für stärkere Triebe ist eine Handsäge notwendig, bei Kletterrosen vielleicht auch eine mit Teleskopstiel. Ein weiteres wichtiges Werkzeug sind feste Handschuhe, in die die Dornen der Rose nicht eindringen können.

Beetrosen

RosenSie können am kräftigsten zurückgeschnitten werden. Am Stock verbleiben Triebe mit etwa 15 bis 20 cm Länge. Handelt es sich um eine schwachwachsende Sorte, sollten drei gesunde Triebe mit drei Augen am Stock verbleiben. Gehört die Sorte zu den starkwachsenden Sorten, können 5 Triebe an der Pflanze verbleiben. An den Trieben sollten je 5 Knospen sitzen. Das Ziel beim Beetrosenschnitt ist eine kompakte, blühfreudige Rose mit einem buschigen Charakter. Bleiben die Triebe zu lang, fällt die Pflanze regelrecht auseinander und wirkt kahl.

Edelrosen

Auch diese Rosen können kräftig zurückgeschnitten werden. Schwachwachsende Sorten benötigen drei bis vier Triebe, starkwachsende Edelrosen fünf bis sechs. Starke Triebe werden dabei auf fünf Knospen zurückgeschnitten, schwache auf drei. Das Ziel ist eine Rose mit langen, geraden Blütentrieben. Viele Verzweigungen sollten deshalb vermieden werden. Für ältere Exemplare von Edel- oder Beetrosen gilt, dass immer auch ein alter, mehrjähriger Trieb am Ansatz entfernt wird, um die Pflanze zum Neuaustrieb anzuregen.

Tipp: Auch schwache, zu dünne Triebe werden entfernt, damit ein kräftigerer Wuchs angeregt wird.

Mehrfachblühende
Strauchrosen

Sie werden weniger stark verschnitten. Außerdem reicht bei einmalblühenden Sorten ein Schnitt im Sommer. Strauchrosen blühen am einjährigen Holz, welches sich an Trieben aus dem Vorjahr bilden. Da Strauchrosen sehr hoch werden können, bis zu 300 cm, sind einige starke, ältere Triebe in der Pflanze notwendig, um sie zu stützen. Ähnlich wie beim Obstbaumschnitt werden die besten und stärksten fünf Triebe herausgesucht, diese bilden das Grundgerüst der Rose.

Alle übrigen Langtriebe werden am Ansatz entfernt, das Gleiche gilt für überalterte oder schwache Triebe, die auch schon im Vorjahr nicht viele Blüten hervorgebracht haben.
Die Verzweigungen an den Hauptrieben werden auf drei bis fünf Knospen zurückgeschnitten, an diesen bilden sich dann die Blütentriebe.

Einmalblühende Strauchrosen

Sie werden grundsätzlich wie andere Strauchrosen behandelt. Allerdings wird der Schnitt im Sommer, nach der Blüte vorgenommen. Sie werden außerdem nicht zu stark zurückgeschnitten, da sie am mehrjährigen Holz blühen. Dafür wird bei älteren Exemplaren (ab etwa 5 Jahren) ein alter, dicker Ast knapp über dem Boden ganz herausgenommen, um einen Neuaustrieb der Rose zu fördern.

Tipp: Altes Holz lässt sich an der Farbe der Rinde erkennen. Sie wechselt von Grün zu Gelb-Braun.

Kleinstrauchrosen

RosenNeben den großen Strauchrosen gibt es auch Sorten, die als Bodendecker genutzt werden können. Diese sind besonders pflegeleicht und werden nur selten geschnitten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf das Verschneiden von totem oder krankem Holz. Auch zu dichte Triebe werden entfernt. Ein kräftiger Rückschnitt sollte etwa alle 5 Jahre erfolgen.

Kletterrosen

Auch Kletterrosen werden am besten im Sommer geschnitten, je nach Größe werden sie um etwa ein Drittel gekürzt. Da sie gewöhnlich an einem Spalier wachsen, werden vor allem jene Triebe entfernt, die in die falsche Richtung wachsen und sich nicht erziehen lassen. Entlang der Haupttriebe werden alle Nebentriebe auf drei bis fünf Knospen zurückgeschnitten. Überalterte Triebe sollten am Ansatz entfernt werden, wenn dafür ein junger Trieb vorhanden ist, der sich aufleiten lässt. Das Verhältnis zwischen jungem Holz und altem sollte in etwa ausgeglichen sein.

Hochstammrosen

Diese kleinen Bäumchen sollten auch wie Bäume behandelt werden. Beim Schneiden ist also eine lockere, lichtdurchflutete und luftige Krone das Ziel. Der richtige Zeitpunkt liegt auch hier im Frühling, wenn es sich um mehrfachblühende Sorten handelt. Das Verschneiden von einmalblühenden Hochstämmchen erfolgt nach der Blüte. Hochstammrosen können natürlich geschnitten oder beim Zurückschneiden in Form gebracht werden. Kugelformen wirken jedoch künstlich. Beim Rosenschnitt wird etwa ein Drittel der Pflanze

zurückgenommen. Zu dichte und sich kreuzende oder behindernde Triebe werden entfernt.

Fehler vermeiden

Es wird darauf geachtet, beim Rosenschnitt gleichmäßig vorzugehen. Verbleiben an der Rose Triebe unterschiedlicher Länge, so kann es vorkommen, dass sie unterschiedlich stark austreiben und weiterwachsen. Der Rosenstock bekommt ein unförmiges Aussehen. Vermieden wird außerdem, über nach innen wachsende Knospen zu schneiden. Die Triebe würden sich irgendwann gegenseitig behindern. Wichtig ist ein gerader, sauberer Schnitt, weshalb das Werkzeug auch unbedingt sehr scharf sein sollte. Je unsauberer geschnitten wird, umso größer wird die Eintrittspforte für Krankheitskeime.

Tipp: Wilde Triebe an der Pflanzenbasis werden jedoch nicht geschnitten, sie werden am besten herausgerissen, damit sich keine neuen an der gleichen Stelle entwickeln. Erkannt werden können Wildtriebe daran, dass sie unterhalb der Veredlungsstelle herauswachsen.

Schnittgut entsorgen

Wenn es sich um gesunde Rosen handelt, kann das Schnittgut im Garten weiterverwendet werden. Es kann in der untersten Schicht von Hügel- oder Hochbeeten eingebracht werden. Geschreddert dient es als Mulch für Beete oder wird im Kompost entsorgt. Anders verhält es sich bei kranken Rosen. Diese sollten, wenn möglich außerhalb des Gartens entsorgt werden. Sofern vorhanden können Schnittreste in die Biotonne gegeben werden oder sie wandern in den Restmüll.