Zitronen für die selbstgemachte Limonade zu ernten wird mit der eigenen Zitronenpflanze ganz einfach möglich. Dafür muss sie jedoch auch entsprechend kultiviert werden. Wer vor allem bei Standort und Substrat auf einige Punkte achtet, wird damit aber keine Probleme haben. Denn Zitronenpflanzen sind vergleichsweise anspruchslos und damit sogar für Anfänger in der Pflanzenpflege bestens geeignet.

Standort

Der ideale Standort für Zitronenpflanzen ist:
  • warm
  • sonnig
  • vor Wind und Zugluft geschützt
Geeignet sind also beispielsweise fensternahe Plätze, der Wintergarten oder im Sommer auch ein geschützter Platz auf dem Balkon oder im Garten. Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Zitrone nicht zugig steht und selbst beim Lüften möglichst wenig kalten Wind abbekommt.

Substrat

Das Substrat für die Zitronenpflanze muss durchlässig sein und mäßig Wasser speichern können. Zudem sollte die Erde leicht sauer sein. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Da Zitronen in Hinblick auf das Substrat etwas anspruchsvoll und wählerisch sind, empfiehlt es sich nicht, die Erde selbst an zumischen. Besser und einfacher ist es, spezielle Zitruserde beziehungsweise Zitruspflanzenerde aus dem Fachhandel zu verwenden.

Pflanzen

Die Zitronenpflanze kann zwar im
Sommer im Freien stehen, eine Pflanzung ins Freiland ist jedoch nicht sinnvoll. Besser ist die Kultur in einem entsprechenden, standsicheren Kübel. Da die kleineren Zuchtformen Citrus Limon Meyer und Citrus Limon Ponderosa Höhen von weniger als anderthalb Metern erreichen, muss das Pflanzgefäß nicht allzu groß gewählt werden.

Gießen

ZitronenbaumBei den Wassergaben sind die Zitronenpflanzen genügsam. Gegossen wird jeweils erst wieder, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Staunässe oder dauerhaft durchfeuchtete Erde muss vermieden werden, denn darauf reagiert die Zitrone sehr empfindlich. Trägt der kleine Baum Früchte, ist der Wasserbedarf erhöht. Gut geeignet zum Gießen sind:
  • Regenwasser
  • unbehandeltes Teich- oder Aquarienwasser
  • abgestandenes oder gefiltertes Leitungswasser
Kalk - und damit hartes Wasser - ist für die Zitrone in kleineren Mengen unproblematisch. Es sollte aber möglichst nicht bei jeder Wassergabe eingesetzt werden, da es den pH-Wert des Substrats beeinflussen und die Erde zu sauer werden lassen kann.

Tipps: Das Wasser sollte möglichst Zimmertemperatur aufweisen und gut abfließen können. Sinnvoll ist daher eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Boden des Kübels.

Düngen

Von Frühjahr bis zum Spätsommer werden Zitronenpflanzen aller zwei Wochen gedüngt. Während der Überwinterung reicht eine leichte Düngergabe aller vier bis sechs Wochen. Die zusätzliche Nährstoffzufuhr kann dann jedoch auch vollständig eingestellt werden, wenn die Zitrone kühl überwintert wird. Als Mittel empfiehlt sich spezieller Zitrusdünger aus dem Fachhandel. Damit durch die konzentrierten Nährstoffe keine chemischen Verbrennungen an den Wurzeln entstehen, sollte die Düngung stets mit einer Wassergabe kombiniert werden.

Verschneiden

Der Verschnitt der Zitronenpflanzen ist nicht unbedingt nötig, er kann allerdings zwei Funktionen erfüllen. Er regt zum einen die Fruchtbildung an und hilft zum anderen dabei, das Gewächs kompakt zu halten und die Höhe zu begrenzen. Der optimale Zeitpunkt für den Verschnitt liegt im Frühjahr, wenn bereits Knospen oder gar Fruchtanlagen zu erkennen sind. Dann nämlich können einzelne Triebe verschnitten werden, ohne den Ertrag zu reduzieren.
Dabei ist auf die folgenden Punkte zu achten:
  • sauberes Schnittwerkzeug verwenden
  • Triebe verschneiden, die keine Knospen, Blüten oder Fruchtanlagen tragen
  • Zweige um etwa ein Drittel der Gesamtlänge kürzen
Wer ein schlechtes Augenmaß hat, kann die Triebe der kleinen Zitronenpflanzen auch vor dem Schneiden mit einem Lineal abmessen.
Zusätzlich verschnitten werden sollten zudem Zweige, die beschädigt oder vertrocknet sind. Bei diesen darf und sollte der Verschnitt radikaler erfolgen und kann direkt an der Verbindung zum Stamm ansetzen.

