Zwar produziert der Geldbaum keine Geldscheine, trotzdem gehört das Gewächs zu den beliebten Zimmerpflanzen. Das liegt an den robusten Eigenschaften dieser Pflanze, die wenig Pflege erfordert und bis zu 2,5 Meter hoch wachsen kann. Schnittmaßnahmen sind meist nicht notwendig. Doch sie unterstützen das Pflanzenwachstum und sorgen für einzigartige Gestalten, die von der strauchartigen Urform abweichen.

Das ideale Schneidewerkzeug

Der Pfennigbaum gehört zu den Dickblattgewächsen, die sukkulente Triebe entwickeln. Diese verholzen erst im späteren Alter. Eine Schere sollte nicht für die Schnittmaßnahmen verwendet werden, denn diese sorgen für Quetschungen. Die Schnittstelle neigt zum Bluten, wodurch

die Pflanze stark geschwächt wird. Durch Verletzungen des pflanzlichen Gewebes entstehen braune Stellen, die unschön aussehen. Nutzen Sie daher ein scharfes Messer um einen sauberen Schnitt ohne Verletzungen zu erhalten. Die Desinfektion der Klinge ist wichtig, um das Krankheitsrisiko zu reduzieren:
  • Tauchbad in hochprozentigem Alkohol
  • zehnminütiges Bad in kochendem Wasser
  • mit Desinfektionsmittel besprühen

Die richtige Schnitttechnik

Ein Geldbaum lässt sich unterschiedlich beschneiden, wobei Sie verschiedenen Techniken miteinander kombinieren können. Der erste Schnitt prägt die spätere Wuchsform. Da Crassula ovata als sehr gut schnittverträglich gilt, können Sie störende Triebe ganzjährig bei Bedarf schneiden oder das Gewächs formen. Mit einem großzügigen und einmaligen Jahresschnitt vor der neuen Wachstumsphase ersparen Sie der exotischen Pflanze viel Stress. Sie kann ihre Energie während des Sommers in die Ausbildung frischer Triebe stecken.

Bedarfsschnitt

Wenn Blätter verwelken oder Triebe unschön aussehen, können Sie diese nach Belieben zurückschneiden. Das gilt auch für verwelkte Blüten, die der Affenbrotbaum im Sommer bei einem Standort im Freien entwickelt. Eine Notwendigkeit besteht jedoch nicht. Leidet das Dickblattgewächs unter Krankheiten oder Schädlingen, sollten die befallenen Pflanzenteile rechtzeitig entfernt werden. Bei zu stark befallenen Pflanzen hilft meist nur noch der Radikalschnitt.

Verjüngender Schnitt

Auch wenn der Affenbrotbaum eine optimale Pflege bekommt und die Standortbedingungen gut sind, bilden vor allem ältere Exemplare nur spärlich Blätter aus. Insgesamt erscheinen die Gewächse kahl oder das Innere der Krone lichtet sich aus, da die Blätter hier kaum Licht abbekommen. Ein verjüngender Schnitt revitalisiert die Pflanze und schenkt ihr neue Lebenskraft. Sie kann sich neu verzweigen und die Nährstoffversorgung funktioniert in frischen Trieben wieder besser. Das Licht kann wieder bis zum Hauptstamm durchdringen und das Blattwachstum fördern. Insgesamt wird die Pflanze durch das regelmäßige Zurückschneiden robuster und

unempfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingen So gehen Sie beim Verjüngungsschnitt vor:
  • alte Äste bis zur Basis am Stamm abschneiden
  • lichte Zweige um ein Drittel einkürzen
  • mindestens zwei Blattpaare sollten an den Trieben bleiben
  • vertrocknete, verfärbte oder kranke Triebe vollständig entfernen

Formender Schnitt

Geldbaum - CrassulaDiese Maßnahme ist für Sie geeignet, wenn Sie Ihren Pfennigbaum in eine bestimmte Form bringen oder diese erhalten möchten. Er kann außerdem angewendet werden, wenn die Pflanze aufgrund eines suboptimalen Standorts ungleichmäßig wächst. Wird sie nur zur Hälfte von der Sonne beschienen und nie gedreht, wächst sie einseitig. Setzen Sie das Schneidwerkzeug so an, dass der Zweig nicht vollständig kahl zurückbleibt. Wenn sich ein zurück geschnittener Trieb verzweigen soll, benötigt dieser einige Blattpaare. Erziehungsschnitte sehen folgendermaßen aus:

  • aufrechter Wuchs: alle Seitentriebe zur Hälfte abschneiden
  • breites Wachstum: Stamm um ein Drittel einkürzen und Verästelungen an der Spitze beschneiden
  • kompakte Form: herunterhängende Zweige drei Zentimeter vor der Beugung abschneiden
  • gleichmäßige Gestalt: Zweige der dichteren Seite auf die Astlänge der schwächeren Hälfte einkürzen

Tipp: Herabhängende Äste von alten Exemplaren können auch mit einem Strick hochgebunden werden. Nach einiger Zeit wachsen diese automatisch in die Höhe.

Hochstamm züchten

Ein Geldbaum bildet von Natur aus stark verzweigte und strauchartige Triebe. Damit das Gewächs einem kleinen Baum ähnelt, der eine dichte Krone entwickelt, müssen Sie regelmäßige Schnittmaßnahmen durchführen. Jungpflanzen mit einem Alter von ein bis zwei Jahren eignen sich gut für diese Erziehung, denn ältere Pflanzen haben bereits verholzte Stämme entwickelt. Wählen Sie den kräftigsten Stamm aus und entfernen Sie

Blätter und Triebe im unteren Bereich bis auf die Höhe, in welcher die Krone ansetzen soll. Sobald in diesem Stammabschnitt neue Triebe zu sehen sind, entfernen Sie diese. Schneiden Sie im Kronenbereich die Triebspitzen, damit sich die Triebe verzweigen. Stützen Sie den Stamm mit einem Stock, solange die Pflanze ihre Krone noch nicht aus eigener Kraft tragen kann.

Bonsai formen

Der Affenbrotbaum bietet einen idealen Einstieg, um die Kunst der Bonsai-Gestaltung zu erlernen. Er ist genügsam und verzeiht Ihnen falsche Schnittmaßnahmen. Durch das regelmäßige Schneiden können Sie die Form des Mini-Bäumchens exakt bestimmen. Ein jünger Kopfsteckling eignet sich ideal für dieses Vorhaben. Entfernen Sie entlang des Hauptstamms die Seitentriebe, die nicht zur Kronenbildung dienen. Die Triebe der Krone werden eingekürzt. Achten Sie dabei auf eine harmonische Form. Störende Triebe werden direkt nach ihrem Aufkommen vollständig entfernt. Sobald die Kronenzweige mehr als zehn Blattpaare tragen, werden diese eingekürzt.

Tipp: Um einen aufrecht wachsenden Bonsai zu erhalten, binden Sie die Triebe hoch. Geschwungene Formen lassen sich mit einem Draht gestalten.

Radikaler Schnitt

Wenn Ihr Pfennigbaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen wurde, sodass seine Wuchskraft stark beeinträchtigt ist, sollten Sie über einen radikalen Rückschnitt nachdenken. Auch wenn Ihnen diese Maßnahme Sorgen bereitet, so verkraftet Crassula ovata einen intensiven Schnitt ohne Probleme. Die Maßnahme regt den Stoffwechsel an, sodass sich Ihr Geldbaum schneller von den Folgen eine Krankheit oder einem Schädlingsbefall erholt. Noch im gleichen Jahr bildet die Pflanze neue Triebe. Bei guter Pflege und optimalen Standortbedingungen hat sich das Bäumchen bereits nach drei Jahren vollständig revitalisiert und wächst mit neuer Kraft. Gehen Sie so vor:

  • alle Zweige bis auf ein bis zwei Zentimeter vor der Verästelung schneiden
  • bei Stammbeschädigungen diesen bis kurz über den zweiten Seitentrieb einkürzen
  • größere Bäume können bis auf eine Handbreit über dem Substrat gekappt werden