Vermehren

ZitronenbaumWer eine besonders saftige und süße Zitrone erwischt hat, hat oft auch den Plan, die Kerne zum Ziehen neuer Pflanzen zu nutzen und sich dadurch selbst mit Zitronenpflanzen und -früchten zu versorgen. Das ist bei Zitronen aus dem Handel zwar theoretisch möglich, funktioniert aber leider nicht wie gewünscht. Denn bei diesen handelt es sich um die Samen großer Zitronenbäume. Für den Wintergarten oder das Wohnzimmer sind diese denkbar wenig geeignet.

Bei Früchten beziehungsweise Samen der kleinen Arten verhält es sich ähnlich ungünstig. Zwar können aus den Kernen Jungpflanzen gezogen werden, ein absehbarer und erfolgreicher Zitronenanbau kann damit aber nicht garantiert werden. Verantwortlich dafür sind die folgenden Probleme und Einschränkungen:
  • nicht alle der aus den Samen gezogenen Zitronenpflanzen tragen Früchte
  • es dauert mehrere Jahre, bis überhaupt mit Früchten gerechnet werden kann
  • aus den Samen der Zitronenpflanzen gezogene Gewächse können unterschiedliche Früchte ausbilden
Besser ist es daher, eine veredelte Zitronenpflanze zu erwerben. Wer sich dennoch an der Vermehrung durch Samen versuchen möchte, kann dabei wie folgt vorgehen:

1. Die Kerne werden vom Fruchtfleisch befreit und gründlich abgewaschen.

2. Jeder Samen wird einzeln auf Anzuchterde gelegt und ein bis zwei Zentimeter mit dem Substrat bedeckt.

3. Das Substrat wird mit einem Pflanzensprüher oberflächlich leicht befeuchtet, sollte aber nicht tropfnass sein.

4. Die Anzuchtgefäße werden an einen hellen, warmen Standort verbracht, der aber nicht der direkten, prallen Sonne ausgesetzt ist. Gut geeignet ist eine Fensterbank Richtung Osten oder Westen oder ein fensternaher Platz - jedoch kein Fensterbrett - gen Süden.

5. Um das Substrat feucht zu halten und ein geschütztes Klima zu erzeugen, sollten die Anzuchtgefäße mit einer Glasplatte oder einer transparenten Folie abgedeckt werden. Das tägliche Lüften verhindert, dass sich unter der Abdeckung Schimmel bildet. Eine einfachere Alternative stellt die Verwendung eines Zimmergewächses dar.

6. Wenn die Jungpflanzen fünf bis zehn Zentimeter hoch sind, kann die Abdeckung entfernt werden. Zudem kann ein Wechsel in Zitruserde erfolgen.

Freiland

Wie erwähnt, können Zitronenpflanzen den Sommer im Freien verbringen. Das ist sogar empfehlenswert, da sie dadurch erfahrungsgemäß widerstandsfähiger werden. Wichtig ist dabei, dass sie windgeschützt, warm und sonnig stehen. Zudem sollten sie ins Haus verbracht werden, wenn die Temperaturen unter 15 °C sinken. In warmen Regionen können sie bereits im Frühjahr tagsüber draußen stehen. Wenn die Temperaturen in der Nacht fallen, müssen die Zitronenpflanzen jedoch ins Haus verbracht werden.

Überwintern

ZitronenbaumZitronenpflanzen können ganzjährig warm stehen, sinnvoller ist jedoch eine Ruhephase im Winter. Diese wird dadurch erreicht, dass die Gewächse an einen hellen Standort verbracht werden, an dem 10 bis 15 °C herrschen. Unbeheizte Treppenhäuser, Wintergärten oder gut isolierte Garagen können sich hierfür anbieten. Wer keinen geeigneten Platz für die Überwinterung der Zitronenpflanzen zur Verfügung hat, kann sie professionell in einer Gärtnerei überwintern lassen.
Neben dem Standort sind zudem auch die folgenden Punkte wichtig:
  • weiterhin so wässern, dass die Erde nicht vollständig austrocknet
  • sofern noch vorhanden, sollten reife Früchte abgenommen werden - unreife Zitronen reifen in
    vielen Fällen an der Pflanze selbst über den Winter noch nach
  • Düngung bei der kühlen Überwinterung aussetzen, bei einer warmen Überwinterung die Abstände zwischen der Nährstoffgabe auf vier bis sechs Wochen vergrößern

Kübelkultur

Da Zitronenpflanzen im gemäßigten Klima nicht ins Freiland gepflanzt werden können, ist eine Kübelkultur selbstverständlich - auch bei ihr sollten aber wiederum einige Faktoren berücksichtigt werden.

Dazu gehören:

Drainage
Die bereits erwähnte Schicht aus Kies oder Blähton am Boden des Topfes verhindert, dass die Wurzeln im Wasser stehen - wenn doch einmal zu viel gegossen wurde. Zudem begünstigt die Drainage den Ablauf des Wassers aus der Erde.

Besser Untersetzer als Übertopf
Steht das Pflanzgefäß in einem Übertopf, fällt übermäßiges Gießen nicht immer sofort auf. Trotz Drainage kann es dann dazu kommen, dass sich Staunässe bildet und Schimmel entsteht. Besser ist es daher bei den empfindlichen Zitronenpflanzen einen Untersetzer zu verwenden. Durch diesen lässt sich auch leichter prüfen, ob die Wurzeln bereits den Topfboden erreicht haben und ein Topfwechsel erforderlich ist.

Kübelgröße
Zitronenpflanzen bilden Pfahlwurzeln aus. Das heißt, dass ihre Wurzeln eher in die Tiefe als in die Breite wachsen. Der Kübel sollte daher möglichst hoch sein, kann aber eher schmal ausfallen. Sein Durchmesser kann beim Umtopfen abhängig von der Größe des Wurzelballens gewählt werden.

Umtopfen

Das Umtopfen ist bei Zitronenpflanzen nur relativ selten von Nöten. Erforderlich wird es erst, wenn die Wurzeln den Boden des Kübels erreicht haben. Selbst dann reicht es aus, ein neues Pflanzgefäß zu wählen, das nur etwa zwei bis vier Zentimeter größer als der bisherige Kübel ist.
Vorgegangen wird dabei in diesen Schritten:

1. Die Zitruspflanze wird vorsichtig aus dem alten Kübel gelöst. Das Substrat kann leicht abgeklopft und abgeschüttelt werden. Um festere Reste zu entfernen, kann der Wurzelballen auch mit wenig Druck abgespült beziehungsweise abgeduscht werden.

2. In den neuen Kübel werden eine Drainageschicht und etwas Zitruspflanzenerde eingebracht. Der Boden sollte so hoch befüllt werden, dass der eingestellte Wurzelballen nur wenige Zentimeter unter dem Topfrand liegt. Der Topf wird nun rundum mit dem Substrat aufgefüllt.

3. Damit sich die Erde optimal verteilt, wird der Kübel während des Füllens immer wieder leicht geschüttelt. Abschließend wird sie mit wenig Kraft festgedrückt. Auf diese Weise entstehen keine Hohlräume zwischen den Wurzeln.

4. Nach dem Umtopfen sollte die Zitrone gegossen werden.

Typische Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge

ZitronenbaumPflegefehler sind bei Zitronenpflanzen keine Seltenheit und können ebenso wie Schädlinge Krankheiten hervorrufen. Typische Pflegefehler sind unter anderem:

zu feuchte Erde
Übermäßiges Gießen und Staunässe können zum Absterben der Wurzeln, Schimmel und Pilzinfektionen führen. Selbst ein Substratwechsel und die Anwendung von entsprechenden Pilzmitteln kann nicht immer das Überleben der Pflanze garantieren.

zu trockene Erde
Fällt die Wässerung zu sparsam aus, können Nährstoffe aus dem Substrat nicht in die Triebe gelangen. Die Folge ist meist ein Laubabwurf durch einen Trockenheitsschaden. Wird das Gießen nachgeholt, könnte der Zitronenbaum wieder austreiben.

falsche Düngung
Zu häufig, zu selten oder ein falsches Mittel - Fehler bei der Düngung können zu einer Unter- oder Überversorgung führen. Anzeichen dafür sind unter anderem sich Gelb verfärbende Blätter, abfallendes Laub und stagnierendes Wachstum.

ungünstige Überwinterung
Steht die Zitrone während des Winters zu warm und zugleich zu dunkel, steigt das Risiko von Trockenheitsschäden und abfallenden Blättern.

In Hinblick auf die Schädlinge zeigen sich Zitronenpflanzen vor allem für Läuse anfällig.
Darunter:
  • Schildläuse
  • Blattläuse
  • Woll- beziehungsweise Schmierläuse
  • Spinnmilben
Optimale Kulturbedingungen und eine gelegentliche Reinigung der Blätter reduzieren das Risiko eines Befalls durch die Schädlinge. Besteht bereits ein Befall, kann dieser abhängig von der Art der Parasiten durch das Aufsprühen mit einer Lösung aus Schmierseife und Wasser und das anschließende gründliche Abspülen mit klarem Wasser - oder aber einem entsprechenden Mittel aus dem Fachhandel - bekämpft werden. Handelt es sich um Spinnmilben, wird die Pflanze abgeduscht oder mit Wasser besprüht und anschließend mit einem Plastikbeutel für einige Tage abgedeckt. Die Erhöhung der Luftfeuchte bekommt diesen Schädlingen nicht. Eine schnelle Bekämpfung der Schädlinge ist wichtig, da sie das Gewächs schwächen und zudem Pilzinfektionen begünstigen können.

Tipp: Zur Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen sollten regelmäßig die Blätter der Zitronenpflanzen kontrolliert werden. Ein Befall oder Veränderungen lassen sich so schon zeitig erkennen und besser behandeln.